Schleifen mit Schleifpapier - gewusst wie!

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Schleifen mit Schleifpapier - gewusst wie!

Schleifpapier kommt bei der Holzbearbeitung zum Einsatz. Es handelt sich hier um ein festes Papier oder Gewebe, auf dem kleinste Schleifkörner aufgeklebt sind. Dadurch ergibt sich eine raue Oberfläche und die alternative Bezeichnung Sandpapier. Die kleinen Schleifkörner bestehen jedoch nicht aus Sand, sondern aus Elektrokorund oder Siliziumkarbid. Man unterscheidet zwischen groben und feinen Körnungen, was grundsätzlich von der Größe der Schleifkörner abhängt. Die Angabe zur jeweiligen Körnung finden Sie auf der Rückseite des Schleifpapiers. Dabei gibt es eine Regel: Je größer die Zahl, desto feiner ist die Körnung. Ein 60er Schleifpapier ist deutlich gröber als beispielsweise ein 400er Papier.

Wählen Sie die Körnung des Papiers nach der zu erledigenden Arbeit. Für feine und filigrane Arbeiten kommt das feinkörnige Schleifpapier zum Einsatz. Es eignet sich auch für besonders weiche Holzarten und sorgen für eine glatte Oberfläche. Ein anderes Anwendungsgebiet ist das Feinschleifen von Furnier. Eine gröbere Körnung nutzt man für den Grobschliff von Holz. Es spalten sich beim Schleifen deutlich gröbere Fasern ab, sodass sich das Holzstück schneller in Form bringen lässt. Je nach Einsatzbereich oder der Anwendung von Maschinen gibt es unterschiedliche Schleifmittel. Dieser Ratgeber informiert Sie über die Körnung, Form und die Anwendung der Schleifblätter. So finden Sie das richtige Schleifpapier.

Arten von Schleifpapier und dessen Anforderungen

Schleifpapier für den manuellen Gebrauch gibt es auf kleineren Blättern oder großen Rollen. Der Vorteil bei einer Rolle ist, dass Sie sich den Abschnitt selbst wählen und genau auf den Einsatz anpassen können. Benutzen Sie das Schleifpapier gemeinsam mit einer Maschine, ist eine bestimmte Form vorgegeben. Das Papier muss sich genau dem Teller der Maschine anpassen. Moderne Schleifer arbeiten mit einem Klettverschluss-System. Dabei besitzt die Maschine einen Teller mit Wiederhaken. Die Rückseite des Schleifpapiers ist mit einem weichen Vlies überzogen. Es sorgt für ein schnelles Haften auf der Maschine und für ein schnelles Wechseln der Schleifblätter. Um die Späne optimal abtransportieren zu können, sind die Schleifblätter mit Löchern versehen. Sie passen sich den Löchern auf dem Teller der Maschine an und lassen die überschüssigen Späne hindurchfallen.

Kombination mit Saugsystemen

Bei professionellen Werkzeugen haben Sie die Möglichkeit, einen Staubsauger oder ein anderes Saugsystem anzuschließen. Der Vorteil hierbei: Die beim Schleifen entstandenen Späne und Partikel werden sofort angesaugt und in einem Behälter gesammelt. Die Maschine sorgt für ein angenehmes und staubfreies Arbeiten. Für das Schleifen mit der Hand wählen Sie zwischen verschiedenen Vorrichtungen, an denen das Papier festgeklemmt wird. Schleifgitter sorgen für einen groben Abrieb. Mit einem Schleifschwamm arbeiten Sie wiederum sehr filigran. Die einfachste Methode bietet der Schleifklotz. Sie legen das Schleifpapier um einen Holzklotz und fixieren es mit dem Griff ihrer Hand. Dadurch entsteht eine glatte Oberfläche, mit der sich andere Werkstücke bearbeiten lassen.

Beim Sandpapier gibt es nicht nur Unterschiede hinsichtlich der Körnung. Hochwertige Schleifmaterialien müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie sollten belastungsfähig sein und beständig in ihrer Form. Da bei der Reibung Wärme entsteht, sollte das Papier hitzebeständig oder verträglich gegenüber Hitze sein. Hochwertige Materialien sind nicht nur zum Schleifen von Holz vorgesehen. Mit ihnen lassen sich gleichermaßen Eisen oder andere Metalle bearbeiten.

