Schmuckstein oder Zauberamulett? Ein Ratgeber über die Anwendungsgebiete von Katzenaugen

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Schmuckstein oder Zauberamulett? Ein Ratgeber über die Anwendungsgebiete von Katzenaugen

Als Katzenauge bzw. Katzenaugen-Effekt, französisch Chatoyance, wird ein spezieller Lichteffekt bei Farb- und Edelsteinen bezeichnet. Er erinnert entfernt an die typischen schlitzartigen Augen einer Katze und ist bei Schmuckliebhabern sehr begehrt. Aufgrund dieser besonderen Optik werden dem Katzenauge außerdem magische und heilkräftige Fähigkeiten zugeschrieben. Es ist Bestandteil vieler Riten und Legenden und bezaubert auch heute noch mit seinem geheimnisvollen Flair. Lesen Sie hier, was genau ein Katzenauge ist, wie es hergestellt wird und wofür es verwendet werden kann.

Der Cabochon-Schliff: So entsteht ein Katzenauge

Katzenaugen können aus den unterschiedlichsten Mineralien bestehen. Ihre besondere Lichtreflexion, eine Art linsenförmiger Silberstreif in der Mitte des Steins, entstehen durch eine besondere Schleiftechnik. Dabei wird der Schmuckstein zu einem sogenannten Cabochon mit gewölbter, glatter Oberfläche geformt. Es gibt auch doppelte Cabochons, diese besitzen sowohl auf der Ober- und Unterseite eine linsenartige Form. Diese Steinform wird von Fachleuten auch mugelig (=gewölbt) genannt. Besonders oft werden Edelsteine wie Opale, Tumarine oder Quarze zu Cabochons geschliffen. Bei diesen Steinarten bilden sich gerne parallel verlaufende Kristallnadeln oder feinste Kanäle. Diese brechen dann beim fertigen Katzenauge das Licht auf diese charakteristische Art und Weise.

Der Chrysoberyll – das ursprüngliche Katzenauge

Der Begriff Katzenauge ist inzwischen weit verbreitet und wird großzügig auf die gesamte Gruppe der Cabochons angewendet. Ein Katzenauge im eigentlichen Sinn ist jedoch nur der Chrysoberyll, eine Variation des Berylls. Dieser wiederum ist eine Varietät des Minerals Quarz. Spricht ein Schmuckexperte oder Gemmologe von einem Katzenauge, wird er damit in der Regel diesen Chrysoberyll meinen. Denn bei allen anderen Mineralien mit diesem Effekt muss das Mineral mit im Namen genannt werden wie zum Beispiel bei Katzenaugen-Quarz. Auch Fundorte als Beinamen können auf besondere Katzenaugen hinweisen. Dazu gehört zum Beispiel das Cylon-Katzenauge, ein zum Cabochon geschliffener Fibroferrit.

Eigenschaften und Besonderheiten von Chrysoberyll

Der Chrysoberyll hat seinen Namen aus dem antiken Griechenland. Hierbei bedeutet „chryso“ so viel wie golden, vergoldet und dem Mineralnamen Beryll. Der klare Edelstein macht diesem Namen alle Ehre, denn er funkelt und glänzt in einem angenehmen, satten Goldton. Außergewöhnlich bei diesem Farbstein sind seine Varietäten. Neben dem reinen Quarz gehören auch der Alexandrit und das Katzenauge zu dieser Familie. Der Alexandrit ist auch als Farbwechselstein bekannt. Er wurde 1831 im Uralgebirge entdeckt und nachdem russischen Zaren Alexander II benannt. Faszinierend ist sein wechselhaftes Farbspektrum. Leuchtet er in natürlichem Licht in sanftem Grün, so ändert sich seine Farbe unter künstlichem Lichteinfluss zu einem leuchtenden Rot. Dieser Effekt macht den Alexandrit zu einem der teuersten Edelsteine der Welt. Doch auch das Katzenauge macht mit großer Reinheit und feiner Oberfläche von sich reden. Bei diesem Chrysoberyll entsteht der Tieraugen-Effekt durch winzige, nadelartige Einschlüsse von Rutil im Quarz. Dadurch tritt die Chatoyance auf den braunen, grünen und gelben Steinen äußerst weich und ausgeprägt hervor. Chrysoberyll-Katzenaugen werden oftmals auch Cymophan genannt.

Chrysoberyll an sich sowie das Katzenauge im Besonderen sind bei Sammlern und Liebhabern sehr begehrt. Dieser Cymophan gehört aufgrund seiner Reinheit und Seltenheit zu den teuersten Produkten dieser Effektsteine.

