Schmuck selbst herstellen - dieses Goldschmiedewerkzeug benötigen Sie

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Schmuck selbst herstellen - dieses Goldschmiedewerkzeug benötigen Sie

Mit dem richtigen Werkzeug zu kreativen Schmuckstücken

In vielen Menschen schlummern kreative Ideen für ihren eigenen Schmuck. Ob aus Edelmetallen oder Perlseide, mit Perlen besetzt, mit speziellen Verschlüssen verziert oder gar schlichte Eigenkreationen mit spezieller Bedeutung: Das entsprechende Werkzeug ist unabdingbar, um seinen eigenen Schmuck herstellen zu können. Je nach angewandter Herstellungstechnik und gewünschtem Ergebnis kommen hier verschiedene Werkzeuge infrage.  

Die richtigen Werkzeuge zur Herstellung von Schmuck finden

Das Angebot an Werkzeugen für die Schmuckherstellung ist nahezu endlos. Hier sollte man darauf achten, qualitativ hochwertige Artikel zu erwerben, da es ansonsten zu Verletzungsgefahren kommen kann. Bei der Arbeit mit Metallen, Perlen, Edelsteinen und Nieten entstehen schnell scharfe Schnittkanten, die für den ungeübten Laien eine Gefahr darstellen können. Ebenso kann die Verwendung der zumeist scharfen Geräte gewisse Gefahren mit sich bringen. Zudem wird das Endergebnis umso schöner, wenn man Werkzeuge benutzt, die präzises und professionelles Arbeiten ermöglichen.  

Das Basiswerkzeug und seine Varianten

Um eigenen Schmuck herzustellen, benötigen Sie einige Basiswerkzeuge. Hierzu zählen einige Standardschneider und -zangen, die je nach Variante und Beschaffenheit des Materials Auswirkungen auf das fertige Schmuckstück haben können.  

Scheren und Schneider - Helfer zur Schmuckherstellung

Mit Scheren und Schneidern können Materialien wie Nylon, Leder, Draht und Baumwolle einfach und passend zugeschnitten werden. Allerdings werden - je nach verwendetem Rohstoff - spezielle Ausführungen dieses Werkzeugs benötigt. Arbeitet man beispielsweise mit Perlseide, so empfiehlt es sich, einen speziellen Perlseidenschneider zu nutzen. Dieser ist mit einer Mikroverzahnung ausgestattet, die es möglich macht, die Perlseide sauber und ohne jeden Widerstand zu schneiden. Möchten Sie Ihren Schmuck mit sogenannten Hightech Fasern ausstatten, so ist es absolut notwendig, ein spezielles Schneidewerkzeug zu verwenden. Hightech Fasern sind feiner als Seidenfäden, sehr weich und außerordentlich haltbar.

Eine Schere für Hightech Fasern ist mit einer hartverchromten Oberfläche ausgestattet und besitzt einen Präzisionsschliff mit Mikroverzahnung, der ein Rutschen des Fadens unmöglich macht. Hierdurch werden Schnitte überaus präzise, glatt und sauber. Ein weiteres Grundwerkzeug, um eigene Schmuckstücke zu gestalten, ist ein Drahtschneider. Dieser schneidet gehärteten Stahldraht, der oftmals die Basis eines Schmuckstückes darstellt. Hierbei ist es empfehlenswert, ein Modell zu wählen, das über eine integrierte Drahthalterung verfügt. So kann der Draht vor dem Kappen befestigt werden und wird am Wegrutschen gehindert. Wichtig bei den Schneidewerkzeugen ist, dass Sie immer ein recht scharfes Modell verwenden, um glatte und saubere Schnittkanten zu erhalten.  

Die Zange - unverzichtbar beim Herstellen von Schmuck

Die Zange ist eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn Sie Ihren eigenen Schmuck kreieren möchten. Mit ihr können Materialien gebogen und geformt, Dekorationsmaterialien in die gewünschte Form gebracht und die einzelnen Bestandteile des Schmuckstückes in Position gehalten werden, um sie zu bearbeiten. Für die verschiedenen Arbeitsschritte sind unterschiedliche Varianten von Zangen erhältlich.

