Schlafen Sie gut: Tipps zum Kauf von Futonsofas und -matratzen

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Ratgeber für die Auswahl von Futonsofas und -matratzen als Sitz- und Schlafgelegenheiten

Ganze acht Stunden verbringt der Mensch täglich im Liegen. Im Schlaf regeneriert er seine Kräfte und erholt sich in einer entspannten Position von den Strapazen des Alltags. Dem Ruhebedürfnis wird dabei auf der ganzen Welt mit vielen verschiedenen Formen gemütlicher Schlafmöbel entsprochen. Längst greift man dabei auch im europäischen und deutschen Raum nicht mehr nur auf das Bett zurück. Neben den für die Mittagsruhe genutzten Sofas, Ottomanen und Chaiselongues hat sich eine weitere Schlafeinrichtung für den mittäglichen und nächtlichen Schlaf durchgesetzt, das Futon. Diese aus dem asiatischen Raum stammende Schlafgelegenheit zeichnet sich durch Eigenschaften aus, die sie für viele Menschen zur überlegenswerten Alternative zur heimischen Matratze machen könnten. Die folgenden Abschnitte verraten Ihnen die Wichtigsten davon.

Was ist ein Futon?

Bei einem Futon handelt es sich um einen Einrichtungsgegenstand, der zum Liegen genutzt wird. Was für ein Möbelstück konkret damit bezeichnet wird, ist regional verschieden. In Japan weicht die Form von den im Westen gebräuchlichen Modellen ab.

Das traditionelle japanische Futon

In Japan bezeichnet man damit eine zweiteilige Schlafgelegenheit. Sie besteht aus einer Unterlage (shiki-buton) und einer Bettdecke (kake-buton). Die Besonderheit beim japanischen Futon besteht darin, dass man annähernd ebenerdig schläft. Es gibt keine Bettfüße wie bei europäischen Schlafmöbeln. Die Schlafunterlage besteht aus einer Hülle aus Seide oder Baumwolle und aus einer Baumwollfüllung. Die durchschnittliche Höhe beträgt 10 Zentimeter. Bei einer Breite von einem Meter ist sie etwa 1,80 Meter lang. Die auch als yogi bezeichnete Decke besteht in der Regel aus demselben Material. Es handelt sich dabei um ein rechteckiges Tuch. Einige Ausführungen ähneln Kimonos. Sie haben Kragen und Ärmel. Zum Schlafen wird das Futon auf dem Boden ausgelegt. Dieser ist im japanischen Kulturraum mit Tatami-Matten ausgekleidet. Die mittelharten federnden Unterlagen aus Reisstroh betritt man ausschließlich barfuß. Tagsüber verstaut man die Futons zusammengelegt im Schrank. Zum Sitzen verwendet man ein zabuton (Sitz-Futon).

Das Futon im Westen

Gegenüber der klassischen Form weist das europäische Futon eine geringere Formspezifik auf. Man verwendet die Bezeichnung für niedrige Betten, auf denen eine Matratze (das eigentliche Futon) aufliegt. Indem man die Füße des Bettes möglichst kurz hielt und auf einen erhabenen Rahmen verzichtete, verband man europäische und östliche Bettgestaltungen. Man schlief zwar nah am Boden, lag aber immer noch auf einem Bettgestell mit Matratze. Die Füllung des europäischen Futons ist gegenüber dem Original leicht abgewandelt. Man verwendet nicht ausschließlich Baumwollfasern, sondern zusätzlich atmungsaktive Naturfasern wie Rosshaar, Kokosfasern, Schurwolle oder Naturlatex. Ein positiver Nebeneffekt des damit einhergehenden Liegekomforts ist ein verringerter Pflegeaufwand. Die Gestelle fertigt man meistens aus Kiefer- oder Buchenholz.

Worin unterscheidet sich das westliche Futon von einer Matratze?

Da das Futon im europäischen Raum auf einem Bettgestell aufliegt, neigt man dazu, es mit der Matratze gleichzusetzen. In der Tat bestehen allerdings einige grundlegende Unterschiede. Der wichtigste davon besteht in der inneren Struktur. Bei einer Matratze setzt sich diese aus einem Federkern und einem Steppbezug zusammen. Beide Bestandteile übernehmen verschiedene Aufgaben. Der Bezug mit dem Vlies darunter reguliert Feuchtigkeits- und Wärmezirkulation. Der Kern ist dafür verantwortlich, die Liegeeigenschaften auf die gewünschte Art und Weise zu beeinflussen.

