Satelliten-Verteiler, Splitter und Switches

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Satelliten-Verteiler, Splitter und Switches

Das Satellitenfernsehen stellt neben dem Kabel- und Antennenfernsehen die dritte große Unterhaltungsplattform dar. Programmvielfalt und gute Qualität benötigen zum Funktionieren lediglich eine Parabolantenne und einen Receiver. In größeren Haushalten ergibt sich dabei allerdings schnell ein Problem. Jeder Bewohner benötigt neben einem eigenen Receiver und einem Fernseher im Prinzip auch einen eigenen Spiegel. Da dies unpraktisch und schwer realisierbar ist, gibt es elektronische Verteilersysteme. Diese ermöglichen den Anschluss mehrerer Geräte an eine Satellitenschüssel. Beim Einbau dieser hochfunktionalen Geräte gilt es allerdings, Einiges zu beachten. Im vorliegenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie ihren Bedarf vor einem Kauf richtig abschätzen können. Sie orientieren sich außerdem darüber, welche Vor- und Nachteile verschiedene Geräte bieten. Ein kurzer Überblick über ergänzende Alternativen rundet die kurze Einführung ab.

Grundlagen der Satblock-Verteilung

In der einfachsten Variante besteht eine Signalkette aus Parabolantenne mit LNB, Antennenkabel, Receiver und Fernsehgerät. Elektromagnetische Signale werden am Spiegel reflektiert und im Rauscharmen Signalumsetzer (LNB) gebündelt. Das Signal wird verstärkt, abgemischt und an den Receiver weitergeleitet. Im letzten Schritt wandelt es sich dort zum wahrnehmbaren Fernsehbild. In einem größeren Haushalt gibt es in der Regel mehrere Fernseher. Um nicht für jeden einen eigenen Spiegel aufstellen zu müssen, verteilt man das eingehende Signal auf mehrere Empfänger.

Die Grundvariante dieses Systems hat eine Sternform. Über je ein Kabel verbindet man den LNB mit den einzelnen Receivern. Behalten Sie sich im Hinterkopf, dass jeder Teilnehmer einen eigenen Receiver inklusive LNB-Anschluss benötigt, um das volle Programm zu sehen! Dies ist wichtig, um den Unterschied zwischen Multischalter und Sat-Splitter zu verstehen. Der Signalempfänger kommt in vier verschiedenen Varianten vor:

  • Single-LNB:   Hierbei wird ein Receiver an den LNB angeschlossen. Er empfängt hohe und niedrige Frequenzbereiche.
  • Twin-LNB:     Der LNB hat zwei Ausgänge, die ebenfalls hohe und niedrige Frequenz bereiche abdecken. Zwei Receiver oder ein Twin Receiver sind mit ihm kompatibel. Mit einem Twin-Receiver kann man ein Programm aufnehmen, während man sich ein anderes ansieht.
  • Quad-LNB:    Ein Quad-LNB hat vier Ausgänge und einen integrierten Multischalter.
  • Quattro-LNB: Diese Variante ist für den Betrieb von mehr als vier Digitalreceivern notwendig. Sie verfügt über vier Ausgänge. Zwischen Receiver und LNB wird ein Multischalter eingefügt. An diesen können beliebig viele Receiver angeschlossen werden.

Wie funktioniert ein Multischalter

Ein Multischalter wird an die Ausgänge eines Quattro-LNBs angeschlossen. Er spaltet das Signal vom LNB und verteilt es auf die einzelnen Receiver. Man unterscheidet analoge und digitale Multischalter. Die ausgediente analoge Variante verfügt über zwei Eingänge, die digitale über vier. Ein Multischalter wird meistens auf dem Dachboden eingerichtet. Evtl. vorhandene Antennenanlagen können zusätzlich in die Verkabelung eingespeist werden. Der Empfang von Ultrakurzwelle und DVB-T ist möglich. Hierzu bedarf es allerdings eines Mehrbereichsverstärkers und eines Eingangs für terrestrische Signale.

Quad-LNBs bzw. Quattro Switch-LNBs verfügen über einen eingebauten Multischalter. Octo- LNBs erlauben den direkten Anschluss von 8 Receivern an den Signalumsetzer. Sie sind mit Multifeeds kompatibel. Multifeeds sind Satellitenantennen mit mehreren LNBs, die gleichzeitig auf verschieden Satelliten ausgerichtet sind. Der Vorteil hierbei ist, dass die Receiver unabhängig voneinander arbeiten. Alle Haushaltsmitglieder können analoge und digitale Signale empfangen, ohne den Empfang der Mitbewohner zu stören.

