Risikofall pcbedarf (Ignac Pajc, Frankfurt) - Infos -

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Der folgende Ratgeber ist chronologisch aufgebaut. Er beginnt mit den ersten Hinweisen aus den Foren und wird bei Bedarf mit neuen Informationen ergänzt. Ich hoffe,  daß diesen Infos den betroffenen Käufern ein wenig helfen können.

 

Stand 27.05.09 (0.15 Uhr)

In den eBay-Foren wird regelmäßig auf problematische Anbieter hingewiesen. Einer davon ist der Account "pcbedarf" aus Frankfurt. Hier der Link zur Diskussion aus dem eBay-Forum Sicherheit:

http://community.ebay.de/forum/ebay/thread.jspa?threadID=297668

(Wegen häufiger technischer Störungen in der eBay-Community ist es möglich, daß das Foren / die Diskussion nicht immer aufrufbar ist.)

Aktuell (27.05.09) laufen noch rund 800 Angebote dieses Händlers. Es ist aber zu erwarten, daß eBay eingreifen wird. Ausschlaggebend dürfte sein, daß dieser Händler seine Verkaufsmenge in den letzten Tagen um den Faktor x 50 gesteigert hat. Das war möglich, weil er aktuelle Elektronikware zu extrem günstigen Preisen angeboten hat. In den letzten 31 Tagen wurde 230 Artikel (Wert: 12.000 Euro) von Käufern bewertet. Dem stehen aber ca. 265.000 Euro Umsatz (3.300 Verkäufe) für den gleichen Zeitraum gegenüber. Allein in den letzten 4 Tagen (22. bis 26. Mai) wurden rund 2.700 Artikel für ca. 220.000 Euro verkauft.

Folgender Verdacht steht im Raum: Der Account verkauft über 2-3 Monate einige 100 Artikel und liefert diese zügig aus. Das sichert ein vertrauensbildendes Bewertungsprofil. Dann werden massenhaft Artikel zu extrem attraktiven "Schnäppchenpreisen" eingestellt, was in wenigen Tagen einige 100.000 Euro Vorkassen bringt. Diese Artikel werden dann nicht mehr geliefert.

Die bei eBay hinterlegten Daten von "pcbedarf":

Ignac Pajc
Sonnemannstrasse 1
60314 Frankfurt
Deutschland Telefon: 01577|4845968
Fax: 06940563282
E-Mail: pcbedarf.frankfurt(at)freenet.de

In den Angeboten von "pcbedarf" ist auch eine Lieferzeit angebegen. Zitat: "Der Verkäufer verschickt den Artikel einen Werktag nach Zahlungseingang."

Das Bewertungsprofil:

http://feedback.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewFeedback2&userid=pcbedarf

Zur Zeit gibt es keinen schlüssigen Beweis, daß es sich um einen Betrug handelt. Die vorliegenden Fakten reichen aber nach meiner Einschätzung aus, den Verkäufer als Risikofall einzustufen. Accounts mit einem vergleichbaren eBay-Auftritt haben  in der Vergangenheit regelmäßig zu Schadenfällen geführt. Käufer sollten deshalb bei einer Vorauszahlung vorsichtig sein.

Die Käufer können sich in der oben verlinkten Diskussion im Sicherheitsforum informieren und auch Fragen stellen. Diesen Ratgeber werde ich in den nächsten Tagen regelmäßig aktualisieren.

 

Update 27.05.09 (10.30 Uhr)

eBay hat heute gegen 10.15 Uhr den Account von "pcbedarf" vorläufig gesperrt. (Siehe Bewertungsprofil) Rund 800 laufende Angebote wurden gelöscht.

Diese Maßnahme von eBay hat leider zur Folge, daß sämtliche Artikelbeschreibungen nicht mehr einsehbar sind. Als Beleg für den Kauf haben die Kunden aber noch die sogenannte Endofauction-Mail, die eBay nach jedem Kauf an die Mailadresse des Käufers schickt. Dort finden sich die wichtigsten Daten. Die Abgabe von Bewertungen für den gesperrten Accounts ist nicht mehr möglich.

Wer bisher den Kaufpreis noch nicht überwiesen hat, sollte jetzt erst einmal abwarten, wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt. Man kann gegenüber dem Händler auch von dem gesetzlichen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Die Abgabe dieser Erklärung ist für den Käufer ab Vertragsschluß - also auch vor Bezahlung oder Lieferung möglich. Wer gestern oder heute überwiesen hat, sollte gegebenenfalls über seine Bank versuchen, die Überweisung rückgängig zu machen. Das geht aber nur, solange diese dem Empfängerkonto noch nicht gutgeschrieben wurde.

Mir ist ein Konto des Verkäufers bei der Postbank Frankfurt bekannt. Die Endnummer lautet xxxx604. Sollten Käufer Kenntnis über weitere Konten haben, wäre ein Hinweis im Sicherheitsforum hilfreich. 

 

Update 27.05.09 (17.00 Uhr)

In dem eBay-Sicherheitsforum hat sich eine interessante Diskussion entwickelt. Mit der Zahl der Beiträge wird das Lesen aber zeitaufwendiger. Für neue Informationen und konkrete Fragen ist das trotzdem der richtige Ort.

Heute früh wurde eBay, die Postbank-Zentrale und die zuständige Polizeibehörde bezüglich der Auffälligkeiten bei "pcbedarf" ausführlich in Kenntnis gesetzt. Einem proaktiven Handeln sind natürlich Grenzen gesetzt. Echte Geschädigte, die nach längerer Wartezeit keine Ware bekommen haben, gibt es ja (noch) nicht. Allerdings berichten Käufer von einem überfüllten Mailpostfach und einer vollen Voicebox des Verkäufers.

Ein Posting des Käufers "nevercomeback-airline" in der bereits oben verlinkten Diskussion läßt vermuten, daß die Postbank inzwischen gehandelt und das Konto eingefroren hat. Ein Teil der Käufer hat eventuell die Möglichkeit, über eine Rückbuchungsanfrage eine Rücküberweisung durch die Postbank zu erreichen. Das gilt besonder für diejenigen, deren Überweisung erst Dienstagnachmittag oder am Mittwoch dem Konto gutgeschrieben wurden. Siehe Posting #86 vom 27.05.09 16.28 Uhr. Der Link dorthin benötigt eventuell einige Sekunden Aufbauzeit:

Link zu Posting #86 in der Forumsdiskussion zu pcbedarf

Wer sich bei ausbleibender Lieferung für eine Anzeige bei der Polizei entscheidet, findet auf der folgenden Website gute Tipps:

http://members.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewUserPage&userid=polizei-anzeige

Grundsätzlich ermöglicht eBay, bei ausbleibener Lieferung nach 10 Tagen einen nicht erhaltenen Artikel über ein spezielles Formular zu melden. (Siehe Hilfeseiten) Auch wenn der Verkäufer gesperrt und die Aussicht auf Lieferung gering ist, sollte man seinen Fall  eBay melden. Gelegentlich kommt es bei größeren Schadensfällen vor, daß eBay einen Teil des Verlustes übernimmt.

 

Update 28.05.09 (12.00 Uhr)

Es gibt weitere Betroffene, die positive Signale von der Postbank bekommen haben. Auch wenn sich Banken oft bedeckt halten, ist das Konto des Verkäufers seit gestern offensichtlich "eingefroren". Über die eigene Bank kann man eine Rückbuchungsanfrage stellen. So läßt sich ermitteln, ob die Überweisung noch auf dem Empfängerkonto liegt und zurückgebucht werden kann. Gelder, die nach dem einfrieren des Postbank-Kontos dort eingehen oder eingegangen sind, werden  nicht mehr gebucht und gehen mit dem Hinweis "Gutschrift unzulässig" automatisch an den überweisenden Käufer zurück. Auch das wurde von Käufern berichtet. (Siehe Posting #276)

Möglicherweise kann eingefrorenes Geld nicht kurzfristig zurückerstattet werden. Man sollte dann aber am Ball bleiben. In den nächsten Tagen wird es sicher mehr Informationen geben, ob und wie man an sein Geld kommen kann.

In der oben verlinkten Diskussion im eBay-Sicherheitsforum gibt es ab Posting #207 hilfreiche Erfahrungsberichte zu einer Rückabwicklung. Wer in dieser Angelegenheit Erfahrungen gemacht hat, sollte die Möglichkeit nutzen, dort darüber zu berichten. Das hilft allen Beteiligten.

 

Update 29.05.09 (21.00 Uhr)

Bisher haben die Polizei Frankfurt und die Postbank noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Man kann aber davon ausgehen, daß inzwischen gegen den eBay-Verkäufer ermittelt wird. Mit der zunehmenden Anzahl von Anzeigen steigt in der Regel auch die Intensität der polizeilichen Ermittlungen. Betroffenen Kunden würde ich empfehlen, eine Anzeige zu erstatten.

