Schellacks richtig bewerten: Erhaltung

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Bei Schellackplatten gibt es, wie auch bei Vinylplatten, ein Bewrtungssystem, das den Erhaltungszustand der Platte beschreibt. Die dafür verwendeten Kürzel sind international, wenn auch mit Abweichungen, gebräuchlich. Nachstehend ein Bewertungssystem, wie es die meisten deutschen Sammler verstehen. Es handelt sich dabei rein um eine Beschreibung des Schellacks, der Zustand des Labels ist hier nicht erfasst.

N oder M (new oder mint) beschreibt eine Platte, die wie neu ist. Das ist bei einer Schellack aber kaum anzunehmen. Erwarten Sie ein Exemplar ohne jegliche Abnützungsspuren. Nach Schulnoten: 1

NM oder M- (near mint oder mint minus) beschreibt eine Platte, die so gut wie keine sichtbaren Abnutzungsspuren hat, die sich in keinster Weise auf die Akustik auswirken. Bei dieser Platte kann, iim Unterschied zu N (M) angenommen werden, dass sie gespielt wurde. Nach Schulnoten: 1-

EX+ beschreibt eine Platte, die leichte Spuren hat, wie z.B. Wischer. Der Gesamteindruck ist aber so gut wie neu. Diese Platte wurde definitiv gespielt. Nach Schulnoten: 2+

EX (excellent) ist eine Platte mit nur oberflächlichen Abnutzungsspuren, wie Wischern, feinen Kratzern, matte Stellen. Diese dürfen nicht hörbar sein, der Klang muss einer neuen Platte entsprechen. Nach Schulnoten: 2

EX- beschreibt eine Platte, bei der der sehr gute Gesamteindruck gerade noch überwiegt. Kratzerchen, matte Stellen, Wischer sind in höherem Ausmaß vorhanden als bei EX. Man muss ein leicht erhöhtes Grundrauschen und oder ein paar Klicks erwarten. Nach Schulnoten: 2-

V+ beschreibt eine Platte, bei der trotz gutem Gesamteindrucks ein oder mehrere Defekte deutlich hörbar sind, z.B.wenn eine sonst exzellente Platte einen tieferen Kratzer hat oder erhöhtes Grundrauschen aufweist. Nach Schulnoten: 2-3

V (very good) beschreibt eine Platte, die deutlich gespielt wurde. Das ist eine typische Durchschnittserhaltung mit Kratzern und/oder grauen Rillen, matten Stellen. Dies Platte wurde gespielt, leichtere Kratzer und andere Defekte sind hörbar, es überwiegt aber der positive Eindruck und die Platte ist noch ein Hörgenuss. Nach Schulnoten: 3

V- beschreibt eine Platte, die viele Sammler als das untere Ende der Sammelwürdigkeit sehen. Die Platte hat viele Kratzer, graue Rillen und der Hörgenuss ist beeinträchtigt. Nach Schulnoten: 3-4

G (good) beschreibt Platten, bei denen die Beschädigungen so stark sind, dass laute Nebengeräusche zu erwarten sind. G-Platten sind stark zerkratzt, haben viele graue Rillen, sind matt oder haben andere Defekte. Diese Platten sind aber abspielbar, wenn auch meistens kein Hörgenuss. Nach Schulnoten: 4

F (fair) oder P (poor) beschreiben Schellacks, die so schlecht erhalten sind, dass sie kein Hörgenuss mehr sind oder überhaupt nicht abspielbar sind. Nach Schulnoten: 4-5/5

Diese Bewertung sagt nicht unbedingt etwas über das tatsächliche akustische Ergebnis beim Abspielen einer Schellack ab. Andere Faktoren, wie das Material, das Erscheinungsjahr, das Label, die Art der Abspielnung (Grammophon oder Saphir) haben oft einen wesentlich stärkeren Einfluss auf die Wiedergabequalität als die Erhaltung selbst. Oft kann bei Platten mit tiefen Rillen, die aber zerkratzt sind, eine bessere Wiedergabequalität erzielt werden als bei optisch gut erhaltenen Platten, die falsch (z.B. mit einer falschen Nadel) abgespielt werden oder aus einem schlechten Material gepresst sind (z.B. zu Kriegszeiten). Starkes Grundrauschen ist z.B. bei einigen englischen HMV Serien üblich, weil dieses Material sich mit der Zeit zersetzt.

In den USA ist das Goldmine Grading System üblich, das EX+, EX und EX- nicht kennt. N- entspricht da etwas EX+, V+ entspricht etwa EX oder EX-. Dies bei Ankäufen in den USA beachten. Im Zweifelsfall den Verkäufer fragen, nach welchen Kriterien er bewertet.

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