Schlichtes Gerät oder Profiausstattung – was Sie beim Kauf von Diaprojektoren beachten sollten

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Schlichtes Gerät oder Profiausstattung – was Sie beim Kauf von Diaprojektoren beachten sollten

Bevor die digitale Revolution Einzug in Wohnungen und Häuser hielt und Beamer heute in immer mehr Wohnzimmern zu finden sind, war der Diaprojektor die hochwertigste Möglichkeit, um Bilder einer größeren Gruppe zu präsentieren. Familie, Freunde und Bekannte wurden zu einem geselligen Abend eingeladen, bei dem neue und alte Urlaubsfotos in hoher Qualität präsentiert wurden. Wer auch heute noch gerne mit der guten alten Analogkamera Bilder macht oder seine Dia-Sammlung nicht digitalisieren möchte, ist weiterhin mit einem guten Diaprojektor richtig beraten. Der folgende Ratgeber informiert Sie über die Eigenschaften und Unterschiede der auf dem Markt angebotenen Diaprojektoren.

Das Dia – hochwertige analoge Fotografie

Ein einzelnes Dia entsteht nach der Entwicklung eines Diafilms (z. B. von Fuji, Kodak oder Agfa). Je nach Format wird das Dia in einen passenden Diarahmen gelegt und fixiert. Im privaten Bereich setzte sich das Dia in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch. Besonders der sehr hohe Kontrastumfang ist das herausstechende Merkmal des Dias gegenüber dem normalen Papierabzug. Die größte Differenzierung des natürlichen Kontrasts und der größte Kontrast-Umfang werden in der analogen Fotografie mit einem Diafilm erreicht. Die Umwandlung eines Dias in ein Foto oder auch die Digitalisierung ist mit einer Reduzierung des Kontrastumfangs verbunden. Aufgrund der sehr hohen Bildqualität wurde der Diafilm viele Jahre im professionellen Bereich, z. B. in den Redaktionen von Zeitschriften, eingesetzt.

Unterschiedliche Diarahmen für anhaltende Qualität

Der Diarahmen funktioniert wie ein kleiner Bilderrahmen. Das Diapositiv wird von diesem umfasst, sodass es in einem Diabetrachter oder Diaprojektor angesehen werden kann. Glaslose Diarahmen sorgen für das typische Ploppen während der Vorführung. Der Diafilm besteht aus der Emulsionsschicht und dem Trägermaterial. In dem heißen Diaschacht eines Diaprojektors dehnen sich beide Materialien unterschiedlich stark aus, sodass es zu einer Wölbung des Dias (ploppen) und dadurch zu flächigen Unschärfen kommt. Mit glaslosen Rahmen wird häufig nur ein Teil des Films scharf dargestellt. Besser ist daher die Rahmung mit Glas. Durch die Fixierung des Dias zwischen den zwei Glasscheiben ist eine umfassende scharfe Projektion des Dias möglich. Gleichzeitig ist das Dia selbst vor Schmutz und Beschädigung geschützt, Staub lagert sich eher nur an der Außenseite an. Im Gegenzug liegt der Vorteil der glaslosen Projektion eines Dias in der höheren Helligkeit. Da das Dia nicht unter Glas verschlossen ist, ist die Gefahr von Pilzbildung geringer. Speziell bei Projektoren für Rundmagazine können Dias ohne Glas platzsparender archiviert werden.

Unterschiedliche Diamagazine für den Diaprojektor

Die einzelnen Dias werden praktisch und sicher in einem Diamagazin gelagert und verwahrt. Solch ein Magazin wird einfach in einen kompatiblen Diaprojektor eingeschoben, und die Dias werden der Reihe nach angezeigt. Das Diamagazin ist als Rundmagazin oder Langmagazin erhältlich und wird für Diarahmen mit den Ausmaßen 3x3, 5x5, 6x6 oder 7x7 cm verwendet. Unterschiede zwischen den verschiedenen erhältlichen Magazinen sind in einer unterschiedlichen Kapazität und Fachbreite für den Diarahmen gegeben. Mithilfe eines Rundmagazins ist eine Endlosvorführung möglich. Das Diamagazin ist entweder waagerecht über dem Projektor oder seitlich daneben platziert. Bei der Auswahl ist also zu überlegen, welche Art von Dia-Magazin mit welchem Format Sie verwenden möchten.

