Sat-LNBs mit mehrfachen Ausgängen

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Sat-LNBs mit mehrfachen Ausgängen

Das digitale Satellitenfernsehen ist neben Kabel- und terrestrischem Antennenfernsehen die wichtigste Rundfunkmethode. Bei sehr guter Qualität bietet sie eine große Programmauswahl. Viele Haushalte auf der ganzen Welt profitieren von den Vorteilen, zu denen nicht zuletzt ein geringer Preis gehört.

Bei der Nutzung mehrerer Fernseher in einem Haushalt gilt es, einiges zu beachten. Nur unter bestimmten Voraussetzungen können zusätzliche Geräte über eine Satellitenschüssel betrieben werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei LNBs mit mehreren Ausgängen. Im vorliegenden Ratgeber erfahren Sie viel Wissenswertes über die Signalumsetzer. Im Zentrum stehen Funktionsweise, Kauf- und Verwendungshinweise. Bei der Auswahl steht ihnen diese kurze Einführung als erste Orientierungshilfe zur Seite.

Zur Funktionsweise des Satellitenfernsehens

LNBs sind ein wichtiges Glied in der Kette der Satellitenübertragung. Damit Sie ihren Stellenwert als solches möglichst gut einschätzen können, beginnt der Ratgeber mit einer knappen Einführung. Technische Übertragungsgrundlagen finden dabei ebenso Beachtung wie die einzelnen Signalverarbeitungsschritte.

Die Aussendung des Satellitensignals

Satellitenrundfunk bezeichnet man als DVB-S (Digital Video-Broadcasting – Satellite). Damit ist gesagt, dass das Programm über Satellitensignale und digital ausgesandt wird. Die Rundfunkanstalten strahlen ihr Programm über eine Uplink-Station zu einem Satelliten. Er verteilt das Signal kostengünstig über einen großen Teil der Erde. Ermöglicht wird dies durch einen Transponder im Satelliten. Er nimmt das Signal der Bodenstation auf und sendet es zurück auf die Erde.

Bei dem Signal handelt es sich um eine elektromagnetische Welle, die sich fächerförmig ausbreitet. Durch diese Ausbreitungsform ist die bestrahlte Fläche auf der Erde bei geringem Aufwand am höchsten. Man bezeichnet sie als Ausleuchtungszone. Die Stärke des Signals nimmt mit zunehmender Entfernung und Streuung ab. Um das Signal innerhalb der Ausleuchtungszone empfangen zu können, nutzen Sie eine Satellitenschüssel.

Funktionsweise einer Satellitenschüssel

Um korrekt zu funktionieren, wird sie auf den gewünschten Satelliten ausgerichtet. Im deutschen Raum ist dies Astra oder Eutelsat. Satellitenschüsseln bezeichnet man aufgrund ihrer Form als Parabolantennen. Sie bestehen aus zwei Teilen, einem Spiegel und einem Signalumsetzer. Das Signal trifft im GHz-Bereich auf den Spiegel und wird reflektiert. Dadurch wird das störende Rauschen der kosmischen Hintergrundstrahlung herausgefiltert. Anschlie­ßend wird das Signal gebündelt und vom Signalumsetzer aufgefangen.

Parabolspiegel bestehen aus Aluminium oder Stahl. Pulverbeschichtungen und matte Lacke schützen sie vor Korrosion, ohne ihren Empfang zu beeinträchtigen. Negativen Einfluss haben Witterungseinflüsse wie Regen und Schnee.

Welche Aufgaben erfüllt der LNB?

Der Signalumsetzer wird häufig unter seiner englischen Bezeichnung LNB (Low Noise Block) vertrieben. Diese Bezeichnung bezieht sich darauf, dass er bei der Verstärung ein minimales Rauschen erzeugt. Achten Sie beim Kauf auf die entsprechenden dB-Werte. Bei hochwertigen LNBs sind sie nicht höher als 3.

Neben der Verstärkung hat er weitere wichtige Funktionen. Über seine Kegelform nimmt er das Signal auf. Sie schirmt überdies unerwünschte Signale ab. Eine Kunststoffabdeckung schützt sein Innenleben vor dem Eindringen von Staub und Wasser. Seine dritte wichtige Aufgabe ist die Anpassung der Wechselstromwiderstände von Signal und Antennenkabel. Da es sich bei dem Signal um elektromagnetische Wellen handelt, käme es andernfalls zu unerwünschten Reflexionen, die den Empfang beeinträchtigen.

Seine letzte Aufgabe besteht in der Umwandlung der eingehenden Signale und ihrer Weiterleitung. Er setzt die hochfrequenten Wellen von 10-12 GHz auf 900-2.200 MHz herab. Das ist notwendig, damit sie vom Receiver verarbeitet werden können.

Weshalb braucht man verschiedene Arten von LNBs?

Die Nutzung mehrerer Receiver an einer Parabolantenne ist nicht ohne Weiteres möglich. Es reicht nicht aus, ein Antennenkabel zu spalten und in mehrere Receiver zu stecken. Dies hängt mit der Ausstrahlungsweise der Sender und der Arbeitsweise des Receivers zusammen.

Jeder Sender wird mit einer bestimmten Frequenz im hohen (High-Band) oder niedrigen (Low-Band) Frequenzspektrum ausgestrahlt. Darüber hinaus hat er eine bestimmte Polarisation (Horizontal oder Vertikal). Sie gibt an, in welche Richtung die elektromagnetischen Wellen schwingen. Jeder Sender ist durch beide Eigenschaften gekennzeichnet.

Der Receiver moduliert die eingehenden Signale, um den gewünschten Sender einzustellen. Dies geschieht auf zwei Arten. Die Polarisation wird durch Spannungsveränderung im Antennenkabel erreicht. 14 V schalten auf die horizontale Ebene, 18 V auf die vertikale. Die Frequenz wird verändert, indem der Receiver ein bestimmtes Tonsignal von 0 oder 22 kHz aussendet. 22KHz werden zur Umschaltung ins High-Band genutzt.

Sind alle Receiver mit einem LNB-Anschluss verbunden, blockieren sich die Signale gegenseitig. Wenn ein Receiver ins High-Band schaltet, ist das Low-Band für die anderen Receiver blockiert. Bei Sendern, die das Low-Band benötigen, wird schwarzes Bild angezeigt. Mit der Polarisation verhält es sich genauso. Die vertikale Polarisation des einen Receivers blockiert die horizontale des anderen.

Mehrfach-LNBs teilen die eingehenden Signale so auf, dass allen Receivern alle Ebenen zur Verfügung stehen. In Haushalten mit mehreren Personen sind sie aus diesem Grund unverzichtbar. Auch in größeren Wohnanlagen ist die gemeinsame Nutzung einer einzelnen Parabolantenne möglich. Neben einem optischen Mehrwert hat die Einsparung vieler Empfänger auch einen finanziellen Nutzen.

Was für Arten von LNBs gibt es?

Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Bauformen. Der Anschaulichkeit halber werden Standard-Varianten von besonderen Ausführungen mit zusätz­lichem Funktionsumfang unterschieden.

Standard-Varianten

Ein Hauptunterscheidungsmerkmal verschiedener LNBs ist die Anzahl ihrer Ausgänge. Auf eBay finden Sie Geräte aller Modelle:

  • Single LNB: Bei Single-LNBs handelt es sich um die Grundform. Sie haben inen Anschluss, der über ein Koaxialkabel mit dem Receiver verbunden wird
  • Twin-LNB: An einem Twin-LNB finden Sie zwei Anschlüsse vor. Über Koaxialkabel werden sie mit dem Receiver verbunden. Twin-LNBs haben einen eingebauten Multischalter. Er teilt das Satellitensignal auf.
  • Quad-LNB: Dieses Bauteil ist wie der Twin-LNB aufgebaut, verfügt aber über einen eingebauten Multischalter
  • Octo-LNB: Mit diesem Gerät können Sie bis zu acht Receiver anschließen.

Jedes der genannten Modelle mit Mehrfachausgang verfügt über einen eingebauten Multischalter. Ihre Anschlussmöglichkeiten sind auf eine feste Anzahl beschränkt. Für den Anschluss von mehr als 8 Receivern benötigen Sie einen Quattro-LNB. Aufgrund der Namensähnlichkeit wird er häufig mit dem Quad-LNB verwechselt. Sie unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt. Der Quattro-LNB hat keinen eingebauten Multischalter. Dieser wird extern zwischen LNB und Receiver geschaltet. Die Verteilung selbst erfolgt nicht am LNB, sondern am Multischalter. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass beliebig viele Geräte angeschlossen werden können. Über 100 Weiterleitungen sind möglich.

Eine weitere Sonderform ist der DUO-LNB. Dieser auch als Monoblock-LNB bezeichnete Empfänger hat einen besonders breiten LNB-Knopf. Er ist auf zwei Satelliten gleichzeitig gerichtet. Mit ihm empfangen Sie Signale von Astra und Eutelsat zur gleichen Zeit. Der Programmumfang ist entsprechend höher.

LNBs mit besonderem Funktionsumfang

Eine weitere Möglichkeit zum Empfang mehrerer Satelliten ist ein Multifeed. Es handelt sich dabei um eine Parabolantenne mit mindestens zwei LNBs. Sie sind auf unterschiedliche Satelliten gerichtet. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtungen bezeichnet man Multifeed-Anlagen als schielende Antennen. Da der Spiegel nur auf einen Satelliten ausgerichtet werden kann, ist der Empfang der abweichenden LNBs schlechter. Richten Sie den Spiegel deshalb auf den für sie wichtigsten Satelliten aus. Zur Nutzung eines Multifeed reicht die normale Receiversteuerung (14/18V; 22kHz/0kHz) nicht aus. Man verwendet den Standard DiSEqC. Er bietet eine Vielzahl weiterer Einstellungsmöglichkeiten.

Zur Nutzung interaktiver Angebote nutzen Sie einen iLNB. Man spricht in diesem Zusammenhang von Rückkanalfähigkeit. Das bedeutet, dass Sie Signale nicht nur empfangen, sondern auch aussenden können. Viele Möglichkeiten eröffnen Ihnen in diesem Bereich digitale Receiver, die HbbTV unterstützen. Dabei handelt es sich um einen Teletext mit stark erweitertem Funktionsumfang.

Die bisher genannten LNB-Typen verteilen das Satellitensignal sternförmig. Von einem Zentrum aus wird es an alle Nutzer weitergeleitet. Eine andere Lösung bieten Unicable-LNBs. Sie haben nur einen Anschluss, an dem mehrere Receiver linear angeschlossen werden. Wie bei den anderen Methoden verwendet man Koaxialkabel. Die einzelnen Fernsehnutzer empfangen nicht das gesamte Frequenzband. Jeder Receiver empfängt ein spezielles User-Band. Es können allerdings nicht so viele Receiver wie mit einem externen Multischalter angeschlossen werden.

Worauf ist bei der Auswahl eines LNB zu achten?

Bei der Auswahl eines Geräts ist ihr individueller Bedarf entscheidend. In Haushalten mit bis zu vier Personen nutzen Sie Single-, Twin- oder Quad-LNBs. Zur Verteilung des Satellitensignals in größeren Haushalten oder Wohnanlagen verwenden Sie Quattro-LNBs mit externem Multi­schalter. Sie erwerben ihn separat. Einige Modelle empfangen zusätzlich zum Fernseh­programm terrestrischen Antennenrundfunk.

Monoblock-LNBs und Multifeed sind für Sie geeignet, wenn Ihnen eine breite Programmauswahl wichtig ist. Achten Sie vor dem Kauf mehrerer LNBs darauf, dass Sie mit ihrem Spiegel kompatibel sind. Multifeeds benötigen einen größeren Spiegel. Modelle mit Durchmessern bis zu 135 cm sind in Einzelfällen angebracht.

Die einzelnen Komponenten sollten witterungsbeständig und unempfindlich gegen mechanische Einflüsse sein. Nützlich sind dünne Folienabdeckungen. Sie schützen die Empfangsseite vor Verunreinigungen durch Vögel. Berücksichtigen Sie beim Kauf, dass die Folien empfindlich und schwer zu reinigen sind.

Achten Sie darauf, dass der LNB sowohl das hohe (High-Band) als auch das niedrige (Low-Band) Frequenzspektrum umsetzen kann. Bezeichnungen wie 'digitaltauglich' sind irreführend, da digitale Kanäle seit Abschaltung des analogen Sat-Empfangs auch im Low-Band übertragen werden. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang auch, dass die HD-Qualität nicht vom LNB, sondern von Receiver und Fernseher abhängt. Auch mit günstigen Geräten erhalten Sie gute Qualität.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist ein geringer Rauschpegel. Er gewährleistet, dass Sie die Signale in guter Qualität empfangen können.

Auf eBay finden Sie viele hochwertige Modelle für Ihren individuellen Bedarf. Single-LNBs stehen ebenso zur Auswahl wie Quattro-LNBs oder Multischalter. Zum Abschluss dieses kurzen Ratgebers erhalten Sie eine repräsentative Liste etablierter Hersteller:

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