Schlafen wie von Wellen getragen: Wissenswertes über den Liegekomfort von Wasserbetten

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Schlafen wie von Wellen getragen: Wissenswertes über den Liegekomfort von Wasserbetten

Bei der allgegenwärtigen Hektik, die einem Menschen im Rahmen seines Arbeitsalltags widerfährt, ist die Entspannung zuhause sehr wichtig. Nur durch einen erholsamen Schlaf können die Kräfte reaktiviert werden, die tagsüber verbraucht worden sind. Durch eine angenehme Liegeposition können Rückenschmerzen gelindert werden, die durch langes, unbewegliches Sitzen entstehen. Da nicht wenige Betten nur bedingt imstande sind dies zu leisten, stellen namhafte Hersteller Wasserbetten her. Sie passen sich der Form des Liegenden individuell an und verteilen sein Gewicht gleichmäßig. Durch das Gefühl des Schwebens ist ein ruhiger Schlaf und eine bestmögliche Erholung möglich.

Vor dem erstmaligen Kauf eines Wasserbetts ergeben sich häufig sehr viele Fragen. Brauche ich ein duales Bett? Welches Mittel nutze ich zur Reinigung? Welche Auflage muss ich benutzen? Der vorliegende Ratgeber hilft Ihnen beim Verständnis von Aufbau und Funktionsweise der besonderen Betten. Darüber hinaus erhalten Sie wichtige Informationen zur fachgerechten Nutzung.

Die Vorgeschichte des Wasserbetts

Grundlegend handelt es sich bei einem Wasserbett um ein Bett, dessen Matratze mit Wasser gefüllt ist. Der geschichtliche Vorläufer der modernen Form sind mit Wasser gefüllte Ziegenhäute, die von den Persern tagsüber zum Wärmen in die Sonne gelegt worden sind. Die ersten Wassermatratzen modernen Aufbaus wurden Mitte des 19. Jahrhunderts entworfen. Großen Einfluss hatte die Arbeit des Arztes Dr. William Hopper. Er nutzte die Vorteile drucklosen Schlafens zur Behandlung von körperlichen Verspannungsbeschwerden. Die Matratze bestand aus Kautschuk. Wie heute wurde auch damals zur Füllung normales Wasser verwendet. Die Erfolgsgeschichte des Wasserbetts erklärt sich aus dem Umstand, dass auf dem Bett ein Gefühl der Schwerelosigkeit wirkt. Der darauf Liegende kann sich besser entspannen als auf einer normalen Matratze und schläft besser.

Aufbau und Funktionsweise von Wasserbetten

Man unterscheidet drei Arten von Wasserbetten, schlauchförmige Wassermatratzen, Softside-Betten und Hardside-Betten. Anbei erhalten Sie einen repräsentativen Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen den drei Formen.

Die Schlauchmatratze:

Diese Ausführung ist eine Bettform, die nur marginale Ähnlichkeiten mit dem heutigen Wasserbett aufweist. Sie besteht aus mehreren Schläuchen, die mit Wasser gefüllt  sind. Die Schläuche sind zwischen zwei Auflagen aus Schaumstoff gebettet. Durch einen Polyuritanschaum wird der Schlauch mit dem Wasser stabilisiert. Der Vorteil dieses Systems besteht in der geringen benötigten Wassermenge. Dadurch kann es auf einem normalen Lattenrost positioniert werden. Mit den besonderen Schlafeigenschaften hat es indes wenig gemein.        

Das Hardside-Wasserbett:

Hierbei handelt es sich um die ersten richtigen Wasserbetten. Die komplett mit Wasser gefüllte Matratze wurde bei dieser Bauweise in einen Rahmen aus Holz gelegt. Dieser stabilisierte sie von den Seiten aus. Wassermatratze und Rahmen befinden sich auf einer Bodenplatte, die ihrerseits auf Gewichtsverteilern liegt. Um im Falle eines Einreißens der Matratze das Auslaufen des Wassers zu verhindern, war eine Schutzfolie zwischen Matratze und den umliegenden Stabilisierungsteilen eingebracht.

