Sat-Anlagen und mehr: Tipps und Tricks bei der Auswahl

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Sat-Anlagen und mehr: Tipps und Tricks bei der Auswahl

Das Satellitenfernsehen ist neben der Kabelübertragung und dem terrestrischen Antennen­rundfunk das wichtigste Übermittlungsmedium für Fernsehprogramme. Die Sat-Anlage bietet bei geringem monetären Aufwand viele Vorteile wie Sendervielfalt, Bild- und Tonqualität. Zum Empfang von Satellitenfernsehen ist lediglich die richtige Anlage notwendig. In vorliegendem Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Bestandteile. Die Satellitenschüssel und der Receiver stehen dabei im Zentrum. Weitere für die Signalteilung und Installation nützliche Utensilien werden ebenfalls kurz erklärt. Das Verständnis der Funktionsweise wird ihnen die Auswahl eines passenden Geräts erheblich erleichtern. Die wichtigsten Aspekte der einzelnen Bauteilen sind aus diesem Grund besonders hervorgehoben. Ein kurzer Überblick über Vor- und Nachteile sowie verschiedene Hersteller rundet die Einführung ab.

Wie funktioniert Satellitenfernsehen?

Der digitale Satellitenrundfunk (DVB-S) beginnt in einer Uplink-Station. Dabei handelt es sich um eine technische Einrichtung, von der aus die Sendeanstalten ihr Signal zu einem Satelliten ausstrahlen. Im Satelliten befindet sich ein Gerät, das die empfangenen Signale aufnimmt und selbstständig beantwortet. Man bezeichnet es als Transponder. Durch die Entfernung des Satelliten zur Erde und die fächerförmige Ausbreitung der Signale wird ein großes Gebiet erreicht. Der Fachbegriff ist Ausleuchtungszone oder Footprint. Auf der Landkarte zeigt es an, von welchen Gebieten aus ein Signal empfangen werden kann. Zum Empfang ist eine Satel­litenschüssel notwendig.

Funktionsweise einer Satellitenschüssel und Kaufhinweise

Man bezeichnet die Signalempfänger aufgrund ihrer Linsenform als Parabolantenne. Sie besteht aus zwei Teilen, einem Parabolspiegel und einem Signalumsetzer. Der Spiegel hat einen Durchmesser von 60-80 cm und besteht aus Aluminium oder Stahl. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Größe und Material Einfluss auf Empfang und Widerstandsfähigkeit haben. Große Schüsseln liefern einen besseren Empfang. Pulverbeschichtete Spiegel sind widerstands­fähiger als unlackierte.

Der Parabolspiegel hat die Aufgabe, das Satellitensignal aufzunehmen und zu reflektieren. Dadurch wird es aus dem Rauschen der kosmischen Hintergrundstrahlung herausgefiltert. Damit dies möglich ist, darf die Strahlung nicht durch Folien oder Kunstharz gedämpft werden. Achten Sie vor dem Kauf darauf, dass matte Lacke verwendet wurden. Glänzender Lack reflektiert Sonnenlicht und führt zur Überhitzung des Signalumsetzers.

Wenn sie eine Parabolantenne kaufen, sollten Sie zusätzlich einen Sat-Finder einplanen. Dieser erleichtert ihnen die Ausrichtung der Schüssel. Sie schließen ihn zwischen Receiver und Signalumsetzer an und bewegen anschließend die Schüssel, bis das Signal am stärksten ist. Der Vorteil an dieser Methode ist der Umstand, dass keine zweite den Bildschirm im Auge behalten muss. Gute Geräte haben einen Kompass, damit die gewünschten Satellitengruppen leicht gefunden werden können. Für Deutschland sind die wichtigsten Satelliten Astra und Eutelsat.

