Sammelratgeber Streichholzheftchen

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Sammelratgeber Streichholzheftchen

Ihre Fachbezeichnung bedeutet wörtlich übersetzt „Freunde des Lichts“ und sie verfügen in der Regel über eine Menge zündender Argumente, die in Schachteln oder Briefchen getragen oder in Sammlervitrinen behütet werden können.
Die Faszination der Phillumenisten für das Sammeln von Streichhölzern, Streichholzheftchen und allem, was damit zusammenhängt, hat viele Gründe. Sie sind praktisch, sie sind klein und sie sind schön. Sie dienen dem Raucher ebenso wie dem Liebhaber von Kerzenlicht, sie lassen sich überall hin mitnehmen und leicht verstauen und ihr Aussehen erinnert oft eher an kleine Kunstwerke als an simple Gebrauchsgegenstände.
Streichholzheftchen hatten zu jeder Zeit ihre Anhänger, und gerade für Sammler sind die als besonders gelungen geltenden oder die alten Ausführungen von eigenem Wert.

Faszination Feuer und Streichholzheftchen

Tief verborgen bewegt den Menschen vielleicht das Gefühl, mit einem Streichholz die Macht über das Feuer in den Händen zu halten. Jahrtausendelang war es unseren Vorfahren nicht vergönnt, die lodernden Flammen zu entfachen. Die Abhängigkeit von Naturereignissen wie Blitzen oder Vulkanausbrüchen macht das Feuer zu etwas so Besonderem, dass es lange Zeit Hüter des Lichts gab, das durch Feuer repräsentiert wurde.
Durch Wald- oder Steppenbrände auf die Erde gekommenes Feuer musste eingefangen werden, um es nutzen zu können. Es wärmte und ab einem Zeitpunkt in der Geschichte war es bei der Speisezubereitung nicht mehr wegzudenken. Es wurde lebensnotwendig und es rettete Leben.
Wenn es verlosch, kam das einer Katastrophe gleich. Feuer ist ein Lebenselement und die tief verwurzelten Erinnerungen daran, als es noch nicht dauerhaft zur Verfügung stand, trägt der Mensch möglicherweise tief verwurzelt in sich. Das mag der Grund sein, warum ein Streichholzheft für einige etwas so Bedeutsames darstellt, dass sie sich zu Sammlern entwickelt haben.

Auch wenn es heute ohne Einschränkung zur Verfügung steht und immer wieder neu entfacht werden kann, hat das Feuer als Phänomen nichts von seiner Faszination verloren. Es kann keinem Aggregatzustand zugeordnet werden, es tanzt über festem Material ebenso wie über Flüssigkeiten und „frisst“ sie dabei auf.
Gase leuchten in allen Farben des Spektrums, wenn sie vom Feuer erfasst wurden, und verzehren sich darin mit jeder nur annehmbaren Geschwindigkeit bis hin zur Explosion. Ein Streichholzheftchen in den Händen zu halten bedeutet den Besitz geballter potenzieller Energie. Etwas von diesem „es werde Licht“ wird für den Menschen verfügbar.

Entwicklung des Streichholzes als Grundlage für Streichholzheftchen

Die moderne Geschichte der kleinen hölzernen Gesellen mit dem roten Kopf beginnt erst Anfang des 19. Jahrhunderts. In Varianten, die mit den heutigen Zündhölzern wenig oder gar nichts zu tun hatten, erst recht nichts mit den Hölzern in Heftchen, waren die praktischen Helfer beim Anheizen aber bereits viel früher bekannt. Die Chinesen verfügten im ersten Jahrtausend über Stäbchen aus Kiefernholz, im Mittelalter waren Schwefelhölzer in Europa verbreitet, die durch Funkenschlag und Zunderschwamm entflammt wurden.
Ausgerechnet ein Alchimist entdeckte im 17. Jahrhundert den weißen Phosphor und schuf damit die Grundlage für die Entwicklung von Streichhölzern. Zunächst verwendete man sogenannte Tunkhölzer, die aufgrund chemischer Reaktionen zwischen Zündkopf und Schwefelsäure entzündet wurden. Die Handhabung erwies sich in der Praxis durch die Säure als zu gefährlich und so wurden diese Zündwaren allmählich durch das Streichholz abgelöst.

Sicherheitsstreichhölzer

Die ersten Streichhölzer konnten aufgrund ihrer Beschaffenheit an jeder rauen Oberfläche angerissen werden. Das barg natürlich jederzeit die Gefahr der Selbstentzündung in sich. Während Anfang des 20. Jahrhunderts die Hölzer mit weißem Kopf per Konvention verboten wurden, weil der darin enthaltene weiße Phosphor ein zu großes Gesundheitsrisiko darstellte, entwickelte man die Hölzer mit rotem Phosphor zu Sicherheitszündwaren.
Ihre geänderte Zusammensetzung ließ nur noch ein Anreißen an Flächen zu, in denen die zum Entflammen notwendigen ergänzenden Komponenten eingelagert waren. Praktischerweise gab man diese „Reibeflächen“ den Heftchen und Schachteln mit.

Sturmstreichhölzer

Eine besondere Variante der modernen Zündwaren sind Sturmstreichhölzer. Sie werden durch eine Wachsversiegelung wasserdicht gemacht und können auch von starken Winden nicht ausgeblasen werden. Bewährt haben sie sich beim Einsatz im Militär, beim Trekking und Camping.
Lange Zeit waren Streichhölzer in Deutschland eine Monopolangelegenheit. Auf Grundlage des 1930 durch den Deutschen Reichstag verabschiedeten „Zündwarenmonopolgesetzes“ herrschte auf Betreiben eines schwedischen Industriellen bis 1983 eine Beschränkung bei Produktion und Vertrieb von Zündhölzern. Erst mit Ende der Gültigkeit dieses auf 53 Jahre ausgelegten Gesetzes regulierten sich die Preise für Zündwaren auf dem Markt ein.

Bedeutung von Streichholzheftchen

Am Anfang stand der praktische Nutzen für alle, die Feuer schnell griffbereit haben wollten. Ähnlich der Streichholzschachtel bot das Heftchen eine Kombination von Sicherheitszündhölzern mit Reibefläche. Flach und handlich passten sie in jede Tasche und waren eine Zeit lang gerade für Raucher ein unverzichtbares Utensil, um den Tabak zu entflammen.
Der Tabakkonsum umfasste vor noch gar nicht allzu langer Zeit völlig andere Dimension als heute. Erst durch intensive und dauerhafte Aufklärung über die Risiken des Rauchens wurde der Verbrauch von Tabakwaren erheblich eingeschränkt. Damals aber war es eher die Ausnahme, wenn jemand nicht rauchte. Die Werbeindustrie erkannte das Potenzial, das in dem millionenfachen Kontakten von Menschen mit den Streichholzschachteln lag.
So klein die Flächen auch waren, wurden Deckel, Rück- und Innenseiten der Heftchen zu Reklametafeln im Miniaturformat. Sie dienten als Werbebotschafter, die in geschickter Aufmachung mit Blickfang dazu verleiteten zuzugreifen. Auf den Rückseiten platzierte man Angaben zu Firmen und Dienstleistern, als wären es Visitenkarten. Und auch die bei der Benutzung offenliegenden Innenseiten wurden entweder zur Weitergabe von Informationen genutzt oder forderten dazu auf, sie für kurze Notizen zu nutzen.
Als Werbeträger waren die Heftchen damals unverzichtbar. Sie lagen als Give-aways in Gaststätten und Hotels, beim Friseur und im Weinhandel, in Drogerien und sogar beim Schuster und in Versicherungsagenturen.

Eine modernere Entwicklung löste die Streichhölzer ab. Mit der sich verbreitenden Nutzung günstiger Feuerzeuge wurden Streichhölzer, Schachteln und Heftchen auf die Reservebank verwiesen. Heutzutage erfüllt das Gasfeuerzeug die Anforderungen, die früher dem Holzstäbchen zukamen. Es werden Zigaretten, Zigarren, Tabakpfeifen und Kerzen damit entzündet, und Werbebotschaften werden in jeder Form, Farbe und Machart auf die Hüllen gedruckt. Nicht nur für Nostalgiker haben die Feuerzeuge eine weitaus weniger ästhetische Haptik als die Streichholzheftchen.

Und einen Vorteil bieten die kleinen Rotköpfe auch heute noch gegenüber den modernen Feuerzeugen: Sie funktionieren auch bei Minustemperaturen, bei denen ihre Nachfolger längst eingefroren sind.

Anekdote über Streichholzheftchen

Kein Geringerer als der Autor von „Der Name der Rose“, Umberto Eco, nannte die ab 1985 in einem römischen Magazin erscheinenden Kolumnen aus seiner Feder „La Bustina di Minerva“, übersetzt eben „Streichholzbriefe“.
Wer sich als Fan des italienischen Bestsellerautors versteht und zugleich für Streichholzheftchen interessiert, dem seien die Heftchen der Firma „Minerva“ empfohlen. Der Platz, der auf der für Notizen vorgesehenen Innenseite zur Verfügung steht, genügt, um seine Kolumne darauf zu schreiben, soll Eco gesagt haben.

Sammeln von Streichholzheftchen

Gefragt sind alle Arten von Streichholzheftchen, in erster Linie natürlich die besonderen, seltenen, ästhetisch und künstlerisch wertvollen Heftchen. Sammler durchforsten Kataloge und nutzen heutzutage dazu auch das Internet. In Foren findet reger Austausch statt, die Enthusiasten versorgen einander mit Tipps und den neuesten Informationen oder geben andererseits Suchanfragen für besondere Stücke auf.
Alte und abgegriffene Heftchen, denen man ihr langes Leben ansieht, werden von der einen Fraktion der Phillumenisten mit der gleichen innigen Leidenschaft betrachtet und bewundert, wie die unberührten, fabrikneu wirkenden Teile von anderen Sammlern. Einigkeit besteht darin, dass unwiederbringliche Zeitzeugnisse von größtem Interesse sind. Ein wichtiger Bestandteil dieser nostalgischen Szene sind Streichholzheftchen aus der DDR. Und dabei spielt es keine Rolle, ob auf den Deckeln für typische „Ostprodukte“ geworben wird oder nur der Hinweis vermerkt wurde, dass sie nicht in Kinderhand gehören.
Für manche sind Streichholzheftchen mit regionalen Bezügen die Favoriten in ihren Sammlungen. Für Fans des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten bieten sich die Heftchen aus den USA an. Auf der anderen Seite des großen Teiches sind so viele Kultmarken beheimatet, dass ein wahrer Fundus für den Sammler zu entdecken ist. Wer auf bestimmte koffeinhaltige Limonaden steht, auf Zigarettensorten oder spezielle amerikanische Städte, wird bei eBay finden, was sein Sammlerherz begehrt. Aber Sie müssen nicht in die Ferne schweifen: Heimatverbundene Sammler finden ihre Lieblingsstücke aus Deutschland ebenso unter den angebotenen Exemplaren wie andere besondere Exemplare in Form von Streichholzetiketten.

Der Wert von Streichholzheftchen

Wahrer Wert liegt im Besonderen. Massenerscheinungen und Dinge, die überall verfügbar sind, erscheinen weder wertvoll, noch ist man dazu bereit, einen hohen Preis dafür zu bezahlen. So verhält es sich auch mit Streichholzheftchen. Besonders gut gelungene Exemplare oder Ausführungen mit Werbung von Unternehmen, die Kultstatus haben, erzielen ebenso höhere Preise wie seltene Stücke. Zur Sammelleidenschaft gehört auch, die Raritäten und ihren Preis und Wert zu kennen sowie die Bereitschaft, dafür zu zahlen.

Streichholz(heftchen) und Ökologie

Nüchterne Betrachtungen sollen der Sammlerleidenschaft keinen Abbruch tun. Für die Umwelt ist der Rückgang von Produktion und Verwendung der zugegeben praktischen Begleiter ein Segen. Für ihre Herstellung musste die Umwelt gleich doppelt herhalten, benötigten doch sowohl die Hölzer als auch die Heftchen Bäume, um entstehen zu können. Was es an weniger geschlagenem Holz aufgrund der Entwicklung gibt, wird auf Dauer der Baumbestand dem Menschen danken.
Wenn Sie bereits Sammler sind, entdecken Sie bei eBay nicht nur eine große, sondern auch gut sortierte Auswahl an Streichholzheftchen. Sollten Sie andererseits gerade jetzt auf den Geschmack gekommen sein, aber noch zweifeln, denken Sie daran, dass in der Phillumenie, der „Freundschaft zum Licht“ über die kleinen Heftchen hinaus auch weitere Dinge gesammelt werden.
Ganz vorn dabei rangieren die etwas dickeren Schwestern der Streichholzheftchen, die Streichholzschachteln. Jetzt liegt es bei Ihnen, ob Sie sich auf das Sammelabenteuer der kleinen Erleuchtungen einlassen wollen.

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