Der Katzenaugen-Quarz: Effektstein für Schmuck und Dekoration

Wenn Sie sich für Katzenaugen interessieren, müssen Sie nicht zwangsläufig einen echten Cymophan erstehen. Für das kleine Budget gibt es attraktiven Schmuck und faszinierende Sammlerstücke aus Katzenaugen-Quarz. Der Effekt entsteht bei diesem Mineral durch Einschlüssen von Amiant, also Fasern von Hornblende-Asbest. Katzenaugen-Quarz ist eine Spielart oder Varietät des Quarz-Minerals und kommt wesentlich häufiger vor als Cymophan. Sogar im süddeutschen Bayern gibt es einige Abbaugebiete. Daneben stammt dieses Mineral auch aus Brasilien, den USA und Indien. Wobei die schönsten Stücke mit den zauberhaftesten Effekten in Sri Lanka abgebaut werden. Außer dem Katzenaugen-Quarz gibt es in dieser Mineralfamilie noch zwei weitere Mitglieder mit ähnlich spektakulären Lichteffekten: den Tiger- und den Falkenaugenquarz.

Falkenaugen sind in der Regel blauschwarz und erinnern tatsächlich ein Stück weit an die lebendigen Knopfaugen des gleichnamigen Raubvogels. Das Tigerauge ist eigentlich ein verwittertes Falkenauge, das durch Einlagerungen verschiedener Mineralien in die grau-blaue Substanz des Falkenauge-Quarzes entsteht. Im Gegensatz zum Falkenauge ist das Tigerauge goldbraun. Es gibt außerdem rote Tigeraugen, diese werden jedoch künstlich hergestellt, indem Tigeraugen-Quarz bei hohen Temperaturen gebrannt wird. Dadurch erhält das Mineral seinen markanten rötlich-braunen Farbton.

Alle drei Quarze mit Chatoyance werden gerne in der Schmuckherstellung verwendet. Es gibt ein breit gefächertes Angebot an Ringsteinen, Ketten, Broschen und Anhängern. Auch schön geschliffene Einzelstücke für die Sammlervitrine gehören dazu. Neben dem relativ günstigen Anschaffungspreis haben Katzenaugenquarz ebenso wie Tiger- und Falkenaugen den Vorteil, dass sie kaum gefälscht werden.

Heil- und Gesundheitssteine – die Hintergründe der Edelsteintherapie

Das Wissen um die heilen Kräfte von Edelsteine ist in vielen Völkern und Kulturen der Erde verbreitet. So soll die Energie aus dem Stein auf den Körper des Menschen übergehen können, wenn die Steine auf der Haut getragen oder auf bestimmte Körperpartien aufgelegt werden. Auch in Wasser eingelegt sollen die Steine eine positive Wirkung entfalten, da sie ihre Energie an das Wasser abgeben. Wird dieses Wasser später getrunken oder zum Waschen verwendet, soll dies Körper und Geist positiv beeinflussen. Allerdings wurde bisher keine der angegebenen Wirkungen wissenschaftlich nachgewiesen. Daher sind Edelsteine keine offiziellen Heil- und Hilfsmittel, sondern gehören vielmehr in den Bereich der Esoterik. Daher können Heilsteine zwar durchaus Hilfsmittel für eine ausgeglichene, harmonische Lebensgestaltung sein und als ergänzende Unterstützung genutzt werden, jedoch ersetzen sie nicht den Gang zum Arzt und eignen sich auch nicht als alternative Therapie zur Schulmedizin.

Allerdings schöpfen viele Leute Hoffnung und Vertrauen aus der Heilsteinkunde. Immerhin ist das Wissen um die Eigenschaften der Edelsteine schon fast so alt wie die Menschheit selbst.

Hildegard von Bingen – eine Expertin für die Heilkraft der Steine

Wenn in unserer Zeit von Edelsteintherapie und Gesundheitssteinen gesprochen wird, beziehen sich viele Sachkundige Leute auf die Aufzeichnungen der Äbtissin Hildegard von Bingen. Die Klostervorsteherin lebte von 1098 – 1179 und beschäftigte sich neben vielen anderen Wissensgebieten auch mit der unterstützenden Kraft der Mineralien. Dabei stellte sie die interessante These auf, dass Krankheiten und seelisches Missempfinden nicht allein auf körperliche Ursachen reduziert werden sollten. Vielmehr ist der Heilungs- und Genesungsprozess ein Zusammenspiel von Körper und Geist. Laut Hildegard von Bingen können daher Krankheiten auch durch seelisches oder spirituelles Ungleichgewicht ausgelöst werden. Es ist erstaunlich, dass diese Sichtweise bereits im Mittelalter Fuß fassen konnte. Denn heute ist der Bereich der psychosomatischen Erkrankungen ein anerkanntes Krankheitsbild, bei dem die Ursachenforschung denen der klugen Äbtissin recht genau folgen. Somit könnten auch Mineralien das Lebensgefühl steigern und sei es nur durch ihre schöne Gestalt und das angenehme Tragegefühl. Denn dadurch tragen sie allgemein zu einem persönlichen Glücksgefühl bei, das sich einstellt, wenn wir uns mit schönen Dingen umgeben und beschäftigen.

Tröstend und warm - Katzenaugen in der Esoterik

Auffällige Edelsteine wie Katzen-, Falken- und Tigerauge haben natürlich im Laufe der Geschichte einen festen Platz in der Steinkunde erobert. Viele Überlieferungen loben das Katzenauge als Stein des guten Durchblicks, der scharfen Sicht und als Heilmittel bei Augenleiden. Auch andere Eigenschaften der Katze wurden dabei allmählich auf den Stein übertragen. So hilft der Farbstein bei der Konzentration und Entscheidungsfindung. Außerdem bringt er Harmonie und Ruhe mit und sorgt für körperliche und geistige Ausgeglichenheit. Im Mittelalter enthielten Amulette gegen den Bösen Blick häufig Katzenaugen. Denn die Katze galt als Freund und Glücksbringer. Erst die Kirche machte sie im späten Mittelalter zu einem Dämon und Gefährten des Teufels.

Heute gilt der Katzenaugen-Quarz als Wärmespender. Er soll Trost spenden bei Einsamkeit und Melancholie und seinen Träger dabei unterstützen, sich in neuen Situationen besser zurecht zu finden.

Scharfer Blick in die Sterne – das Katzenauge und die Astrologie

Auch im Bereich Horoskope und Tierkreiszeichen spielen Tiger- und Katzenaugen eine wichtige Rolle. Er gehört zu den speziellen Edelsteinen, die den Sternzeichen Krebs und Löwe zugeschrieben werden. Für diese Personen ist er ein Glücksstein im seelischen wie auch materiellen Sinne. Außerdem soll er sich förderliche auf Beziehungen auswirken und die Selbstwahrnehmung verbessern.

Reinigung und Pflege von Katzenaugen

Wie alle Quarze sind auch Katzenaugen empfindlich gegen Säuren. Waschen Sie Ihre Schmuckstücke daher lediglich mit warmer Seifenlauge und trocknen Sie sie anschließend sorgfältig ab. Von Spezialreinigern oder Lösungsmitteln sollten Sie hingegen lieber Abstand nehmen, da sie die Struktur der Steine angreifen können.

Wichtig: Wie schon erwähnt enthalten Katzenaugen-Quarze Asbest. Daher sollten Sie diese Steine nicht zur Herstellung von Heilwasser verwenden. Denn Asbest gehört zu den gesundheitsschädlichen Stoffen und gilt als krebserregend. Es ist möglich, dass die Steine dieses Asbest in das Wasser abgeben. Bei langjähriger Therapie könnte dies negative Folgen auf den Organismus haben. Das Tragen des Schmucks gilt als ungefährlich. Lediglich bei der Bearbeitung der Steine durch bohren und schleifen ist Vorsicht geboten, da dabei mikroskopisch kleine Fasern frei werden. Werden diese in die Lunge eingeatmet, setzen sie sich dort fest und können unter Umständen Gewebeveränderungen und Entzündungsherde hervorrufen.

Fazit:

Das eigentliche Katzenauge heißt Cymophan und ist eine Variation des Chrysoberylls. Es gibt jedoch auch günstige Farbsteine mit diesem Katzenaugen-Effekt. Dazu gehört vor allem der Katzenaugen-Quarz. Die charakteristische Lichtbrechung der Steine entsteht durch Einschlüsse von mikroskopisch kleinen Mineralienspitzen oder hohlen Röhren, die das Licht entsprechend brechen. Der spezielle Cabochon-Schliff, der die Steine linsenförmig gestaltet, lässt den silbernen Lichtstreif in der Mitte des Steins perfekt zur Geltung kommen.

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