Im Innern eines Futons finden sich mehr Schichten als bei der Matratze. Sie sind lediglich an einigen Punkten miteinander verbunden. Da ihr Hauptbestandteil Naturfasern sind, werden Feuchtigkeits- und Wärmeregulation im Innern des Kerns realisiert. Darüber hinaus sind sie maßgeblich für die Liegeeigenschaften verantwortlich. Wenn man im Schlaf darauf liegt, werden die Fasern zusammengepresst. Eine natürliche Stabilität entsteht. Durch die vermehrte Zugabe von Latex wird dieser Eigenschaft weiter verbessert.

Eine Matratze ist tendenziell weicher als ein Futon. Hervorhebenswert ist hierbei, dass sich Verarbeitungsmängel sowohl bei Futon als auch bei Matratze auf den Schlafkomfort auswirken. Bei der Matratze sind es Federkerne und billige Schaummatratzen, die zwar weich sind, sich aber kaum an den Körper anpassen. Bei Futons sind es billige, dünne Baumwollen, die die Unterlage nach einigen Wochen aushärten lassen und unbequem machen. Wichtig ist aus diesem Grunde immer das Volumen. Mit einer Gewichtsangabe auf den Verpackungen wird gewährleistet, dass die Fasern nicht zu stark zusammengestaucht und starr werden.

Auswahlkriterien beim Futonkauf

Wie bei allen Möbelstücken zum Ausruhen und Schlafen spielt der Liegekomfort die zentrale Rolle. Da Sie für ein Probeliegen nur in wenigen Fällen eine ganze Nacht Zeit haben werden, empfiehlt sich eine Checkliste. Anhand dieser können Sie sich schnell von der Qualität des Möbelstücks überzeugen. Die folgenden Abschnitte stellen eine repräsentative Auswahl hierfür geeigneter Kriterien dar.

Wiegen Sie sich vor dem Kauf

Die meisten Futons sind für bestimmte Gewichtsklassen ausgelegt. Diese Orientierungswerte gelten dabei in der Regel für eine Person. Wiegen Sie unter 60 kg. Haben Sie erfahrungsgemäß die größte Produktauswahl. Es ist dabei unerheblich, ob Sie vorwiegend auf dem Rücken oder auf dem Bauch schlafen. Wiegen Sie zwischen 60 und 80 kg, müssen Sie die Gewichtsangaben aufmerksamer begutachten. Dies hängt mit der leichten Bauweise der Liegemöbel und der Anpassungsfähigkeit des Futons an Ihre Körperkonturen zusammen. Eine Rolle spielt hierbei auch die Frage, ob Sie eher auf dem Rücken, dem Bauch oder der Seite schlafen.

Schlafen Sie lieber hart oder weich?

Ehe näher auf den Punkt der Federung eingegangen wird, sei vorangestellt, dass Futons eine festere Struktur als die europäische Durchschnittsmatratze hat. Das Attribut Weichheit ist folglich nur bedingt nach westlichem Verständnis zu beurteilen. Seine Aussagekraft bezieht sich vorrangig auf die Fähigkeit des Futons, sich an Körperkonturen des Schlafenden anzupassen. Die entscheidende Frage ist hierbei die Liegeposition. Beim seitlichen Schlafen muss das Futon markantere Konturunterschiede ausgleichen.

Anbei finden Sie eine kurze Auflistung verschiedener Schlafgewohnheiten, die einen Einfluss auf die Wahl des Futons haben:

  •   Druckempfinden: Nehmen Sie den Untergrund beim Schlafen stärker wahr oder reagiert Ihre Haut stärker auf Druck? In diesem Fall greifen Sie auf flauschige Materialien wie Schurwolle zurück:
  •   Bewegung: Es bestehen markante Unterschiede darin, wie viel sich Menschen während des Schlafs bewegen. Während eine Gruppe von Personen die Nacht tendenziell reglos verbringt, dreht sich eine andere öfter einmal herum. Im zweiten Fall empfiehlt sich ein Futon mit besserer Konturanpassung.
  •   Belegung: So Sie Ihr Futon allein nutzen, sollten die üblichen Standardbreiten für Sie infrage kommen. Nutzen Sie das Bett zu zwei, sollten Sie jedoch auf die spezifischen Breitenempfehlungen achten.
  •   Wärmeempfinden: Einige Menschen neigen nachts zum Frösteln, während andere leichter ins Schwitzen geraten. Wie beim normalen Bett spielt das Material der Unterlage und der Zudecke die zentrale Rolle.

