Schmuckstein, Handschmeichler oder Sammlerstück – worauf Sie beim Kauf von Karneolen achten sollten

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Schmuckstein, Handschmeichler oder Sammlerstück – worauf Sie beim Kauf von Karneolen achten sollten

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Karneol bei zahlreichen Kulturen große Aufmerksamkeit erregt. Als attraktiver Schmuckstein wurde das Mineral erstmals von den Völkern des alten Ägypten geschätzt. Wegen seiner intensiven Färbung wurde der Karneol Stein des Lebens genannt. Er diente auch als Grabbeigabe, da er aufgrund der Auffassung, dass der Karneol einen entscheidenden Einfluss während und nach dem Leben eines Menschen ausüben kann. Beispielsweise wurden verschiedene Karneole in der Grabstätte des Tutanchamuns entdeckt. Im alten Ägypten wurde der Karneol später auch zu Anhängern, Ringen oder kleinen Statuen verarbeitet. Vor allem in der römischen Zeit wurde der Edelstein darüber hinaus auch zur Herstellung von Gemmen eingesetzt. Da sich der Karneol relativ leicht bearbeiten ließ, wurde er oft zur Fertigung von Siegelringen benutzt. Beispielsweise besaß Martin Luther einen Siegelring mit einem Karneol, in den das Wappen seines Trägers, die sogenannte Luther-Rose, eingearbeitet war. Der Ring wurde vermutlich um 1530 in Augsburg hergestellt und ist im Dresdner Schloss zu bewundern.

Wie der Karneol zu seinem Namen kam

Der Ursprung des Begriffs Karneol ist nicht eindeutig geklärt. Im Mittelalter trug er den lateinischen Namen corneolus, die bereits vom Jahre 1078 an gebräuchlich war. In späteren Jahren wurde der Stein auch als cornelius bezeichnet, wie er auch im Werk von Hildegard von Bingen, die von 1098 bis 1179 lebte, genannt wurde. Demnach geht die Bedeutung auf ihre Farbe zurück, die einer Kornelkirsche ähnelt. Teilweise wurde der Name auch auf den lateinischen Begriff cornu für Horn zurückgeführt, weil die Farbe des Steins gelegentlich dem eines Fingernagels nahekommt. In alten Büchern wurde die Farbe der Steine mit der von Fleisch verglichen. Dieser Interpretationsansatz könnte darauf beruhen, dass sich im vor 600 Jahren die Schreibweisen mit a, wie etwa carniol, im Umlauf befanden. Carneolus könnte als der fleischfarbene Stein verstanden worden sein. Der Name Karniol wurde im 18. und 19. Jahrhundert häufig verwendet.

Die Bedeutung des Karneols in der Geschichte

Neben der Bedeutung des Karneols im alten Ägypten wurde der Edelstein auch bei anderen Völkern des Altertums als Schmuckstein geschätzt. So wurden auch bei den Ausgrabungen in Troja Schmuckstücke aus Karneol entdeckt. Im antiken Rom war der Karneol, neben Glas, das gebräuchlichste Material zur Fertigung von Gemmen. In vielen Fällen waren sie Bestandteil von Ringen, die auch zum Siegeln von Dokumenten verwendet wurden. Die Gemmen bildeten oft Schutz- oder Glückssymbole oder Schutzgottheiten ab. Am vermutlichen Ort der Varus-Schlacht aus dem 9 Jahrhundert nach Christus, bei Kalkriese nahe Osnabrück, wurde ein Eisenring mit einer Gemme aus Karneol gefunden, auf dem der Heroldstab des Merkur mit Füllhörnern abgebildet ist.

Perlen aus Karneol wurden in der spätrömischen Zeit besonders in den östlichen Provinzen verwendet. Allerdings fanden sich derartige Schmuckstücke in nordalpinen Regionen nur ganz selten. In der Nähe von Weimar wurden 2005 in einem Kindergrab aus dem 11./12. Jahrhundert einige Perlen aus Karneol gefunden, die vermutlich Bestandteil einer Kette waren. Die ehemals große Bedeutung des Karneols als Schmuckstein ist unumstritten. Diese dokumentiert sich besonders auffallend bei den sogenannten Juwelengarnituren von August des Starken aus den Jahren 1670 bis 1733. Sie bilden einen Hauptbestandteil des sächsischen Kronschatzes und werden heute im Grünen Gewölbe des Dresdner Schlosses präsentiert. Ebenfalls im Mittelalter wurden Puppen aus Karneol produziert, weil sich der Stein wegen seiner Farbe zur Nachahmung menschlicher Haut am besten eignete. In der Neuzeit wurde der Karneol als Schmuckstein wiederentdeckt. Die wichtigsten Verarbeitungsbetriebe waren die Manufakturen im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein. Der Karneol wurde auch unter anderem von Johann Wolfgang von Goethe in literarischen Werken erwähnt.

Optik und Farbe des Karneols

Der Karneol tritt in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichem Mustern auf. Die Farben des Edelsteins sind zahlreiche orange Rottöne über Gelb, Gelbbraun, Rotbraun bis hin zu Braun. Zum Teil ist der Karneol auch sehr attraktiv gebändert. Die Maserung von Karneol ist durchaus mit der Bänderung von Chalcedon oder Achat vergleichbar. Optisch erscheint der Karneol in einem Glanz wie Wachs. Die wirkliche Tönung des Karneols ist jedoch lediglich unter neutralem Licht zu erkennen. Der Edelstein zeigt sich im Schein von Energiesparlampen oder Neonröhren oft in einer völlig anderen Farbe. Als Faustregel gilt auch für den Karneol, dass das Aussehen in der Optik und, wie die Farbe zur Geltung kommt, grundsätzlich abhängig ist von der Form. Trommelsteine oder Mineralien können völlig anders wirken. Bei mit einem Facetten-Schliff bearbeiteten Steinen kommt es neben dem Aussehen und der Optik auch die Art des Schliffs an.