Das Softside-Wasserbett: 

Als Softside-Bett bezeichnet man die aktuell gebräuchliche Ausführung. Der Unterschied zum Hardside-Bett besteht in Schaumstoffumrandungen, die statt des Holzes verwendet werden. Je nach Bauweise verfügen die Betten über einen Außenrahmen aus Materialien wie Kevlar. Darüber hinaus können Softside-Betten ohne Stützung auf jedem beliebigen Sockel platziert werden. Gegenüber Hardside-Betten weisen Sie allerdings den Nachteil auf, dass die effektive Liegefläche geringer ist. Man gleicht diesen Nachteil aus, indem man die Betten etwas breiter als das Standardbettmaß fertigt. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Kunststoffschäumen.

Neben den drei Haupttypen gibt es weitere Varianten. Hierzu zählt das sogenannte Masterpiece, bei dem der Kern durch einen zusätzlichen Möbelrahmen fixiert wird. Durch diese Technik werden die Vorteile von Soft- und Hardside-Bett vereint. Als Isolit bezeichnet man Betten, die besonders zum Energiesparen geeignet sind. Sie reflektieren Wärme und verfügen über eine umfassende Dämmung. Die Bezeichnung Niveau tragen Ausführungen, die mit einem Ausgleichstank ausgestattet sind. Dieser hat die Aufgabe, den Wasserstand an das Gewicht verschiedener Personen anzupassen. Betten mit höhenverstellbaren Kopf- und Fußteilen sind ebenfalls erhältlich.

Wie funktioniert die Heizung von Wasserbetten?

Die Heizung ist ein besonders wichtiges Element des Wasserbetts. Die Umgebungstemperatur allein würde nicht ausreichen, um das Bett auf der richtigen Temperatur zu halten. Ein Problem, das dabei auftreten kann, sind Nierenschäden. Auf kaltem Wasser würden sich die Nieren über Nacht stark abkühlen. Ein weiteres Problem ist die Bildung von Schwitz- bzw. Kondenswasser. Da es durch die Wärme nicht verdunstet, kann es sich in den Laken sammeln und zur Schimmelbildung beitragen.

Unterschiedliche Heizungsformen

Man verwendet verschiedene Formen von Heizungen. Es gibt Heizelemente auf Folien-, Keramik- und Carbonbasis. Da das Wasser über eine hohe Kapazität zur Wärmespeicherung verfügt, hält sich die Temperatur über Nacht gut im Wasser. Einige Wasserbetten haben keine stromgespeisten Heizelemente. Sie haben Isolationsbezüge, die die Temperatur im Innern halten. Ein zusätzliches Aufheizen ist nicht notwendig. Ein Nachteil dieser Modelle ist die fehlende Regulierbarkeit der Temperatur. Eine Muskelentspannung durch die Zufuhr zusätzlicher Wärme ist ebenfalls nicht möglich. Außerdem besteht ständig die Gefahr der Schimmelbildung.

Eine normale Wasserbettenheizung besteht aus einer Heizmatte und einem Thermostat. Die Heizmatte befindet sich unter der Sicherheitsfolie. Das Thermostat ist außerhalb der Matratze. Die eingebauten Wärmesensoren mancher Matratzen unterstützen die Sicherung der Temperatur im Innern. Im Idealfall sollte sie zwischen 27 und 30 Grad betragen.

Nachschwingzeit und Befüllungsgrad der Wassermatratze

Ein Aspekt, der für den Schlafkomfort von Bedeutung ist, ist die Nachschwingzeit. Man nennt sie auch Wellenberuhigungsgrad. Die Größe hängt von Vliesmatten ab, die im Innern der Matratze integriert sind. Je mehr übereinandergeschichtete Matten vorhanden sind, umso stabiler verhält sich die Liegefläche. Wenn man sich darauf bewegt, schwingt das Wasser weniger nach. Der Härtegrad der Matratze hat mit diesen Matten nichts zu tun. Er wird durch den Befüllungsgrad verändert. Je mehr Wasser enthalten ist, umso härter ist die Matratze.

Heizkosten und Lebensdauer eines Wasserbetts

Da ein Wasserbett permanent beheizt werden muss, entstehen fortlaufend Kosten. Der finanzielle Aufwand für die Heizung kann variieren, ist aber im Großen und Ganzen überschaubar. Da die Isolierung der meisten Betten sehr gut ist, wird kaum etwas der zugeführten Wärme ungenutzt abgegeben. Der Stromverbrauch beläuft sich in der Regel auf etwa 1 KW/h pro Tag. Einflüsse auf den genauen Wert haben Faktoren wie die Temperatur im Schlafzimmer, die Größe des Betts und der Isolationsgrad.

