Rollenmarkenkauf- Was ist zu beachten?

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Beim Kauf von Rollenmarken gibt es einige Besonderheiten und Fallgruben zu berücksichtigen, die ich hier kurz zusammenstellen möchte:

- Rollenenden  (Leerfelder)
Die Art des Rollenendes, genauer das Papier und zum Teil die Gummierung des RE, bestimmt den Preis. So kann z.B. durch das Austauschen eines "einfachen" alttürkisen Rollenendes bei der Serie "Brandenburger Tor" durch ein "saftgrünes" der Preis vervielfacht werden. Solche Beispiele gibt es für jede Rollenmarkenserie. Das Problem ist, dass alle Rollenenden nur konventionell an die eigentlichen Marken angeklebt wurden. Manche Rollenenden dabei "von hause aus" bereits so locker angeklebt, dass sie fast von selber abfallen. Ein so abgefallenes Rollenende weist im "Bestfall" noch nichtmals Spuren einer Klebung im Papier auf. Hat man zwei solcher abgefallenen Rollenenden, z.B. ein saftgrünes bei Unfallverhütung, wo diese keine Seltenheit sind und z.B. ein gelbtürkises bei Burgen&Schlösser, so kann man das saftgrüne an die Burgen&Schlösser Marken ankleben, ohne das die Manipulation sichtbar wäre. Selbst unter UV Licht kann man oft keine Spuren mehr erkennen. Beim Ersteigern solcher Stücke ist also Vorsicht angesagt. Oft kann noch nichtmals ein Prüfer entscheiden, ob ein Rollenende tatsächlich das ursprüngliche ist.

- Rollenenden (1 + 4)
Rollenenden mit nur einer Marke können durch das Ankleben von Leerfeldern eine einfache Briefmarke zum "Rollenende" aufwerten.
Hier gilt das oben gesagte, speziell bei sehr seltenen Marken. Generell sollte man (meiner Meinung nach) RE mit nur 1 Marke wohl nur im ausnahmefall, z.b. bei sehr alten Serien  wie "Bedeutende Deutsche" abwärts sammeln.

-geknickte RE und Marken
Viele ältere Rollenenden wurden geknickt aufbewahrt, da es entsprechende Langalben noch nicht gab.
Bei den Serien bis Brandenburger Tor sowie bei den türkisen und grün-dextrinen Rollenenden kann dieses zur Zerstörung des Rollenendes führen, da die Dextringummierung extrem verhärtet und das Paper brüchig wird. Ab der Serie Unfallverhütung (Planatol-RE) ist das knicken hingegen nicht so schlimmt, da das Gummi weich bleibt. Ob man ein geknickt gekauftes RE wieder zurückknicken sollte, dass muß jeder selber entscheiden. Die weitere Lagerung im geknickten Zustand, vor allem im dicken Album, verschäft die Knickkante und das Problem sicher auf längere Sicht. Umgekehrt kann das Aufknicken älterer RE auch das Ende des Rollenendes bedeuten.

-Farbige Zählnummern
In der Theorie kann man schwarze Zählnummern durch chemische Stoffe in Farbige umwandeln. In der Praxis ist das sehr umständlich und führt selten zu realistischen Ergebnissen. Daher kann man die (Ver)fälschungsgefahr der Nummernfarbe als sehr gering ansehen. Sehr hochpreisige RE (z.B. UV 40 Pf blau) sollte man eh nicht ungeprüft kaufen, höchstens wenn man es für 10 EUR bekommt....

-Seltene Nummern
Manche Rollenmarken sind in speziellen Rollengrößen erheblich teurer, z.b. die UV 5 Pf von der 1000er Rolle oder die 30 Pf Brandenburger Tor aus der 400er Rolle. Da die Zählnummern auf dem Gummi aufgedruckt sind, gibt es Möglichkeiten, diese durch Lösungsmitel zu modifizieren, z.B. eine "0" verschwinden zu lassen und aus einer "0380" eine "380" zu machen. Eine solche Veränderung fällt bei mattem Gummi oft nicht weiter auf. Allerdings sind die meisten seltenen Varianten solche vom Type "0005", also mit einer "0" mehr als die billigen Sorten. Hier müßte man also beim Fälschen also eine zusätzliche Ziffer angebracht werden, um einen Gewinn zu erzielen, was wesentlich schwerer ist als das Entfernen einer Ziffer. Bei Marken ohne Gummi ist es hingegen relativ einfach, mittels einer Trägerfolie eine Nummer von der einen auf die andere Marke zu übertragen.

-Gummierung
Manche Werte sind mit einer speziellen Gummierung extrem selten (Heuss-Serie, Brandenbruger Tor). Hier besteht also die Gefahr einer gefälschten Gummischicht. Da allerdings auch die Zählnummer in diesen Fällen mit aufgetragen werden müßte, sind solche Gummifäschungen ziemlich unwahrscheinlich.

- Banderolen
Sind ja eigentlich Verpackungsmaterial... Trotzdem, oder grade deshalb, sind vor allem ältere Banderolen (z.B Heuss) sehr selten und teuer. Über die Fälschung von Banderolen ist im Prinzip bislang wenig bekannt.
Denkbar wäre, zumindest bei den weißen Banderolen, die Erzeugung von Fehlfarben durch chemische Substanzen. ebenfalls ist es theoretisch möglich, komplette Banderolen einfach nachzudrucken und künstlich zu altern.
Mir persönlich sind solche Fälle aber nicht bekannt.



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