Vorkommen, Fundorte, Handelsnamen und Synonyme des Karneols

Die zahlreichen Fundorte des Karneols weisen unterschiedlich große Vorkommen auf. In erster Linie erfolgt der Abbau von Karneol in Botswana, Indien, Uruguay und Brasilien. Allerdings gibt es weitere Fundorte in Deutschland, Australien, Russland, Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Österreich sowie der Ukraine. Und obwohl Karneol an zahlreichen Orten der Erde gefunden wird, ist die Förderung des Edelsteins nicht an jeder Fundstätte wirtschaftlich sinnvoll. Hierbei kommt es neben anderen Faktoren auf die Qualität und die Größe der dort vorkommenden Exemplare, aber auch auf die Lage der Fundorte und die dort herrschenden Umweltbedingungen an.

Für den Edelstein existieren verschiedene Synonyme und Handelsnamen: Koralin, Coralin, Kornalin, Blutachat, Fleischachat oder Sarder. Die anderen Namen und Handelsnamen lassen sich im Hinblick auf ihre Bedeutung und ihren Ursprung mit Ausnahme des Synonyms Sarder alle auf die unterschiedlichen Farben der Rottöne des Karneols zurückführen. Die Bezeichnung Sarder kommt aus der Antike und wird auch in unserer Zeit noch gelegentlich für braune Varietäten des Karneols benutzt. Alle anderen Namen, Handelsnamen und Synonyme werden unterschiedlich verwendet und sind teilweise veraltet. Dennoch sind sie nach wie vor existent und das Wissen darum ist für die richtige Zuordnung in der Steinkunde von Bedeutung.

Bestimmung und Fälschung von Karneol

Verwechslungen von Karneol sind nicht selten. Diese können vorkommen, sowohl wenn der Edelstein als Mineral, als Trommelstein wie auch als Schmuckstück mit Schliff begutachtet wird. Verwechslungen können beispielsweise mit rotem Jaspis, unterschiedlichen roten und braunen Achaten und Calciten auftreten. Darüber hinaus sind Verwechslungen des Karneols mit dem Feueropal nicht nur im Bereich des Möglichen, sondern sind diese von unseriösen Anbietern sogar möglicherweise gewollt, weil der Feueropal wesentlich kostspieliger ist. Hierbei sollte eine genaue Bestimmung normalerweise nur durch Experten erfolgen.

Es gibt zahlreiche Nachahmungen und Fälschungen von Karneol wie zum Beispiel andere Mineralien wie Chalcedon oder Achat, die entsprechend gefärbt werden. Dass Karneol aus Synthesen hervorgegangen ist sowie das Bestrahlen oder das Rekonstruieren des Edelsteins ist nicht bekannt, Kann aber dennoch nicht ausgeschlossen werden. Da eine Karneol-Varietät in einem intensiven Orangerot außerordentlich begehrt ist, wird diese durch das Brennen herbeigeführt. Gelber Karneol wechselt seine Farbe durch das Brennen in Richtung Rot oder Orange. Ein auf diese Weise erfolgter Betrug durch kann normalerweise lediglich durch Fachleute konstatiert werden.

Weitere Besonderheiten des Karneols

Über die Verwendung des Karneols als traditioneller Schmuckstein hinaus kommt der Edelstein in zahlreichen Kulturen seit langer Zeit als Heilstein zum Einsatz. Wie bereits ausgeführt, ist das Brennen des Steins eine verbreitete Methode, um die Farbe von Karneol zu intensivieren. In verschiedenen Regionen Indiens wird traditionell ein anderes Verfahren gewählt, um die Farbe des Karneols zu beeinflussen. Der Edelstein wird einfach dem Sonnenlicht ausgesetzt. Aus einigen Karneolen entwickeln sich so nach und nach aus bräunlichen Mineralien besonders attraktive rote und orangerote Steine. Fachleute sprechen davon, dass aus dem braunen Karneol im natürlichen Sonnenlicht ohne weitere chemische Zusätze oder physikalische Methoden ganz allmählich der rote Karneol reift.

Besitzer von Karneol-Schmuckstücken sollten beachten, dass der Edelstein gegenüber den verschiedensten Chemikalien recht empfindlich ist. Aus diesem Grunde sollte vor dem Arbeiten mit Reinigungsmitteln oder in allen Fällen, wenn mit Chemikalien hantiert wird, Karneol-Schmuck lieber abgelegt werden. Daneben ist auch noch zu beachten, dass bestimmte Zusammensetzungen in Kosmetika zu Verfärbungen und Verunreinigung des Edelsteins führen können. Der Karneol sollte von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Auf entsprechenden Schmuckstücken, die auf der Haut getragen werden, setzen sich Schmutz, das natürliche Fett der Haut und Überreste von Seife und Cremes ab. Daher empfiehlt sich eine gelegentliche Reinigung mit lauwarmem Wasser, dem allerdings keine Zusätze oder Reinigungsmittel beigefügt sind.

Der Karneol ist ein besonders begehrter Schmuckstein, dessen starke Wirkung auf den Menschen durch die Jahrhunderte angehalten hat.

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