Schimmernde Eleganz aus der Tiefe des Meeres – Anstecknadeln und Broschen mit Perlen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Schimmernde Eleganz aus der Tiefe des Meeres – Anstecknadeln und Broschen mit Perlen

Perlen auf Broschen - seit jeher geht von dieser Kombination ein besonderer Reiz aus. Was aber genau ist das Besondere an Perlen? Und was hat es mit ihrer außergewöhnlichen Schönheit auf sich, die aus einer hübschen Brosche ein Schmuckstück zaubert, dessen Faszination sich kaum eine Frau entziehen kann? Wer sich auf Spurensuche macht und die Geschichte der Perlen als Schmuckstücke erforscht, stellt schnell fest: Perlen könnten wirklich Märchen erzählen. Fast sieht es so aus, als kämen diese Geschichten und Anekdoten über Schmuckperlen aus den gleichen tiefen Meeresgründen, wie die Perlen selbst. Lassen auch Sie sich von der wunderbaren Vielfalt und dem ganz besonderen Glanz der Perlen bezaubern.

Echte Perlen und ihre Entstehung

Wie entstehen echte Perlen? Viele kennen die Antwort, wonach Perlen angeblich die schönsten Missbildungen der Welt sind. Und da ist durchaus etwas Wahres dran. Denn Perlen entstehen nur in bestimmten Muscheln und Schnecken - und zwar als Abwehrreaktion gegen eindringende Fremdkörper. Ist ein solcher Fremdkörper nämlich erst einmal ins Innere der Muschel oder der Schnecke vorgedrungen, wehren sich diese Weichtiere gegen den Eindringling, indem sie ihn in Epithelgewebe einhüllen. Bei diesem Gewebe handelt es sich um die oberste Zellschicht des Hautgewebes aller Tiere, auch von Muscheln und Schnecken. Hieraus entstehen auch Schale und innere Perlmuttschicht von Weichtieren. Und so wie die Perlmuttschicht innerhalb der Weichtiere entsteht, wird nach und nach der ganze Fremdkörper mit dieser körpereigenen Substanz umhüllt. Dabei lagert sich eine Schicht nach der anderen an diesen Eindringling an - so lange, wie das Tier lebt. Die Größe der so entstandenen Perlen richtet sich nicht zuletzt nach der umgebenden Wassertemperatur. Ist diese eher niedrig, gewinnt eine Perle etwa 0,15 Millimeter im Jahr an Perlschicht dazu. In der Südsee, wo das Wasser wärmer ist, können dies bis zu zwei Millimeter jährlich sein. Dies erklärt zum einen die unterschiedliche Größe von echten Perlen, zum anderen ergibt sich aus der begrenzten Lebensdauer der Schalentiere, in denen Perlen entstehen, auch eine natürliche Obergrenze was die Größe der Perlen angeht.

Echte Perlen - woraus sie bestehen und woher ihre enorme Elastizität rührt

Eigentlich logisch: Der Aufbau einer Perle gleicht dem Perlmutt, woraus sie ja auch zu größten Teilen besteht. Und das sind kleinste Aragonit-Plättchen, bei denen es sich um eine bestimmte Kalkart handelt. Die Plättchen werden durch Conchyn, ein organisches Bindemittel, zusammengehalten. Außerdem enthalten Perlen etwa vier Prozent Wasser. Verglichen mit Mineralien sind Perlen deshalb wesentlich elastischer und weniger stoßempfindlich. Allerdings weisen sie nur einen Härtegrad von 2,5 bis 4 auf, wodurch sie leicht zerkratzen. Der begehrte Seidenglanz der Perlen und ihr besonderer Schimmer - auch Lüster genannt - entsteht dadurch, dass sich an den kleinen Aragonit-Kristallen das Licht bricht. Ihr vielfarbiger, changierender Glanz verdankt sich dem Conchyn als Farbträger.