Weitere Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Dias

Neben den Dia-Magazinen sind weitere Alternativen zur Aufbewahrung und Archivierung von Dias im Handel erhältlich. Häufig sind diese preiswerter und noch platzsparender. Diahüllen eignen sich für die Archivierung im Ringbuch, Journalkassetten (Diakassetten), Klarsichthüllen und verschiedene Diakoffer schützen die Dias vor Beschädigungen von außen. Für die Darstellung mithilfe des Diaprojektors müssen die Dias dann jedoch in ein entsprechendes Diamagazin einsortiert werden.

Einzelne Bildbetrachtung mit Diabetrachter und Dialupe

Bevor die unterschiedlichen Diaprojektoren vorgestellt werden, seien der Diabetrachter und die Dialupe erwähnt. Beide Geräte sind dazu geeignet, um ein einzelnes Dia schnell und unkompliziert alleine zu betrachten. Ein Diabetrachter funktioniert entweder mit eigener Lichtquelle oder mit dem Umgebungslicht. Die Geräte wurden auch als „Gucki" bezeichnet. Die Technik wird heute noch bei Kinderspielzeug genutzt. Unterschiedliche Geräte sind erhältlich, teilweise mit eigenem Display. Zur schnellen Kontrolle der Bildqualität und Auswahl von Dias wird eine Dialupe verwendet. Idealerweise sind die Dias dafür nebeneinander auf einem Leuchttisch angeordnet und können auf diese Art und Weise schnell und bequem verglichen und ausgewählt werden.

Der Diaprojektor

Der Diaprojektor war für viele Jahre das verbreitetste und beliebteste Gerät, um einer Gruppe von Zuschauern Fotos in Lebensgröße in Form einer Präsentation vorführen zu können. Der Projektor projiziert das Bild in vergrößerter Form auf eine Bildwand. Bei der Auswahl des geeigneten Diaprojektors sind einige Dinge vorab zu beachten.

Der richtige Diaprojektor für jeden Einsatzzweck

Diaprojektoren sind in unterschiedlichen Bauformen und Arten erhältlich. Im Onlinehandel werden sowohl die klassischen Kleinbildprojektoren angeboten wie auch handliche Einzeldiaprojektoren und hochwertige Karussell-Projektoren. Die unterschiedlichen Modelle werden im Folgenden erläutert.

Das Minimum: der Einzeldia-Projektor

Um ein einzelnes Dia zu betrachten, ist der Einzeldia-Projektor geeignet. Ein Diamagazin kann nicht eingesetzt werden, jedes einzelne Bild muss manuell eingeschoben werden.

Der Standard: der Kleinbildprojektor

Das Kleinbild-Format ist die am weitesten verbreitete Variante der unterschiedlichen Diaformate. Daher sind Kleinbild-Projektoren (z. B. von Zeiss, Braun, Leitz und Rollei) auch die am meisten verkauften Diaprojektoren. Das 35-mm-Dia wird meist in ein kompatibles Magazin gesteckt, welches wiederum auf den Schlitten des Projektors geschoben wird. Das nächste Dia im Magazin wird per Knopfdruck am Gerät oder über eine Fernbedienung ausgewählt. Die möglichen zusätzlichen Features eines Dia-Projektors werden im nächsten Abschnitt genauer erklärt.

Die Oberklasse: der Karussell-Projektor

Um Dias in einer Endlosschleife zu präsentieren, ist ein Karussell-Projektor die richtige Wahl. Die einzelnen Dias werden in ein Karussell-Magazin einsortiert, welches mit dem Diaprojektor verbunden wird. Die Wiedergabe der einzelnen Dias erfolgt dann der Reihe nach fortlaufend. Hochwertige Geräte sind mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet, sodass das nächste Dia nach einer festgelegten Zeitspanne automatisch angezeigt wird.

Das Objektiv

Das Objektiv ist entscheidend für die Qualität der Darstellung. Die normale Brennweite für Kleinbild-Projektoren ist 90 mm. Für größere Abstände zwischen Projektor und Leinwand sollte der Nachkauf eines 150-mm-Objektivs möglich sein.

Die Lampe

Die Qualität und Helligkeit der verwendeten Lampe ist entscheidend für die Qualität der Präsentation. Sehr helle Diaprojektoren sind mit einer starken Halogenlampe ausgestattet, deren Licht stufenlos reguliert werden kann. Eine Lampenleistung von 150 Watt ist für die Präsentation im abgedunkelten Wohnzimmer ausreichend. Mindestens 250 Watt sind bei der Vorführung in einem größeren Saal notwendig. Für sehr große Projektionsflächen sind Profi-Geräte mit 300 bis 400 Watt erhältlich. Hochwertige Profi-Geräte verfügen über eine eingebaute Ersatz-Lampe, die automatisch aktiviert wird, wenn die Projektionslampe durchbrennt.

Innovative Entwicklungen in der Diaprojektor-Technik

In die einfachsten Diaprojektoren wird ein einzelnes Dia eingelegt, das dann an die Wand oder Leinwand projiziert wird. Der erste Kleinbild-Diaprojektor wurde im Jahr 1926 vorgestellt. Dieser ist der Urvater aller folgenden Projektoren mit Fernbedienung, Magazinführung, Auto-Fokus und Überblendtechnik. Mit Einführung des Dia-Magazins wurde die halb-automatische Präsentation möglich. Die Dias werden in der zuvor festgelegten Reihenfolge angezeigt.

Geräte mit Fernbedienung

Ein Fortschritt war die Einführung von einer kabelgebundenen und später kabellosen Fernbedienung. Das nächste oder vorherige Bild wird damit bequem ausgewählt, auch Schärfeeinstellungen sind meist möglich. Der Präsentator konnte sich damit während des Vortrags freier im Raum bewegen.

Auto-Fokus

Zahlreiche gute Diaprojektoren sind mit einem Auto-Fokus ausgestattet, der jedes einzelne Dia automatisch scharf stellt. Empfehlenswert ist die mögliche manuelle Feineinstellung über die Fernbedienung.

Die unterschiedlichen Magazinsysteme

In der Regel ist ein Diaprojektor für ein bestimmtes Dia-Magazin-System ausgelegt. Der Paximat-Multimag von BRAUN wurde 1983 eingeführt und stellte das erste Gerät dar, das die Verwendung aller wichtigen Magazin-Systeme mit einem Gerät möglich macht. Damit ist volle Flexibilität gegeben.

Eingebauter Bildschirm

Diaprojektoren sind bei Bedarf ebenso mit eingebautem Bildschirm erhältlich. Eine großflächige Projektionsfläche bzw. Leinwand ist damit nicht zwingend erforderlich. Der Diaprojektor-Novamat ist beispielsweise mit einem Tageslichtbildschirm ausgestattet. Die Auswahl der Dias für eine Präsentation erfolgt so einfach und bequem am Tisch.

Überblendung

Wenn Sie daran interessiert sind, mithilfe eines zweiten Diaprojektors einen Überblendungs-Effekt zu realisieren, achten Sie bei der Auswahl auf einen ansteckbaren oder integrierten Triac. Ein Triac ist ein Halbleiter, der die Helligkeit der Projektionslampe reguliert. Neben der Möglichkeit, zwei einzelne Dia-Projektoren übereinander oder nebeneinander einzusetzen, sind ebenso Projektoren mit zwei integrierten Projektionslampen und -objektiven erhältlich. Die Überblendprojektion schont die Augen der Zuschauer und erhöht das Aufnahmevermögen.

Die Dialeinwand

Für eine optimale Wiedergabequalität ist nicht allein die Qualität des Diaprojektors entscheidend. Wichtig ist auch die Fläche, auf die das Bild projiziert wird. Am besten eignet sich dafür eine spezielle Dialeinwand. Solch eine Leinwand ist in unterschiedlichen Ausmaßen und für unterschiedliche Formate (16:9, 4:3, 1:1) erhältlich. Wahlweise verfügen diese über einen eigenen Ständer oder sind für die Befestigung unter der Decke ausgelegt. Einige Modelle sind mit eigenem Motor und Fernbedienung ausgestattet, sodass die Leinwand automatisch ein- und ausgefahren wird. Die Diaprojektor-Leinwand stellt die Farben und Kontraste am besten und natürlichsten dar. Wird die Leinwand öfter an unterschiedlichen Orten aufgebaut, empfiehlt sich eine mobile Leinwand. Dies kann eine Fastfold-Leinwand, Kofferleinwand oder Stativleinwand sein. Vorteil der Stativ-Leinwand ist das geringe Gewicht. Problematisch ist jedoch die Planlage des Tuches. Auf eine entsprechende Qualität ist bei der Auswahl des Stativs und der Leinwand zu achten. Kofferleinwände sind schwerer, dafür jedoch auch robuster. Für die feste Anbringung in einem Raum empfiehlt sich die Verwendung einer Motorleinwand, Kurbelleinwand oder Rolloleinwand.

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