Wie leicht ist der Umstieg zum Futon?

Interessieren Sie sich erstmalig für einen Futon, bedenken Sie die markanten Unterschiede zu Ihrer vorherigen Schlafgelegenheit. Es macht einen Unterschied, von welcher Art Bett Sie zum Futon überwechseln. Die Umgewöhnung kann dabei je nach Typ mehrere Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. An einem Beispiel lässt sich dies gut illustrieren. Wiegen Sie zwischen 70 und 90 kg und haben die letzten 10 bis 20 Jahre auf einer Standard-Matratze geschlafen, dauert die Umgewöhnung mehrere Wochen. In dieser Zeit passt sich der Körper an die neue Umgebung an. Motorische Irritationen lassen sukzessive nach. Wenn Sie derartige Erscheinungen in den ersten Nächten bei sich beobachten, müssen Sie sich keine Gedanken machen.

Leicht ist die Umstellung von Betten mit Federkern. Ihre Oberfläche ist hart und wenig elastisch. Die stabile Ruhelage auf dem Futon erleichtert den Umstieg zusätzlich. Von einem Taschenfederkern dauert die Umgewöhnung in der Regel mehrere Tage. Dies hängt mit seiner Elastizität und sehr weichen Innenqualität zusammen. Nutzen Sie ein Schaumstoffbett, ist der Unterschied zum Futon sehr groß. Es empfiehlt sich, mit einem weichen Modell einzusteigen. Ein Latexkern erleichtert die Umgewöhnungsphase.

So wählen Sie die richtige Größe aus

Variieren die Schlafgewohnheiten und der damit Platzbedarf auch von Mensch zu Mensch, haben sich doch einige Richtwerte durchgesetzt. Einem durchschnittlich großen Menschen genügt ein Futon mit einer Breite von 100 cm. Ein erhöhter Komfort ist mit breiteren Matratzen von 120 bis 140 cm Länge gegeben. Schlafen Sie zu zweit in Ihrem Futon, sollte die Breite wenigstens 160 cm betragen.

Bei der Länge gelten ebenfalls die Werte wie beim normalen Bett. Damit Sie entspannt schlafen können, ist sie 20 cm länger als Ihr Körper. Der verbreitete Standard von 2 Meter Länge suggeriert ein Idealmaß, doch ist diese Form den meisten Menschen eigentlich zu kurz. Für die Bettdecke gilt Ähnliches. Sie sollte etwa 20 cm länger sein als der Körper. Ist die Decke zu kurz, ziehen Sie sich bei niedrigeren Temperaturen zusammen. Die unentspannte Körperhaltung erschwert das Einschlafen.

Das müssen Sie nach dem Kauf beachten

Futons sind aufgrund der enthaltenen Naturmaterialien empfindlich gegen Berührungen. Bemerken Sie nach dem Transport Falten darauf, streichen Sie mit der flachen Hand darüber und entfernen Sie es. Aufgrund der besonderen Faserstruktur kann es vorkommen, dass das Futon etwas kürzer, schmaler oder dicker als das offizielle Maß ist. Dies hängt damit zusammen, dass die Fasern noch aufgeplustert sind. Nach einigen Tagen reguliert sich die Ausdehnung auf das korrekte Maß herunter.

Schonbezüge von Futons sind in der Regel auf einen leichten Überschuss angelegt. Nach dem ersten Waschen gehen sie ein und regulieren sich auf das Nennmaß. Waschbare Bezüge sind für Temperaturen von 60°C ausgelegt. Legen Sie sie allenfalls kurz in den Trockner und hängen Sie sie anschließend auf der Leine aus. Zum Abschluss ziehen Sie die Bezüge mit leichter Restfeuchte auf und lassen es komplett trocknen. Bei einer Feinwäsche von 30-40°C bleibt das Gewebe länger Zeit geschmeidig und haltbar.

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