Grob oder fein – welche Körnung ist die Richtige?

Die Körnung ist eine der wichtigsten Größen bei der Auswahl des richtigen Schleifpapiers. Auf der Rückseite finden Sie alle wichtigen Informationen in der Maßeinheit mesh. Sie beschreibt die Anzahl der Maschen eines Papiers pro Zoll. Durch diese Angabe lässt sich auf die Korngröße in Millimeter schließen. Sie wird mit der Formel 25,4 / Körnung in mesh berechnet. Die Körnung wird mit steigender Zahl deutlich feiner.

4 Gruppen von Schleifpapier

Man unterteilt das Schleifpapier deshalb in vier Gruppen. Das grobe Schleifpapier bezeichnet die Körnung 6-30 und dient zum Beispiel der Entfernung alter Farbschichten. Auch Leimreste oder andere grobe Partikel lassen sich mit diesem Papier auf dem Werkstück entfernen. Das mittlere Schleifpapier bietet eine Körnung zwischen 30 und 80. Es ist für den Grund- und Mittelschliff vorgesehen. Rohe Holzflächen lassen sich mit diesem Material grob vorschleifen und können dann besser bearbeitet werden. Schleifmittel feiner Korngrößen liegen im Bereich zwischen 100 und 180. Die Holzoberflächen flächen lassen sich feiner abschleifen und es dient für filigranere Arbeiten. Das feinste Schleifpapier besitzt eine Körnung zwischen 220 und 2000. Nach dem Grobschliff steigt man auf diese Korngröße um und verwendet es zum Nachschleifen. Je nach Hersteller ist die Korngröße mit einem K oder einem P gekennzeichnet. Die bekanntesten Hersteller von Schleifpapier sind:

  • Bosch
  • Black & Decker
  • Festo
  • Metabo
  • Klett
  • Einhell
  • Fein

Holz richtig schleifen – so erhalten Sie eine glatte Oberfläche

Die Qualität des Schleifpapiers ist bei der Bearbeitung von Holz sehr wichtig. Minderwertige Materialien erzeugen nicht den gewünschten Effekt und sind schnell verbraucht. Das Papier erhält Risse und hinterlässt unerwünschte Spuren im Holz. Experten empfehlen zur Holzbearbeitung das Korund Schleifpapier. Es verbraucht sich nicht sehr schnell und bietet auch bei Nichtgebrauch eine lange Lebensdauer. Flint, Schmirgel oder Quarzpapiere sind hier nicht zu empfehlen. Nach der Wahl des passenden Schleifpapiers benötigen Sie unterschiedliche Körnungen. Achten Sie darauf, dass alle Körnungen ausreichend vorhanden sind, um das Werkstück professionell beenden zu können.

Zu beachten

Wichtig: Holz ist immer mit der Faser zu schleifen. Arbeiten Sie quer zur Faser, können diese splittern oder gar herausbrechen. Es entstehen tiefe Kerben im Holz, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Die einzige Möglichkeit ist dann das komplette Abschleifen dieser Schicht. Für das glatte und ebene Schleifen einer Holzoberfläche benötigen Sie einen Schleifklotz. Je nach Hersteller bestehen diese ebenfalls aus holz, aus Kork oder Plastik. Der Klotz sollte robust sein und sich bequem in der Hand halten lassen. Die Größe richtet sich dabei nach der zu bearbeitenden Fläche. Bei einer großen Fläche benötigen Sie einen ebenso großen Schleifklotz. Bei besonders feinen und filigranen Arbeiten wird dieser nicht mehr benötigt. Dies geschieht grundsätzlich ab einer 240er Körnung. Neben der Größe ist die Härte des Schleifklotzes wichtig. Nur ein harter Klotz schleift Unebenheiten ab und folgt ihnen nicht. Je gröber das Schleifpapier, desto mehr Spuren hinterlässt es im Holz. Es bietet sich nicht an, auf zu feines Papier zu wechseln. Sie kommen mit mehreren mittleren Stufen in Bezug auf die Körnung deutlich schneller voran. Manche Unebenheiten und Kratzer fallen erst beim Feinschliff auf.