Echte Perlen, Naturperlen und Zuchtperlen

Echte Perlen haben heute für die Schmuckherstellung praktisch keine Bedeutung mehr und das aus gutem Grund: Bis in die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein gab es nur echte Naturperlen, die ohne menschliches Zutun, nur durch das Eindringen von Fremdkörpern in die Schale, entstanden sind. Und so schafften Taucher Millionen dieser Schalentiere an Land, töteten sie und durchsuchten sie nach Perlen. Da aber nur in etwa jeder tausendsten Schale sich eine Perle befand, war die Ausbeute sehr gering. Stattdessen wurden die Bestände an Muscheln und Schnecken so dezimiert, dass echte Perlen noch seltener wurden als zuvor. Die Erfindung der Zuchtperle konnte so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Muscheln und Schnecken konnten sich wieder vermehren und die Nachfrage der Schmuckhersteller nach Perlen konnte auch in größerem Umfang befriedigt werden.

Wie heutiger Perlenschmuck auf Broschen und Anstecknadeln entsteht

Die Erfinder der Zuchtperle haben von den echten Perlen gelernt: Denn auch bei Zuchtperlen wird einer beinahe ausgewachsenen Muschel ein Stück - oder auch mehrere Stücke für zwei bis drei Perlen - Perlmuttkugel samt lebendem Mantelgewebe eingepflanzt. Dann werden diese Muscheln ins Meer zurückgebracht und einige Jahre lang gepflegt. Wie in der Natur auch gilt: Perlen, die länger wachsen konnten, sind letztlich am größten und auch am schönsten. Und wie bei den nicht manipulierten Perlen auch, verlieren die Muscheln ihr Leben, wenn die Perlen "geerntet" werden.
Es gibt allerdings auch die Variation, dass Perlen wachsen, ohne dass eine künstlich Perlmuttkugel eingepflanzt wurde; einfach nur dadurch, dass - ebenfalls perlbildendes - Mantelgewebe ins Innere der Weichtiere, auch Mollusken genannt, eindringt. Diese Perlen sind, wie die ursprünglichen echten Perlen auch, nie ganz rund. Neben den reinen Naturperlen dürfen auch diese Zufallsprodukte der Zuchtperlen als echte Perlen bezeichnet werden. Perlen dagegen die, ohne dass ein lebendes Perltier an ihrer Entstehung beteiligt war, auf den Markt kommen, müssen Imitate genannt werden. Unter diesen Imitaten sind von ihrer Formschönheit und ihrer Tauglichkeit für die Schmuckindustrie her betrachtet, die Majoricas erwähnenswert. Sie werden auf Mallorca hergestellt, wobei auf einen Kunststoffkern mehrere Schichten einer Substanz aufgetragen wird, die aus Fischschuppen gewonnen wird.

Der Lüster - die begehrteste Eigenschaft einer Perle

Einzelne, auffällige Perlen, wie sie häufig Broschen und Anstecknadeln zieren, bringen ihn besonders deutlich an den Tag: Den Lüster, jenen speziellen Glanz und Schimmer, der nur Perlen eigen ist. Perlen sind nicht weiß, sondern schimmern je nach Lichteinfall in allen Regenbogenfarben. Der Lüster kommt erst bei der ausgereiften Perle zum Vorschein und sorgt dann dafür, dass Perlen, je nach Lichteinfall, ihren zarten Glanz in immer wieder anderen Farben entfalten. So sieht eine Perle auf einer Brosche oder Anstecknadel auf dem Revers eines dunklen Business-Kostüms im hellen Licht des Büroalltags völlig anders aus als am Abend, am Ausschnitt eines dekolletierten Abendkleides getragen, wenn sich das Licht von Kerzen und Kristalllüstern in ihr bricht. Selbstverständlich gibt es aber auch gefärbte Perlen, worunter die meisten schwarzen, häufig aus Japan stammenden Zuchtperlen fallen.

Vom vollkommenen Rund bis zur unregelmäßigen Barockperle

Auch der Perlengeschmack unterliegt modischen Schwankungen. Galten lange Zeit vollkommen runde Perlen in möglichst ebenmäßiger Farbabstufung als besonders edel und formschön, so wird seit einiger Zeit der Reiz unregelmäßiger, sogenannter Barockperlen wieder entdeckt. Sie sind auffälliger als gleichmäßig runde Perlen und eignen sich besonders gut als Einzelstücke für Broschen und Anstecker, aber auch für lange Ohrgehänge.

