Sammler-Literatur: Alles über Papiergeld in Deutschland lesen

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Sammler-Literatur: Alles über Papiergeld in Deutschland lesen

Papiergeld wurde in verschiedenen Regionen der Welt immer wieder aus der Not heraus geboren. Das älteste heute bekannte Papiergeld stammt dabei aus China.
In Europa machten es später die Holländer vor - im 18. Jahrhundert gab es dann die ersten Versuche, Papiergeld auch in Deutschland zu etablieren. Dabei konnte es sich um verbriefte und nicht verbriefte Forderungen handeln. Überhaupt unterliegt das Papiergeld seit jeher großen Veränderungen. Auch wenn dieses historische Papiergeld längst nicht mehr über den aufgedruckten, nominalen Wert verfügt, so haben sich stattdessen zahlreiche Sammler gefunden, die den Noten eine neue Wertigkeit einhauchten.
Eine wichtige Grundlage für das Sammeln von Papiergeld aus den vergangenen Jahrhunderten ist die dazugehörige Literatur.

Die Anfänge des Papiergeldes reichen über 1000 Jahre in die Vergangenheit

Heute noch genießt Papiergeld nicht immer den vertrauenswürdigsten Ruf. Die Ursachen dafür finden sich immer wieder in der Geschichte des gedruckten oder handgeschriebenen Geldes. Schon die alten chinesischen Kaiser jener Zeit hatten Probleme, die wir auch aus der Gegenwart kennen. Einige Kaiser ließen die Geldnoten in großen Mengen anfertigen - es kam zu Inflationen. In der Folge wurde Papiergeld in China im 15. Jahrhundert wieder abgeschafft.

Marco Polo entdeckte die Banknoten und brachte die Informationen nach Europa. Doch bis zur ersten Ausfertigung von Papiergeld sollten noch viele Jahre ins Land ziehen. Die Holländer wagten den Schritt fast zeitgleich mit der Herausgabe der ersten Wertpapiere Anfang des 17. Jahrhunderts. Dort war man sich der Risiken bewusst: es musste zwingend immer ein entsprechender Gegenwert in Gold und Silber vorhanden sein. So verbrieften die ersten europäischen Noten das Recht auf Auszahlung eines nominal auf dem Papier festgelegten Gegenwerts in Edelmetallen.

Der Komfort, den Banknoten von nun an boten, machte sie so attraktiv

In Deutschland wurde das erste Papiergeld 1705 ausgegeben - nur acht Jahre später bestätigte das Reichskammergericht, dass die vom Staat herausgegebenen "Banco Zetteln" zur Zahlung zu akzeptieren seien. Der nächste Schritt folgte noch im selben Jahrhundert mit sächsischen und preußischen Tresorscheinen und Staatspapieren. Nochmals ein Jahrhundert später war das Papiergeld in Deutschland fest etabliert. Auch das Vertrauen war zu jener Zeit groß, schließlich konnte man gegen die Noten den aufgedruckten Wert in Münzen eintauschen.

Der hohe Nutzwert des Papiergeldes war vor allem das geringe Gewicht, denn 500 Silbertaler des Zollvereins wogen immerhin 9 kg. Dem standen nur wenige Gramm Papiergewicht gegenüber. Also begann sich die Produktion immer mehr auszuweiten. Doch schon zu Kaisers Zeiten wurde die Pflicht, einer Papiernote immer den entsprechenden Wert in Silber- und Goldmünzen gegenüberzustellen, beinahe aufgelöst. Es wurde so viel Papiergeld gedruckt, dass nur noch Deckung für ein Drittel der Noten bestand.

Mit dem Ersten Weltkrieg kam das erste Notgeld

Mit dem Ersten Weltkrieg gab es dann überhaupt keine Deckung mehr durch Edelmetallmünzen. Im Gegenteil: Der Staat benötigte die Metalle der Münzen für die Kriegsindustrie. Stattdessen wurde erstes Notgeld verteilt. Zur Hyperinflation und Weltwirtschaftskrise Anfang der 1920er wurde Inflationsgeld exzessiv gedruckt. Es kam so viel Geld in Papierform auf den Markt, dass nie mehr feststellbar sein sollte, wie hoch die Auflagen eigentlich waren.
Dazu kam Notgeld, das kurz zuvor speziell für Sammler gedruckt wurde. Aber auch der spätere Verlauf der Geschichte zerstörte ganze Währungen - sei es die Ostmark der DDR, die Reichsmark der Nationalsozialisten oder in der jüngsten Vergangenheit die Deutsche Mark, die dem Euro weichen musste.

Aussehen und Beschaffenheit der Papiernoten im Wandel der Zeit

Aus den unterschiedlichsten Gründen wurden Geldscheine dabei immer wieder verändert. Das ist bis heute so geblieben. Mit neuen Noten-Designs kam es gelegentlich auch zu Fehldrucken, außerdem versuchten die Notenbanken stetig, Papiergeld fälschungssicher zu machen - denn auch Ganoven erkannten hier seit Beginn der Geldnoten gewisse Vorzüge. Damit beim Drucken von neuem Geld eine gewisse Ordnung eingehalten werden konnte, wurde das Papiergeld in fortlaufenden Serien bedruckt, die darüber Aufschluss geben sollten, wann welcher Schein hergestellt wurde.
Fehldrucke wurden nach dem Erkennen der Qualitätsmängel eingezogen und es wurden neue Serien gedruckt. So war selbst innerhalb derselben Währung immer viel Bewegung im Aussehen des Papiergeldes. Dazu kommen verschiedene Nominalwerte und vor allem Umstände, die plötzlich das Ende der einen und den Beginn einer neuen Währung und damit von neuem Papiergeld bedeuten.

Die Notwendigkeit von Münz- und Papiergeldkatalogen wurde schnell von Sammlern erkannt

Aufgrund dieser vielschichtigen Faktoren gibt es von einigen Noten geringe Stückzahlen - hingegen sind andere Serien wie aus Zeiten der Hyperinflation noch fast 100 Jahre später in rauen Mengen vorhanden. Dazu gibt es zahlreiche Geschichten und Anekdoten, welche das Papiergeld begleiten. All diese Merkmale bestimmen den Sammlerwert historischen Papiergeldes. Es ist also nahezu unmöglich, nur alleine in Bezug auf die deutsche Papiergeld-Geschichte auch nur ansatzweise die wichtigsten Aspekte zu kennen.
Zum besseren Verständnis begannen erste Sammler, Münz- und eben auch Papiergeld-Kataloge zu veröffentlichen. So konnte plötzlich eine gewisse Übersicht über Geldscheinepochen erreicht werden. In den Geld-Katalogen finden sich die wichtigsten Daten zu den einzelnen Währungen, die in Deutschland jemals Gültigkeit besaßen.

Papiergeld-Kataloge zu allen Anlässen und Epochen

Einige Kataloge befassen sich mit relativ kurzen Zeiträumen, wie zum Beispiel die Serienschein-Kataloge, die Bezug auf das Notgeld des Ersten Weltkriegs nehmen, welches später speziell für Sammler gedruckt und eben als Serienscheine bekannt wurde. Oder es wird das Inflationsgeld der 1920er behandelt. Daneben gibt es Papiergeld-Literatur, die sich ausschließlich mit den ostdeutschen Banknoten befasst, andere Kataloge wieder greifen die Zeit ab 1871 bis heute auf.
Wieder andere Banknoten-Kataloge befassen sich ausschließlich mit der D-Mark, die übrigens immer noch ein Zahlungsmittel darstellt, das von Banken angenommen werden muss. Diese Papiergeld-Kataloge sind darüber hinaus reich bebildert mit den unterschiedlichen Notenserien, weisen wechselnde Designs auf und zeigen auch sehr spezielle Noten.

Allgemeinwerke stehen spezifischen Teilbereichen gegenüber

Für Sammler von Notgeld und Inflationsgeld gibt es noch zahlreiche Fachbücher, die die komplexen Strukturen zu erfassen versuchen. Denn neben dem Staat war es auch Kommunen, Gemeinden und sogar Vereinen und Unternehmen möglich, Notgeld zu drucken. Daher gibt es Bücher mit Ortsverzeichnissen, andere Werke hingegen befassen sich mit den dazugehörigen Hintergrundinformationen. Denn es gibt beispielsweise Notgeld, das nie in Umlauf gebracht wurde, weil es schon vor Druckbeginn von den steigenden Nominalwerten, ausgelöst durch die Inflation, überholt war.
So können Sie Fachbücher erstehen, die sich mit der gesamten Papiergeld-Entwicklung Deutschlands über Jahrhunderte befasst, während andere Buchreihen sehr speziell über kleine geschichtliche Ausschnitte und die dazugehörigen Besonderheiten berichten.

Wertermittlung und wichtige Attribute für Sammler

Dazu kommen Banknoten-Bücher, die sich mit dem Zustand und der Wertermittlung von Papiergeld befassen und darüber aufklären, wie unterschiedliche Noten vom Sammlerwert betrachtet werden können. Es werden Hilfestellungen zu bestimmten Scheinen gegeben, was zum Beispiel Details betrifft, die auf einer Note enthalten sein müssen. Die Literatur um die Papiernoten Deutschlands deckt also jedes Thema ausgiebig ab. Je nachdem, welches Sammlergebiet Sie besonders interessiert, können Sie die entsprechenden Buchserien auswählen.

Die Ansprüche an Banknoten-Kataloge und Fachbüchern über Papiergeld

Achten Sie dabei darauf, dass Sie die neueste Auflage eines Geld-Katalogs kaufen. Nur die aktuellen Auflagen enthalten wirklich alle Informationen und Erkenntnisse, die zu verschiedenen Noten, Serien und Währungen bis heute gewonnen werden konnten. Dazu kommen Trends bei den Sammlern, die vor ihrem Entstehen noch gar nicht abgehandelt werden konnten.
Insbesondere, wenn es um die Wertentwicklung vom historischen Papiergeld geht, kann ein Fachbuch durch zunehmende Popularität einzelner Währungen oder Noten-Serien in den inhaltlichen Informationen schnell überholt sein.

Gehen Sie auf Ihre persönlichen Vorlieben beim Sammeln ein

Sind Sie sich nicht sicher, fragen Sie beim Verkäufer nach oder wenden Sie sich direkt an den herausgebenden Verlag. Bei Auflagen, die schon älter sind, kann es zudem sein, dass eine Neuauflage unmittelbar bevorsteht. Beachten Sie außerdem, dass neben reinen Fakten gerade die Schätzungen auch auf sehr subjektiven Meinungen und Feststellungen beruhen können und vergleichbare Bücher, die sich mit derselben Epoche, Währung oder Notenserie befassen, vielleicht gänzlich andere und gegenteilige Informationen enthalten.

Gerade das Sammeln von historischem Papiergeld oder alten Wertpapieren beruht oftmals auf großer Leidenschaft der Sammler. Orientieren Sie sich zudem an Themen, die Sie persönlich interessieren. Beim Notgeld von deutschen Städten und Gemeinden besitzen Sie vielleicht einen Bezug zur Stadt oder Region, dann sollten Sie natürlich entsprechende Werke fokussieren. Ist es jedoch eine Epoche, die Ihr Interesse geweckt hat, können Sie nun noch mehr aus einem Buch erfahren, das sich exakt mit jener Ära befasst.

Die Fachliteratur kann Ihnen in vielerlei Hinsicht behilflich sein

Aber vielleicht besitzen Sie auch schon historische Geldscheine, die Sie gerne verkaufen möchten. Bevor Sie die Scheine anbieten, kann es sinnvoll sein, Informationen über die jeweiligen Geldscheine, Notenserien und die Währung selbst in Erfahrung zu bringen. Vielleicht halten Sie ja bereits historisches Papiergeld mit einem hohen Wert in Ihren Händen, ohne es zu wissen.
Die Papiergeld- und Münz-Kataloge sowie alle anderen Fachbücher, die sich mit dem deutschen Papiergeld beschäftigen, können Ihnen folglich in vielerlei Hinsicht eine große Hilfe bieten. Sei es aus einem geschichtlichen oder wirtschaftlichen Interesse heraus, oder einfach nur, weil Sie sich mit großer Leidenschaft dem Sammeln von Banknoten längst vergangener Tage widmen.

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