Was steckt hinter dem Begriff Anfeuchten beim Schleifen von Holz?

Beim Schleifvorgang trennen Sie grobe Holzfasern ab und drücken die anderen nah an die Oberfläche heran. Wird das Holz feucht, stellen sich die angedrückten Fasern wieder auf. Dies passiert beispielsweise, wenn Sie das Holz nach der Bearbeitung lasieren oder lackieren. Es folgt ein erneuter Schliff mit besonders feinem Papier. Am besten dafür eignet sich eine 240er Körnung. Wiederholen Sie den Vorgang so oft, bis Ihnen die Oberfläche glatt genug erscheint. Planen Sie bei der Bearbeitung grundsätzlich einen Zwischenschliff ein, sollte dies für eine angenehme Oberfläche genügen.

Beim Ölen oder Lacken ist das Anfeuchten des Holzes ein sehr wichtiger Vorgang. Nur so können Sie die aufgerichteten Fasern erkennen und entfernen. Wie glatt die Oberfläche des Holzes wirklich geworden ist, erkennen Sie nicht mit den Augen. Auf den ersten Blick scheint es eine makellose Fläche zu sein, doch die Finger sehen mehr. Lassen Sie ihre Hände und Finger langsam über das Holz gleiten. Sofort fallen störende und feine Unebenheiten auf. Je schneller Sie mit der Hand über das Holz gehen, desto besser fühlen Sie die groben Kerben. Kleinste Makel erkennen Sie mit einer Lampe. Lassen Sie das Licht in einem möglichst flachen Winkel über das Holz scheinen. So erkennen Sie die feinsten Unebenheiten, da sie Schatten werfen.

Mit Schleifpapier die Kanten brechen – wie funktioniert das?

Neben einer glatten Oberfläche bestimmten gut gepflegte Kanten über die Qualität des Werkstücks. Holz besitzt nach dem Schleifen sehr harte und eckige Kanten. Sie müssen für ein angenehmeres Gefühl noch gebrochen werden. Gebrochen bedeutet in diesem Sinne, die scharfe Kante zu entfernen und etwas abzurunden. Für eine leicht gebrochene Kante benötigen Sie keinen Schleifklotz. Soll sie stark abgerundet werden, ist auf Werkzeug nicht zu verzichten. Einen weichen Übergang der glatten Flächen schleifen Sie problemlos mit der Hand. Hierbei bearbeiten Sie das Holz auf beiden Seiten in Richtung Kante. Vorsicht: Sie dürfen keinesfalls quer zur Maserung schleifen, da Sie Fasern aus der glatten Oberfläche brechen könnten. Haben Sie die Möglichkeit auf eine Schleifmaschine, dann sollten Sie diese nutzen. Mit der Maschine lassen sich Kanten deutlich schneller und besser brechen. Sie erhalten ein einheitliches Ergebnis.

Diese Schleifmaschinen stehen Ihnen zur Verfügung

Der Schwingschleifer besitzt einen runden Teller und ist für grobe oder mittlere Körnungen angemessen. Am verwendet ihn auch zum An- und Abschleifen von Hölzern. Ein Tellerschleifer ist bedeutend größer. Er kommt zur Bearbeitung von Wandflächen und Decken zum Einsatz. Bestenfalls ist er mit einem Teleskoparm ausgestattet. Kanten, Ecken und andere ungünstige Stellen schleifen Sie mit einem Dreieckschleifer. Grobes bis feines Schleifpapier können auf dieser Maschine verwendet werden. Der Exzenterschleifer kann für Kanten und Flächen eingesetzt werden. Er ist das ideale Gerät für den Vorschliff. Eine feine bis sehr feine Körnung verwenden Sie mit dem Rundschleifer. Die dient hauptsächlich dem letzten Schliff vor dem Polieren. Sie verwenden ihn auch zum Polieren von Hochglanzlacken. Zum Planschleifen größerer Flächen kommt der Bandschleifer zum Einsatz. Er trägt eine gröbere Schicht ab und übernimmt viele Vorarbeiten bei der Holzbearbeitung.

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