Schneller lesen können und Gelesenes besser behalten!

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Wir sind überflutet mit Informationen, die wir lesen sollen, manchmal auch lesen müssen. Im besten Fall sogar lesen wollen.

Da ist dann Zeit = Geld oder auf jeden Fall: ein knappes, sehr kostbares Gut!


Die Frage stellt sich also automatisch! 

  • wie lese ich schneller?
  • wie kann ich das Gelesesene besser sortieren?
  • wie kann ich das Aufgenommene länger behalten?

Nur Mut, es ist einfacher als man denkt. Immerhin war jede Gesellschaft, die Schreiben und Lesen als Kulturtechnik ausgebildet hat, zuvor auch einmal eine sogenannte " schriftlose" Gesellschaft, die Völkerkundler nennen es auch gern " Gesellschaft mit mündlicher Tradition", weil sich " schriftlos" so sehr nach einem " Defizit" anhört. - Also: bevor die Bibel irgendwann einmal aufgeschrieben wurde, hat man die in ihr gesammelten Schriften mündlich überliefert. Dasselbe gilt für Andersens Märchen oder die der Brüder Grimm. Überall dasselbe Prinzip: eine mündliche Tradition wird irgendwann einmal in Schrift gefaßt.

Aber wie haben sich die Menschen das alles merken können? Und wieso können wir Texte, die wir eben gerade gelesen haben, am nächsten Tag nicht mehr fehlerfrei rezitieren? Beim bloßen Hören eines Textes ist es noch schlimmer, versuchen Sie einmal, nach 15 Minuten TV-Nachrichten alle Nachrichten wenigstens inhaltlich korrekt und in der richtigen Abfolge wiederzugeben! Daher sagen wir ja auch, eine Information gehe "zum einen Ohr 'rein und zum andern wieder 'raus"! Das gesprochene Wort ist eben flüchtig...

Außer der Überflutung mit Informationen, die uns zu schaffen macht, liegt die schlechte Behaltens-Quote aber  auch an der Technik des Lesens: meist lesen wir nämlich einen Text " einfach so". Doch damit können wir eben nur wenig erfassen und noch weniger festhalten.


Die Methode: SQ3R

Das Wort setzt sich zusammen aus den folgenden englischen Begriffen:

S= Survey ( Überblick verschaffen, querlesen, Zeilen- hopping)
Q= Question ( Fragen stellen, an den Text, an sich)
R= Read (normales Lesen, nach eigenen Bedürnissen und nach eigenen Fähigkeiten)
R=Recite (in EIGENEN Worten Inhalt wiedergeben, KEINE Zitate verwenden)
R=Review (alles zusammenfassen, ein eigenes, abschliessendes Gesamtbild des Textes entwerfen, ein kleines Referat für sich selbst)

Bereits 1946  entwickelte F. P. Robinson diese SQ3R-Technik, die wohl die bekannteste Lesestrategie darstellt. Sie kombiniert verschiedene Einzeltechniken miteinander und bringt sie in eine Abfolge von fünf Teilschritten, die nacheinander durchgeführt werden müssen, um ein vertieftes Textverständnis zu erlangen.
 
  1. Survey    
    • ersten Eindruck von Textinhalt und -aufbau gewinnen,
    • schnell erfassbare Textinformationen erfassen
    • Titel, Inhaltsverzeichnis, Vorwort, Gliederung
    • Text- bzw. Kapitelzusammenfassungen
    • Stichwort- und Autorenregister, Literaturverzeichnis
  2. Question    
    • Fragen an den Text stellen auf der Basis des eigenen Wissens
      • möglichst die W-Fragen-Methode,  also wer? was? wozu? wann? wie? womit? usw.
    • Fragen abhängig von den jeweiligen Zielsetzungen (Kritik? Referat? eigener Text zum selben Thema?)
    • Fragen zum Inhalt, zu einzelnen Kapiteln, zu einzelnen Thesen oder Problemstellungen
    • Fragen zum Autor und
      • zu dessen Position
      • zu dessen Motiv
      • dessen Absicht
      • zu dessen Methode usw.
    • Querverweise zu / Verknüpfungen mit anderen bereits bekannten Büchern / Informationen
  3. Read    
    • Lesen als aktiver Prozess der Verarbeitung der Textinformationen im eigenen kognitiven System (hier mache ich mir den Text "zu eigen", ich "eigne ihn mir an"!)
    • Lesegeschwindigkeit der Textschwierigkeit anpassen
    • Besonderheiten der Textstruktur herausarbeiten
    • Gewichtungen unter den von den Fragen aufgeworfenen Aspekten vornehmen
    • ggf. graphische Darstellungstechniken verwenden (mind mapping, brainstorming, clustering)
  4. Recite
    • Textinhalt abschnittsweise nach  dem Lesen in eigenen Worten rekapitulieren
    • den Inhalt losgelöst vom Text wiedergeben (nicht zitieren!)
    • das eigene Textverständnis überprüfen
  5. Review    
    1. einen zusammenhängenden Gesamtüberblick gewinnen
    2. das Entdeckte repetieren 
    3. die Arbeitsschritte 1-4 gedanklich noch einmal durchgehen
    4. integrativen Gesamtüberblick erhalten

Keine Sorge, es ist wie beim Gehen: man kann es einfacher TUN als es Beschreiben! Je öfter Sie die Methode anwenden, desto schneller geht es. Und egal, ob Bücher, Zeitschriften, e-mails, Memos, Protokolle, Jahresberichte, Infos oder Ratgeber - sie werden bald merken, wie einfach sich alles sortieren lässt! Und wie leicht man sich die WICHTIGEN Dinge merken kann!

Die unwichtigen Informationen (oder die mit den falschen bzw. manipulativen Inhalten) fallen Ihnen dann nämlich spätestens im zweiten Schritt ( QUESTION / Fragen an den Text stellen) auf.

Lust, es mal auszuprobieren?

Dann viel Freude damit!

Übrigens gibt es andere Begriffe und Abwandlungen hierzu und nennt sich dann PQRST-Methode oder PQ4R-Methode.
Letztlich aber meint das alles dasselbe.


Auf einen Blick:

Bei "wikipedia" z.B. werden noch die Vor- und Nachteile genannt:

Vorteile

Das mit der SQ3R-Methode erfasste Wissen ist wesentlich besser im Gedächtnis gespeichert, da viel Eigeninitiative in den Schritten verankert ist. So ist die Wahrscheinlichkeit der korrekten Wissensabfrage höher als beim „normalen“ Lesen.


Nachteile

Diese Methode ist anfangs aufwändig und zeitintensiv. Mit etwas Übung lässt sich diese effektive Methode auf alle Wissensbereiche ausdehnen. Viele Schritte werden gerne zusammengefasst und verlieren so an Effizienz.

Daher also: bitte die Schritte voneinander trennen, das "Zusammenfassen" der Einzelschritte zerstört den Effekt der Methode.


Viel Freude am flotten Lesen wünscht: "die Textschmiede"!



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