Empfehlenswert sind Multischalter LNBs für Anlagen mit wenigen Teilnehmern. Wenn Signale für die richtigen Spannungen und Frequenzen ausgegeben werden, können an diese LNBs Multischalter angeschlossen werden. Vorteilhafter ist allerdings die Nutzung von Quattro-LNBs ohne internen Multischalter. Weniger dicht verbaute Elektronik, besserer Witterungsschutz und gute Stromversorgung sprechen dafür.

Einige Hersteller bieten Multischalter in kaskadierbarer Form an. Sie verfügen über vier Eingänge. Über diese werden alle Empfangsbereiche eines Signals an die Teilnehmer ausgegeben (Näheres zu den Empfangsbereichen erfahren Sie im folgenden Abschnitt.) Über Koaxialkabel schließt man zusätzliche Kaskaden an das Grundgerät an.  Besonders in großen Wohnhäusern wird diese Variante genutzt.

Die Bezeichnung der Multischalter folgt einem festen Muster. Hier einige Beispiele:

  • Multischalter 3/8
  • Multischalter 5/8
  • Multischalter 5/16

Die erste Zahl gibt an, wie viele Eingänge vom LNB vorhanden sind. Die zweite Zahl steht für die Anzahl der Ausgänge zum Receiver. Ungerade Zahlen sagen aus, dass ein zusätzlicher terrestrischer Eingang für Antennen vorhanden ist.

Auf ebay finden sie viele günstige Multischalter. Etablierte Hersteller sind:

Arbeitsweise eines Receivers und Grenzen des Sat-Splitters

Um die Arbeitsweise eines Receivers zu verstehen, müssen Sie sich vergegenwärtigen, wie ein Sender sein Programm ausstrahlt. Er tut dies, indem er ein Signal mit einer bestimmten Polarisation und einem bestimmten Frequenzbereich ausgibt. Die Polarisation gibt die Schwingungsrichtung der elektromagnetischen Wellen an. Es gibt horizontale und vertikale Polarisation im oberen und unteren Frequenzbereich. Der Receiver schaltet den Sender um, indem er die Spannung im Signalkabel verändert und ein Tonfrequenzsignal ausgibt. Die Spannungsänderung führt zu einer Änderung der Polarisation. Die Tonfrequenz signalisiert dem LNB, dass er den Frequenzbereich ändern muss. Zur Auswahl stehen Low-Band und High-Band. Ein Receiver kann zu einem Zeitpunkt nur eine Frequenz und eine Polarisation verarbeiten.

Bei der Nutzung eines Sat-Splitters ist dieser Umstand von Relevanz. Ein Sat-Splitter dient dazu, mehrere Receiver an einer Antennenleitung zu betreiben. Wenn ein Receiver den niedrigen Frequenzbereich aktiviert, ist der hohe Frequenzbereich für den anderen Receiver blockiert. Mit der Polarisation verhält es sich genauso. Wenn ein Receiver einen Kanal mit horizontaler Polarisation eingestellt hat, ist für den anderen Receiver die vertikale Polarisation gesperrt. Dies ist allerdings nur ein marginaler Nachteil, da die meisten Sender horizontal ausstrahlen.

Vor- und Nachteile der Satblock-Verteilung

Die Spaltung eines Satellitensignals bietet Vorteile, bringt aber auch Nachteile mit sich. Erfahren Sie im Folgenden, was Sie vor dem Kauf berücksichtigen sollten. Ihr konkreter Bedarf ist im Einzelfall entscheidend.

Welche Vorteile bietet die Aufteilung des Signals?

Der erste Vorzug ist eine große Programmvielfalt für alle Bewohner des Haushalts. Alle Sender sind für jedermann zugänglich. Frequenz und Polarisation überlagern sich nicht wie beim Sat-Splitter. Der Multischalter bietet indirekt auch einen optischen Mehrwert. Die einzelnen Balkone von Plattenbauten sind nicht mit Parabolspiegeln übersät. Weniger Spiegel sorgen überdies für mehr Platz und einen geringeren Wartungsaufwand.

Der zweite große Vorteil ist die Kostenersparnis. Sie müssen lediglich einen Spiegel, einen Signalumsetzer, Koaxialkabel und die benötigten Receiver erwerben. Für das Fernsehen selbst bezahlen Sie anschließend keine Gebühren mehr. Für den Kaufpreis erhalten sie zudem eine wesentlich größere Senderauswahl als mit einem Kabelanschluss. Bei korrekter Ausrichtung Ihres Spiegels können Sie auch Programme aus dem Ausland empfangen. HDTV und Bezahlfernsehen sind ebenfalls kein Problem.

