Sägen und Sägeblätter richtig auswählen: Bandsägen, Kreissägen, Stichsägen und passende Blätter

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So wählen Sie Sägen und Sägeblätter richtig aus: Bandsägen, Kreissägen, Stichsägen und passende Blätter

Die Säge zählt zu den am häufigsten privat und gewerblich verwendeten Werkzeugen. Zur Grundausstattung zählt ein Sägeblatt mit unterschiedlich ausgeprägten Zähnen. Über diese mechanisch einfache Basis hinaus gibt es viele Variationen, mit denen unterschiedliche Werkstoffe auf verschiedene Weise bearbeitet werden können. Im folgenden Ratgeber sollen drei Arten von Sägen besonders im Vordergrund stehen. Es handelt sich dabei um Bandsägen, Kreissägen und Stichsägen.

Zu Beginn jedes Abschnitts erfahren Sie alles Wichtige zu den Funktionsweisen der Modelle. Daran anschließend erhalten Sie Informationen zu den spezifischen Vorteilen und Anwendungsbereichen. Besondere Berücksichtigung erfährt die Art und Weise, wie die Sägen mit unterschiedlichen Sägeblättern ausgerüstet werden können. Im Rahmen der Entscheidungsfindung können Sie die kurze Einführung als erste Orientierungshilfe nutzen.

Aufbau und Funktionsweise einer Bandsäge

Bei einer Bandsäge handelt es sich um eine Maschine, deren wichtigstes Bauteil ein zu einem Ring verschweißtes Sägeblatt ist. In der Regel handelt es sich dabei um stationäre Maschinen. Ausnahmen bilden elektrische Handbandsägen, die kleiner sind und flexibler genutzt werden können. Eine dritte Art sind Tischbandsägen. Man verwendet sie vorzugsweise in Schreinereien.

Die Grundidee hinter der Bandsäge ist es, Holz zu sägen, ohne mit einer Rückbewegung absetzen zu müssen. Bei Sägen, die nicht in beide Richtungen sägen können, ist diese unwirtschaftliche Zusatzbewegung notwendig. Gerade in Sägewerken ging man deshalb dazu über, über Umlenkrollen geführte Bandsägen zum Bearbeiten von Holz zu verwenden. Der Sägevorgang wird nicht abgebrochen, das Sägen verläuft schneller und es wird weniger Energie verbraucht.

Handbandsägen sorgen für zusätzliche Flexibilität. Bedenken Sie aber, dass die verringerte Größe zu einem geringeren Funktionsumfang führt. Handbandsägen können nicht in gleichem Maße für alle Anwendungen genutzt werden wie stationäre Ausführungen. Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Über die Holzverarbeitung hinaus nutzt man Bandsägen in Metzgereien. Sie sind gut dazu geeignet, gefrorenes Fleisch zu trennen. Mit den entsprechenden Mitteln lassen sich neben geraden auch abgebogene und runde Schnitte durchführen. Darüber hinaus lassen sich mit ihr Metall, Kunststoff, Leder und Textilien bearbeiten.

Welche Vorteile bietet Ihnen eine Bandsäge?

Ein erster positiver Aspekt besteht in den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Mit Bandsägen kann man verschiedene Werkstoffe bearbeiten. Vorteilhaft ist weiterhin, dass der Schnitt nicht unterbrochen ist. Der Motor treibt das Sägeblatt an, das durchlaufend über zwei Rollen geführt wird. Durch den ruhigen Sägeblattlauf auf einer geraden Linie wird der Verschleiß verringert, die Effektivität gesteigert und der Prozess durch eine geringere Temperatur sicherer. Verschiedene Schnittarten sind möglich. Hierzu zählen auch geschweifte Schnitte.

An welchen Qualitätsmerkmalen erkennen Sie eine gute Bandsäge?

Achten Sie zuerst auf die Schnittgeschwindigkeit, den Vorschub und die Zahnteilung. Die Vorschubbewegung wird in mm/Minute angegeben. Sie gibt an, wie schnell sich Werkstück und Bandsäge aneinander vorbeigeführt werden. Die Zahnteilung gibt an, wie viele Sägezähne sich auf einem Zoll des Sägeblattes befinden. Man unterscheidet feine Zahnungen (bis zu 24 Zähne pro Zoll) von groben (wenige Zähne pro Zoll).

Damit die Säge effektiv arbeitet, ist es wichtig, dass sie Materialien schnell trennt. Die optimale Zerspanung ist dann gewährleistet, wenn das Verhältnis zwischen Schnittgeschwindigkeit und Vorschub optimal ist. Für das Maß der Effektivität ist außerdem die Beschichtung des Sägeblatts von besonderer Bedeutung. Sie ist dann erforderlich, wenn keine zusätzliche Kühlung die Temperatur des Sägeblattes senkt. Eine mangelhafte Beschichtung führt zu Überhitzung und verstärktem Verschleiß.

Bei Handsägen sollte das Gewicht möglichst niedrig sein. Nur so ist längeres Arbeiten ohne Ermüdung möglich. Eine integrierte Staubabsaugung sorgt für zusätzlichen Komfort bei der Arbeit. Im Rahmen komplexerer Arbeiten kann die Nutzung von Präzisionsrollen, Fahrwerken, Transportstangen und Längsanschnitten notwendig sein. Entnehmen Sie der Produktbeschreibungen, ob die entsprechenden Zusätze im Lieferumfang enthalten sind.

Beim Erwerb eines zusätzlichen Sägetisches ist darauf zu achten, dass er sich ausreichend neigen lässt. Bis zu 45° Neigung sollten möglich sein. Vergleichen Sie beim Kauf stationärer Modelle die Werte, Durchlassbreite, Schnitthöhe und Schnittgeschwindigkeit.

Weiterhin ist Sicherheit von höchster Relevanz. Hierzu zählt in erster Linie ein robustes Gehäuse. Bewährt hat sich solides pulverbeschichtetes Stahlblech. Ein Überlastungsschutz bei zu hoher Spannung ist ebenso empfehlenswert wie eine Motorbremse, die im Notfall den Betrieb der Säge einstellt. Achten Sie beim Kauf auf die entsprechenden Sicherheitssiegel.

Wie sind Kreissägen aufgebaut und wie funktionieren sie?

Kreissägen sind wie Bandsägen äußerst vielfältig einsetzbare Maschinen. Man nutzt sie zur Verarbeitung von Holz, Metall, Kunststoff und Stein. Das Anwendungsspektrum beschränkt sich fast ausschließlich auf den professionellen Bereich (Werkstätten, Baustellen). Sie sind in der Regel aus Grauguss hergestellt. Neben schweren Kreissägen für den stationären Gebrauch gibt es handliche Modelle zur mobilen Nutzung.

Der Aufbau der stationären Modelle umfasst im Wesentlichen zwei Teile, einen Tisch und die Säge. Das Sägeblatt befindet sich in der Mitte des Tisches. Der Antrieb erfolgt über einen Motor. Um die Neigung und die Höhe des Sägeblattes einzustellen, nutzt man eine Handkurbel an der Seite des Geräts. Optional nutzt man ein elektronisches Interface zur Anpassung an das Werkstück.

Mit einem Parallelanschlag ist es möglich, das Material auf eine vorher definierte Breite zuzusägen. Hierfür nutzen Sie eine im Werkzeug integrierte Breitenskala. Mit einer weiteren Skala auf der anderen Seite stellen Sie den Zuschnittwinkel genau ein. Auf einem Rolltisch können Sie das gesägte Material zwischenlagern, ohne dass es Sie beim Sägen behindert.

Da es sich bei der Kreissäge um ein leistungsfähiges scharfes Werkzeug handelt, spielt Sicherheit eine besondere Rolle. Zum Schutz der Hände tragen Schutzhauben bei, die man über der Säge in Position bringt. Sensoren an modernen Geräten erkennen, wenn ein Körperteil des Arbeitenden mit der Säge in Berührung kommt. Sie schaltet sich in diesem Fall sofort ab. Mit einem Spaltkeil trägt man Sorge dafür, dass keine Späne in das Gesicht des Arbeiters gelangen. Der Keil fängt die Kleinteile ab und macht es unnötig, in die Kreissage zu fassen. Damit er seine Funktion optimal wahrnehmen kann, positioniert man ihn möglichst nah am Sägeblatt. Beachten Sie, dass die Arbeit ohne Spaltkeil sehr gefährlich ist. Schutzbrillen und Schutzhandschuhe sind ebenfalls wichtig.

Welche Vorteile hat eine Kreissäge und worauf müssen Sie beim Kauf achten?

Der erste große Vorteil besteht in der flexiblen Anwendbarkeit. Aufgrund ihrer hohen Leistung können Kreissagen eine Vielzahl robuster und leichter Materialien bearbeiten. Gegenüber Handsägen überzeugen Sie mit einer sehr viel höheren Sägegeschwindigkeit. Je nach Bedarf statten Sie sie mit unterschiedlichen Sägeblättern aus. Der Austausch erfordert keine fachlichen Kenntnisse. Jeder Besitzer kann ihn ohne Probleme selbst durchführen.

Man unterscheidet einteilige Kreissägeblätter und Verbundkreissägeblätter. Modelle des ersten Typs werden aus Bandstahl herausgestanzt und mit Zähnen versehen. Aufgrund der besseren Eigenschaften von Verbundsägeblättern verlieren sie zunehmend an Bedeutung. Verbundsägeblätter bestehen aus einem Metallgrundkörper, auf den Diamant oder Hartmetall aufgelötet ist.

Bei der Auswahl einer Kreissäge ist die Leistung des Motors ein wichtiges Qualitätskriterium. Sie richten sich hierbei nach Ihrem persönlichen Bedarf. Wollen Sie das Werkzeug lediglich im Privaten nutzen, genügen Modelle mit bis zu 230V. Die Leistung beträgt in diesem Fall über 2.000 Watt. Wollen Sie die Säge täglich in größerem Umfang nutzen, greifen Sie auf Modelle mit 380V und Leistungen bis zu 3.000 Watt zurück.

Ihr persönlicher Bedarf ist weiterhin ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Kreissäge. Spezielle Anforderungen kann es zum Beispiel geben, wenn Werkstücke von besonderer Länge bearbeitet werden sollen. Man nutzt in diesem Fall Formatkreissägen. Sie bestehen zusätzlich aus einer Unterflurzugkreissäge und einer normalen Kreissäge. Darüber hinaus gibt es Gehrungssägen für den Innenbereich und Kaltkreissägen, die ohne Zugabe von Kühlflüssigkeit funktioniert.

Ein besonders wichtiger Aspekt bei der Auswahl ist die Sicherheit. Verlässliche Aussagen hierzu macht das GS-Siegel. Die Abkürzung steht für geprüfte Sicherheit. Achten Sie darüber hinaus, dass eine robuste Abdeckung vorhanden ist. Die zum Antrieb notwendigen Keilriemen sollten ebenfalls verkleidet sein. Die Größe des Tisches ist davon abhängig, welche Werkstücke Sie bearbeiten wollen. Die Schnitttiefe sollte sich leicht verstellen lassen.

Wissenswertes über Stichsägen

Stichsägen werden zum Schneiden von weicheren Materialien wie Holz und Gips verwendet. Das schmale, lange Sägeblatt ist von einer Seite in die Säge eingespannt. Aufgrund der handlichen Bauart kann die Stichsäge ohne Probleme von einer Person geführt werden. Für härtere Materialien sind Stichsägen eher nicht geeignet. Für Beton, Fliesen und Stein ist das Sägeblatt zu dünn.

Das Sägeblatt selbst kann ausgewechselt werden. Durch die Spanntechnik geht dies schnell und unkompliziert. An der Unterseite steht es etwas hervor, sodass man leicht in das Material hineinsägen kann. Zur Ergänzung der Stichsäge nutzt man Bohrmaschinen. Dies ist notwendig, wenn man einen Werkstoff von innen nach außen bohren will. Man bohrt ein kleines Loch vor und sägt von diesem nach außen. Stichsägen können nicht von oben angesetzt werden.

Moderne Stichsägen verfügen über eine Sägeblattstütze. Dadurch wird die Stabilität des Werkzeugs während des Arbeitsprozesses erhöht. Die Haltbarkeit der Sägeblätter wird dadurch ebenso verbessert wie die Genauigkeit.

Eine Erweiterung der normalen Ausführung stellen Stichsägen mit Pendelhub dar. Ihr Sägeblatt bewegt sich während des Sägens regelmäßig vor und zurück. Dadurch bleiben Späne nicht hängen und das Bewegen der Säge wird leichter. Die verkürzte Arbeitszeit macht Sägen dieses Typs für all diejenigen interessant, die häufig größere Holzmengen sägen müssen.

Welche Vorteile bringt der Kauf einer Stichsäge mit sich?

Stichsägen sind sehr gut dafür geeignet, präzise Schnitte auszuführen. Es ist möglich, kleine Formen und Figuren auszuschneiden. Enge Kurven sind ebenfalls kein Problem.

Für Stichsägen gibt es viel Zubehör in Form zusätzlicher Sägeblätter. Sie unterscheiden sich in Größe und Feinheitsgrad der Zähne. Sie können damit Werkstoffe unterschiedliche Qualität optimal bearbeiten. Mit einigen Aufsätzen kann Eisen geschnitten werden. Zur zusätzlichen Modifikation kann man Raspeln und Feilen aufsetzen.

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