Schmuck selbst gestalten: Draht & Fäden für kreative Ketten und Bänder

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Schmuck selbst gestalten: Draht & Fäden für kreative Ketten und Bänder

„Diamonds are a girl’s best friend!“ was schon Marylin Monroe wusste, ist mittlerweile ein Allgemeinwissen. Doch es müssen nicht immer Diamanten sein, um Damen und Herren zu beglücken. Selbst gestalteter Schmuck ist perfekt als Geschenk an andere und an sich selbst. Warum? Sie können die Schmuckstücke mit etwas Übung, Können und den richtigen Materialien so gestalten, wie es Ihnen gefällt. Persönliche Wünsche und Vorlieben können dabei berücksichtigt werden. Und ein selbst gemachtes Geschenk, gerade wenn es um Schmuck geht, ist eine individuelle Geste, die zeigt, dass sich der Schenkende wirklich Gedanken gemacht hat.

In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen einige Techniken zur kreativen Schmuckgestaltung vorstellen. Zum Schmuckbasteln eignen sich die verschiedensten Materialien. Die oberste Regel: Erlaubt ist, was gefällt. Die gängigsten Materialien für kreative Ketten und Armbänder sind Gliederketten, Lederbänder, Drähte und Stoff- und Kunststoffbänder. Diese möchten wir Ihnen näher vorstellen.

Kleine Werkstoffkunde: Bänder, Draht und Fäden

Es gibt die unterschiedlichsten Varianten, Schmuck zu erstellen. Es darf geflochten, geknüpft, gewebt oder gar gehäkelt werden. Für diese unterschiedlichen Techniken bieten sich unterschiedliche Materialien an. Dies ist Grund genug, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vielseitig einsetzbar und robust: Bänder eignen sich für viele Techniken

Bänder gehören zu den Grundmaterialien bei der Schmuckherstellung. Es gibt sie in den verschiedensten Dicken, Farben und Materialien. Die beliebtesten Materialien sind dabei:

Während Lederbänder einen eher rustikalen Eindruck vermitteln, wirken Satin- und Samtbänder besonders edel. Bei Lederbändern ist zu beachten, dass sie in verschiedenen Durchmessern angeboten werden. Wer lediglich einen großen Anhänger anbringen möchte, sollte daher auf ein besonders dickes Lederband zurückgreifen. Generell gilt: je schwerer der Anhänger, desto dicker die Kette. So stellt man sicher, dass die Kette schön fällt und nicht durch das Gewicht des Anhängers zu stark nach unten gezogen wird. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auf Dauer für den Träger unangenehm. Grobe Flechtmuster sind mit breiten Lederbändern auch sehr effektvoll. Wer es jedoch filigraner mag, greift zum Flechten oder Makramee-Knüpfen auf dünnere Lederbänder mit einem Durchmesser bis ca. 2 Millimeter zurück. Besonders bei den Jüngeren sehr beliebt sind Scooby-Doo-Bänder. Diese leicht transparenten Kunststoffbänder können auch mit den verschiedensten Flecht- und Knottechniken verarbeitet werden. Sie punkten vor allem durch ihre lustigen Neon-Farben, die häufig noch mit Glitzer unterlegt sind.

Kautschuk- und Elastikbänder

Elastikbänder werden immer dann benötigt, wenn Sie ein elastisches Armband auffädeln wollen. Hier lohnt es sich besonders auf Qualität zu achten, denn das Band muss einiges aushalten. Häufiges Dehnen und beanspruchen des Materials kann dazu führen, dass es reißt. Und da Sie gerade bei einem selbst hergestellten Schmuckstück lange etwas davon haben möchten, sollten Sie bei der Auswahl keine Kompromisse eingehen. Elastische Bänder gibt es in verschiedenen Farben, am häufigsten werden jedoch durchsichtige Bänder verwendet. Diese haben den Vorteil, dass sie auch bei transparenten Perlen, die auf das Band gefädelt werden, nicht durchscheinen.
Besonders gerne eingesetzt werden ebenfalls Bänder aus Kautschuk. Diese sind sowohl bei Männern als auch bei Damen sehr beliebt. Sie werden meist auch als Aufhängung für größere Anhänger oder Applikationen genutzt.

