Schellacks richtig verpacken

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Schellacks sind viel spröder als herkömmliche Vinyl-Platten. Deshalb ist eine Verpackung in einer pizzakartonähnlichen Schachtel absolut unzureichend. Schellacks brechen bereits bei der geringsten Manipulation quer zur Oberfläche, weil sie nicht elastisch sind und keine Toleranz gegenüber Einwirkungen haben. Ich habe schon Hunderte Schellacks sicher versandt und bin dabei auch mit der Aufgabe gewachsen. Keine einzige ging je zu Bruch.

1. Versenden Sie Schellacks nicht in einem Album. Die Platte rutscht in den meist zu großen Schubfächern umher. Das schwere Album kann dabei schon mal den Rand eindrücken oder abbrechen.

2. Legen Sie eine oder wenige Schellacks zwischen je zwei Lagen Wellpappe auf beiden Seiten. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die beiden Pappen auf einer Seite um 90 Grad zueinand drehen, denn die Wellpappe gibt Stabilität nur quer zu den Wellen. Mit zwei Pappen im rechten Winkel ist ein großes Maß an Stabilität erreicht.

Schneiden Sie diese Wellpappen in Quadratform aus einem größeren Karton möglichst exakt in der Größe der Platte oder der Platte samt Hülle, auf keinen Fall aber kleiner!

3. Befestigen Sie nun die Wellpappen an allen vier Seiten mit einem Klebeband, achten Sie aber darauf, dass dieses nicht an einer eventuell freiliegenden Kante der Platte festklebt. In so einem Fall diese Stelle mit Papier unterlegen. Klebeband nur so fest spannen, dass die Platte zwischen den Pappen fixiert, aber keinem Druck ausgesetzt ist.

4. Wickeln Sie dieses kleine Paket nun in eine Lage Luftpolsterfolie, die sie nochmals mit etwas Klebeband befestigen.

5. Suchen Sie nun einen größeren Karton, der dieses kleinere Paket locker aufnehmen kann, günstigstenfall ist auf jeder Seite mindestens 5 cm Abstand, an den Seiten, die parallel zur Plattenoberfläche liegen sogar mehr. Füllen Sie diesen Karton nun bis knapp zur Hälfte mit Styropor-Chips und legen dann das Schellack-Innenpaket darauf. Nun füllen Sie den Rest des großen Kartons so weit mit Styroporflocken auf, dass sich der Deckel noch gut und ohne Druck schließen lässt, das innere Paket aber gut fixiert ist und keinen Spielraum mehr hat. Sollten Sie einen eher schmalen Karton benutzen, empfiehlt es sich, an den beiden Seiten, die parallel zur Plattenoberfläche liegen, nochmals je eine Lage Wellpappe zu legen - quer zu den Wellen des Kartons.

Wenn Sie über kein Styropor verfügen, können Sie auch Zeitungspapier zerknüllen und als "Filler" nehmen. Aber nicht ganz fest zusammenknüllen, damit es gegebenenfalls noch Einwirkungen aufnehmen kann.

6. Wenn dieser Karton nun gut verklebt ist, sollte man damit Fußball spielen können, ohne dass der Schellack etwas passiert. Auch im schlimmsten Fall, nämlich dass ein schweres Postpaket mit einer Ecke auf das Platten-Paket fällt, sollte somit nichts passieren, weil Papier oder Styropor als Filler die Einwirkung absorbieren können.

Nachteil dieser Methode: Normalerweise werden die Dimensionen des Pakets zu groß für einen Versand als Brief oder Päckchen, das höhere Paketporto ist zu bezahlen. Bei Platten um nur ein paar Euro verzichte ich als Käufer oft auf aufwändige Verpackungswünsche.

7. Achtung: Engländer versenden Schellacks besonders gerne in Pizza-Kartons. Da bitte die Verpackung vorher absprechen und ggf mehr für das Porto auslegen.

8. Alternativen: Spanplatten, Styroporplatten, alte Filmdosen etc

Viel Spaß mit den alten Grammophonplatten und hoffentlich in Zukunft keinen Ärger mehr mit Bruch!

 

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