Ruhe für den Rücken: bequem arbeiten auf Rollhockern

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Ruhe für den Rücken: bequem arbeiten auf Rollhockern

Rollhocker

Für manche sind sie nicht Fisch, nicht Fleisch - für die anderen aber das ideale Sitzmöbel. Schnell und platzsparend, sind sie vor allem dann angezeigt, wenn man sich häufig, aber nicht dauerhaft hinsetzen muss. Sie sind deshalb in Praxen besonders beliebt, bei denen sich sitzend zum Patienten gesellt und schnell durch den Raum gerollt werden muss. Rollhocker erlauben ein ermüdungsfreies Sitzen bei maximaler Mobilität. Dabei achten moderne Rollhocker besonders auf eine gesäßfreundliche Polsterung und eine komfortable Federung. Unebenheiten und Schläge werden so vom Fußboden ideal abgefangen und auf dem Weg zum Kreuz vollständig verschluckt. Glatte Oberflächen machen Rollhocker leicht zu reinigen. Dabei sind sie aber zumeist ausschließlich Gebrauchsgüter und müssen keinen repräsentativen Zwecken dienen. Aus diesem Grund ist ihre Bespannung zumeist aus Kunstleder, was die Kosten auch für einen hochwertigen Rollhocker im Rahmen hält. Im Gegensatz zu hochwertigen und repräsentativen Schreibtischsesseln, zeichnen sich Rollhocker deshalb als dynamische und preiswerte Gebrauchsmöbel aus, bei denen aber auch mit wenig Geld schon sehr ästhetische und zuverlässige Qualität erreicht werden kann.

Aufbau eines Rollhockers

Obwohl es gewisse Unterschiede gibt, ist der prinzipielle Aufbau eines Rollhockers doch meistens sehr ähnlich.

Die Rollen

Der Aufbau beginnt mit belastbaren, gut gekapselten und leichtgängigen Rollen. Diese sind mit einem Gummiring außen davor isoliert, Kratz- und Laufspuren in empfindliche Böden zu hinterlassen. Außerdem reduziert eine Gummiummantelung das Laufgeräusch des Rollhockers erheblich. Es gehört zur Verwendung von Rollhockern dazu, dass sie häufig hin- und her bewegt werden, darum ist die Isolierung gegen Rollgeräusche unerlässlich. Jede Rolle ist an einem Arm befestigt, der zu einem zentralen Mittelfuß führt.
Der Übergang von Rolle zum Arm ist einer der kritischsten Punkte an einem Rollhocker. Bei minderwertigen Rollhockern bricht die Führung der Rolle irgendwann aus. Dies ist sehr ärgerlich, da dieses Bauteil in der Regel nicht repariert werden kann. So kann aus einem an sich noch brauchbaren Roller aufgrund eines kleinen Bruchs schnell ein Fall für die Entsorgung werden. Bei einem Kauf des Rollers sollte er deshalb auf diese Schwachstelle hin überprüft werden.

Anzahl der Rollen

Entlastend wirken sich für die Rollen ihre Anzahl aus. Je mehr Rollen das Gewicht des Hockers und des Benutzers tragen, desto weniger belastet wird die einzelne Rolle. Es hat sich aber das 5-Rollen-Design durchgesetzt, weshalb kaum noch Hocker mit einer anderen Anzahl von Rollen verfügbar sind. Allerdings sagt der Werkstoff von Arm und Zentralfuß etwas über die Qualität des Rollhockers aus: Ist dieser aus verchromten Stahl, ist weniger von einem unvermittelten Bruch auszugehen, als wenn der Arm aus Plastik ist. Mit ein wenig Kenntnis in Statik kann man ebenfalls einschätzen, wie dauerstabil die Rollen am Arm befestigt sind: Die Mittelachse der Rolle und ihre Aufnahme im Arm sollten möglichst nah aneinander stehen. Dies hat zwar auch Einfluss auf den verwendeten Radius der Rolle. Dennoch: Je weiter die Mittelachse der Rolle und die Steckachse der Aufnahmen voneinander entfernt sind, desto größer ist die Hebelwirkung auf die Fassung am Arm - und damit auch seine Belastung. Es gibt spezielle Designs, in denen die Steckachse und die Mittelachse fast übereinander stehen. Dies ist der optimale Fall.

Die Arme an sich machen in der Regel keine Probleme. Brechende oder verbiegende Arme sind im normalen Gebrauch nicht zu erwarten.

Die Federung des Rollhockers

Die Federung des Rollhockers wird in der Regel durch eine Gasdruckfeder hergestellt. Diese kann meist stufenlos über einen Bedienhebel in der Höhe verstellt werden. Diese preiswerten und einfachen Systeme sind meistens sehr zuverlässig und langlebig. Es sind aber Verschleißteile, die irgendwann durch ermüdende Dichtungen ihren Innendruck verlieren können. Sie können einfach ausgetauscht werden. Aber Vorsicht: Gasdruckfedern stehen unter einem hohen Druck. Sie dürfen nicht unsachgemäß geöffnet werden. Es besteht hohe Verletzungsgefahr, wenn eine Gasdruckfeder gewaltsam geöffnet oder unsachgemäß entsorgt wird. In den Betriebsanleitungen der Rollhocker wird immer genau Auskunft darüber gegeben, wie mit verbrauchten Gasdruckfedern zu verfahren ist.

Die Polsterung

Die Polsterung besteht bei den meisten Rollhockern aus Kunstleder, welches auf ein Stück Pressholz aufgetackert ist . Das macht Rollhocker sehr leicht zu reparieren, wenn die Polsterung oder der Bezug einmal beschädigt sein sollte. Da die Sitzeinheit bei Rollhockern meistens mit vier Holzschrauben an der Führung der Gasdruckfeder verschraubt ist, kann sie auch vom Laien entfernt werden. Bei einem professionellen Polsterer ist die Reparatur eines Rollhockers deshalb meistens sehr preiswert möglich. Beim Kauf eines Rollhockers sollte man aber auf seine maximale Belastbarkeit achten. Im Zuge einer immer dicker werdenden Gesellschaft ist die 100-Kilo-Grenze vieler Rollhocker für manche Benutzer nicht mehr ausreichend. Ein schnellerer Verschleiß bzw. Bruch an den kritischen Stellen ist daher zu erwarten.

Der exotische Dauerbrenner: Der Elefantenfuß

Unter dem Begriff "Rollhocker" lässt sich aber auch ein anderes Gerät recherchieren. Diese als "Elefantenfüße" bezeichneten Kleinmöbel sind aber eigentlich nicht zum Sitzen gedacht. Vielmehr sind es kleine Tritthilfen, um beim Suchen und Einräumen in Schränken und Regalen einen sicheren Stand zu haben. Im Gegensatz zu Leitern sind diese Formen von Tritthilfen frei im Raum beweglich. Sobald man sie aber betritt, bzw. sich auf sie draufstellt, federn die Rollen ein und der Hocker steht fest auf dem Boden. Man kann also, im Gegensatz zu den normalen Rollhockern, nicht auf ihnen hin- und herrollen. Für das Sitzen sind sie aber schon aus hygienischen Gründen weniger geeignet: Da er vollständig als Tritt- und Steighilfe gedacht ist, ist er meistens relativ verschmutzt. Um ihn im Notfall doch als Sitzmöbel verwenden zu können, gibt es spezielle Schutzhauben. Das ist aber wirklich nur für den Notfall zu empfehlen, als Dauerlösung taugen Elefantenfüße keinesfalls als Sitzgelegenheit. Das fehlende Polsterung macht da nur den Anfang: Für jedes Verrücken muss der Benutzer vom Elefantenfuß aufstehen und den Hocker per Hand in die neue Position bringen. Man sollte also genau nachfragen, was gewünscht ist, wenn man den Auftrag bekommt, nach einem "Rollhocker" zu recherchieren.

Rollhocker sind rückenfreundlich

Ein besonderes Feature von Rollhockern ist, dass sie den Rücken nicht übermäßig entlasten. Dadurch, dass der Rücken nicht völlig entspannt an einer kuscheligen Lehne Platz findet, bleibt die Rückenmuskulatur in Bewegung. Man ist bei einem Rollhocker gezwungen, auf sein Gleichgewicht zu achten. Dies hält den Benutzer wach und aktiv. Kombiniert mit den Hin- und Herbewegungen im Raum wird auch die Fuß- und Beinmuskulatur beansprucht. Das wirkt sich positiv auf die Muskeln, Bänder und Sehnen des Rückens aus. Sitzmöbel ohne Rückenlehne werden daher auch verstärkt bei reinen Büroarbeitsplätzen eingesetzt.

Rollhocker: Praktisch und komfortabel

Rollhocker haben durch die fehlende Rückenlehne einen besonders geringen Platzbedarf. Sie verschwinden unter Tischen und Bänken und schaffen so schnell Platz für andere Anwendungen. Gerade in Praxen für Krankengymnastik kann dieser Vorteil entscheidend sein. So kann auch in einem kleinen Raum schnell Platz für eine Boden- oder Turnübung geschaffen werden. Die Qualität eines Rollhockers findet sich hier aber in allen Komponenten wieder: Die Rollen müssen belastbar, gut gekapselt und immer leichtgängig sein. Die Federung und die Polster müssen ausreichend und entlastend ausgelegt sein. Es empfiehlt sich dringend, hier genau auf Qualität und Marke zu achten und Schnäppchen aus zweifelhafter Herkunft zu ignorieren.

Rollhocker: Breite Auswahl

Rollhocker ist nicht gleich Rollhocker. Es gibt sie in vielen verschiedenen Variationen. Meistens betreffen diese Variationen den Bereich des Sitzes: Von sattelförmigen Sitzen bis zu Sitzen mit kleinen Rückenstützen gibt es eine breite und interessante Auswahl an Rollhockern. Bei der Materialauswahl gibt es zumeist nur die Wahl zwischen weißen oder schwarzen Kunstleder, ebenso wie beim Stützsystem nur zwischen Chrom und Kunststoff variiert wird. Aber auch damit lassen sich die meisten Wünsche an einen Rollhocker erfüllen.

Rollhocker: Lieferung und Aufbau

Ein Rollhocker wird in der Regel im zerlegten Zustand geliefert. Der Aufbau und die Montage sind aber sehr einfach und meistens ohne Werkzeug zu erledigen. Wenn doch Werkzeug benötigt wird, ist es meistens ein Bestandteil der Lieferung. Die Rollen des Rollhockers werden einfach kräftig in die entsprechenden Füße eingesteckt, bis sie durch ein spür- und hörbares Einrasten ihren korrekten Sitz verkünden. Der Rest wird meistens einfach zusammen gesteckt. Nur die Metallplatte, welche den Zentralfuß mit dem Sitz verbindet, wird meistens mit vier Holzschrauben befestigt. Dies geht am schnellsten mit einem Akkuschrauber, vor allem wenn man eine größere Lieferung an Rollhockern aufzubauen hat. Die Verpackung besteht meistens nur aus dem Pappkarton der Lieferung und ein paar Kunststofftüten. Diese sind leicht zu entsorgen. Aber bitte auf das korrekte Recycling achten!

Rollhocker: Reinigung und Wartung

Das häufigste Verschleißteil bei einem Rollhocker sind die Rollen. Diese nutzen ab, indem sie sich mit Fäden und Haaren umwickeln, die Lager an Leichtgängigkeit verlieren oder das Gummi der Lauffläche sich abnutzt. Die Reparatur einer einzelnen Rolle lohnt in der Regel nicht. Sie lassen sich aber leicht und preiswert ersetzen. Meistens verschleißen aber an einem Rollhocker alle Rollen mehr oder weniger gleich schnell und stark, weswegen der Austausch aller Rollen meistens sinnvoller ist, als nur die beschädigte Rolle zu wechseln. Die Gasdruckfeder kann bei Qualitätshockern ebenfalls getauscht werden. Dieses Ersatzteil ist aber meistens recht teuer, weswegen diese Investition im Verhältnis zum Restwert des Hockers stehen sollte. Bei eBay lassen sich alle Ersatzteile für Rollhocker finden. Insgesamt sind Rollhocker recht einfach in gutem Zustand zu halten.
Die Rollen und die Federmechanik sollte man ab und zu mit einem guten Schmiermittel besprühen (z.B. WD-40), das kann lästigem Quietschen vorbeugen oder es ganz beseitigen. Den Chrom- oder Kunststofffuß kann man mit einfachem Reiniger (z.B. Badreiniger aus der Sprühflasche oder Spülmittel) von Schmutz und Staub befreien. Für die Sitzfläche empfiehlt sich ein spezieller Reiniger für Kunstleder. Man sollte aber keine lösemittelhaltigen Reiniger verwenden, das greift den Kunststoff vom Fuß und Bezug meistens stark an. So kann man sich einen neuen Hocker mit Bremsenreiniger schnell zerstören - in diesem Fall greift auch keine Garantie oder Gewährleistung.

Qualität zahlt sich aus

Es ist ein Unterschied, ob ein Rollhocker satt, stabil und gerade über den Kachelboden rollt - oder ob er dies mit einem Ächzen, Quietschen und Rappeln tut. Auch sollte der Sitz stets kippsicher empfunden werden, sonst ist es mit der rückenschonenden Wirkung des Rollhockers schnell vorbei. Wenn man sich beim Sitzen immer fühlt, als würde der Rollhocker umkippen, führt das sehr schnell zu schmerzhaften Verkrampfungen entlang der ganzen Wirbelsäule. Selbst der Nacken kann davon betroffen sein. Das kann bis zu einer Krankmeldung des Mitarbeiters führen. Dann hat man nach einem Fehltag schon den Kaufpreis für den besten Rollhocker verschwendet. Aus diesem Grund sollte Qualität immer das oberste Gebot beim Kauf eines Rollhockers sein. So spart man langfristig Geld und hat stets ein gutes und sicheres Gefühl beim Gebrauch seines Rollhockers.

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