Rock'n Roll auf Knopfdruck: Jukebox-Spaß für Nostalgiker

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Nostalgie pur: die Jukebox

Mit einer Jukebox im Raum fühlt man sich in die 1940er- und 1950er-Jahre zurück versetzt – Rhythm'n'Blues, Rock ‘n’ Roll und Schlager wecken nostalgische Gefühle. Die Klänge von Elvis Presley und Co. bringen Erinnerungen an Männer mit lässiger Haartolle, Frauen mit schwingendem Petticoat, das Wirtschaftswunder und das "Wunder von Bern" zurück. Nostalgiker schwören auch heute noch auf den einzigartigen Klang der Jukebox und die besondere Atmosphäre, die mit ihr einhergeht.

Die Erfolgsgeschichte der Jukebox

Auch wenn es bereits vorher münzbetriebene Musikautomaten gibt, setzt sich der Begriff "Jukebox" erst ab 1946 mit dem Modell AMI A durch. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kennt man automatische Phonographen. Diese Musikautomaten, die Musik von einer Wachswalze abspielen, können jedoch nur kurze Stücke, die etwa zwei Minuten dauern, wiedergeben. Zudem ist die Tonqualität nicht besonders gut. Die Rudolph Wurlitzer Company ist eines der Unternehmen, das die Jukebox in Serie herstellt. Mit einer Jahresproduktion von 45.000 Geräten im Jahr 1936 ist die Firma zu der Zeit Marktführer in den USA. Als haltbares Speichermedium wird in den 1940er-Jahren die Schellackplatte verwendet. Diese zeichnet sich durch bessere Tonqualität und etwas längere Spielzeiten als die Wachswalze aus. Bereits Ende der 1940er-Jahre kommen die ersten Single-Schallplatten auf den Markt, die mit einer Drehzahl von 45 Umdrehungen/Minute abgespielt werden. Auch in Deutschland erfreut sich die Jukebox ab den 1950er-Jahren immer größerer Beliebtheit. Grund hierfür sind in Deutschland stationierte GIs, die den Musikautomaten aus ihrer Heimat nach Deutschland bringen. Den vollständigen Durchbruch bringt jedoch der Rock ‘n’ Roll mit Sängern wie Elvis Presley und Bill Haley. So ist die Jukebox Teil dieser Ära wie der Petticoat und die Haartolle.

Die Jukebox in Deutschland

In den 1960er-Jahren werden Jukeboxen auch vermehrt in Deutschland produziert. Hierbei machen sich Hersteller wie Tonomat, Wiegandt, NSM-Löwen und Bergmann einen Namen. Nachdem die Deutsche Wurlitzer GmbH im Jahr 1960 als Tochterunternehmen der amerikanischen Wurlitzer gegründet worden ist, stellt sie im Jahr darauf ihre erste in Deutschland produzierte Jukebox vor. Das Modell "Lyrik" wird in den folgenden Jahren in hoher Stückzahl produziert und immer weiterentwickelt. Dabei sind die Modelle stets auf dem aktuellen Stand der Technik. In die Jukeboxen passen zudem immer mehr Platten. So werden Modelle mit 100, 160 und letztendlich Geräte mit 200 Wahlen angeboten. Im Jahr 1984 präsentiert die Deutsche Wurlitzer die erste LaserDisc-Jukebox. Das Modell "One More Time", die der legendären Jukebox 1015 nachempfunden ist, wird zunächst für Vinyl, später auch für CDs und sogar iPod angefertigt. So zeigen Hersteller von Jukeboxen zwar, dass sie mit der Zeit gehen, stets auf dem aktuellen Stand der Technik sind und sich an der Mode orientieren, doch für viele Liebhaber gehört in eine Jukebox immer noch eine Platte aus Vinyl oder Schellack.

