Rockabilly, Hippie & 80er: Vintage-Röcke aus den coolsten Jahrzehnten

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Rockabilly, Hippie & 80er: Vintage-Röcke aus den coolsten Jahrzehnten

Jeder kennt dieses Gefühl: Man sieht ein Kleidungsstück im Geschäft oder an einer Person auf der Straße und verbindet es sofort mit einem ganz bestimmten vergangenen Jahrzehnt. Jede Epoche hat ihre ganz eigene Mode, die immer auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Umstände und des Lebensgefühls ihrer Menschen ist. Kaum ein Kleidungsstück steht aber so eindeutig für bestimmte Zeiten wie der Rock, denn keine Hose ist so variabel und sagt so viel über die Generationen von Frauen aus, die sie trug. Kein anderes Kleidungsstück ist so modeabhängig wie der Rock. Und in dieser Zeit, in der jeder bedeutsame Modetrend ein Revival erfährt, erinnern wir uns besonders an die faszinierenden Rockkreationen der letzten Jahrzehnte. Ob neu designt, in Anlehnung an die Vergangenheit geschaffen oder originale Vintagestücke – die Röcke sind wieder im Trend. Die vergangenen Jahrzehnte haben großen Einfluss auf die heutige Rockmode genommen und die Geschichte hat uns vielfältige Röcke in verschiedenen Längen und Schnitten geschenkt.

Röcke – wandelbare Lieblingsstücke mit Geschichte

Röcke unterscheiden sich vor allem in ihrer Länge. Der Minirock reicht etwa bis zur Mitte des Oberschenkels und lässt seine Trägerin viel Bein zeigen. Ein Midirock bedeckt das Knie und Maxiröcke können knöchel- bis bodenlang sein. Zudem gibt es eine große Bandbreite an Schnitten, die aus vergangenen Trends resultieren und heute wieder die Mode bestimmen. Die berühmtesten Rockvariationen sind der Bleistiftrock, der Faltenrock, der Glockenrock, der Tellerrock und der Ballonrock. Ein Bleistiftrock zeichnet sich durch seine klassische und gerade Schnittform aus und ist mit seitlichen Abnähern an die weibliche Figur angepasst. Der Faltenrock erhält seine Form durch regelmäßig genähte oder gebügelte Falten. Die Bandbreite hier ist riesig: Plisseefalten, Kellerfalten und alle Längen sind beim Faltenrock schon einmal im Trend gewesen. Der Glockenrock liegt eng an Taille und Hüfte an, wird dann breiter, um am Saum wieder schmal zuzulaufen.
Ganz anders geschnitten ist der Tellerrock, der aus einem kreisförmigen Stück Stoff gefertigt wird und unten sehr weit schwingt. Der Ballonrock macht seinem Namen alle Ehre, indem er am unteren Saum gerafft eine ballonartige Silhouette hat. Diese grundlegenden Formen des Rocks finden Sie in unzähligen Variationen in den Modekollektionen der vergangenen Jahre. Jedes Jahrzehnt hat ganz eigene Trends bei den Röcken hervorgebracht. So stehen heute gerade die Röcke als Symbol für die Zeit, die sie hervorgebracht hat und sie erzählen die Geschichte von der Generation von Frauen, die ihr Statement mit diesen Röcken abgeben wollte.

Die goldenen 20er Jahre – glänzende und glamouröse Röcke

Die Nachwirkungen des ersten Weltkriegs klangen zu Beginn der 20er Jahre langsam ab und die Emanzipation der Frau war nun nicht mehr aufzuhalten. Frauen hielten Einzug in beinahe alle gesellschaftlichen Bereiche, arbeiteten in allen Berufen und präsentierten sich als moderne Mitglieder der Gesellschaft. Ausdruck eines Wandels im Denken und eines neuen Lebensgefühls ist auch immer die Kleidung. Besonders die Röcke der Frauen gaben nun ein deutliches Statement ab und unterstrichen, wie die Frau wahrgenommen werden wollte.
Die Röcke der 20er Jahr sind oft knöchellang, die Schnitte klar und gerade. Coco Chanel steht als Stilikone für den androgynen Frauentyp dieser Zeit. Die Betonung der weiblichen Formen verschwindet aus der Mode – Emanzipation wird durch Zurückhaltung der Weiblichkeit demonstriert. Der Klassiker unter den Röcken dieser Zeit ist glockenförmig geschnitten, in Falten gelegt oder mit Zipfeln geschmückt und die Farben sind zumeist sanfte Pastelltöne. Dieser sportliche Rocktrend am Tag findet sich in ähnlichen Schnitten am Abend wieder. Die 20er Jahre sind in der Erinnerung das Jahrzehnt der rauschenden Feste und dienen noch heute als Inspiration für modische und glamouröse Abendoutfits. Die Röcke für die glanzvollen Feste unterscheiden sich im Schnitt nicht von denen der Freizeitmode. Hinzu kommen aber glitzernde und auffällige Applikationen, edle fließende Stoffe, Pailletten, Fransen, Perlen oder Federn, die beim Charlestontanzen schwingen und leuchten. Charlestonröcke aus den 20er Jahren sind heute beliebte Kleidungsstücke, um ausgefallene Partyoutfits zu kreieren und sich in der Nacht auf Zeitreise zu begeben. Nichts lässt Sie das Lebensgefühl von damals so intensiv nachempfinden, wie das Tragen eines Vintagerocks aus dieser Epoche.

Die Röcke der 30er und 40er Jahre – ein Comeback der weiblichen Silhouette

Figurbetonter und deutlich weiblicher als noch in den Jahren zuvor – so lassen sich die Röcke der 30er Jahre beschreiben. Mit dem politischen Geschehen hat sich die Wahrnehmung der Frau in der Öffentlichkeit vom emanzipierten Gesellschaftsmitglied zurück zur Hausfrau und Mutter entwickelt. Das veränderte Bild der Frau hat uns glockige, schwingende Röcke aus Seide, Tüll, Satin, Spitzen- und Cocktailstoffen geschenkt. Erst in den Jahren des fortgeschrittenen Krieges macht der Mangel an Stoffen die Frauen erfinderisch – der Etuirock wird zur Mode. Aus der Not heraus müssen die Röcke nun schmal getragen werden, alles andere wäre Verschwendung des knappen Stoffes gewesen. Oft werden Röcke aus alten Resten zusammengenäht. Die reichere Bevölkerung beginnt in den späten 40er Jahren Petticoat zu tragen und der Rockmode des Krieges ein Statement entgegen zu setzten. Die ärmeren Frauen tragen nach wie vor Etuirock und so existieren zwei Trends nebeneinander, die die heutige Rockmode stark beeinflusst haben.

Petticoat und Polka-Dots – Der Rock im Aufschwung der 50er Jahre

Röcke aus den 50er Jahren lassen sich auf den ersten Blick ihrer Zeit zuordnen. Farben, Formen, Muster – die Rockmode dieser Zeit ist neu und so noch nie da gewesen. Schwingende Tellerröcke stehen symbolisch für diese Jahre. Die Zeit von Rock ‘n’ Roll, James Dean und Elvis Presley hat die Modewelt nachhaltig inspiriert mit wadenlangen extrabreiten Röcken, unter denen noch ein gut sichtbarer Petticoat getragen werden kann. Ladylike ist das Stichwort bei der Rockmode, Schwarz und Rot die angesagtesten Farben und Kunstseide die beliebte Neuentdeckung bei den Materialien. Die typischen Rockabillyröcke sind in jeder Hinsicht auffällig – extraweit, farbig und gemustert. Besonders die Polka-Dots sind nie wieder für lange Zeit aus der Mode verschwunden und erleben in regelmäßigen Abständen ihr modisches Comeback. Neben den Rockabilly Röcken entwickelt sich in dieser Zeit auch der Pin-up-Look mit hautengen Röcken, wie sie Betty Page getragen hat.

Die 60er Jahre – der Minirock revolutioniert die Modewelt

Mary Quant, eine englische Modedesignerin, erobert bisher unbetretenes Terrain der Modewelt und jagt mit dem Minirock einen Ruck durch die Gesellschaft, als Sie die gewagt kurze Variante des Rocks 1962 in der britischen Vogue vorstellt. Die Mode bricht mit den Zwängen der vergangenen Jahrzehnte und der Minirock, der heute nicht mehr aus der Mode wegzudenken ist, wird zum Symbol für den gesellschaftlichen Wandel. Ende der 60er Jahre gipfelt die Befreiung von modischen Konventionen dann im Super-Mini, der das Höschen darunter erkennen lässt. Als Kontrast zu diesen knappen Röcken entwickelten die Hippies ihre eigene Mode und trugen lange Batikröcke oder wallende Modelle mit Blumenmustern. Ob kurz oder lang, die Röcke aus dieser Zeit haben alle eins gemeinsam: wilde Muster, grafische Prints und bunte Farben.

Hippie, Neon und vieles mehr – die Rocktrends der 70er, 80er und 90er Jahre

Mit dem Wunsch nach Freiheit und Individualität haben die Hippies aus den 70er Jahren die Rockmode verändert. Weite wallende Röcke in bunten Mustern sind auch heute noch wunderschöne Sommerkleidungsstücke. In dieser Zeit wurde auch die Midi-Länge wiederentdeckt und Röcke durften wieder alle Längen haben. Psychedelische Muster, gebatikte Stoffe – das ist charakteristisch für die Hippieröcke der 70er Jahre. Second Hand finden Sie schöne Röcke aus dieser Zeit in Häkeloptik, als Stufenrock und mit Strickeinsätzen.

In den 80er Jahren hat sich die Mode schlagartig verändert. Röcke haben jetzt Mini-Länge und Ballonform und darunter werden Leggins oder Radlerhosen und Stulpen getragen. Die Blumenmuster in natürlichen Farben wichen grellem Neon. In den 90er Jahren prägt dann der Girlielook die Rockdesigns. Typisch für diese Zeit sind kurze Faltenröcke im Schulmädchenstil, wie es Britney Spears oder die Spice Girls vorgemacht haben. Der schrille Neonrock bleibt aber in der Technoszene erhalten. Daneben haben diese Jahre die Mode mit Röcken im Marinelook mit blauen und weißen Streifen geprägt.

Was Sie beim Kauf von Röcken aus vergangenen Jahrzehnten beachten sollten

Vintageröcke aus vielen Epochen sind heute wieder modische Schmuckstücke und lassen sich ideal mit neuen Oberteilen und Accessoires kombinieren. Wer sich nicht darauf verlassen will, dass die Designer die Röcke der Vergangenheit möglichst ähnlich neu entwerfen, sucht am besten nach Originalen. Oft finden sich schöne Stücke im Familienfundus.
Wichtig ist es, immer die eigenen Maße zu kennen und die Maßangaben des Kleidungsstückes zu beachten. Die Größen in den Röcken sagen gerade bei sehr alten Stücken nichts mehr über die Passform aus. Die Schnitte sind anders als die heutigen und die Konfektionsgrößen sind nicht mehr die, die sie vor 30 Jahren waren. Auch die Körperformen der Frauen haben sich über die Jahre verändert. Wenn Sie aber gut messen und bereit sind, einige Änderungen vorzunehmen und die Stücke optimal anzupassen, finden Sie bei den Röcken der vergangenen Jahrzehnte schnell neue Lieblingsstücke. Ein originaler Charlestonrock oder ein Petticoat aus der Rockabillyzeit ist nicht durch ein Designerstück aus einer aktuellen Kollektion zu ersetzen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden