Risikokauf scheinprivate Anbieter bei eBay ohne Gewähr

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Händler müssen Gewährleistung bieten, an Endverbraucher verkaufte Artikel inenrhalb der Widerrufssfrist zurücknehmen. Private Anbieter nicht. Ein Schlupffloch für scheinprivate Anbieter, wobei der Käufer übel hereinfallen kann. Jeder, der lange genug bei eBay und auf anderen Verkaufsplattformen ist, kennt das, immer wieder gibt es Angebote von Verkäufern, die angeblich rein privat nurt oder sogar in großen Mengen Neuware verkaufen, sich dabei auf ein angebliches EU-Recht berufen, daß sie offenbar kaum richtig kennen und als angebliche Privatverkäufer Umtausch, Gewährleistung und auch den Ausweis der Mehrwertsteuer umgehen. ERSTAUNLICH, WAS SO ALLES ALS PRIVATVERKAUF ANGEBOTEN WIRD Ich bin seit Herbst 2003 bei eBay und damals für uns der Kauf eines neuen, gebrauchten Lieferwagens an. Ich sah mich auch bei eBay um und einer der damaligen Anbieter war einer der ersten scheinprivaten Anbieter, die mir auffielen. Ein Mercedes-Benz Kleintransporter, Kastenwagen MB 208 / 308 stand dort zum Verkauf. Angeblich sehr guter Zustand bis auf eventuelle kleine Mängel, für die er als privater Anbieter natürlich nicht gerade stehen könnte. Ja, er kenne sich da eigentlich auch nicht genau aus, weil er den Kleinlaster eben nur privat gefahren habe und kein KFZ Experte sei. Ein Blick in seine abgeschlossenen Auktionen: dieser Privatanbieter verkaufte nichts anderes als Kleinlaster unter 7,5 Tonnen, pro Woche ein bis zwei Stück. Vielleicht einer, der privat Kleinlaster sammelt? Aber wer sammelt schon mehr oder weniger gut erhaltene und oft sehr schlecht erhaltene Kleinlaster, darunter 5 Tonnen Pritschenwagen und 7,5 Tonnen Kipper, bei denen das Beste dann leider oft nur die schöne Beschreibung des Anbieters war. Erstaunlich auch, wenn einer im Monat 10 Handys reinn privat verkauft, alle neu, aber natürlich ohne Gewähr und Garantie, vermutlich ein Handy-Sammler, der wirklich viel Geld hat, wenn er sich pro Momat 10 neue Handys bis zum Wert von 400 Euros gönnt. Er viel mir im September 2006 auf. NATÜRLICH GEHT ES NOCH DOLLER Aktuell bietet ein Verkäufer rein privat bei eBay Farben und Lacke an. Darunter sind Gebinde von 5 Liter und der Käufer darf nach dem Kauf unter mehr als 20 RAL Farbtönen aussuchen, was heißt, der Anbieter hat mehr als 20x 5 Liter Nitrolack. Seine anderen Angebote sind auch sehenswert: bis zu 10 Liter Verdünner zum Schleuderpreis. Natürlich Privatverkauf, natürlich darf der Käufer hinterher nichts reklamieren. MIT EINEM BEIN BEI EBAY MIT EINEM BEIN SCHON FAST IM KNAST dürfte auf diesen Anbieter zutreffen. Früher oder später wird der eine oder andere gewerbliche Mitbewerber seine Angebote finden, eine Anzeige wegen unlauteren Wettbewerb erstatten und abmahnen oder ganz anders vorgehene und Polizei, Ordnungsamt und andere Behörden darauf aufmerksam machen, daß da jemand bei eBay rein privat pro Woche einige 100 Liter Farbe, Lack, hochentzündliche Mittel anbietet, die er ja irgendwo auch rein privat lagern muß. Dieser Verkäufer sitzt auf einem Pulverfaß und weiß nichts davon, denn ich gehe mal davon aus, daß er inzwischen nicht nur mir auffiel, sondern auch auch anderen eBay Mitgleidern, die man zu seinen direkten Mitbwerbern rechen muß. Ein Testkauf eines Mitwerberbes würde ihm schon das Genick brechen können, denn dieser rein private Wunderverkäufer bietet seinen Käufern den versicherten Versand seiner Produkte mit HERMES an. Womit dann auch die Käufer schnell hereinfallen können: HERMES befördert laut AGB keine gefährlichen und hochentzündlichen Stoffe wie Nitroverdünner, sondern schließt die vom Transport und jeder Versicherung aus. Der Verkäufer sitzt also auf dünnerem Glatteis, als er es sich vermutlich träumen läßt: ein Mitbewerber, der sein Verkäufe nicht mag, braucht nur einen Testkauf von einem freund oder Bekanten durchführen zu lassen und schon hat er den Anbieter zur Abmahnung am Wickel und kann auch mal dezent bei HERMES anklopfen, daß Anbieter XX seit einem Jahr gegen deren Transportbestimmungen verstößt, was man ja aus den Bewertungen der laufend verkauften Artikel leicht ersehen kann. Ergebnis könnte sein, daß einige Käufer ihre Ware nicht mehr bekommen. PRIVAT, SCHEINPRIVAT, GEWERBLICH - INTERRESSIERT MICH NICHT, HAUPTSACHE BILLIG Ist ja auch eine Einstellung und gelegentlich ist sogar zu in Foren zu lesen: oh prima, billig, der verkauft aber nicht privat, wenn die Ware nichts taugt ist er noch länger gewährleistungsflichtig, weil er die Gewährleistung, den Widerruf usw. ausschloß. Prima, wenn die Ware ok ist mach ich ein Schnäppchen, wenn sie nicht ok ist, muß er haften. Gewinn ich immer dabei. Immer? Nein, leider nicht immer. Wenn der Käufer den scheinprivaten Anbieter in die Pflicht nehmen will, geht das oft auch nicht ohne Kosten für einen Anwalt, wenn der scheinprivate Verkäufer sich auf seinen privaten Status beruft. Der Käufer muß evtl,. nachweisen, daß es sich doch um ein gewerbliches Angebot handelt und hat vielleicht 10 Euro gespart, aber zur Durchsetzung seiner Rechte locker 500, 1000 Euro Vorkosten beim Anwalt. Und bleibt vielleicht schlimmstenfalls auf seinen Kosten und schlechter Ware sitzen - spätestens dann, wenn zu viele Forderungen an den scheinprivaten Anbieter richten, dei dieser nicht mehr erfüllen kann.
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