Rohdiamanten - unvergänglicher Schmuck von rauer Schönheit

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Rohdiamanten - unvergänglicher Schmuck von rauer Schönheit

Diamanten sind für die Ewigkeit und zeichnen sich durch ihre Unvergänglichkeit und ihre Härte aus. Rohdiamanten bestechen zudem durch Natürlichkeit und Individualität. Da sie unbearbeitet sind, gleicht kein Stein dem anderen. Ihre Oberfläche ist getrübt und rau - doch genau in diesem vermeintlich unperfektem Erscheinungsbild liegt ihr Charme und ihre Faszination. Wie der Mensch selbst hat ein Rohdiamant Ecken und Kanten. Dieser Einkaufsratgeber zeigt, was den Rohdiamanten ausmacht, wo er herkommt und was Sie beim Kauf beachten sollten.

Die mineralogischen Eigenschaften von Diamant

Das Mineral Diamant besteht aus reinem Kohlenstoff, seine chemische Formel lautet daher C. Der Kohlenstoff tritt dabei in kristalliner Form auf. Als Rohdiamant werden Diamanten bezeichnet, die aus natürlichen Lagerstätten stammen und nicht bearbeitet sind - sei es geschliffen oder farblich verändert. Mit einem Härtegrad von 10 ist Diamant der härteste natürliche Stoff. Diamant kann in verschiedenen Farben und Farbschattierungen vorkommen. Charakteristisch ist er farblos oder weiß und wirkt dabei durchscheinend. Durch Verunreinigungen wie Stickstoff, Einschlüsse oder Kristallgitterdefekte kann er jedoch auch verschiedene Farben annehmen. Häufiger treten dabei gelb, grün oder braun auf, seltener sind hingegen grau, rosa, rot, orange, blau oder schwarz. Seine Strichfarbe ist jedoch stets weiß. Die Transparenz ist durchsichtig bis undurchsichtig oder opak. Neben seiner außergewöhnlichen Härte zeichnet sich der Diamant durch eine weitere Besonderheit aus: seine Leitfähigkeit von Wärme. Diese ist ungefähr fünfmal so hoch wie die Wärmeleitfähigkeit von Silber. Fundorte des Minerals sind vulkanisches Gestein, metamorphe Schiefern und Seifen. Dort treten begleitend oft Olivin und Phlogopit mit auf. Beide Minerale werden der Klasse der "Silikate und Germanate" zugeordnet. Diamant hingegen wird der Mineralklasse der "Elemente" zugeordnet.

Die Qualitätsbestimmung von Rohdiamanten

Geschliffene Diamanten sind durchscheinend und glänzend, im Gegensatz dazu ist die Oberfläche von Rohdiamanten getrübt. Aus diesem Grund lässt sich nichts über dessen Qualität sagen. Die Qualität, und folglich der Wert eines Diamanten, wird mittels vier verschiedener Kriterien beurteilt. So wird die Güte eines Diamanten anhand dessen Farbe, dem Gewicht in Karat, seiner Reinheit und dem Schliff bestimmt. Aufgrund der englischen Begriffe "colour", "carat", "clarity" und "cut" wird hier oft von den "4C" gesprochen. Weil die Oberfläche trüb ist, können mögliche Einschlüsse, ihre Lage und die Größe nicht erkannt werden. Folglich kann die Reinheit nicht bestimmt werden. Neue Technologien sollen bei der Beurteilung helfen, lassen jedoch noch keine eindeutigen Rückschlüsse zu, da sie noch nicht genügend ausgereift sind.

