Sahnestücke für Sammler: Briefmarken der sowjetischen Besatzungszone mit Abarten

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Sahnestücke für Sammler: Briefmarken der sowjetischen Besatzungszone mit Abarten

Briefmarken der Nachkriegsjahre

Die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sind aus geschichtlicher Sicht für viele Menschen aus verschiedenen Gründen interessant: Die Teilung Deutschland in die vier Besatzungszonen sorgte für unterschiedliche politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Auch für Philatelisten, also Briefmarkensammler und -kenner, ist diese Zeit sehr spannend: Dank der verschiedenen Postsysteme der vier Mächte gab es und gibt es natürlich auch eine ganze Reihe von unterschiedlichen Briefmarken, die sich in Währung und Motiv stark voneinander unterscheiden. Viele Sammler spezialisieren sich auf eine der vier Besatzungszonen, da es bereits viel Zeit und Lust benötigt, um all die Marken einer einzelnen Besatzungszone zusammenzutragen.

Postwertzeichen der Sowjetischen Besatzungszone

Wenn Sie sich zum Beispiel für die Postwertzeichen der Sowjetischen Besatzungszone interessieren, gibt es 27 Dauermarken mit Aufdruck, 16 Sonderbriefmarken, ebenso viele neue Marken und einen Briefmarkenblock zu entdecken. Die ersten Briefmarken wurden dabei bereits im Juni 1945 an die Bevölkerung verteilt und verloren in der DDR erst am 31. Dezember 1951 ihre Gültigkeit, da die Deutsche Demokratische Republik fortan selbst mit der Produktion von Briefmarken begann. Selbstverständlich finden Sie diese und noch viele andere Marken bei eBay.

Wichtige Motive der Nachkriegszeit auf Briefmarken

Philatelisten interessieren sich oft für die Geschichte, die von den verschiedenen Briefmarken erzählt wird: Motive, die typisch für ihre Zeit waren, sowie Aufdrucke, die propagandistische Zwecke erfüllten, sind mitunter unersetzliche Zeitzeugen. Nachdem es 1948 zum Bruch zwischen den westlichen Mächten und der Sowjetunion kam, änderten sich auch die Briefmarken, die von nun an mit einem SBZ (Sowjetische Besatzungszone) versehen waren. Die einzelnen Motive der Marken wurden auch so gewählt, dass sie das Volk milde stimmen sollten. So wurden zum Beispiel alltägliche Berufe, wie Maurer, Bauer, Arbeiter oder Baumpflanzer als Motiv gewählt, die auch heute noch begehrte Sammlerstücke auf Einzelmarken sind. Und natürlich wurden auch für den Sozialismus wichtige Personen auf den Postmarken verewigt: Neben diversen Briefmarken mit einem Abbild von Karl Marx gab es auch Marken mit dem Konterfei des Politikers August Bebel und weiteren wichtigen Personen. Aber auch der Berliner Bär war ein beliebtes Motiv, da Berlin ein wichtiges Machtzentrum für das gesamte Deutschland gewesen ist.

Populäre Briefmarken

Auch deutsche Künstler wurden mit Abbildungen geehrt: So gab es zum Beispiel zum 200. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1949 gleich sechs verschiedene Sondermarken. Zum 30. Todestag von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurde ebenfalls eine Sondermarke erstellt, die mit einer Auflage von fünf Millionen weit verbreitet war. Die populärste Briefmarke dieser Zeit war allerdings die 24-Pfennig-Marke der SBZ, die sowohl einen Maurer als auch eine Bäuerin zeigt und mit fast 80 Millionen Exemplaren von 1948 bis 1950 in der Besatzungszone enorm verbreitet war. Fast jede Sammlung von Marken, die Sie bei eBay zu diesem Thema finden können, beinhaltet mindestens eine dieser Marken. Selbst in vielen Alben der DDR-Zeit lassen sich noch die eine oder andere „Maurer und Bäuerin“-Marke finden. Zwei sehr beliebte Sondermarken dieser Zeit beschäftigen sich mit der Leipziger Herbstmesse der Jahre 1459 und 1469 - von ihnen wurden jeweils sechs Millionen Exemplare ausgegeben. Philatelisten interessieren sich für diese Marken besonders, da sie in viele verschiedene Spezialsammlungen passen und nicht nur für Sammler, die sich auf diese Epoche spezialisiert haben, von Interesse sind.

Abarten der SBZ-Briefmarken

Wenn im Zusammenhang mit der Philatelie der Begriff „Abart“ verwendet wird, handelt es sich um den Fachausdruck für Fehldrucke von Postmarken. Die verschiedenen Missbildungen sind mitunter sehr wertvoll und bei vielen Sammlern sehr beliebt. Manche Philatelisten spezialisieren sich komplett auf die diversen Abarten, doch auch für normale Sammlungen sind die fehlerhaften Briefmarken von nicht zu unterschätzendem Wert, da sie viele Sammlungen erst komplettieren. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Fehlern, die sich beim Drucken einschleichen können: Bei einem sogenannten Abklatsch wurde das Bild ungewollt auf die Rückseite gedruckt, also auf die gummierte Klebeseite der Marke. Die häufigste Abart ist ein Aufdruckfehler, der sich zum Beispiel im Motiv erkennen lässt: Oft fehlten einzelne Bestandteile des Bildes oder Teile des Motivs standen zum Beispiel auf dem Kopf. Auch die Zähnung ist bei vielen Fehldrucken im Vergleich zum Original falsch ausgestanzt worden. So spricht man von einer „Teilzähnung“, wenn mindestens eine der vier Seiten gar keine Zähne besaß und komplett gerade ausgeschnitten wurde.

Manchmal trat auch ein Größenunterschied der einzelnen Zähne auf, was natürlich nicht gewollt war, heute aber einen enormen Wert bedeuten kann – gerade bei älteren Briefmarken. Ebenfalls sehr selten und wertvoll sind sogenannte „Verzähnungen“, bei denen die Marken in der Druckmaschine verrutscht waren und dadurch die Zähnung durch die gesamte Briefmarke führte. Die bisher genannten Abarten betreffen jedoch meistens nur einzelne Briefzeichen. Es gibt allerdings auch Fehldrucke, die sich über ganze Druckaufträge ziehen: Wenn die Druckplatte fehlerhaft war und das während der Produktion nicht aufgefallen ist, konnte es zu Tausenden von letztendlich unbrauchbaren Postwertzeichen kommen. Diese Plattenfehler sind jedoch sehr selten und kommen auch kaum auf den freien Markt, weshalb solche Exemplare auch enorm wertvoll sind: Viele Philatelisten würden gerne ihre Sammlungen mit diversen Plattenfehlern vervollständigen. Wenn auch Sie auf der Suche nach solchen Briefmarken sind, werden Sie mit Sicherheit bei eBay fündig.

Wertunterschiede der diversen SBZ-Briefmarken

Wie bei fast jedem Sammlerobjekt gilt auch bei Briefmarken: Je neuwertiger das Objekt der Begierde ist, desto höher ist der Wert. Dabei werden Briefmarken grundsätzlich in zwei verschiedene Kategorien eingeteilt: Gestempelte Briefmarken waren bereits im Umlauf, sind also auf einem Brief, einer Postkarte oder sonstigen Postware befestigt gewesen. Manchmal wurde zum Entwerten einer Briefmarke ein Sonderstempel benutzt, der wiederum – abhängig von Alter und Anlass – für eine erhöhte Wertigkeit sorgen kann. Doch im Normalfall sind Briefmarken, die einen Stempel tragen, weniger Wert, als solche, die noch nicht benutzt wurden, sogenannte "postfrische" Marken. Diese sind bei Sammlern äußerst beliebt. Allerdings gibt es gerade bei geringen Auflagen von Briefmarkensets oft das Problem, dass aufgrund des geringen Angebotes kaum postfrische Briefmarken zu finden sind und einem Philatelisten oft nichts anderes übrig bleibt, als auf eine bereits gestempelte Marke zurückzugreifen.

Stempel und Briefumschläge der sowjetischen Besatzungszone

Es gibt viele Sammler, die nur sekundär an den Briefmarken interessiert sind, da sie sich hauptsächlich mit den Stempeln befassen möchten. Dabei geht es sowohl um das Datum, an dem die Postmarke abgestempelt wurde, als auch um den Ort des Postamtes, in dem der Brief bearbeitet wurde. Sehr beliebt sind sogenannte Ersttagsbriefe, die ihren Namen daher haben, weil die Briefmarke, die zum Verschicken des Briefes genutzt wurde, am selben Tag ihr Erscheinungsdatum hatte. Ganze Sammlungen werden um Ersttagsbriefe aufgebaut, weshalb viele Verkäufer die Briefmarke nicht vom Umschlag trennen. Dies hat einerseits den Vorteil, dass geschichtliche Hintergründe (zum Beispiel berühmte Absender beziehungsweise Empfänger) bewahrt bleiben, andererseits wird der Stempel so auch vollständig behalten. Denn oft werden Stempel so gesetzt, dass lediglich ein gewisser Prozentsatz des Stempels auf der Briefmarke zu erkennen ist und nicht der komplette Stempel. Das ist natürlich Sammlern, die sich auf Stempel spezialisiert haben, ein Dorn im Auge, da sie lieber ein komplettes Abbild auf der Marke sehen würden.

Aus diesem Grund wurden viele Einzelbriefmarken als sogenannte Bedarfsbriefe verkauft. Bei einem Bedarfsbrief handelte es sich um einen ganz normalen Brief, der die Korrespondenz zwischen Privatpersonen oder Firmen beinhaltete und alle möglichen Alltagspapiere transportierte. Viele Postmarken werden alleine deshalb nicht von den Briefumschlägen gelöst, weil es die Authentizität zerstören würde: Sammler interessieren sich nicht nur für die Marke an sich, sondern auch für die Geschichte der jeweiligen Zeit. Ein Umschlag, der zum Beispiel aus dem besetzten Teil Deutschlands in die Sowjetunion geschickt wurde, kann nicht nur aus nostalgischen, sondern auch aus historischen Gründen sehr wertvoll sein. Ein Brief, der mit einer Marke aus der Bundesrepublik Deutschland in der Sowjetischen Besatzungszone gefunden wurde, ist eine kleine Rarität. Solche und andere Raritäten finden Sie natürlich bei eBay.

Eine neue Briefmarkensammlung beginnen

Wenn Sie zum Briefmarkenliebhaber werden möchten, erst ganz neu dabei sind oder sich noch nicht mit einer Epoche auskennen, dann ist es von Vorteil, wenn Sie die ersten Schritte mit sogenannten Lots und Posten beginnen. Dabei handelt es sich um eine nicht näher definierte Anzahl von Briefmarken, die aus einem einzelnen Themengebiet stammen. Das Lot bezeichnet dabei eine geringe Anzahl von Briefmarken. Posten hingegen können ganze Sammlungen beinhalten und sogar als Kiloware tatsächlich mehrere Kilogramm umfassen. Ihr Vorteil: Wenn Sie noch keine Briefmarken aus der Epoche haben, mit der Sie sich näher beschäftigen wollen, können Sie durch Posten und Lots nicht nur viel Geld sparen, sondern bekommen zugleich auch eine gute Grundlage für eine Sammlung. Es ist auch möglich, gleich ganze Sammlungen und Alben zu kaufen, doch für manche Philatelisten geht es nicht nur um das Besitzen, sondern vor allem um das Entdecken der Briefmarken, um die Jagd nach fehlenden Teilen sowie um das Zusammenstellen von eigenen Sammlungen. Wenn Sie auf der Suche nach Abarten von Briefmarken sind, die in der Sowjetischen Besatzungszone in den Jahren 1948 bis 1951 genutzt wurden, sollten Sie sich intensiv bei eBay umschauen, denn dort gibt es eine riesige Auswahl an verschiedenen Plattenfehlern und sonstigen Fehldrucken. Und vielleicht können Sie – gerade mit Lots und Posten – die eine oder andere Rarität günstig ersteigern.

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