Schicht um Schicht eine erlesene Kostbarkeit: Wissenswertes über den Achat

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Schicht um Schicht eine erlesene Kostbarkeit: Wissenswertes über den Achat

Der Achat ist aufgrund seiner vielen verschiedenen Farbnuancen ein sehr beliebter Stein, der zur Gruppe der Quarze gehört. In diesem Ratgeber erfahren Sie Wissenswertes über dieses besonderen und kostbaren Edelstein, der auch zur Heilung genutzt wird.

Die Herkunft des Namens Achat und die ihn umgebende Legende

Der Name dieses wunderschönen und in vielen Farbmischungen auftretenden Quarzes leitet sich von dem sizilianischen Fluss Achates, der heute Drillo heißt, ab. An den Ufern des Drillos sollen laut der Überlieferung von Plinius dem Älteren die ersten Achate gefunden worden sein. Allerdings ist diese Bezeichnung der damaligen Zeit nicht ganz zutreffend, da im Altertum verschiedene Mineralien als Achat bezeichnet wurden. Die mineralische Eingrenzung auf gebänderten Quarz erfolgte erst wesentlich später im 18. Jahrhundert. Ältere Synonyme dieses Quarzes sind Agat und Agstein. Obwohl der Pyritachat, der Moosachat und der Baumachat den gleichen Namen tragen, gehören sie nicht zur Gruppe der Achate. Diese Quarze sind Achatvarietäten, also Untergruppen dieses Quarzes.

Die verschiedenen Achatarten und ihre mineralogischen Bezeichnungen

Die vielfältigen Zeichnungen, Muster und Strukturen brachten unterschiedliche Bezeichnungen der Achate hervor, die im Folgenden beispielhaft vorgestellt werden. Neben den hier vorgestellten Steinen gibt es auch Mischformen und weitere spezielle Achatarten.

Augenachat oder Ringachat

Das Charakteristikum dieses Achats sind seine ringförmigen Zeichnungen.

Brandachat

Der Brandachat besitzt parallel gezeichnete Bänder, die ungefähr die gleiche Stärke besitzen.

Dendritenachat

Dieser Achat hat strauch- oder moosähnliche Einschlüsse und Zeichnungen.

Sternachat oder Donnerei

Der Sternachat besitzt eine zerklüftete Oberfläche und ist in seiner Zeichnung gebändert.

Wasserstein oder Enhydros

Bei diesem Achat handelt es sich um einen Quarz mit einer Achatmandel oder einer Chalzedonknolle, die einfarbig ist. Im Wasserstein sind zum Teil Wassereinschlüsse zu finden.

Festungsachat

Der Festungsachat hat eine kreisförmige Bänderung mit Spitzen, die nach außen gezogen sind und an eine Festung erinnern.

Feuerachat

Die Farbzeichnung dieses Achats ist opalähnlich.

Flammenachat

Dieser Achat hat eine Achat-Geode, also einen Hohlraum, und besitzt eine Flammen- oder Wellenzeichnung.

Kreisachat

Die Kreise der Bänder dieses Achats sind konzentrisch oder exzentrisch angeordnet.

Landschaftsachat

Der Lanschaftsachat besitzt eine Zeichnung, die einer Landschaft gleicht.

Trümmerachat

Dieser Achat besteht aus Bruchstücken, die bei der Bildung des neuen Achats wieder zusammengefügt wurden.

Wie ist der Achat entstanden?

Nach heutigen Erkenntnissen geht man davon aus, dass der Achat zum größten Teil aus flüssigen Kieselsäuretropfen bei einer ungefähren Temperatur von 100-200 °C entstanden ist. Diese Kieselsäuretropfen schwammen auf der flüssigen Lava wie ein Ölfilm auf dem Wasser. Die Tropfen wurden zu Kristallen, als die Lava abkühlte. Die lagenweise kristallisierte Kieselsäure bildete die typischen Schichten aus Jaspis, Kristallquarz, Opal und Chalzedon. Warum diese Wechsel aus verschiedenen Kristallen entstanden sind, ist nicht bekannt. Achate sind von einer hellen Kruste umgeben, die wahrscheinlich auf Witterungseinflüsse zurückgeht.

Der Mythos der Wirkung des Achatsteins und seine Geschichte

Ein griechischer Philosoph schreibt um 300 v. Christus: „Achat macht den Mann für die Frau begehrenswert“. Man glaubte, dass der Merkur geweihte Stein ein Heil- und Glücksstein sei, der zur Liebe verhelfe und mehr Einfühlungsvermögen und sexuelle Anziehungskraft bewirke. Im Volksglauben ging man auch davon aus, dass der Achat vor Gefangenschaft und dem Biss von Skorpionen, Schlangen und Spinnen schützt. Heute sind die Werke der antiken Achatschneidekunst in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt.

Die chemische Beschaffenheit des Achats

Der Achat wird in die mineralische Klasse der Oxide eingegliedert. Er besteht aus einem Gemisch aus Chalzedon und kristallinen Quarzen. In den verschiedenen Schichten des Achats finden sich verschiedene Stoffe wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Mangan und Aluminium. Diese unterschiedlichen Mineralien verleihen dem Achat seine unterschiedlichen Zeichnungen und Farben.

Physikalische Eigenschaften des Achats

Das Kristallsystem des Achats ist trigonal. Er hat eine Härte von 6,5 - 7 Mohs und eine Dichte von 2,60 - 2,64 g/cm3. Der Achat ist nicht spaltbar und hat einen unebenen Bruch. Er kommt in allen Farben vor, die vor allem gestreift auftauchen und aus Wachsglanz, seltener aus Glasglanz sind. Die Lichtbrechung des Achats liegt bei 1,53- 1,54. Die Strichfarbe des Steins ist Weiß.

Woher kommt der Achat?

Länder, aus denen der Achat heutzutage vor allem geliefert wird, sind Mexiko, Indien, Madagaskar und Uruguay. Der Hauptsitz der Achatindustrie ist allerdings Südamerika. Die Achate aus Südamerika sind ursprünglich grau und unscheinbar und werden chemisch gefärbt und gebrannt, sodass sie dann in den verschiedensten bunten Farben und Strukturen strahlen.

Wie ist der Achat genau beschaffen?

Vulkanitgesteine, die einen besonders geringen Kieselsäuregehalt aufweisen, bilden die Hülle der Achate, die aus Hohlraumfüllungen bestehen und meist kugelförmig oder mandelförmig sind. Achate können nur wenige Millimeter groß sein, kommen aber auch in zentnerschweren Blöcken vor. Die Bänder des Achats sind unterschiedlich stark. Die Füllung der Achate besteht aus der sogenannten Mandel, die aus verfestigter Kieselsäure ist. Nicht ganz gefüllte Hohlräume des Achats enthalten meist andere Quarzkristalle, die die Nische genutzt haben, um sich zu bilden. Kristalle, die in Achaten entstehen, sind Bergkristall, Kalzit, Amethyst oder Hämatit. Sind Achatmandeln mit andern Quarzkristallen gefüllt, werden sie „Druse“ genannt. Bei vollständiger Füllung mit verfestigter Kieselsäure werden die Mandeln als „Geode“ bezeichnet.

Echte farbenfrohe Achate und nachträglich eingefärbte Steine

Die meisten heute erhältlichen Achate sind chemisch eingefärbt. Früher wurden Achate mit rostigen Nägeln, einer Lauge aus Blutsalz oder mit Zucker eingefärbt. Heute färbt man Achate mit chemischen Farben, die die natürlichen Bänderungen in strahlenden Farbtönen erscheinen lassen. Die verwendeten Farben sind meist organischer Natur. Mit bloßem Auge lässt sich eine natürliche Färbung von einer chemischen Färbung nur schwer unterscheiden. Der gefärbte Achat dient auch der Fälschung von anderen Mineralien. Mit rot eingefärbten Achaten werden Karneole imitiert, grüne Achate werden als Smaragd ausgegeben und schwarze Achte imitieren den Onyx.

Mit welchen anderen Steinen kann der Achat verwechselt werden?

Die genaue Trennung von anderen Steinen wie Hornstein, Jaspis, Flint und dem Achat wird durch fließende Übergänge, die ganz natürlich zwischen den verschiedenen Gesteinsarten entstehen, erschwert.

Die Verwendung des Achats als Schmuckstein

Heute wird der Achat als Schmuck- und Kunstgewerbestein vor allem in Idar-Oberstein verarbeitet. Die Achatschneidekunst dieser Region ist weltbekannt und so perfekt, dass die Edelsteinschleifereien als konkurrenzlos gelten. Der Achat ist als Schmuckstein hauptsächlich in Kettenform, in polierten Scheiben oder als Handschmeichler erhältlich.

Der Achat und seine Verwendung als Heilstein

Dem Achat wird eine große heilende, schützende und kräftigende Wirkung in der Heilkunst zugeschrieben. Man sagt ihm eine besonders intensive Vibration nach, die im Grundzentrum seine größte Wirksamkeit entfaltet und dort die Geschlechtsorgane von Frauen und Männern stärkt. So verwendet soll er auch bei der Geburt helfen und die Frauen während des Geburtsvorgangs schützen. Auch zur Linderung von Fieber und Infektionen, sowie Schmerzen und Allergien und Hautproblemen wird der Achat häufig eingesetzt. Verschiedenen Achatformen werden für bestimmte Krankheiten und Beschwerden als Heilstein genutzt.

Der weiße Achat

Der auch als Friedensachat bezeichnete weiße Achat wird zur Behandlung von bösartigen Hautwucherungen und Geschwüren wie Hautkrebs und Hautentzündungen benutzt. Mit Achatwasser wird der Teint gereinigt. Dem Friedensachat sagt man nach, dass er eine friedfertige Wirkung hat, die aggressives Verhalten eindämmt. Zudem stärkt er den Willen und hilft dabei, schlechte Angewohnheiten aufzugeben.

Der Aprikosenachat

Dieser Achat ist rosafarben und soll das Kind im Mutterleib schützen und bei der Geburt helfen. Der Aprikosenachat kommt hauptsächlich aus Botswana und Australien.

Der Botswana-Achat und der Augenachat

Beide Achate helfen bei Augenbeschwerden. Sie werden auf die Augen aufgelegt oder ihr Wasser wird genutzt, um die Augen zu spülen. So sollen Augenerkrankungen oder Störungen der Augen gelindert werden. Dem Botswana-Achat wird zudem nachgesagt, dass er bei Depressionen hilft und Eileiter- und Eierstockentzündungen lindert, die Nierenfunktion verbessert, die Lunge stärkt und Entzündungen der Harnblase, der Harnblase und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt entgegenwirkt. Zudem nutzt man das Wasser des gestreiften Steins zur Erfrischung der Haare und des Teints.

Der Sternachat

Sternachate sollen das Fieber senken und bei Infektionen helfen. Dem Stein wird ebenfalls eine große aktivierende und stärkende Wirkung nachgesagt. So soll er das Immunsystem, das zentrale und das periphere Nervensystem und die Leberfunktion anregen. Zudem stärkt der bunte Achat das Herzkreislaufsystem, lindert Depressionen, schützt vor Lethargie und aktiviert die Drüsenfunktion.

Der Trümmerachat

Der Trümmerachat wird bei Muskelverspannungen, äußerlichen Verletzungen, Prellungen und Überanstrengungen der Gelenke und Knochen angewandt.

Der Lace-Achat

Dieser aus Mexiko stammende opake Achat besitzt eine sehr feine Zeichnung und soll bei Nierenproblemen, Erkrankungen der Harnwege, Gallenbeschwerden und allgemein bei Entzündungen und Infektionen helfen. Er aktiviert das Immunsystem und verfeinert den Geruchssinn. Das Wasser des Lace-Achats soll bei Allergien helfen und den Teint reinigen.

Der Wolkenachat

Auch der Wolkenachat wird zur Reinigung des Teints genutzt und lindert Hauterkrankungen und Ausschläge.

Der Feuerachat

Der aus Mexiko und den USA stammende Achat wirkt vor allem auf das Gemüt und fördert die innere Ruhe und die Konzentration. Er hilft bei Gefühlsschwankungen, wird bei der Meditation genutzt und lindert Wutgefühle. Zudem wird er dazu genutzt, das Gedächtnis zu verbessern, soll die Zellerneuerung fördern und den Stoffwechsel anregen. Auch bei Frigidität und Impotenz, die psychisch bedingt sind, verspricht der Feuerachat Linderung.

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