Schallplatten neu entdecken

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In vielen Haushalten befinden sich noch die guten, alten Vinyl-Schätzchen.Selbst ein Plattenspieler verstaubt noch in irgendeiner Ecke. Die Lust diesen wieder zu aktivieren kann sehr reizvoll sein, weil es unendlich viele Möglichkeiten gibt, den optimalen Klang herauszuholen - ganz im Gegensatz zu den digitalen Medien, CD, MP3, DVD.

 Leider stellt man fest, das neuzeitliche Receiver oder Verstärker keinen Phonoeingang mehr besitzen. Zum Glück gibt es externe Phonovorverstärker, die in der Lage sind, den Klang richtig zu entzerren, so dass dieser Entzerrer einfach an einen freien Line-Eingang ( z.B. Aux) angeschlossen werden kann.

Nicht selten stellt man dann fest, dass der Klang einer guten, analogen Vinylpatte mindestens so gut ist, wie der von einer CD, bei entsprechender Feinjustierung des Analogen nicht selten sogar deutlich besser.

Phonoverstärker gibt es im Preisbereich von 10 Euro bis 20.000 Euro. Die Klangqualität steigt jedoch nicht proportional zum Preis. Geräte im Bereich bis 30 Euro schöpfen die Qualtität der Schallplatte unzureichend aus. Das beste Preisleistungsverhältnis liegt im  Bereich 50 - 200 Euro, Geräte, die weit mehr als 1000 Euro kosten bringen nur noch einen sehr kleinen Klangzuwachs, die Hauptkosten stecken in der meist edlen Optik und der Verarbeitung.

Man sollte darauf achten, dass der Phono-Verstärker auf das System eingestellt werden kann. Gerade MM-Tonabnehmer sollten eine Anpassung erfahren, da die Klarheit der Wiedergabe im Höhenbereich dadurch wesentlich gesteigert werden kann.

Ebenso sollte der Verstärkungsfaktor des Phonoamps einstellbar sein, damit ein optimales Signal-Rauschverhältnis möglich ist. Natürlich sollten auch ordentliche Bauteile im Gerät verarbeitet worden sein, seriöse Hersteller zeigen Ihre Geräte auch gern geöffnet, die haben meist nichts zu verstecken.

Achten Sie auch auf die Kanalgleichheit der beiden Stereokanäle, hier führen schon kleine Abweichungen zu einem undifferenziertem Klangbild. Viele Phonoverstärker glänzen durch(zu) kräftige Bässe und aufgesetzte Höhen. Finger weg. Dieser Klang wirkt auf Dauer ermüdend. Der zunächst unauffällige Verstärker ist der richtige, dieser läßt aber schnell erkennen, ob es sich um eine flache Pressung handelt, oder ob der Tonmeister bei der Abmischung sein bestes gegeben hat, er differenziert.

Diese Daten sollte ein guter Verstärker mindestens haben:

Verstärkung für MM-Systeme mind. 40 dB ( 100) fach

Verstärkung für MC-Systeme mind. 52 dB ( 400) fach, etwas mehr ist besser

Signal-Rauschabstand MM mind. 80 dB, für MC mind. 70 dB,

Klirrfaktor sollte kleiner als 0,1 % sein

Kanalgleichheit besser als 0,2 dB

Einhaltung der RIAA-Kennline sollte besser als 0,5 dB sein.

Brummen sollte der Verstärker überhaupt nicht produzieren, meistens ist das Netzteil ausgelagert, und das ist auch richtig so.

Oft ist beim Umschalten von Schallplatte auf CD ein großer Lautstärkesprung vorhanden, das muss nicht so sein. Gute Phonoverstärker sind in der Verstärkung einstellbar, so dass neben den einfacheren MM-Systemen auch leise MC-Systeme verstärkt werden können. Etwas Reserve sollte darüber hinaus noch vorhanden sein, um die Lautstärke der beiden Quellen angleichen zu können.

Wenn man diese wenigen Dinge beherzigt, wird man sich wundern, dass in der guten alten Platte noch immer so unglaublich viel Klangpotential steckt...

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