Rundzange

Die Rundzange hat, wie es ihr Name bereits verrät, abgerundete Schneiden und ist daher perfekt zum Formen von Drähten, Ösen und anderen härteren Materialien geeignet. Weiterhin verwendet man diese Zange, um Perlen auf Kettelstifte zu fädeln und längere Schmuckstücke wie Ketten herzustellen. Die Oberflächen sind idealerweise sehr präzise und glatt gearbeitet, sodass das zu bearbeitende Stück keine Kratzer davon trägt. Oftmals sind Rundzangen auch mit Seitenschneidern ausgestattet, um Metall und natürlich Draht schneiden zu können.

Flachzange

Zum Halten und Greifen sowie Biegen ist die Flachzange ideal. Die äußerst flach gestalteten Flächen zum Greifen von Werkteilen verhindern erneut das Zerkratzen dieser. Bei der Flachzange empfiehlt es sich immer, in Qualität zu investieren, um genau arbeiten zu können. Ein weiterer Einsatzbereich der Flachzange ist das Bearbeiten von sogenannten Quetschperlen. Diese Quetschperlen werden zumeist an den Enden von Ketten oder Armbändern verwendet, um das Verlieren von den übrigen für das Schmuckstück verwendeten Perlen zu verhindern. Mit der Flachzange werden diese Quetschperlen am Ende des Schmuckstückes zusammengedrückt, um so einen attraktiven Verschluss herzustellen. Auch andere Verschlüsse oder Endstücke werden mit dieser Zange montiert, da ihre flache Form gut dazu geeignet ist, gröbere Arbeiten zu erledigen.

Flachrundzange

Die Flachrundzange ist eine Kombination der beiden zuvor vorgestellten Zangentypen und vereint somit natürlich die Vorteile dieser Varianten in einer. Man verwendet sie zum Biegen, Greifen und Halten von Drähten und anderen Materialien. Die abgerundeten Flächen in Kombination mit den flachen Enden eignen sich hervorragend zur Formgebung von härteren Drähten und Metallösen.  

Ohne Klebstoff gelingt der Schmuck nur in den seltensten Fällen

Natürlich ist es möglich, Schmuckstücke ohne die Verwendung von Klebern herzustellen. Möchten Sie etwa einen schlichten Ring aus einem bestimmten Metall fertigen und keinerlei Dekoelemente wie Perlen verarbeiten, so ist Klebstoff verzichtbar. Soll das Schmuckstück aber glitzern oder auffallend in mehreren Farben funkeln, müssen auch entsprechende Bestandteile angebracht werden.

Flüssigkleber

Eine Variante ist Flüssigkleber, der sehr fest wird und daher auch recht widerstandsfähig ist. Voraussetzung ist hier, dass er korrekt angewandt wird. Das bedeutet auf sauberen und fettfreien Materialien und Oberflächen. Flüssiger Kleber wird in der Regel verwendet, um Schmucksteine oder Perlen auf Drähten oder beispielsweise Nylonfäden zu befestigen. Dies macht insbesondere mit Perlen einen sehr professionellen Eindruck, da es den Anschein hat, die Perlen würden schweben. Bei der Anwendung sollten Sie beachten, dass Sie nur eine kleine Menge des Klebers auf den Draht oder den Faden geben, diesen anschließend eine kurze Zeit antrocknen lassen und zum Schluss die Perle oder den Stein vorsichtig darüber schieben. Dies verhindert, dass der Kleber an der anderen Seite der anzubringenden Perle wieder herauskommt. Befindet sich etwas Kleber am Faden, so sollte dieser möglichst entfernt werden, bevor er komplett trocken ist, um sichtbare Reste am fertigen Schmuckstück zu vermeiden.

Schmuckkleber

Um noch professionellere Ergebnisse zu erhalten, ist es empfehlenswert, auf speziellen Schmuckkleber zurückzugreifen. Vom Schmuckkleber benötigt man nur kleine Mengen, da er sehr ergiebig und stark haftend ist. Ein besonderer Vorteil ist, dass er im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Klebern keine Fäden zieht. Weiterhin wird er vollständig durchsichtig und daher unsichtbar, sobald er komplett trocken ist. Dies führt zu überaus professionellen und hochwertigen Schmuckstücken.  

Zusätzliche Werkzeuge zur Herstellung von eigenen Schmuckstücken

Neben den vorgestellten Basiswerkzeugen, die in aller Regel notwendig sind, um Schmuck herzustellen, sind ebenso Werkzeuge erhältlich, die nicht zwingend benötigt werden, jedoch mehr Komfort in die Arbeit mit den filigranen Materialien bringen und oftmals ein effektiveres Arbeiten ermöglichen.