Die Entstehung von Diamanten

Damit ein Diamant entsteht, sind mehrere Faktoren von Bedeutung. Zunächst muss ein hoher Druck von mehreren Zehntausend Atmosphären sowie Temperaturen über 1000 °C herrschen, die auf den Kohlenstoff wirken. Für gewöhnlich entstehen Diamanten in einer Tiefe von 150 bis 660 Kilometern in der Erde. Die Temperaturen liegen dabei um die 1200 bis 1400 °C. Ein weiterer besonderer Faktor, der bei der Entstehung von Diamanten eine Rolle spielt, ist die Zeit. Das liegt daran, dass die Kristalle langsam wachsen, wobei sich die Atomgitter einzeln nach und nach aneinanderfügen. Es gibt verschiedene Diamant-Muttergesteine. Dazu zählen Peridotit und Eklogit im Erdmantel. Gasreiche vulkanische Gesteine bringen durch Eruption Bruchstücke des Erdmantels, die die Diamanten enthalten, an die Erdoberfläche. Zu diesen gehören die sogenannten Kimberlite und Lamproite, wobei Letztere nur im Westen Australiens im Kimberly Kraton vorkommen.
Gefunden werden sie dann in den vulkanischen Eruptionsschloten. Da für die Transportdauer aus der Tiefe angenommen wird, dass diese nur wenige Stunden beträgt, findet keine Phasenumwandlung zu Grafit statt. Das Mineral Grafit besteht ebenfalls aus reinem Kohlenstoff, weist jedoch eine andere Struktur - die eines Schichtgitters - auf. Kimberlitische Pipes haben ihren Namen von Kimberly in Südafrika, da sie in der Nähe dieses Ortes erstmals entdeckt worden sind.

Vorkommen und Fundorte von Rohdiamanten weltweit

Prinzipiell gibt es Diamantenvorkommen an ca. 500 Fundorten auf allen Kontinenten der Erde. Die größten davon befinden sich in Afrika, besonders in Angola, Botswana, der Demokratischen Republik Kongo, Namibia, Sierra Leone und Südafrika. Des Weiteren gibt es große Diamantenvorkommen in Australien, Brasilien, Kanada und Russland. Gewonnen werden Diamanten hauptsächlich aus den Schloten erschlossener Kimberlitvulkane. Abgebaut werden sie zunächst senkrecht nach unten im Tagebau und später unter Tage. Für die Diamantgewinnung wird das Muttergestein zermahlen.
Diamanten können jedoch auch an anderen Stellen vorkommen. So gibt es im Südwesten Afrikas, in Namibia, Diamanten in der Wüste sowie im Küstenbereich des Meeres. Diese befinden sich in Alluvialböden unter Wasser, wo sie durch Erosion hingelangt sind. Um diese Diamanten abzubauen, waschen spezielle Schiffe sie aus dem Sand. Bei natürlichen Rohstoffen stellt sich immer wieder die Frage, ob die Quellen nicht eines Tages versiegen können. So existierten in Brasilien und Indien Jahrzehnte lang Quellen von Diamanten. Dort werden jedoch heute keine großen Mengen mehr gefördert. Als neuer Hauptlieferant hat sich Afrika herauskristallisiert. Vorkommen wurden hier bereits 1867 entdeckt. Als produktivste Mine weltweit gilt die Jwaney-Mine in Botswana, die in den 1960er Jahren entdeckt wurde. In Botswana selbst werden jährlich um die 20 Millionen Karat Diamant abgebaut. Neu erschlossen hingegen sind Vorkommen in Australien. Auch in Sibirien befinden sich Diamantenfelder. Der Nachschub an Diamanten gilt also zunächst als gesichert.

Von der Mine in den Handel

Der reguläre Weg führt die Diamanten dann nach Antwerpen zur Rohdiamantenbörse. Von dort werden sie an Diamantschleifereien in aller Welt verkauft. Die Länder China, Indien, Israel und Belgien sind die Standorte mit den meisten Schleifereien für Rohdiamanten. Seit 2003 gibt es das "Kimberley Abkommen", das den Import von Rohdiamanten regelt und dazu dient, den Handel mit sogenannten "Blutsdiamanten" zu verhindern. Damit der Diamant seinen einzigartigen Glanz und seine außergewöhnliche Brillanz entfalten kann, muss er geschliffen werden. Dies erfordert exzellente handwerkliche Expertise. Erst wenn Diamanten geschliffen sind, gelangen sie über Großhändler zu Goldschmieden, Schmuckfabrikanten und Juwelieren. Diese bieten die Edelsteine als Schmuckstücke oder als Wertanlage Privatleuten zum Kauf an. Doch nicht alle Rohdiamanten werden zu Edelsteinen geschliffen. Einige bleiben in ihrem ursprünglichen Zustand und werden so weiterverarbeitet.
Um einen Rohdiamant an einem Armband, einer Kette oder einem Ohrring befestigen zu können, benötigt er unter Umständen ein Loch. Dabei gilt es jedoch, einiges zu beachten. Bereits ab 700 °C beginnt das Mineral instabil zu werden, bei 1600 °C verbrennt es sofort. Aus diesem Grund wird er mithilfe eines speziellen Lasers durchbohrt. Doch um den Stein trotzdem nicht zu zerstören, darf er nur langsam bearbeitet werden. Eine ältere Methode Rohdiamanten zu durchtrennen, wenn beispielsweise ein flacher Stein für ein bestimmtes Schmuckstück gewünscht ist, ist das Sägen mithilfe eines mit Diamantenstaub belegten Bronzeplättchens.

