Schadensersatz bei Reisemängeln

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Gerade in der Urlaubszeit bietet sich immer wieder die Gelegenheit zu prüfen, ob man für sein Geld auch eine gute Leistung bekommen hat.

Geld zurück nach einem Horrortrip


Folgender Fall war neulich vom Bundesgerichtshof (BGH) zu entscheiden:

Ein deutsches Ehepaar befand sich auf einem Rückflug vom Urlaubsort Antalya nach Köln/Bonn, als die Maschine heftig ins Schwanken geriet. Gepäck flog umher. Teile der Innenverkleidung lösten sich. Die Maschine musste dann schließlich in Istanbul notlanden. Die Insassen waren fix und fertig, der Erholungswert der Reise damit gleich Null!

Mit der vom Landgericht Duisburg angebotenen Reisepreisminderung von 280 Euro wollten sich die Opfer des Horrortrips nicht zufrieden geben. Dieser Betrag als Ausgleich für eine Stunde Todesangst. - bezogen auf den letzten Urlaubstag -  war ihnen zu wenig, für sie war subjektiv der Erholungseffekt der gesamten Reise verpufft. Also klagten sie bis zum BGH. Und dort gab man ihnen recht.

Der Tenor das BGH lautete: ereignet sich ein schwerer Mangel erst am letzten Urlaubstag, so sei die bisherige Regel, dass Ersatz nur für die Dauer des Mangels geleistet werden müsse, hinfällig. Und bei einem Vorfall, der traumatische Folgen für die Reisenden hätte, käme sogar eine Minderung des gesamten Reisepreises in Betracht. Übrigens wurde das Argument der "höheren Gewalt" hier nicht zugunsten des Reiseveranstalters berücksichtigt. Nun müssen Gutachter die Schwere des Vorfalls beurteilen, um die Höhe der Minderung beziffern zu können.

Es lohnt sich also durchaus, sich nicht alles bieten zu lassen.

Den Schock nimmt den beiden Opfern niemand weg, aber sie haben ein kleines Trostpflaster bekommen.
Und das völlig zu recht, wie der scharfsinnige Richter meint.
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