Richtig verhalten als Käufer bei Widerruf und Rücktritt

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Daß private Internetkäufer bei gewerblichen Verkäufern ein Rücktritts- bzw. Widerrufsrecht haben, ist meistens bekannt. Erstaunlich ist aber, das viele Käufer sich im Umgang mit Waren, die sie im Rahmen des Rücktrittsrechts evtl. wieder als "unbenutzt" zurückgeben wollen, wie ein "Elefant im Porzellanladen" benehmen. Da überrascht es nicht, daß der Verkäufer in solchen Fällen wenig Entgegenkommen bei der Rücknahme zeigt!

Wie behandelt man also potentielle Rücksendeware, damit der Rücktritt bzw. Widerruf problemlos über die Bühne geht?

Ich gehe so vor: Zunächst wird der gelieferte Versandkarton sauber geöffnet (Brieföffner, Messer, Teppichmesser). Beim entfernen der (Retail)verpackung der Ware keine Brachialgewalt wie Aufreißen von Kartons oder Folien, Herausbrechen von Styroporschalen etc .! Verschweißte Folien lassen sich mit der Schere sauber aufschneiden, bei mit Tesa verschlossenen einfach den Tesastreifen abziehen. Ist die Originalverpackung schließlich durch unvorsichtiges bzw. unsachgemäßes Öffnen beschädigt oder fehlt sie beim Rücksenden teilweise oder ganz, stellt dies evtl. eine Wertminderung der Ware dar, die der Verkäufer dann vom zu erstattenden Kaufpreis abziehen darf.

Nun kann die ausgepackte Ware begutachtet und getestet werden, ob sie den gewünschten Gebrauchsnutzen hat. Wird der Gegenstand dabei derart intensiv "begutachtet bzw. ausprobiert", daß er anschließend Gebrauchsspuren aufweist, dann darf der Verkäufer bei Rücksendung ebenso eine Wertminderung vom zu erstattenden Kaufpreis abziehen , weil er in dann nicht mehr als neu und zum vollen Preis anbieten kann. Sie wollen doch schließlich auch kein Produkt, das Gebrauchsspuren aufweist zum vollen Neupreis, oder?

Zum zurücksenden der Ware müssen Sie zwar nicht unbedingt den Originalversandkarton nehmen, es ist jedoch zweckmäßig diesen und die darin befindlichen Füllstoffe (Papier, Styropor, Luftpolster etc.) zu verwenden,  um einen sicheren unbeschädigten Rücktransport zu gewährleisten! Manchmal habe ich aber sogar für die Rücksendung besser verpackt als der Verkäufer die Lieferung, ich müßte es aber nicht, denn die Gefahr der Rücksendung ab Übergabe beim Paketdienst trägt der Verkäufer. Ware und Zubehör werden wieder genauso für die Rücksendung verpackt (Folie, Umverpackung etc.) wie man sie bekommen hat und Folien wieder sauber mit Tesa und der Versandkarton mit Packband verschlossen.

Last but not least: Immer gleich die Bankdaten der Rücksendung beilegen, das erspart Rückfragen! Und auch unbedingt eine Zahlungsfrist für die Rückerstattung setzen.

Unter Beachtung obiger Regeln bei Rücksendewaren dürfte es bei der Erstattung des Kaufpreises kaum Probleme geben!

Außerdem wichtig: Bei Waren mit einem Warenwert bis 40 € hat grundsätzlich der Käufer die Kosten der Rücksendung zu übernehmen. Die meisten Gerichte gestehen heute 1 Monat Zeit zur Rückgabe zu, manche eBay Händler haben in ihren AGB immer noch 14 Tage stehen. Um einem Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang zu vermeiden, schicken Sie die Ware am besten innerhalb von 14 Tagen zurück, denn zum Prüfen der Ware sollte diese Zeit wirklich ausreichen. Eingeschweißte oder versiegelte Medien die geöffnet wurden, wie z.B. Filme und Software, sind verständlicherweise vom Umtausch ausgeschlossen!

Entschließt man sich bereits vor Versand einer Ware
aus irgendwelchen Gründen zum Rücktritt, dann sollte man, um unnötige Versandkosten zu vermeiden, dies dem Verkäufer fairerweise unverzüglich mitteilen. Hierbei hat sich für einen Warenwert von mehr als 40 € bei mir folgendes Schreiben an den Verkäufer bewährt:

Sehr geehrte Damen und Herren

ich muß Ihnen leider mitteilen, daß ich vom Kauf zurücktrete!

Da ich als Privatkäufer ohnehin Rückgaberecht habe, könnte ich natürlich die Ware nach Erhalt zurücksenden.

Da Sie aber bei einem Warenwert über 40 Euro die Rücksendekosten übernehmen müssten, denke ich, daß es für beide Seiten vorteilhafter ist, nicht abzuwickeln, als die Ware hin und her zu schicken!

Mit freundlichen Grüßen
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