Satin- und Samtbänder

Das Gleiche gilt für Satinbänder. Das glänzende Material wirkt auch dann besonders schön, wenn es leicht in Falten gelegt ist, zum Beispiel durch einen aufgefädelten Anhänger. Gerade in der eleganteren Trachtenmode sind Satinbänder für große Schmuckanhänger sehr beliebt. Hier werden auch gerne Kordeln verwendet. Samtbänder haben nur eine „schöne“ Seite, bzw. besitzen eine aufgeraute Vorderseite und eine glatte Hinterseite. Damit die Hinterseite nicht zu sehen ist, werden Samtbänder gerne als edle Kropfbänder genutzt. Diese werden nah am Hals getragen, sodass sich das Band nicht verdrehen kann.

Von wegen stachelig: Draht ist flexibel und lädt zum Kreativsein ein

Wer bei Draht an hartes, unbequemes Metall denkt, liegt völlig falsch: Zur Schmuckgestaltung werden nur dünne Schmuckdrähte eingesetzt. Diese sind von 0,2 bis etwa 2 Millimeter dick und können sowohl rund als im Sonderfall auch eckig geformt sein. Es gibt Drähte in den verschiedensten Qualitäten. Wer schon etwas Übung hat und wirklich hochwertige Schmuckstücke verarbeiten möchte, sollte versilberten Draht oder gar vergoldeten Silberdraht verwenden. Diese hochwertigen Materialien zeichnen sich vor allem durch ihre Formfestigkeit und leichte Verarbeitbarkeit aus. Außerdem sind sie besonders langlebig und ein Geschenk, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird.

Verschiedene Varianten, Draht bei der Schmuckherstellung zu integrieren

Zum einen gibt es die Möglichkeit, die Kette oder das Armband selbst aus Draht zu fertigen. Hierfür bieten sich unterschiedliche Techniken an. Eine weitere Variante ist die Herstellung von Anhängern aus Draht. Mit verschiedenen Knot- und Wickeltechniken können Sie Kreise, Blumen und sogar komplexere Formen, zum Beispiel ein Herz, formen.

Je nach Dicke können Drähte unterschiedlich verarbeitet werden. Dünnere Drähte eignen sich sogar zum Häkeln und Stricken. Hierbei wird das Drahtmaterial in der klassischen Form verarbeitet. Zuvor aufgefädelte Kugeln, Steine oder Perlen können dabei mit in das Muster integriert werden. Eine weitere beliebte Variante ist das sogenannte Crimpen. Dabei werden Perlen oder Steine auf einen mitteldicken Draht gefädelt. Um diese Perlen an einer bestimmten Position zu fixieren, wird rechts und links der Perle oder des Steins eine kleine spezielle Metallkugel aufgefädelt. Mit einer speziellen Crimpzange werden die Metallkugeln so zusammengedrückt, dass sie fest auf dem Draht sitzen und nicht mehr verrutschen. Die Kugel oder der Anhänger bleibt also dort, so Sie es möchten. Der Effekt ist bei vielen kleinen Anhängern, die sich auf mehrere Drähte verteilen, besonders schön.

Diese Fäden sollten Sie in Ihrer Bastelausstattung haben

Fäden sind deutlich dünner als die bisher vorgestellten Bänder und Drähte und eignen sich daher vor allem für komplexere Verarbeitungstechniken. Dünne Fäden werden in der Regel nicht als alleiniger Träger für Anhänger genutzt, da sie unter dem Gewicht des Anhängers zu sehr durchhängen. Darüber hinaus bieten sie kein sehr angenehmes Tragegefühl. Eine Ausnahme: Bei kleineren Anhängern mit geringem Gewicht wirken schmale Nylonbänder besonders schön. Diese wirken fast unsichtbar und lassen den Anhänger auf dem Körper geradezu schweben.

Besonders bei Armbändern werden Fäden in den unterschiedlichsten Varianten eingesetzt. Die wichtigsten Fadenarten bei der Schmuckherstellung sind:

Generell gilt bei der Herstellung von Schmuck, dass feste, unempfindliche Materialien verwendet werden sollten. Aus diesem Grund ist faserige Schurwolle zum Beispiel, abgesehen vom Filzen, kein gut geeignetes Material für die Herstellung von Schmuck. Da dieser direkt auf der Haut getragen wird, lässt es sich nicht vermeiden, dass dieser feucht oder gar nass wird. Daher sollten die verwendeten Materialien auch auf jeden Fall farbecht sein.

Fäden können als Basis für aufgefädelte Perlen, Steine, Anhänger und Kugeln dienen, können jedoch auch in aufwendigen Knüpfmustern zu schönen Freundschaftsbändern verarbeitet werden. Hierbei werden Knoten zu einem kunstvollen Muster geformt. Sogar Buchstaben können mit etwas Übung realisiert werden. Gerne werden hier auch Perlen integriert. Je nach Stil und Geschmack eignen sich Holzperlen oder auch Edelsteine. Zum Knüpfen eignet sich robustes Baumwollgarn ebenso wie feineres Perlgarn, das sonst zum Sticken verwendet wird. Dies wirkt noch etwas edler und eignet sich auch für feinere Muster. Neben flach geknüpften Bändern gibt es auch Techniken, die in runden Bändern resultieren. Hierfür werden einfach mehrere Fäden zusammengenommen und je ein Faden fest um die anderen gewickelt. Farbwechsel und sogar komplexere Muster sind dabei gar kein Problem und können auch schon von Anfängern einfach durchgeführt werden.

Nylonfäden sind vielseitig einsetzbar

Sie eignen sich perfekt zum Auffädeln von Perlenketten, da sie auch bei leicht durchsichtigen Materialien, wie zum Beispiel Quarzmaterialien oder durchsichtigen Plastikperlen, nicht durchscheinen. Außerdem sind Nylonfäden besonders reißfest und robust. Sie sind daher auch für aufwendigere Verfahren gut geeignet. So kommt Nylongarn zum Einsatz, wenn man ein Armband aus Perlen weben möchte. Hierfür werden Nylonfäden auf einen speziellen Perlenwebrahmen aufgezogen und mit Perlen verwebt. Auch zum Perlenhäkeln ist ein dünner Nylonfaden optimal. Hierbei werden Perlen in ein einfaches Häkelmuster integriert. Da in Runden gehäkelt wird, entsteht eine Röhrenform, die in langer Form als komplette Kette eingesetzt werden kann. Wer nur ein kurzes Stück häkeln möchte, kann, diese kleine Röhre auch auf ein Leder- oder Kautschukband als Anhänger auffädeln.

Zubehör und Werkzeug: von Zangen, Perlen, Steinen und Co

Neben den Grundmaterialien, die wir Ihnen soeben vorgestellt haben, benötigt man für ausgefallenen individuellen Schmuck auch die nötigen Verzierungen. Man kann diese einteilen in dekorative und funktionale Elemente. Zu den dekorativen Elementen gehören Perlen, Edelsteine, Metallstücke und Anhänger. Sie werden aufgefädelt oder, je nach Technik, in komplexe Muster eingearbeitet. Um die Materialien optimal zu verarbeiten, benötigen Sie folgendes Werkzeug:

  • Rundzange zum Biegen und Kneifzange zum Kürzen von Draht
  • Gegebenenfalls Spezialzangen für die jeweilige Technik
  • Schmuckkleber für aufgeklebte Steine und Applikationen, er hilft außerdem dabei, Endstücke sicher zu fixieren
  • Schere

Zu den funktionalen Elementen gehört definitiv der Verschluss des Schmuckstückes. Für ein professionelles Gesamtbild spielt dieser eine wichtige Rolle. Während bei geknüpften Freundschaftsarmbändern ein Knoten oder ein Makramee-Verschluss ausreicht, darf es bei der edlen Edelsteinkette doch etwas feiner aussehen. Hierzu benötigen Sie vorgefertigte Verschlüsse, die in unterschiedlichen Formen, vom Karabinerverschluss bis hin zum Federringverschluss. Diese werden in der Regel auch mit einer Quetschperle oder einem festen Knoten am Endstück Ihrer Kette oder Ihres Armbandes befestigt.

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