Rohdiamanten als Schmucksteine

Mit seiner rauen Schönheit wird der Rohdiamant als Schmuckstein geschätzt. So wird er unter anderem als Anhänger für Ketten oder als Zierstein für Ringe verwendet. Da er nicht bearbeitet ist, aber dennoch aus einem hochwertigen Mineral besteht, stellt er die ideale Verbindung von Natürlichkeit und Eleganz dar. Bei einem Schmuckstück mit einem Rohdiamanten können Sie sich sicher sein, dass Sie ein Unikat besitzen. Denn kein natürlich geschaffener Stein ähnelt exakt einem Zweiten. Dabei übt gerade das vermeintlich Unperfekte - die Macken, Kanten und Unregelmäßigkeiten - eine gewisse Faszination aus. Dies repräsentiert den Charme und die Individualität des Steins.
Ob Ohrringe, Armschmuck, Ketten oder Ringe: Mit einem Schmuckstück, das von einem Rohdiamanten geziert wird, unterstreichen Sie Ihre eigene einzigartige Persönlichkeit und setzen sich vom Mainstream ab. Oft sind diese Schmuckstücke besonders ausgefallen. Es gibt jedoch auch klassisch angehauchte Stücke. Dennoch unterstreichen sie stets die Aspekte der Natürlichkeit und der Ursprünglichkeit. Dabei gibt es die Schmucksteine in verschiedenen Formen und Größen - eben so, wie die Natur sie geschaffen hat. Auch das Spektrum der Farbnuancen ist äußerst groß und vielseitig. Ob Oktaeder oder Würfel, ob weiß oder in einer der diversen Nuancen natürlicher Farben, entscheidet letztendlich Ihr persönlicher Geschmack. Da der Diamant als Symbol für Raum und Zeit gilt, erfreut er sich auch als Talisman großer Beliebtheit.

Der Kauf von Rohdiamanten

Für Privatpersonen gestaltet es sich äußerst schwierig, an Rohdiamanten zu gelangen. Meist werden diese an Diamantenbörsen gehandelt. Dabei wird der Großteil in der Regel direkt an Diamantenschleifereien verkauft. Das Haupthandelszentrum für Rohdiamanten ist der Diamantkring in Antwerpen, Belgien. Dieser wurde im Jahr 1930 gegründet. Hier werden jährlich um die 85 % der weltweiten Rohdiamanten von Schleifereien erworben. Um zu dieser Börse zugelassen zu werden, müssen sehr strenge Auflagen erfüllt werden. Dennoch erhalten Sie Schmuck, der mit Rohdiamanten besetzt ist. Diese außergewöhnlichen Stücke überzeugen durch Individualität und Natürlichkeit. Dadurch haben Sie die Möglichkeit ein absolutes Unikat zu erwerben. Da Rohdiamanten nicht bearbeitet sind und ihre Qualität sich nicht bestimmen lässt, sind sie günstiger als geschliffene Diamanten. Dennoch gibt es auch hier Unterschiede im Preis. Da es sich bei Diamant um das härteste Mineral handelt, und dieses als "unvergänglich" gilt, können Sie sichergehen, dass Sie ein Schmuckstück für die Ewigkeit erwerben, an dem Sie lange Freunde haben. Nehmen Sie sich daher bei der Auswahl besonders viel Zeit. So finden Sie ein Stück, das Ihren persönlichen Stil unterstreicht.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden