Schlag auf Schlag den richtigen Hammer!

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Schlag auf Schlag den richtigen Hammer!

Für einen Handwerker sind seine Hände und das passende Handwerkzeug die grundlegenden Arbeitsmaterialien. Neben Zangen, Schraubenschlüsseln oder Sägen gehört auch der Hammer zum Handwerkzeug und darf in keinem Werkzeugkoffer fehlen. Die genannten Werkzeuge haben dabei eines gemeinsam: Sie werden nicht elektrisch betrieben, sondern übertragen die menschliche Kraft optimal auf das Werkstück. Damit das immer gelingt, ist eine gute Qualität Voraussetzung. Der Hammer gehört zum meist benutzen Werkzeug im gewerblichen und privaten Bereich. Mit ihm schlagen Sie einen Nagel in die Wand, ziehen ihn aus einem Stück Holz heraus oder klopfen andere Materialien fest. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Modellen, die sich in ihrer Form und ihrem Zweck unterscheiden. Ein Gummihammer eignet sich beispielsweise nicht zum Zertrümmern von Steinen, während ein Bleihammer nicht an empfindlichen Materialien zum Einsatz kommen darf. Der Schlosshammer ist der Klassiker unter diesem Werkzeug und vielseitig einsetzbar. Er trifft sprichwörtlich den Nagel auf den Kopf. Der folgende Ratgeber zeigt die Unterschiede zwischen den einzelnen Werkzeugen auf und beschreibt Ihnen, für welche Arbeit Sie den richtigen Hammer wählen. Nur so optimieren Sie Ihren Krafteinsatz und erreichen ein perfektes Ergebnis.

Aufbau und Funktionsweise eines professionellen Hammers

Der Hammer gilt als wohl ältestes Werkzeug der Menschheit und stammt von der Form des Faustkeils ab. Bereits von 1,75 Milliarden Jahren nutzen die Menschen ein solches Werkzeug zum Arbeiten und Jagen. Der heute genutzte Hammer besteht für jeden Einsatzzweck aus einem Stiel und einem Kopf. Je härter der Kopf, desto festere Materialien können geschlagen werden. Er besteht aus Metall, Blei oder Gummi und eignet sich nicht nur zum Anbringen von Nägeln. Der Stiel kann aus Holz, Kunststoff oder Metall gefertigt sein und richtet sich nach dem Arbeitsumfeld. Mit einem Metallgriff ist der Hammer schwer und unterstützt die Kraftübertragung. Damit er gut in der Hand liegt, ist eine Gummierung am Griff erforderlich. Der Gummihammer besitzt meist einen Holzgriff, um weiche und empfindliche Materialien bei der Bearbeitung nicht zu beschädigen. Holzgriffe sind die günstigste, jedoch am wenigsten stabile Variante. Deutlich langlebiger und hochwertiger sind Metallgriffe oder Kunststoffgriffe. Da der Metallgriff sehr schwer ist, eignet er sich nicht für jeden Handwerker oder jeden Zweck. Achten Sie beim Kauf des gewünschten Hammers nicht nur auf den Einsatzzweck. Qualität und Sicherheit spielen eine wichtige Rolle. Werkzeuge mit dem GS-Symbol stehen für geprüfte Sicherheit und sind unter speziellen Bedingungen getestet. Bei einem verbogenen Hammerstiel oder einem wackelnden Hammerkopf ist das Werkzeug sofort auszumustern.

Geführt wird der Hammer entweder gerade oder bogenförmig, um den Schlag mit dem Kopf des Hammers auszuüben. Hierfür bieten fast alle Modelle eine flache Seite. Sie wird auch als Bahn bezeichnet. Die andere Seite des Kopfes richtet sich nach dem Arbeitsumfeld. Während ein Zimmermann eine Vorrichtung zum Herausziehen der Nägel benötigt, haben Steinmetze ein spitzes Ende zur präzisen Bearbeitung. Ein Schlosserhammer als meist genutzter Hammer hat hier einen keilförmig zulaufenden Teil, der auch als Finne oder Pinne bezeichnet wird. Diese Seite ist oft quer zum Stiel angeordnet und leicht abgerundet. Diese Rundung ist ebenso an den Verwendungszweck angepasst. Bei einem Maurerhammer nennt man diesen Bereich Schneide. Für die größte Kraftübertragung fassen Sie den Stiel am unteren Ende an und holen aus dem Schultergelenk aus. Feine und kleine Arbeiten holen den Schwung aus dem Hand- oder Ellbogengelenk.

Hammer je nach Einsatzbereich – diese unterschiedlichen Modelle gibt es

In jedem Haushalt oder Werkzeugkasten befindet sich mindestens ein Hammer. Über seinen Einsatzbereich bestimmt die Form des Hammerkopfes. Die Köpfe gibt es in verschiedenen Ausprägungen und Größen. So wirkt ein Schmiedehammer deutlich größer als ein einfacher Schlosserhammer. Der häufigste Verwendungszweck ist das Schlagen eines Nagels in die Wand. In Kombination mit anderen Werkzeugen, beispielsweise einem Meißel, schlagen Sie punktgenau ein Loch in ein Material. Diese verschiedenen Hammerarten werden in fast jedem Fachhandel oder Baumarkt geführt.

Gummihammer:

Bei einem Gummihammer ist der Kopf besonders weich gefertigt und besteht aus Gummi oder aus Kunststoff. Er ist deutlich größer als ein normaler Hammer, jedoch auch leichter. Beide Seiten des Gummihammers sind flach, wobei die Form des Kopfes einem Zylinder gleicht. Gummihammer kommen bei empfindlichen Materialien zum Einsatz, beispielsweise beim Verlegen von Fliesen oder Pflaster. Durch seinen großen und weichen Kopf übt er keine zu große Kraft auf das Material auf, sondern klopft es nur leicht an. Schäden lassen sich effektiv vermeiden.

Schlosserhammer:

Der Schlosserhammer gilt auch als Standardhammer unter den verschiedenen Modellen. Er wird am häufigsten verwendet und ist in fast jedem Werkzeugset oder Werkzeugkoffer vorhanden. Sein Griff ist aus Holz oder Kunststoff gefertigt. Der Kopf selbst besteht aus robustem Metall. Er verfügt über zwei Funktionen. Mit der flachen Seite des Kopfes lassen sich problemlos Nägel in eine Wand oder ein Werkstück einschlagen. Die andere Seite läuft Spitz zu und kommt eher selten zum Einsatz. Mit dieser deutlich dünneren Seite lassen sich punktgenaue Arbeiten vornehmen. Außerdem kommt er somit an Stellen, die sonst mit der flachen Seite nicht erreicht werden können. Er gilt als Universalhammer, sollte jedoch nicht für jeden Zweck zum Einsatz kommen. Professionelle Handwerker passen sich den Hammer nach ihrem Arbeitsumfeld an.

Latthammer und Klauenhammer:

Latthammer und Klauenhammer kommen häufig bei einem Zimmermann zum Einsatz. Er besitzt eine flache Seite zum Einschlagen von Nägeln. Die andere Seite ist gespalten und formt damit eine Art Klaue. Ist der Nagel beim Einschlagen schief gekommen und der Kopf noch nicht vollkommen im Holz versenkt, lässt er sich mit dieser Hammerseite bequem wieder herausziehen. Bei einem Latthammer ist die eine Seite der Klaue deutlich länger als die andere. Damit läuft diese Seite sehr spitz zu und ermöglicht das Einschlagen in ein Stück Holz. Der Hammer lässt sich somit im Holz schnell fixieren, um den nächsten Nagel zu positionieren. Für einen Zimmermann ist der Latthammer dank dieser Funktion immer griffbereit. Bei diesen zwei Hammerarten besteht der Griff meist aus Holz oder Kunststoff, während der Kopf aus Metall gefertigt ist.

Holzhammer:

Der Holzhammer ist nicht nur zum Bearbeiten von Holz gedacht, er ist komplett aus Holz gefertigt. Stiel und Griff bestehen aus Holz und sind fest miteinander verbunden. Der Hammer ist deutlich weniger robust und kann nur für das feine Bearbeiten von Holz zum Einsatz kommen. Häufig wird er in Kombination mit einem Stechbeitel verwendet. Ein anderer Einsatzzweck ist das Anstechen eines Bierfasses. Traditionell wird dies immer noch mit einem Holzhammer erledigt.