Zur Verarbeitung der Quetschperlen können Sie eine spezielle Quetschperlenzange verwenden. Diese wird zum Zusammendrücken der Perlen genauso verwandt, wie die Flachzange, ist aber einzig für diesen Zweck gedacht. Anstatt die Perlen einfach platt zusammenzudrücken, gibt diese Zange den Quetschperlen eine gleichmäßig runde Form und sorgt so für ein noch perfekter und professioneller anmutendes Schmuckstück.

Ein Seitenschneider dient dazu, dicke Materialien wie Ketten oder breite Ösen zu zerschneiden. Bei der Verwendung dieses Werkzeuges sollte man Vorsicht walten lassen und eine gewisse Übung haben, da das starke Zusammenpressen des Materials hier dazu führen kann, dass Einzelteile wegfliegen. Somit kann sich eine gewisse Verletzungsgefahr ergeben. Zudem benötigt man hier Kraft, um die dicken Materialien schneiden zu können.

Arbeiten Sie mit Perlen und sind sich noch nicht ganz im Klaren darüber, welche Gestaltungs- oder Farbkomposition Sie kreieren beziehungsweise auffädeln möchten, können Sie das Perlenbrett verwenden, um verschiedene Varianten zu testen. Der Vorteil ergibt sich daraus, dass Sie die Perlen schnell und einfach verschieben oder einzelne Farbtöne austauschen können, ohne immer wieder von vorne anfangen zu müssen. Zudem erstellen Sie auf diese Weise kein Schmuckstück, das Ihnen am Ende nicht gefällt.

Für feinere Arbeiten oder zum Anbringen von verschiedenen Perlen oder Steinen eignen sich Pinzetten ganz besonders. Diese helfen Ihnen, insbesondere kleinere Perlen oder Schmucksteine leicht greifen zu können. Je nach Perlengröße kann man hier zwischen Pinzetten in verschiedenen Größen wählen. Es gilt: je kleiner die Perle, desto feiner die Pinzette. Zu beachten ist, dass Sie die Pinzette beim Greifen von Materialien nicht zu fest zusammendrücken, um ein Herumspringen der Einzelteile zu vermeiden.  

Professioneller Schmuck benötigt das richtige Werkzeug

Der Weg zum Schmuckdesigner benötigt etwas Zeit. Von Schmuckstück zu Schmuckstück werden die Ergebnisse professioneller und schöner, die Arbeitsschritte laufen routinierter ab und die Ideen für immer neue Kreationen entwickeln sich fast wie von selbst. Aber all das funktioniert nicht ohne entsprechendes Werkzeug. Die Grundregel lautet, dass Sie sich ausreichend Zeit für die Anschaffung der verschiedenen Werkzeuge nehmen sollten. Es kommt hierbei auf die Qualität und Beschaffenheit der Produkte an, aber ebenso - und dies ist ein sehr wichtiger Punkt - auf Sie selbst.

Sie sollten herausfinden, welche Zange oder Schere Ihnen am besten in der Hand liegt und mit welchen Materialien Sie am effektivsten Ihren persönlichen Schmuck herstellen können. Die Vorlieben sind hier so vielfältig wie die Farben, in denen Ihre Schmucksteine glänzen können. Deshalb lautet die Empfehlung vor dem Kauf unbedingt auszuprobieren, welche Varianten Ihnen am besten behagen. Professionelles Werkzeug zur Herstellung von Schmuck gibt es in mehreren Preisklassen, von erschwinglich bis hochpreisig. Für den Einsteiger kann ein etwas günstigeres Modell eines Werkzeuges ideal sein, um sich auszuprobieren.

Ein wichtiger Punkt ist, dass man immer mit Vorsicht an seinen Werken arbeitet. Das Schneiden von Metallen und Drähten kann scharfe Schnittkanten und Splitter produzieren, die die Verletzungsgefahr gerade für Anfänger erhöhen. So sollten Sie beim Bearbeiten von derartigen Materialien auch grundsätzlich eine Schutzbrille tragen. Beim Arbeiten mit Drähten, die scharfe Enden aufweisen, können Sie handelsübliche Fingerhüte verwenden, um die Fingerkuppen optimal zu schützen.

Unter Beachtung dieser Dinge erstellen auch Sie bald professionell anmutende Schmuckstücke oder kreieren - je nach Erfahrung und Professionalität - noch perfekteren Schmuck.

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