STERBEBILD

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  -  was ist das?

Sterbebilder gibt es spätestens seit dem 17. Jahrhundert und werden diese auch bezeichnet als:

Sterbebildchen - Sterbezettel - Trauerbild - Trauerbildchen - Trauerzettel - Totenbild - Totenbildchen - Todesnachricht - Leichenzettel - Grabzettel - Parte - Partezettel, im englischsprachigen Raum Death-Card - Death-Note oder in Holland Bidprentjes.
Im holländischen Raum waren diese Bidprentjes besonders beliebt, siehe Sammlungen Albertinum/Nimwegen, Museum Amstelkring/Amsterdam oder Central Bureau voor Genealogie/Den Haag.

Nachweislich alte Sterbebilder gibt es in Holland aus dem Jahr 1668, in Würzburg aus 1672 und in Bayern aus 1840, eine Abbildung des Verstorbenen selbst aber erst ab ca. 1885.
Bei uns fanden/finden diese Sterbebilder - versehen mit Sinnsprüchen, Gebetstexten, Zitaten aus der Bibel oder von Kirchenvätern - hauptsächlich Verwendung in katholischen Familien, die diese während eines Requiems (Totenmesse) an die Trauergäste verteilen um damit auch um ein Gebet für den Verstorbenen zu bitten.

Von großer Bedeutung waren früher Abbildungen wie z.B. die Passion Christi, der Kreuzweg, der Tod am Kreuz, Ölberg-Todesangstszenen, die Auferstehung, Christus und Maria als Trostspender oder auch 'wundertätige' Heilige bekannter Wallfahrtsorte, besonders in Bayern.
Aus einer von ca. 1880 bis 1950 auf dem Sterbebild umfangreichen Textgestaltung war so manches zu erfahren über Familien- Gesellschafts- und Berufsstand, Verdienste beim Militär, Kriegsauszeichnungen, öffentliche Ämter, weltliche und geistliche Ordensverleihungen, Ehrenzeichen und Mitgliedschaften sowie das Alter und/oder ob der Verstorbene als 'tugendsamer Jüngling oder Jungfrau' gestorben war oder gar den Heldentod fand.

Persönliche Anmerkung:
Als ich meine Sammlung von Sterbebildchen begann, streifte mich schon öfters der Gedanke ob diese Sammelleidenschaft nicht etwas makaber ist.
Doch jetzt, wo ich an das Auflösen meiner Sammlung denke, und ich mich mit jeder eBay-Artikelbeschreibung dabei auch gedanklich besonders intensiv mit jedem Verstorbenen befasse, gilt wohl

  • EIN MENSCH IST ERST DANN TOT, WENN NIEMAND MEHR AN IHN DENKT

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