Das Design der Jukebox

Die 1940er-Jahre gelten als das "Goldene Zeitalter" der Jukebox. Zu dieser Zeit wird sie noch primär von amerikanischen Firmen produziert. Dazu gehören die Rudolph Wurlitzer Company, J.P. Seeburg, Rock-Ola und die Automatic Musical Instrument Corp. (AMI). Charakteristisch für das Design sind Pilaster und große, farbige Plastiks (Catalin), die beleuchtet sind. Bezüglich der Wechselmechanik bestehen Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern. Bei einigen ist die Mechanik zu sehen, andere Firmen wie Seeberg hingegen verstecken diese. Die Kreationen der 1950er – dem "Silver Age" der Jukebox – zeichnen sich durch Stilelemente des Fahrzeugdesigns aus. So orientiert sich das Design an Rücklichtern, Panoramascheiben und Heckflossen. Bevorzugt werden dafür Glas und Chrom verwendet. Das Design der in Deutschland produzierten Modelle orientiert sich am deutschen Design der 1950er-Jahre. So erinnern diese in vielen Fällen an Möbelstücke.

Etymologie: Wo kommt der Name der Jukebox her?

Das Wort "Jukebox" findet in den 1930er-Jahren Einzug in den amerikanischen Sprachgebrauch. Der sprachliche Ursprung der Silbe "juke" ist jedoch nicht unumstritten. Hierzu gibt es mehrere Theorien. Das Wort Jukebox selbst leitet sich von den Etablissements ab, die im frühen 20. Jahrhundert als "Jukehouses" oder "Jookhouses" bekannt sind. Dies sind einfache, billige Gasthäuser, die zumeist an einer Landstraße liegen. Dort trinken die Leute etwas zusammen mit ihren Freunden, hören Musik aus einem Musikautomaten und tanzen dazu. Eine Theorie nimmt an, dass das Wort "juke" oder "jook" aus der Kreolsprache Gullah stammt. Diese wird an den Küsten South Carolinas, Georgias und im Norden Floridas gesprochen. Dort ist dieses Wort insgesamt negativ konnotiert und heißt soviel wie "unordentlich, schlecht, anrüchig, gewalttätig". Da Jukehouses allgemein keinen guten Ruf genießen und dort viel getrunken und gefeiert wird, ist ein Zusammenhang bzw. eine Übertragung der Wortbedeutung nachvollziehbar. Es gibt zudem Theorien, die einen Ursprung im französischen Wort "jouer" (spielen) annehmen. Des Weiteren gibt es Hypothesen, das Wort stamme aus dem Schottischen oder der Karibik. Für diese gibt es jedoch wenig Evidenz. Auch wenn es keine einheitliche Theorie unter Linguisten gibt und keine Hypothese eindeutig belegt oder widerlegt ist, so ist die Annahme, dass das Wort "juke" seinen Ursprung im Gullah hat, am weitesten verbreitet und am meisten akzeptiert.

Die Technik der Jukebox

In der Jukebox steckt eine raffinierte Technik. Zunächst wirft man Münzen in den Automaten. Früher waren das ein oder zwei Groschen. Dann wird über eine Tastatur mittels einer Kombination von Buchstaben und/oder Zahlen ein Lied ausgewählt. Das Gerät legt die Platte eigenständig unter den Arm mit der Nadel und spielt es ab. Die Platten, die eine Jukebox enthält, variiert dabei zwischen acht und 200. Dies sind zunächst Schellackplatten, später Schallplatten aus Vinyl. Ab den 1980er-Jahren kommen Compact Discs hinzu. Die Wiedergabe des gewählten Titels erfolgt über Lautsprecher und zunächst über Röhrenverstärker, die später durch Transistorverstärker ersetzt werden. Bis in die 1960er-Jahre sind die individuelle Greif- und Abspielautomatik sichtbar. Danach werden sie mehr und mehr hinter bedruckten und bunten Glasscheiben oder Titelhaltern versteckt.

Platten für die Jukebox

Die Schellackplatte

Schallplatten bestehen zunächst aus Zinkblech, dann aus Hartgummi, deren Klang jedoch von starken Nebengeräuschen geprägt ist. Darauf folgt die Schellackplatte, die aus einer harzigen Pressmasse hergestellt wird. Dieses Granulat ist ein natürlicher Stoff, der biologisch abbaubar ist. Im Jahr 1895 experimentiert Emil Berliner mit einem Schellack-Gemisch als Alternative zu Hartgummi als Plattenmaterial. Die Platten weisen in der Regel einen Durchmesser von zehn oder zwölf Zoll auf. Das entspricht etwa 25 bzw. 30 Zentimetern. Dabei bieten die 10-Zoll-Schellackplatten maximal etwas über drei Minuten Musik pro Seite, die 12-Zoll-Schellackplatten enthalten etwas mehr als vier Minuten Spielzeit. Beim Abspielen tastet die dicke Stahlnadel des Grammofons oder die Spezialnadel des Plattenspielers die Rillen der Platte ab. Diese sind hauptsächlich in Seitenschrift geschrieben. Charakteristisch für die Schellackplatte ist ihre Abspieldrehzahl von 78 Umdrehungen/Minute. Knapp 60 Jahre dominiert dieses Material die Plattenindustrie.

Die Schallplatte aus Vinyl

Da das Naturprodukt Schellack teuer ist, wird nach einer günstigeren Alternative gesucht. Doch Versuche, Schellack durch synthetische Kunststoffe zu ersetzen, schlagen zunächst fehl. Erfolgreicher ist schließlich der Versuch, Tonträger aus Polyvinylchlorid – kurz: Vinyl – herzustellen. Als die erste Langspielplatte aus Vinyl auf den Markt kommt, gibt es jedoch kaum passende Geräte, auf denen diese abgespielt werden kann. Der Durchmesser der Platte beträgt 30 cm, ihre Umdrehungen liegen bei 33,33 pro Minute. Eine besondere Eigenschaft, durch die sich das Material auszeichnet, ist seine Robustheit. Die Vinyl-Schallplatten sind nahezu unzerbrechlich. Doch das Vinyl setzt sich nur langsam durch. Erst die Schellackverknappung in Zeiten des Zweiten Weltkriegs bringt die Verwendung des Vinyls voran. Besonders das Radio erkennt die Vorteile früh. Das Material ermöglicht bedeutend schmalere Rillen, was sowohl die Spieldauer als auch die Tonqualität erhöht. Hierfür werden allerdings kleinere Abtastnadeln nötig. Zunächst produzieren einzelne Firmen jedoch unterschiedliche Formate. So liefern sich die Hersteller Columbia Records und RCA Victor Ende der 1940er-, Anfang der 1950er-Jahre einen Formatkrieg, der als "Battle of the Speeds" in die Musikgeschichte eingeht. Die Unterschiede liegen in der Abspielgeschwindigkeit und in der Größe des Mittellochs. Später setzen sich dann die einzelnen Formate für unterschiedliche Plattenlängen durch. So werden die 33,33-Platten von Columbia für Langspielplatten verwendet, wohingegen die 45-Platten von RCA Victor sich zum klassischen Format für Singles entwickeln. Möglich wird dies vor allem durch die Konstruktion von Plattenspielern, die mehrere Geschwindigkeiten beherrschen. Dank Adaptern kann zudem das Problem der unterschiedlich großen Mittellöcher gelöst werden. Für die Jukebox eignen sich jedoch nur konventionelle Single-Schallplatten. Im Laufe der Jahre wird die Schallplatte – unter anderem durch die Zweikanaltechnik – weiterentwickelt. So kommt 1958 die Stereo-Schallplatte auf den Markt. Die Einführung der Compact Disc in den 1980er-Jahren leitet schließlich langsam den Untergang der Schallplatte ein. Bereits 1990 werden doppelt so viele CDs verkauft wie LPs. Liebhaber bevorzugen jedoch bis heute den charakteristischen Klang der Schallplatte. Auch DJs, besonders in den Musikstilen Techno, House, Hip-Hop, schwören bei ihrer Arbeit auf Vinyl. Es gilt als Symbol einer gesamten Generation und ist ein Stück Kulturgut.

Eine Jukebox online kaufen

Nostalgiker schmücken ihren Partykeller mit einer stilechten Jukebox und genießen den Klang der Platten mit ihren charakteristischen harmonischen Verzerrungen. Eine Jukebox finden Sie im Fachhandel oder im Internet auf eBay. Online haben Sie die Möglichkeit, nach Schätzen vergangener Zeiten zu stöbern, die im aktuellen Sortiment des Fachhandels womöglich nicht mehr auftauchen. Zudem müssen Sie sich hier meist keine Gedanken darüber machen, wie Sie einen wuchtigen Musikautomaten nach Hause bekommen. Im Internet finden Sie auch die passenden Platten. So wird die 50er-Atmosphäre perfekt. Ob Schellackplatte, Vinyl oder CD: Im vielseitigen Sortiment entscheiden Sie, was Ihnen persönlich am besten gefällt.

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