Wie lange ein Wasserbett hält, hängt von vielen Faktoren ab. Zu den werksseitigen Variablen gehören das verwendete PVC und die Qualität der Schweißnähte. Es macht einen Unterschied, ob sie doppelt oder einfach gearbeitet sind. Mit der richtigen Pflege ist eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten möglich.

Wie Sie ein Wasserbett reinigen

Die Folie des Wasserkerns ist regelmäßig mit Vinyl-Reinigern von Schmutz und Salzen, die sich mit dem Schweiß ablagern, zu befreien. So kann sichergestellt werden, dass die Oberfläche flexibel, geschmeidig und belastbar bleibt. Das Wasser im Bett muss nicht gereinigt werden. Notwendig ist allerdings die regelmäßige Zugabe einer Lösung, die die Entwicklung von Mikroben und Algen sowie Gärung im Innern verhindert. Als grobe Richtlinie gilt die jährliche Zugabe des Mittels ins Wasser. Je nach Qualität des Wassers kann eine ehere Anwendung notwendig sein. Die Temperatur und die Einfüllqualität haben einen maßgeblichen Einfluss darauf.

Die Bezüge eines Wasserbetts sollten die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie normale Bettbezüge. Hierzu zählt, dass sie Feuchtigkeit gut abgeben und an der Luft möglichst schnell verdampfen. Übersteigt die Größe des Betts die Maße 180 x 220, verwendet man in der Regel geteilte Oberbezüge. Sie passen leichter in die Waschmaschine.

Wie bauen Sie ein Wasserbett auf?

Wenn Sie einen Bettrahmen nutzen wollen, besteht der erste Schritt in dessen Aufbau. Die einzelnen Rahmenseiten werden mit Aluminiumwinkeln verbunden. Die Gewichtsverteilerkreuze werden im Innern des Rahmens zusammengesteckt und auf die Mitte ausgerichtet.

Als Nächstes bringen Sie die Bodenplatte auf den Unterbau auf und richten sie aus. Beachten Sie dabei, dass Sie einen kleinen Freiraum lassen, durch den Sie zum Schluss der Netzverbindungen für die Heizung legen können. Legen Sie anschließend den Bezug über das Podest und richten Sie ihn mittig aus. Beachten Sie dabei, dass die Öffnungen für die Heizungsleitung sich am Kopfende des Betts befinden. Anschließend legen Sie die vier Schaumkeile an die Ecken der Platte und fixieren Sie mit dem hochgekrempelten Bezug. Durch eine Bohrung werden die Schaumstoffrahmen mit der Bodenfläche verbunden.

Nun beginnt die Installation der Heizung. Legen Sie die Platten auf das Podest und führen Sie die Verbindungskabel nach draußen. Zur Erleichterung entfernen Sie für einen Moment die Schaumstoffabdeckung im Kopfbereich. Haben Sie die Heizung ausgerichtet, prüfen Sie kurz ihre Funktionsweise. Schließen Sie sie nur sehr kurz an den Strom, bis eine Erwärmung feststellbar ist. Danach trennen Sie die Verbindung sofort wieder. Dies ist sehr wichtig, da die Heizung nicht trocken laufen darf.

Nachdem Sie den Bezug erneut über die Schaumstoffränder gerollt haben, tragen Sie die Sicherheitswanne auf. Legen Sie besonders viel Wert auf den korrekten Sitz und streichen Sie anschließend alle Flächen glatt. Es folgt die Integrierung der Wasserkerne. Sie müssen unbedingt Raumtemperatur haben, da sie sonst beschädigt werden können. Bereiten Sie das Befüllen vor, indem Sie die Stutzen herausziehen. Führen Sie anschließend einen handelsüblichen Schlauch und beginnen Sie die Befüllung mit lauwarmem Wasser. Ist das Bett voll, geben Sie abschließend ein wenig Reinigungslösung in das Wasser (etwa 250ml).

Der letzte Schritt besteht im Abpumpen der überschüssigen Luft. Schließen Sie hierzu die Entlüfterpumpe an. Streichen Sie die Luft während des Entlüftens immer wieder in ihre Richtung, bis nichts mehr da ist. Ziehen Sie den Bezug wieder über die Matratze und schließen Sie ihn. Nach dem Auftragen des Lakens haben Sie den Aufbau Ihres Wasserbetts beendet.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden