Routerspeicher richtig installiert – So rüsten Sie einen Router auf

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Routerspeicher richtig installiert – So rüsten Sie einen Router auf

Mit wenigen Handgriffen lässt sich ein Router heute zu einem NAS-Speicher für das lokale Netzwerk erweitern. Das ist wichtig, denn inzwischen gibt es in nahezu jedem Haushalt viele unterschiedliche Geräte, die auf den direkten Zugriff auf einen Datenspeicher angewiesen sind.

Es ist also ein unbestreitbarer Vorteil, wenn möglichst viele Daten auf einem zentralen Speicher im Heimnetzwerk hinterlegt werden können. Dazu eignen sich Router ausgezeichnet. Häufig verfügen sie über einen zusätzlichen USB-Anschluss. Daran können externe Festplatten oder andere Speichermedien angeschlossen werden. Ohne dass ein PC hochgefahren werden müsste, ist so der Datenzugriff für jedes an das Heimnetzwerk angeschlossene Gerät gewährleistet.

Netzwerkfähige Speicherlaufwerke für den Router

Netzwerkfestplatten - häufig auch als NAS-Speicher (Network Attached Storage) bezeichnet – sind eine klassische Lösung, um die Daten des lokalen Netzwerks unabhängig von einem Server für jeden Netzwerkteilnehmer zugänglich zu machen. Allerdings sind NAS-Geräte meist mit Funktionen ausgestattet, die im privaten Bereich gar nicht benötigt werden. Außerdem sind sie relativ kostspielig.

Eine NAS-Alternative, die noch dazu kostengünstig ist, bieten moderne WLAN-Router, die über eine NAS-Funktion verfügen. Diese sogenannten NAS-Router können nämlich sowohl USB-Sticks als auch externe Festplatten als Datenspeicher verwenden. Damit erhalten alle Nutzer des Heimnetzwerks problemlos Zugriff auf die gespeicherten Daten.

Die Voraussetzung dafür, dass diese Anschlüsse funktionieren, ist der sogenannte USB-Host-Anschluss, über den NAS-Router aber standardmäßig verfügen. Es gibt inzwischen sogar Geräte, die zwei dieser Anschlüsse verfügbar haben. Außerdem kann man die Anzahl der Anschlussmöglichkeiten auch durch die Verwendung eines USB-Hub erweitern. Damit würden innerhalb des Netzwerks beliebig viele Speichermöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Achtung: Es gibt WLAN-Router, die über einen integrierten Speicher verfügen. Dieser ist aber meist für die Nutzung im Netzwerk zu klein dimensioniert. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, externe Speichermedien zur Speichererweiterung zu nutzen. Schnelle externe Festplatten sind zum Beispiel teilweise schon deutlich unter 100 Euro erhältlich und bieten eine hohe Speicherkapazität.

Der richtige Anschluss ist wichtig

Normalerweise erkennt der Router die externen Speichermedien automatisch. Es gibt aber zusätzliche Konfigurationsroutinen, die von Modell zu Modell etwas unterschiedlich ausfallen können. Diese Routinen sind wichtig, um spezielle Rechte für den Datenzugriff einzurichten. Es sollte immer ein Nutzer als sogenannter „admin" fungieren. Er ist damit berechtigt, die grundsätzlichen Einstellungen am Router und die Zugriffsrechte auf die Speichermedien zu verändern oder festzulegen.

Diese Voraussetzungen müssen vor der Einrichtung von Speichererweiterungen für einen Router bereits gegeben sein:

  • Der Router selbst muss bereits konfiguriert sein.
  • Es wurde schon ein Set-up für die Einrichtung der Internet- und der lokalen Netzwerkverbindungen ausgeführt.

Tipp: Wenn Sie nicht sicher sind, ob diese Voraussetzungen gegeben sind, rufen Sie einfach eine beliebige Webseite im Internet über Ihren PC oder ein ans Netz angeschlossenes Laptop auf. Funktioniert die Verbindung einwandfrei, kann der USB-Speicher am Host-Anschluss des Routers im Netzwerk eingerichtet und genutzt werden.

Datensicherheit ist wichtig

Die Daten auf der Speichererweiterung des Routers sollten so gut wie möglich geschützt werden. Um den USB-Speicher passend einzurichten, steht in den meisten Fällen eine Weboberfläche zur Verfügung. Hierfür gibt es herstellerabhängig Zugangsdaten. Diese Zugangsdaten benötigen Sie auch, wenn Sie später von einem Computer oder Laptop Daten auf den NAS-Router übertragen möchten.

Achtung: Wenn Sie mit einem Betriebssystem von Microsoft Windows arbeiten, können Sie hier die Funktion „Anmeldedaten übernehmen" auswählen. Damit ist es nicht mehr notwendig, bei jedem Zugriff auf den Datenspeicher erneut die Zugangsdaten einzugeben.

Auf der Weboberfläche können nun die Zugangsregelungen festgelegt werden. Hier wird auch das Passwort eingerichtet, dass den Router und die angeschlossenen USB-Speicher vor dem Zugriff unbefugter Dritter schützt. Normalerweise kann man hier auch die Zugriffsrechte der einzelnen User festlegen. Dazu gibt es zwei verschiedenen Einstellmöglichkeiten, und zwar:

  • Vollzugriff – der User darf Dateien auslesen und abspeichern.
  • Nur-Lese-Zugriff – der User darf Dateien zwar lesen, aber nicht verändern. Er kann auch keine eigenen Dateien in dem Netzwerkspeicher abspeichern.

Die jeweils gewählte Einstellung gilt dann für alle Netzwerkteilnehmer. Die Vergabe von Einzelrechten ist bei NAS-Routern in der Regel nicht vorgesehen.

Achtung: Angaben über die Webadresse für die Benutzerfläche des Routers finden Sie in der Regel im Bedienungshandbuch des Herstellers.

Auf die Schnelligkeit achten

Ausschlaggebend für die Schnelligkeit der Datenübertragung ist die maximal mögliche Datentransferrate zwischen den angeschlossenen Netzwerkgeräten und dem NAS-Router mit Speichererweiterung. Hier gibt es herstellerbedingte Unterschiede. Tatsache ist aber, dass man Geduld haben muss, denn die Übertragungsraten sind relativ gering.

Die Übertragen vom Netzspeicher auf den PC oder umgekehrt vom PC auf den Netzspeicher liegen hier im Bereich von etwa fünf bis maximal 10 Mbyte in der Sekunde. Ältere Geräte, die nur über einen USB-Host nach Standard 1.1 verfügen, erreichen manchmal nur Transferraten, die unter ein Megabyte pro Sekunde absinken können.

Tipp: Wenn es mal schnell gehen muss mit dem Speichern, kann man den USB-Netzwerkspeicher vom Router trennen und direkt an Notebook oder PC anschließen. Schließlich liegt die Datentransferrate an einem normalen 2.0-USB-Anschluss zwischen 25 und 30 Megabyte pro Sekunde. Damit wäre sowohl der Zugriff als auch das Abspeichern in einer deutlich kürzeren Zeit möglich.

Den NAS-Router als Medienserver nutzen

Wenn das heimische Netzwerk nicht nur aus PCs und Laptops besteht, sollte der NAS-Router über die Funktionen eines Media-Servers verfügen. Dann können auch Multimediageräte wie der Fernseher, verschiedene Abspielgeräte oder Tablet und Smartphone eingebunden werden.

Kauftipp: Achten Sie beim Routerkauf darauf, dass der NAS-Router über einen integrierten DLNA- oder UPnP-AV-Media-Server verfügt.

Normalerweise ist dieser Medienserver schon bei der Installation des NAS-Routers aktiviert. Wird nun die Speichererweiterung über den USB-Host-Anschluss mit dem Router verbunden, durchsucht der Medienserver den Datenspeicher automatisch nach verwendbaren Multimediadateien und erstellt ein entsprechendes Inhaltsverzeichnis von Bildern, Filmen oder Musiktiteln. Auf diesen Index kann jedes an das Netzwerk angeschlossene Gerät zugreifen und die entsprechenden Dateien abspielen.

Achtung: Das Streamen von Musik oder Videos durch Geräte, die mit dem Heimnetzwerk verbunden sind, funktioniert nur dann, wenn diese Geräte auch über einen sogenannten Streaming-Client verfügen. Ob das zum Beispiel bei Ihrem Fernseher oder DVD-Player der Fall ist, entnehmen Sie dem jeweiligen Bedienungshandbuch oder den entsprechenden Technischen Datenblättern auf der Webseite des Geräteherstellers.

Herstellerbedingte Besonderheiten und aktuelle Testergebnisse

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Hersteller für WLAN-Router. Bevor Sie sich für einen Router entscheiden, sollten Sie die individuellen Merkmale der bekanntesten Geräte kennen. Ihre Funktionen sind nicht zuletzt ausschlaggebend dafür, wie effektiv man damit eine Speichererweiterung für den Router nutzen kann.

Zu den bekanntesten Routern gehören unter anderem:

  • AVM (Fritz!Box)
  • Netgear
  • D-Link.

Die Fritz!Box – ein Gerät für viele Anwendungen

Bei der Fritz!Box von AVM stehen gleich zwei Anschlussmöglichkeiten für USB-Speicherweiterungen zur Verfügung. Hier können Sie zum Beispiel eine Voreinstellung einrichten, mit der Sie festlegen, welcher Speicher durchsucht werden soll.

Die Fritz!Box Fon WLAN 7390 weist aber noch weitere Komponenten auf, die auch im Hinblick auf eine Speichererweiterung nicht unbedeutend sind. So arbeitet der Router zum Beispiel im kabelgebundenen LAN-Netzwerk auf Gigabit-Basis, im WLAN mit einem Dual-Band. Damit können gleichzeitige Übertragungen im 2,4- und im 5-Gigahertz-Band erfolgen. Integriert sind hier außerdem ein VDSL-Modem und eine komplette Telefonanlage mit DECT-Basisstation. Außerdem ist ein hochwertiger Medienserver integriert.

Die beiden USB-Host-Anschlüsse ermöglichen eine problemlose Speichererweiterung mit differenzierten Eigenschaften. So kann zum Beispiel eines der externen Speichermedien für die reine Datenspeicherung im Netzwerk verwendet werden. Ein zweites externes Laufwerk können Sie für die Aufnahme von Multimedia-Dateien einrichten. Das erleichtert beim differenzierten Zugriff die Suchroutinen und führt so automatisch auch zu einer schnelleren Datenübertragung.

Mit einem Preis von etwas über 200 Euro (exklusive der Speichererweiterung) liegt man hier aber auch schon in einem höheren Kostenbereich. Im Test erhielt die Fritz!Box von AVM die Note „sehr gut".

Der D-Link DIR-645-Router

Auch hier steht Ihnen ein schnelles Gigabit-LAN-Netz zur Verfügung. Allerdings ist der WLAN-Zugang auf das 2,4-Gigahertz-Band beschränkt. Über einen USB-Host-Anschluss kann hier eine externe USB-Speichererweiterung problemlos betrieben werden. Es ist übrigens nicht möglich, den Zugriff auf den Netzwerkspeicher in irgendeiner Form einzuschränken. Soll über den USB-Anschluss auch ein Drucker betrieben werden, der allen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung steht, müssen Sie einen zusätzlichen USB-Hub anschließen.

Der WLAN-Router von D-Link verfügt über einen integrierten DLNA-Medienserver, der Multimediadaten im Heimnetz verteilen kann. Ein zusätzliches Modem ist nicht vorhanden, aber dafür kann der D-Link-Router mit einem sehr geringen Stromverbrauch punkten.

Für kleinere Netzwerke, bei denen ein einzelner externer Datenspeicher am Router ausreicht, ist er jedoch gut geeignet. Auch dieses Gerät wurde im Test mit „sehr gut" bewertet und kostet nur knapp 100 Euro.

Der schnellste WLAN-Router bei der Datenübertragung zum Speicher

Netgear bietet mit dem Modell WNDR4500 einen WLAN-Router, der im Dual-Band arbeitet und extrem hohe Geschwindigkeiten beim Surfen im Internet ermöglicht. Er verfügt – genau wie die Fritz!Box von AVM, über zwei gesonderte USB-Host-Anschlüsse. So können entweder zwei externe Speicher oder ein externer Speicher und ein Drucker im Netzwerk bereitgestellt werden.

Bei der Datentransferrate vom USB-Host des Routers innerhalb des Heimnetzwerkes liegt das Gerät von Netgear an der Spitze. Bis zu 9 Megabyte pro Sekunde Datentransferrate beim Speichern konnte keiner der anderen Router erreichen.

Einen kleinen Nachteil gibt es aber: Mit 9 Watt Leistungsaufnahme zeigt der Netgear WNDR4500 auch den höchsten Stromverbrauch aller getesteten Router. Der Preis liegt bei etwa 189 Euro.

Eine kurze Zusammenfassung zum Schluss:

Der interne Routerspeicher ist nicht ausreichend für das Heimnetzwerk. Als externe Speichermedien eignen sich für kleine Datenbestände USB-Sticks, für größere Dateien eher externe Festplatten.

Damit ein Router mit diesen Speicherweiterungen versehen werden kann, sollte schon beim Routerkauf darauf geachtet werden, dass ein USB-Host-Anschluss vorhanden ist. Zwei dieser Anschlüsse sind besser, weil hier entweder zwei verschiedene Speicher oder ein Speicher und ein Drucker im Heimnetzwerk betrieben werden können.

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