Aufnahme und Verarbeitung des Signals durch den LNB

Der Parabolspiegel bündelt das einfallende Signal mittels Reflexion in seinem Brennpunkt. An dieser Stelle befindet sich der rauscharme Signalumsetzer. Seine Form entspricht der eines Horns. Sie erleichtert die Aufnahme der Satellitenwellen. Sie finden unter seinem englischen Namen LNB (Low Noise Block) viele Modelle. Er hat verschiedene Aufgaben. Deren wichtigste besteht in der Modulation des eingehenden Signals. Er setzt es in seiner Frequenz herab, damit der Receiver es verarbeiten kann. Parallel dazu passt er den Widerstand der elektromagnetischen Welle an den Widerstand der Leitung an. Seine Hornform verhindert das Eindringen unerwünschter Strahlen. Eine Kunststoffkappe schützt sein Inneres vor Verschmutzung und Witterungseinflüssen. Der LNB ist über ein Koaxial- oder Lichtwellen­leiterkabel mit dem Receiver verbunden. Von diesem bezieht er auch seinen Strom.
  • Der LNB ist das zentrale Bauteil beim Empfang von Satellitenfernsehen. Bei der Auswahl gilt es entsprechend, einiges zu beachten. Man unterscheidet vier Grundtypen:
  • Single LNB:Hierbei handelt es sich um einen Signalumsetzer mit einem  Ausgang zum Receiver. Er ist zur Verwendung mit einem einzigen Gerät konzipiert.
  • Twin LNB:Modelle dieses Typs verfügen über zwei Ausgänge. Sie können mit zwei Receivern verbunden werden. Ermöglicht wird dies durch einen integrierten Multischalter.
  • Quad-LNB: Der Quad-LNB funktioniert nach demselben Prinzip wie der Twin-LNB. Er verfügt über einen integrierten Multischalter, hat aber vier Ausgänge.
  • Quattro-LNB: Dieses Modell hat vier Ausgänge, aber keinen integrierten Multischalter. Über die Anschlüsse wird es mit einem externen   Multischalter verbunden. Dieser ermöglicht den Anschluss von mehr als vier Receivern.

Die Auswahl eines LNB hängt davon ab, wie viele Mitglieder ihr Haushalt hat. Bedenken Sie, dass je ein Receiver über Koaxkabel mit dem LNB verbunden sein muss. Nur so kann voller Empfang auf allen Geräten gewährleistet werden. Quattro-LNBs sind für große Haushalte, Wohnanlagen und Betriebe geeignet. Für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte genügen Single- und Twin-LNBs.

Warum eine Offset-Antenne?

Empfehlenswert ist eine Offset-Antenne. Der Spiegel ist dabei nicht direkt auf den Satelliten gerichtet, sondern in einem abweichenden Winkel. Damit der LNB sich trotzdem im Brennpunkt befindet, ist auch sein Winkel verändert. Vorteilhaft wirkt sich diese Veränderung auf die Eingangsleistung aus. Der LNB blockiert den Strahleneingang nicht. Alle Wellen treffen ungehindert auf den Spiegel. Eine Offset-Antenne erspart ihnen zudem Arbeit. Da sie senk­rechter steht als eine normale Parabolantenne sammeln sich kaum Schnee und Staub an. Der Wartungs- und Reinigungsaufwand ist entsprechend geringer.

Weiterleitung des Signals zum Receiver

Über Koaxial- oder Lichtwellenleiterkabel gelangt das Signal zum Receiver. Auf ebay finden Sie eine große Auswahl von verschiedenen Herstellern. Messen Sie vorher ihren genauen Bedarf ab. Der Receiver dient der Umwandlung des modulierten Satellitensignals in ein Videosignal. Er ist zwischen LNB und Fernseher geschaltet. Der Receiver dient als Schnittstelle zu allen wichtigen Funktionen der Fernbedienung. Darüber hinaus steuert er den LNB so, dass nur die Signale durchkommen, die für den Empfang der Sender jeweils nötig sind.

Um seine Arbeitsweise zu verstehen, müssen Sie sich die Technik der Ausstrahlung vor Augen halten. Sender werden als elektromagnetische Wellen mit bestimmter Frequenz und Polarisation an die Haushalte geschickt. Unter Polarisation versteht man die Schwingungs­richtung der Wellen. Sie kann vertikal oder horizontal sein. Die Frequenz nimmt einen bestimmten Wert im hohen (High-Band) oder niedrigen (Low-Band) Frequenzbereich an. Um den gewünschten Sender auszugeben, manipuliert der Receiver das Signal. Über eine Spannungsveränderung im Antennenkabel verändert er die Polarisation. 14 V ist die vertikale, 18 V die horizontale Ebene. Die Frequenz wird durch die Ausgabe eines Tonsignals verändert. 22 kHz schalten ins High Band, 0 kHz ins Low-Band.

Sie müssen diese Funktionsweise berücksichtigen, wenn Sie über die Anschaffung eines Multischalters oder Sat-Splitters nachdenken. Im Schlusskapitel erhalten Sie zusätzliche Infor­mationen hierzu.

Worauf müssen Sie beim Kauf eines Receivers achten?

Man unterscheidet digitale und analoge Receiver. Da das analoge Satellitenfernsehen in Deutschland am 1.5.2012 abgeschaltet wurde, ist es an dieser Stelle nicht weiter von Belang. Es dient nur zur Veranschaulichung der Vorteile digitalen Sat-Empfangs. Bei größeren Übertragungsraten ist eine bessere Bild- und Tonqualität möglich.

Ihren digitalen Sat-Receiver wählen Sie dem individuellen Bedarf entsprechend aus. Für die Nutzung von Pay-TV ist ein Kartenslot im Receiver notwendig. In diesen führen Sie eine Smartcard ein. Auf ebay finden Sie auch sogenannte CI- bzw. CA-Modle. Bei diesen handelt es sich um Entschlüsselungshardware, in die die Karte eingesteckt wird. Das Modul selbst wird in den entsprechenden Schacht im Receiver geschoben. Dies ist dann nötig, wenn Karte und Receiver nicht dasselbe Entschlüsselungssystem unterstützen.

Wenn Sie viel aufnehmen wollen: zwei Modulschächte

Für Nutzer, die viel aufnehmen, eignen sich Receiver mit zwei Modulschächten. Sie können darin zwei Smartcards einführen und ein Programm ansehen, während Sie ein anderes aufnehmen. Ein Festplattenreceiver ist unter diesem Gesichtspunkt ebenso zu empfehlen. Hochwertige Geräte können zwischen 500 Gbyte und einem Terabyte speichern.

Einige digitale Sat-Receiver unterstützen HbbTV. Dabei handelt es sich um einen erweiterten Teletext, der über das Internet läuft. Wenn Sie den Dienst nutzen wollen, benötigen sie einen Receiver mit Ethernet-Anschluss.

Einige Voraussetzungen sollte jeder Receiver unabhängig vom Bedarf immer erfüllen. Hierzu zählen eine leise Prozessorkühlung, ein übersichtliches Display mit kontrastreichen Farben und ein geringer Stromverbrauch. Für den Bedienkomfort sind auch kurze Umschaltzeiten wichtig. Werte zwischen ein und zwei Sekunden sind gut.

Hier eine kurze Auflistung etablierter Hersteller verschiedener Receiver:

Wie verteilen Sie ihr Signal auf mehrere Nutzer?

Satellitenempfang hat den Nachteil, dass jeder Fernseher über einen eigenen Receiver und einen eigenen Zugang zum LNB verfügen muss. Damit Sie auch mehrere Receiver mit einer Satellitenschüssel betreiben können, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die erste davon ist ein LNB mit entsprechend vielen Anschlüssen. Es gibt LNBs mit integriertem Multischalter und 2, 4 oder 8 Anschlüssen. Zur Nutzung mehrerer Fernseher verlegen Sie ein Koaxialkabel von einem LNB-Anschluss zu einem Receiver. Hier eine kurze Auswahl namhafter Hersteller:

Wollen Sie bedeutend mehr Receiver an eine Satellitenschüssel schließen, verwenden Sie einen Multischalter. Er wird zwischen LNB und die einzelnen Receiver geschaltet. Die Verkabelung erfolgt sternförmig. Sie können Multischalter für verschieden viele Receiver kaufen. Mit einigen Modellen kann zusätzlich terrestrisches Antennenradio empfangen werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Teilung ist ein Sat-Splitter. Er spaltet das Antennenkabel und führt es zu zwei verschiedenen Receivern. Der Funktionsumfang gegenüber dem Multischalter ist eingeschränkt. Beim gleichzeitigen Betrieb zweier Fernseher werden manche Sender bei einem Gerät blockiert. Dies hängt mit der Polarisation und Frequenz zusammen. Wenn ein Receiver für einen Kanal ins Low-Band schaltet, ist das High-Band für den anderen Fernseher blockiert. Mit den Frequenzbereichen verhält es sich genauso. Ein Sat-Splitter ist dann sinnvoll, wenn Sie allein wohnen und mehrere Fernseher in unterschiedlichen Räumen nutzen wollen. Da sie nicht auf zwei gleichzeitig schauen können, ist der Nachteil der Senderblockierung unerheblich.

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