Vorschlaghammer:

Der Vorschlaghammer gilt als nahezu größtes Handwerkszeug und ist damit der größte Hammer. Die Standardmodelle bringen ein Gewicht von über drei Kilogramm auf die Waage und kommen daher hauptsächlich bei schweren Arbeiten und bei Abbruch zum Einsatz. Der Stiel ist über 70 Zentimeter lang und muss mit beiden Händen umfasst werden. Er besteht meist aus Holz, während der Kopf aus Metall gefertigt ist. Durch die starke Schwungkraft übertragen Sie sehr viel Energie in den Hammer und schlagen problemlos Pfähle in den Boden oder Zertrümmern Stein.

Fäustel:

Der Fäustel ist bei einem Steinmetz in Gebrauch und besteht aus Eisen oder Stahl. Moderne Fäustel besitzen einen Holzgriff, um das Gewicht etwas zu reduzieren und das Arbeiten damit einfacher zu gestalten. Der Kopf besitzt auf beiden Seiten zwei quadratische Bahnen und dient zum Beschlagen anderer Werkzeuge. Der Steinmetz oder Steinbildhauer schlägt mit dem Fäustel beispielsweise seinen Meißel.

Maurerhammer:

Mit dem Maurerhammer lassen sich Steine zerschlagen und in die gewünschte Form bringen. Er besitzt eine scharfe waagerechte Kante am Kopf, die gezielt zum Schlagen eingesetzt werden kann. Sie eignet sich auch zum Abschlagen von altem Putz oder zum Auskratzen von Fugen. Die Bahn des Hammers ist mit einer flachen Seite ausgestattet und dient ebenso zum Einschlagen von Nägeln. Für mehr Stabilität besteht der Maurerhammer komplett aus Metall. Er liegt gut in der Hand, darf jedoch nicht zu schwer sein. Der Stiel ist mit einem Gummi-Material umwickelt, damit der Hammer bei einem Schlag nicht so leicht aus der Hand rutschen kann.

Sonderausführungen:

Nahezu jeder Handwerksbereich hat die Funktion des Hammers auf das gewünschte Gebiet angepasst. Zudem gibt es als Sonderformen den Polsterhammer, den Furnierhammer oder den Goldschmiedehammer.

Kaufratgeber: Woran Sie einen qualitativ hochwertigen Hammer erkennen

Durch die Vielzahl an Modellen und Herstellern gilt es, beim Kauf eines guten Hammers einige Kriterien zu beachten. Auch bei den einfachsten Schlosserhämmern gibt es hohe Qualitätsunterschiede. Das wichtigste Sicherheitsmerkmal ist die Verbindung zwischen dem Hammerkopf und dem Stiel. Sollte sich der Kopf bei einem Schlag vom Stiel lösen, kann er zu einem unberechenbaren Geschoss werden und schwere Verletzungen hervorrufen. Achten Sie vor jedem Einsatz auf eine perfekte Verbindung. Sobald der Kopf wackelt, sortieren Sie den Hammer aus. Bei professionellen und hochwertigen Modellen ist die Befestigung des Hammerkopfes immer sichtbar. Ist dies nicht der Fall, hat der Hersteller möglicherweise etwas zu verbergen. Bei einfacheren Modellen besteht der Griff aus Holz. Achten Sie hier auf eine möglichst parallel verlaufende Maserung. Erkennen Sie geschlossene Ringe am Stiel, handelt es sich um einen Ast und somit um ein schwaches Material. Das nächste Augenmerk gilt der Pinne und der Bahn. Die Bahn ist das flache Ende des Hammers. Blau schimmernde Spuren vom Schleifen deuten auf eine schlechtere Qualität hin. Beim schmalen Kopfende, der Pinne, kommt es auf eine gleichmäßige Rundung an. Sollte doch ein Schlag beim späteren Einsatz daneben gehen, schützt eine sogenannte Halskrause den Stiel.

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