Welche Nachteile bringt die Satblock-Verteilung mit sich?

Die große Auswahl an Receivern kann zusätzliche Kosten bergen. Achten Sie darauf, wenn Sie ein Gerät verwenden wollen, das nicht von Ihrem Kabelanbieter zur Verfügung gestellt wird! In großen Wohnanlagen bietet der zusätzliche Verkabelungsaufwand einen Nachteil. Ein Kabelanschluss ist dann in der Regel praktischer. Er ermöglicht den gleichzeitigen Anschluss von mehreren DVB-C- oder DVB-T-Empfängern an eine Antenne.

Wofür ist ein Sat-Splitter geeignet?

Der Sat-Splitter ist nicht als Alternative zum Multischalter zu verstehen. Er deckt als preisgünstiges Utensil andere Aufgabenspektren ab. Er ist hervorragend geeignet, um Signale zwischen verschiedenen Fernsehern aufzuteilen. Auf zwei Geräten, die über Sat-Split verbunden sind, können verschiedene Kanäle geschaut werden. Darüber hinaus bietet er Ihnen die Möglichkeit, einen Film aufzunehmen, während Sie einen anderen schauen.

Für Haushalte mit nur einer Person sind Sat-Splitter besonders interessant. Fernseher in Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Küche können aneinandergeschlossen und jeweils einzeln verwendet werden. Frequenzüberlagerungen sind ausgeschlossen. Sie können so an verschiedenen Orten in ihrem Haus fernsehen, ohne ständig die Stecker wechseln zu müssen.

Achten Sie bei einem Sat-Splitter auf eine gute Abschirmung. Vorteilhaft ist ebenfalls ein Modell mit starker Leistung. Bei langen Kabelwegen und einer zusätzlichen Aufteilung wird das Signal andernfalls sehr schwach. Ein Leistungsverstärker hinter dem Splitter schafft Abhilfe.

Bereits ab 3,00 EUR finden sie günstige Geräte. Hochwertigere Varianten kosten etwa 12,00 EUR. Ebay bietet ihnen eine reichhaltige Auswahl. Bekannte Hersteller sind unter anderem:

Alternativen zur Satblock-Verteilung

Neben der sternförmigen Anordnung über Multischalter gibt es noch weitere Methoden, das Einkabelsystem und Unicable.

Die Funktionsweise eines Einkabelsystems

Die Steuersignale werden nicht wie bei der sternförmigen Verteilung über Spannungswechsel ausgegeben. Die Verteilung erfolgt linear über mehrere Teilnehmer. Die Programme werden über ein Breitbandkabelnetz in einer Wohnanlage verteilt. Es fasst Fernsehen, DVB-T, DVB-S, Internet, Ultrakurzwelle etc. in einem Kabel zusammen. Der Teilnehmer kann dann selbst entscheiden, welche Angebote er nutzen will. Ein wesentlicher Vorteil bei dieser Variante ist die Einsparung an Kabeln. Es muss nicht separat zu jedem Receiver eine eigene Leitung gelegt werden. Eine Neuverlegung von Kabeln ist in der Regel auch nicht notwendig. Ebenso wie die Satblock-Verkabelung ist auch das Einkabelsystem erweiterbar. Es kann ohne großen Aufwand zum modernen Unicable-System erweitert werden. Allerdings kann nicht das ganze Angebot des Satellitenbetreibers von allen Teilnehmern zeitgleich genutzt werden. Die gleichzeitig übertragenen Transponderkanäle sind begrenzt. Eine Aufrüstung auf programmierbares Einkabelsystem kann darüber hinaus notwendig werden. Neue Sender oder Sender mit neuem Transponder können sonst unter Umständen nicht mehr empfangen werden.

Wie funktioniert das Unicable-Verfahren

Bis zu acht Empfänger können an eine Leitung angeschlossen werden. Die Antennendosen sind in Reihe geschalten und eignen sich gut für die Umrüstung von Kabel- auf Satellitenempfang. Im Gegensatz zum Einkabelsystem verfügt es über alle Programme. Auch HD- und 3D-TV ist kein Problem. Bei Unicable steht jedem Nutzer ein eigenes Frequenzband zur Verfügung. Dieses wird mit bestimmten Signalen so moduliert, dass das gewünschte Programm gezeigt wird.

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