Was passiert mit dem eingefrorenen Geld bei der Postbank?

Geld, welches am 27.05.09 nach der Schließung des Kontos eingegangen ist, wurde als "unzulässige Buchung" zurückgewiesen. Es müsste in den nächsten Tagen wieder auf den Konten der überweisenden Käufer eingehen. Das Geld, welches bereits gebucht wurde, wird wohl vorerst nicht zurückerstattet. (Rückbuchungsanfragen über die eigene Hausbank scheinen da auch keinen Erfolg mehr zu bringen.) Vermutlich wird Postbank und/oder die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen entscheiden, wie mit dem Geld weiter verfahren wird. Nach meiner Erfahrung wird ein Teil der Käufer ihren Kaufpreis  zurückerstattet bekommen. Das könnte einige Zeit dauern.

 

Update 02.06.09 (20.00 Uhr)

Nachfrage bei Polizei und Staatsanwaltschaft.

Wie angekündigt, habe ich heute mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Frankfurt gesprochen.

Die Polizei will beim aktuellen Stand der Ermittlungen sich (noch) nicht öffentlich zum Verfahrensstand äußern. Betroffene Käufer sollten bei ihren jeweiligen (örtlichen) Polizeidienststellen Anzeige erstatten. Das Aktenzeichen bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt für den Fall "pcbedarf" lautet:

3210 JS 226448/09

Bei der Staatsanwaltschaft habe ich nachgefragt, ob und wann Verfügung bezüglich sichergestellter Gelder auf dem Girokonto des Verkäufers getroffen werden. Leider war auch hier keine konkrete Stellungnahme zu bekommen. Die vertretungsweise zuständige Staatsanwältin muß sich erst in den Fall einarbeiten.

Denkbar ist, daß nach Abschluß der Ermittlungen die Staatsanwaltschaft entsprechende Verfügungen trifft. Betroffene können möglicherweise bei der Staatsanwaltschaft oder anderen zuständigen Stellen einen Antrag stellen. Wie das in dem aktuellen Fall zu handhaben ist, konnte mir die Staatsanwältin zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Aus anderen Schadensfällen weiß ich, daß solche Anträge durchaus lohnen. Oft schreiben Betrugsopfer ihre Forderungen ab, was die Rückzahlungschance für die erhöht, die nach einigen Wochen oder Monaten bei der richtigen Stelle ihre Forderung geltend machen. Hier ist Geduld gefragt.

Sobald es konkrete Informationen bezüglich Erstattungsanträgen gibt, werde ich sie hier veröffentlichen. Unter Umständen kann das aber einige Monate dauern.

Natürlich sind auch zivilrechtliche Schritte (Mahnung, Mahnbescheid) gegen den Verkäufer möglich. Bei Betrugsfällen bringt das aber eher selten Erfolg, weil z.B. die Bescheide nicht zugestellt werden können.* Wer trotzdem diesen Weg in Betracht zieht, sollte den folgenden Link kopieren. Die Anwaltsseite internetrecht-rostock.de gibt allgemeine Hinweise zu Thema:

h**p://www.internetrecht-rostock.de/vorkasse-keine-lieferung.htm      (** gegen tt austauschen)

* Nachtrag - Posting #591 (03.06.09) aus dem oben verlinkten Thread von "gersemi" (502):

"Heute Einwurfeinschreiben an Ignac Pajc unter der bei ebay angegebenen Adresse zurückerhalten.
Vermerk: Empfänger/ Firma unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln.
Viele Grüße!"

 

Update 10.06.09 (15.00 Uhr)

eBay erstattet  aus Kulanz einem Teil der betroffenen Käufern Schadenersatz.

Im eBay-Sicherheitsforum haben sich Kunden genmeldet, die in den letzten Tagen von eBay angerufen wurden. eBay-Mitarbeiter bieten einen (Teil-)Ersatz des Schadens an. Das Geld soll auf einem PayPal-Konto gutgeschrieben werden.

Dieses Anrufe sind echt. Bei größeren und aufsehnerregenden Schadensfällen hat eBay schon einige Male solche (freiwilligen) Kulanz-Angebote gemacht. Allerdings wurden oft nur besonders aktive eBay-Nutzer mit Geld bedacht. Aus eBay-Sicht sind das interessante Kunden, die man ungern verlieren möchte. Zusätzlich soll damit Werbung für den eigenen Bezahldienst PayPal gemacht werden.

 

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