Satteltasche, Koffer oder Packtaschen – die Auswahl ist auch eine Frage des Stils

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Satteltasche, Koffer oder Packtaschen – die Auswahl ist auch eine Frage des Stils

Mit dem Motorrad in den Urlaub - für viele Biker die schönste Zeit des Jahres, die Freiheit, Abenteuer und Erholung zugleich verspricht. Doch wer mehrere Tage oder sogar Wochen mit dem Bike auf Tour gehen will, muss beim Packen einiges beachten. Das fängt bereits bei der Auswahl des Gepäcks an.

Ausgiebige Touren und längere Urlaube mit dem Motorrad erfordern eine gute Planung im Vorfeld. Die richtige Ausrüstung ist dabei das A und O. Das gilt nicht nur für das Bike und den Fahrer selbst, sondern auch für das Gepäck, das mitgenommen wird. Grundsätzlich sollten Urlauber, die mit dem Motorrad unterwegs sind, lieber auf leichtes Gepäck setzen und sich auf das Wesentliche beschränken.

Denn ein voll beladenes Bike verbraucht nicht nur mehr Sprit, es lässt sich auch wesentlich schwieriger und unsicherer fahren. Die Fahreigenschaften verändern sich, Balance und Kurvenlage sind anders, der Verschleiß wird größer. In Sachen Motorradgepäck gilt also der Grundsatz: Sicherheit geht vor.

Motorradgepäck: Was Sie beim Packen beachten sollten

Dass man ein Motorrad nicht nach Lust und Laune so lange bepacken darf, bis alle gewünschten Reiseutensilien verstaut sind, versteht sich von selbst. Sicherheit ist auch im Urlaub die oberste Maxime. Das bedeutet, dass Sie sich, wenn Sie mit Ihrem Bike auf Tour gehen wollen, hinsichtlich des Gewichts an die Grenzen halten müssen, die im Fahrzeugschein als zulässiges Gesamtgewicht ausgewiesen sind. Beachten Sie, dass dieser Wert erstaunlich schnell erreicht wird, denn bereits das Gewicht von Fahrer und Sozius in voller Montur sowie ein voller Tank lassen die Zahl, die für Gepäck übrig bleibt, enorm zusammenschrumpfen.

Halten Sie sich unbedingt an das zulässige Gesamtgewicht, denn überladene Motorräder stellen ein Sicherheitsrisiko für Sie selbst und alle anderen Verkehrsteilnehmer dar. Sie sind schwerer in der Spur zu halten, haben einen anderen Schwerpunkt, neigen zum Pendeln und brechen leichter aus. Außerdem verlängert sich der Bremsweg, was lebensgefährliche Folgen haben kann. Wenn Sie auf Ihr Gepäck nicht verzichten können, lohnt es sich, über ein Begleitauto nachzudenken oder einen Teil per Post an den Urlaubsort vorauszuschicken. Für alle anderen gilt: Klug packen, sich auf das Wesentliche beschränken und mit leichtem Gepäck reisen.

Das Motorrad beladen: Tankrucksack, Topcase und Co.

Wenn Sie sich mit Ihrem Motorrad auf eine längere Tour begeben möchten, haben Sie bei der Auswahl des Motorradgepäcks die Qual der Wahl. Koffer, Topcase, Satteltaschen, Tankrucksack: Die Vielfalt der möglichen Gepäckstücke ist groß. In der Regel bietet sich eine Kombination aus mehreren Komponenten an, damit sich das Gewicht gleichmäßig verteilt und Sie im Notfall schnell an alles herankommen. Aber egal, für welche Art von Motorradgepäck Sie sich entscheiden - achten Sie unbedingt immer auf hochwertiges und funktionelles Gepäck, denn dieses ist ständig allen möglichen Witterungsbedingungen ausgesetzt und sollte daher auf jeden Fall so robust und wasserdicht wie möglich sein.

Die meisten Motorradkoffer werden heutzutage aus Hartkunststoff oder Aluminium gefertigt, Satteltaschen und Tankrucksack gibt es auch aus weicheren und leichteren Materialien. Welches Motorradgepäck sich für Sie am besten eignet, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von dem jeweiligen Motorradmodell, der Reisedauer, dem benötigten Gepäckvolumen, klimatischen Bedingungen und letztendlich auch vom persönlichen Geschmack, denn bei allen funktionellen und sicherheitstechnischen Faktoren ist die Auswahl des Motorradgepäcks natürlich auch eine Frage des Stils und des individuellen Geschmacks.

Günstiger Schwerpunkt und praktische Lage: Der Tankrucksack

Der Tankrucksack ist ein wichtiger Bestandteil des Motorradgepäcks, denn er hat, was den Schwerpunkt angeht, den günstigsten Platz. Deshalb sollten kleine, aber schwere Teile wie Werkzeug und Ersatzteile auf jeden Fall dort gelagert werden - und zwar ganz unten im Rucksack. Darauf können Sie leichtere Dinge packen wie Getränke und Proviant, Straßenkarten und Regensachen sowie ein kleines Erste-Hilfe-Paket für den Notfall. Für empfindliche und wichtige Gegenstände wie Handy, Kamera und Geldbörse ist der Tankrucksack übrigens auch der am besten geeignete Platz.

Der Tankrucksack wird auf den Treibstofftank montiert, entweder mithilfe einer magnetischen Platte, an der durch einen Schnellverschluss der Rucksack befestigt wird, oder aber mithilfe von Riemen, die am Motorrad festgemacht werden. Einige Modelle sind außerdem verstellbar, was das Volumen angeht, das heißt, das Fassungsvermögen lässt sich praktischerweise an wechselnde Bedürfnisse anpassen. Sie sollten es beim Füllen und der Größe Ihres Tankrucksacks aber auf keinen Fall übertreiben. Achten Sie beim Packen und Befestigen unbedingt darauf, dass weder der Lenkereinschlag noch der Blick auf Instrumente und Kontrollleuchten beeinträchtigt werden.

Robust, aber umstritten: Das Topcase

Ein Topcase wird auf dem Gepäckträger des Motorrads angebracht. Auf diese Weise ist ziemlich weit vom Schwerpunkt des Bikes entfernt und sorgt so dafür, dass das Fahrverhalten nachteilig beeinflusst wird, was bei geringem Eigengewicht und wenig Ladung kein Problem darstellt. Je größer jedoch Volumen und Gewicht werden, desto schwerwiegender sind auch die Auswirkungen auf das Fahrverhalten sowie auf die Fahrdynamik. Denn hoch und weit hinten angebrachtes Gewicht entlastet das Vorderrad des Motorrads. Die Folge ist, dass es bereits bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h zu starken Pendelbewegungen der Maschine kommen kann. Das Lenkverhalten ist nicht mehr so präzise und direkt wie in unbeladenem Zustand. Wenn Sie sich für ein Topcase entscheiden, sollten Sie also unbedingt die Herstellerempfehlungen hinsichtlich der Zuladung des jeweiligen Modells beachten. Generell gilt: Kleine und aerodynamisch geformte Topcases stören das Fahrverhalten weniger und erhöhen auch die Seitenwindempfindlichkeit nicht so stark wie größere und eckige Modelle, die übrigens auch wegen Ihrer sperrigen Optik nicht sehr beliebt bei den meisten Bikern sind.

Stylish und praktisch: Seitenkoffer und Satteltaschen

Beim Packen von Seitentaschen- und koffern ist es wichtig, das zulässige Gesamtgewicht im Auge zu behalten. Achten Sie außerdem darauf, schwere Gegenstände wie zum Beispiel Campingkocher und Geschirr unten und vorne zu platzieren und leichtere Dinge wie Kleidungsstücke hinten und oben, um den Schwerpunkt nicht zu beeinträchtigen. Wichtig ist hierbei natürlich, dass beide Koffer beziehungsweise Taschen ungefähr gleich schwer beladen sind. Darüber hinaus sollte alles wasserdicht verpackt und sicher befestigt sein. Flexible Spanngummis sowie Spanngurte mit Schnallen sorgen für den nötigen Halt.

Satteltaschen

Satteltaschen haben gegenüber Motorradkoffern den Vorteil, dass sie in der Regel nicht nur deutlich preiswerter sind, sondern auch leichter im Gewicht und viel flexibler, das heißt schneller an- und abzubauen. Allerdings sind sie dadurch auch empfindlicher und weniger robust als feste Koffer, was vor allem im Fall von Stürzen zum Problem werden kann. Außerdem ist die Befestigung dieser Taschen oft nicht optimal. Sie müssen durch Schlaufen, Laschen, Schnallen und Halterungen gesichert werden, damit sie nicht lose umherfliegen und damit die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Bei hohem Tempo können sie leichter verloren gehen als andere Gepäckstücke und bedeuten daher eine erhöhte Sturz- und Unfallgefahr, auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Wenn Sie Satteltaschen an Ihrem Motorrad anbringen wollen, achten Sie unbedingt auch darauf, dass Sie sie weit genug vom Auspuff entfernt montieren. Satteltaschen sind meist aus weichem Material und in Sachen Motorradgepäck wohl diejenigen Modelle, die besonders stylish daherkommen und auch optisch einiges hermachen, denn oft sind sie aus hochwertigem Leder gefertigt und besonders liebevoll verarbeitet und überzeugen mit dekorativen Details wie Fransen oder Nieten. Wenn Sie also Wert auf Style und Optik legen, können Sie unter den zahlreichen Satteltaschenmodellen das passende Paar für sich, Ihr Motorrad und Ihren individuellen Stil auswählen.

Seitentaschen

Seitenkoffer sind in der Regel stabiler und unempfindlicher als Satteltaschen. Sie sollten aber dennoch so leicht wie möglich sein, um unnötiges Gewicht zu vermeiden. Solche Koffersysteme werden meist mithilfe von Seitenkofferträgern am Motorrad angebracht, die angeschraubt werden und möglichst rasch an- und aufmontiert werden können. Diese Träger müssen sowohl mit den Motorradkoffern als auch mit dem Fahrzeug selbst kompatibel sein. Achten Sie beim Kauf auf hohe Qualität und Stabilität, denn stabile Seitenkoffer können bei einem möglichen Sturz sehr hilfreich sein und einiges von der Wucht abfangen. Allerdings schränken diese Gepäckstücke - ebenso wie Satteltaschen - die Kurvenlage beim Fahren ein, da sie bei Seitenlage bereits sehr früh am Boden ankommen. Die meisten Seitenkoffer sind heutzutage aus Aluminium oder stabilem Kunststoff gefertigt. Alukoffer sind besonders stabil und langlebig, erhöhen aber durch ihre eckige Form den Luftwiderstand und somit auch den Benzinverbrauch.

Günstig und leicht: Die Gepäckrolle

Die Gepäckrolle ist eine sehr günstige Alternative zu Koffern, Topcases und Taschen, mit der Sie Ihr Gepäck auf dem Motorrad verstauen können. Sie lässt sich schnell und einfach auf dem Bike befestigen und bietet genügend Platz für viel Reisegepäck. Allerdings sollten sie darauf achten, die Gepäckrolle um des Schwerpunkts willen stets so weit vorne wie möglich zu befestigen, im Idealfall also auf dem Sozius. Dann können Sie auch schwerere Dinge wie zum Beispiel ein Zelt in der Gepäckrolle transportieren. Müssen Sie sie stattdessen hinter der Radachse positionieren, sollte sie nur leichte Ladung wie Kleidung, Handtücher oder Schlafsäcke beinhalten.

Vorteile der Gepäckrolle: Sie hat kaum Eigengewicht, ist in der Regel wasserdicht, bietet Platz für sperriges Gepäck und ist preisgünstig in der Anschaffung. Beachten Sie bei dieser Art des Motorradgepäcks aber, dass kein Diebstahlschutz gegeben ist, da sich die Rolle nicht abschließen oder mit Schlössern versehen lässt. Sie sollten Ihr Gepäck also stets im Auge behalten. In Kombination mit einem passenden Tankrucksack macht eine Gepäckrolle auch optisch durchaus etwas her und wirkt im Vergleich mit anderen Gepäckstücken sportlich.

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