Bekannte Perlen und ihre Entstehungsorte

Wenn von Zuchtperlen die Rede ist, kommt häufig der Name Akoya ins Spiel. Bei der Akoya handelt es sich um eine japanische Perlmuschel, die im Original meist zart pastellig gelb oder cremefarben ist. Auffallend ist, dass die Muschel einen bis zu 10 Millimeter großen Kern implantiert bekommen kann, der im Laufe von maximal vier Jahren Wachstum nur noch wenig größer wird. Somit trägt die äußere Perlschicht wenig zur Größe der Akoya-Perle bei, ihr Aussehen ist mit der Implantation des relativ großen Kerns bereits festgelegt.
Besonders beliebt ist die Südseeperle, die in den Muschelarten Pinctada Margaritifera und Pinctada Maxima gezüchtet werden. Beide Muschelarten können noch größere Kerne aufnehmen als die Akoya-Muschel. Zudem leben diese Muscheln in warmen Südseegewässern, sodass die heranwachsende Perle schon nach 2 Jahren bis zu acht Millimeter größer geworden ist. Es gibt sie in allen Farbnuancen von Silberweiß bis Grau. Die fast schwarze Variante wird als Tahiti-Perle bezeichnet. Kennzeichnend für die Südseeperle ist ihre barocke, unregelmäßige Form.
Eine weitere Besonderheit zeichnet die sogenannte Mabe-Perle aus. Hier wächst die Zuchtperle nicht im Innern der Muschel, sondern auf der Perlmuttschale selbst, mit der sie fest verwächst. Diese relativ preiswerte Perle besitzt eine völlig makellose Oberfläche und hat einen Durchmesser von fast 10 Millimetern, weshalb sie auch gerne als attraktiver Hingucker für Broschen und Anstecknadeln verwendet wird. Eine weitere Süßwasserperle ist die Biwa, benannt nach ihrem Zuchtort, dem Biwa-See in Japan. Relativ neu, aber bereits fest etabliert in der formschönen Perlenwelt, ist die Kasumiga-Perle, eine Kreuzung zwischen japanischer und chinesischer Süßwasserperlmuschel, deren Perlen besonders zarte Rot- und Rosé-Töne aufweisen.

Perlen-Pflege - damit Sie lange Freude an den Perlen haben

Die Oberfläche der Perlen ist empfindlich, weshalb Sie Perlen niemals mit scharfkantigen Gegenständen zusammen aufbewahren sollten. Auch am Strand sollten Sie besser keinen Perlschmuck tragen, denn selbst feinste Sandkörner können die Oberfläche beschädigen. Auch Lösungsmittel, Farbstoffe und Säuren - auch in Form von Haarsprays - können Ihre Perlen ruinieren. Legen Sie Perlschmuck deshalb am besten erst dann an, wenn Sie perfekt geschminkt und bereits in vollendeter Abendgarderobe vor dem Spiegel stehen. Da die Perlsubstanz selbst etwas Wasser enthält, mögen Perlen keine Hitze, sollten aber auch nicht mit Wasser in Berührung kommen. Zur Reinigung genügt ein weiches Tuch, am besten aus Mikrofasern.

Perlen auf Broschen oder auf Anstecknadeln: Worin besteht der Unterschied?

Brosche ist lediglich das neuere Wort für Anstecknadel. Der Begriff kam im 15. Jahrhundert auf und leitet sich vom französischen Wort "broche" ab, das so viel wie Spieß oder Nadel bedeutet. Eine Brosche besteht aus einem geformten Teil, dem eigentlichen Schmuckstück und dessen Halterung, die auch Broschierung genannt wird. Die meisten Halterungen oder Broschierungen funktionieren wie eine Sicherheitsnadel; seltener wird die Brosche, wie bei einem Ohrschmuck, mit einem Stecker fixiert.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden