Richtig kompostieren: Tipps zu Behälter, Material, Standort & Co

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Behälter für Ihren Komposter: Metall, Kunststoff oder Holz - was ist am sinnvollsten?

Bereits vor Tausenden von Jahren kannten die Menschen den Nutzen der Nährstoffe, die sich bei der Zersetzung tierischer Exkremente bilden. Sogar Homer erwähnte in seiner „Odyssee" den Stallmist als Düngemittel, und Aristoteles verfasste 350 v. Chr. die „Humustheorie", die sich mit der bodenabhängigen Entwicklung von Pflanzen befasst.

In der Agrarwirtschaft wird Kompost seit Menschengedenken dazu eingesetzt, das Wachstum und die Entwicklung von Bäumen und Sträuchern zu optimieren und somit die ergiebigsten Ernten hervorzubringen. Und auch heutzutage geht der Trend in Privathaushalten vermehrt dazu, Bioabfälle kontrolliert verrotten zu lassen. So entsteht ein natürlicher Dünger, mit dem Sie die Fauna Ihres Gartens optimal versorgen können. Biologische Abfälle stellen zudem den größten Teil der produzierten Menge an Müll in Haushalten dar. Mit einem eigenen Komposter können Sie diese Menge um bis zu einem Drittel reduzieren und somit Ihre Kosten in diesem Bereich deutlich senken.

Wenn Sie schon länger darüber nachdenken, einen Komposter in Ihrem Garten zu platzieren, sich jedoch nicht schlüssig darüber sind, welcher für Sie der richtige ist, erfahren Sie nachfolgend alles Wissenswerte rund um die Herstellung Ihres eigenen Düngers.

Kompostierung – ein unverzichtbarer Vorgang für den Kreislauf der Natur

Als Kompostierung wird ein Prozess bezeichnet, in dem bestimmtes organisches Material abgebaut wird. Dies geschieht mithilfe von Sauerstoff, Bakterien und Pilzen, die sich im Verlauf des Zersetzungsvorgangs nach und nach bilden. Neben Kohlendioxid werden diverse wasserlösliche Mineralien freigesetzt – zu denen Phosphate, Nitrate, Ammoniumsalze oder Kaliumverbindungen zählen. Diese Stoffe zählen als Dünger und sind für das Pflanzenwachstum unverzichtbar. Ein Teil der entstandenen Zwischenprodukte wird von den Mikroorganismen zudem zu Humus verarbeitet.

Nicht nur im großen Stil wird in der heutigen Zeit Kompostierung betrieben – auch Hobbygärtner entdecken den Nutzen der eigenen Düngerproduktion. Aus Küchen- und Gartenabfällen sowie aus Grünschnitt kann jeder unkompliziert und ohne viel Aufwand eigenen Kompost herstellen. Dafür eignen sich viele Stoffe, wie pflanzliche Bioabfälle, Sägemehl, Haustierstreu, Pflanzenschnitt, Stallmist, aber auch Zeitungspapier, Papiertüten, Servietten sowie tierische Exkremente. Viele Abfälle, die im Haushalt entstehen, eignen sich für die kontrollierte Verrottung, sodass Sie mit der Zeit eine beachtliche Menge des natürlichen Nutzmaterials herstellen können. In einen Komposter gehören jedoch keine Produkte aus Kunststoff, Glas, Metall, Asche oder Textilien.

Der Nutzen des Kompostmaterials

Die Natur ist ein in sich geschlossener Kreislauf, der ein perfektes Gleichgewicht zwischen Zerfall und Wachstum bildet. Der Einfluss der Menschen hat unter anderem auch diesen empfindlichen Vorgang negativ beeinflusst und verändert. Durch die jahrhundertelange industrielle Nutzung von Grün- und Ackerflächen entsteht häufig ein Missverhältnis zwischen Nähstoffverbrauch und -zufuhr. Kompost ist ein gutes und einfaches Mittel, dieses Defizit auszugleichen sowie den natürlichen Nährstoffgehalt des Erdbodens wiederherzustellen und zu stabilisieren.

Verbesserung der Gartenerde

Mit dem selbst produzierten Dünger können Sie die Eigenschaften Ihrer Gartenerde verbessern, die Grünflächen Ihres Gartens rekultivieren und hausgemachte Bodensubstrate und Erdenmischungen herstellen. Je nach Zusammenstellung und Nährstoffgehalt entsteht so ein vollwertiges Endprodukt, das den Einsatz chemischer Mittel unnötig macht. Kompost kann stets nur so gut sein wie sein Inhalt. Manche Abfälle, wie zum Beispiel Obstschalen, enthalten Schadstoffe, die bei der Zersetzung ebenfalls weiterverarbeitet werden und bei zu hohem Vorkommen Schaden an der Pflanze und dem Erdboden anrichten können.

Wiederverwertbarkeit und natürlicher Kreislauf

In der Natur gibt es keine Abfälle, die nicht wiederverwertbar sind. Alles ist einem ewigen Kreislauf unterlegen. Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen und den Boden bedecken, bilden sie die Nahrungsgrundlage der Mikroorganismen im Erdboden. Diese Kleinstlebewesen zersetzen die Blätter und erzeugen im Verlauf des Prozesses die Humusschicht, die wiederum die Nahrungsgrundlage des Baums bildet, der im Frühjahr neue Blätter hervorbringt.

Die Funktion des Humus

Als Humus wird die Gesamtheit der toten organischen Substanz eines Bodens bezeichnet. Die Zusammensetzung unterliegt der Aktivität bestimmter Bodenorganismen, die für den stetigen Auf- und Abbau sorgen. Humus ist somit eine Schnittstelle zwischen den lebenden Pflanzen und Tieren und der abgestorbenen organischen Bodenschicht. Chemisch betrachtet kann die nährstoffreiche Substanz nicht klar abgegrenzt werden, da sie aus phenolischen Verbindungen besteht, die sich im ständigen Wandel befinden und bis heute nicht eindeutig definiert sind. Neben der Tatsache, dass die Humusschicht den wichtigsten Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere bildet, verbessert sie zudem noch die Porenverteilung des Bodens und optimiert dadurch den Luft- sowie den Wärmefluss darin. Die Wasserhaltekapazität des Bodens verbessert sich, und das Grundwasser wird durch die Filterfunktion vor Schadstoffen geschützt.

Auf das Gleichgewicht achten

Sie können es aber auch zu gut mit Ihren Zierpflanzen meinen und ihnen damit auf lange Sicht schaden, denn bei den Nährstoffen gilt: Das Gleichgewicht muss stimmen. Was in der unberührten Natur nicht möglich ist, kann in der Landwirtschaft und in der Hobbygärtnerei schnell passieren. Bei zu hoher Zufuhr an organischem Material bilden sich viele Nähr- und Schadstoffe. Wenn im darauffolgenden Jahr das Pflanzenwachstum aufgrund von Wetterbedingungen gering ausfällt, setzt eine Bodenversauerung ein. Die freigesetzten Zersetzungsprodukte sickern währenddessen in die tieferen Bodenschichten und sogar in das Grundwasser.

Das sollten Sie über Komposter wissen

Hierzulande werden die kastenförmigen Vorrichtungen aus Holz, Kunststoff oder Metall als Komposter angeboten. Viele Hobbygärtner sind der Ansicht, dass sich Holz am besten für Kompostbehälter eignet, da es ein natürliches Material ist und sich unauffälliger in das Gesamtbild des Gartens einfügt. Das mag grundsätzlich stimmen, doch hält ein unbehandelter Behälter auf Dauer der Feuchtigkeit im Inneren nicht stand. Wenn Sie sich für eine Konstruktion aus Holz entscheiden, sollte diese mit einer Schutzbeschichtung versehen sein, die nässeabweisend ist, sodass sich kein Schimmel bilden kann. Nach etwa sechs bis zehn Jahren muss der Holzkomposter ausgetauscht werden, da er einem natürlichen Verfall ausgesetzt ist.

Länger halten sich Vorrichtungen aus Kunststoff, da ihnen selbst extreme Witterungsverhältnisse nichts anhaben können und sie nicht zu Schimmelbildung neigen. Der Nachteil ist jedoch ihr Aussehen, da sie inmitten Ihrer übrigen Gartenpflanzen häufig deplatziert wirken und sofort ins Auge fallen.

Ein Metallkomposter hat im Gegensatz zu Modellen aus Holz den Vorteil, dass er theoretisch ewig benutzbar ist. Das Material rostet nicht und ist häufig in einem dezenten Grün gehalten. Der Behälter kann in der Regel zu allen Seiten geöffnet werden, damit Sie den Kompost bei Bedarf umlegen können. Häufig verfügt er zudem über ein Durchwurfsieb, mit dem Sie die reife Kompostmasse in feine Einzelteile verwandeln können.

Der richtige Standort für Ihren Komposter

Haben Sie sich dafür entschieden, ein zukünftiger Kompostproduzent zu werden und wollen sofort loslegen, sollten Sie, bevor Sie starten, einige Vorüberlegungen treffen, damit Ihnen aufgrund von Fehlplanungen im Nachhinein keine unnötige Arbeit entsteht. Wählen Sie einen Standort, den Sie vom Wohnhaus sowie den Pflanzenbeeten aus bequem erreichen können. Vergessen Sie nicht Ihre Nachbarn und halten Sie etwas Abstand zu den angrenzenden Grundstücken.

Stellen Sie die Vorrichtung direkt auf den Boden, sodass Kleinstlebewesen ungehinderten Zugang dazu haben. Lockern Sie den Untergrund und beachten Sie, dass Beton- oder Steinunterlagen als Standort nicht geeignet sind. Nicht nur Mikroorganismen, auch Nagetiere können und wollen in den Komposter gelangen – ein Bodengitter hilft in diesem Fall dabei, unerwünschte Besucher auf Abstand zu halten.

Eine besonders schnelle und gleichmäßige Verrottung erreichen Sie, wenn Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort wählen. Die Wärme sorgt für die Verdunstung des überschüssigen Wasseranteils in der Kompostmasse, wobei diese jedoch nie vollständig austrocknen sollte. Ein offener Platz mit stetiger Luftbewegung ermöglicht die richtige Menge an Frischluftzufuhr.

Wie Sie Ihren Komposter erstbefüllen und die besten Ergebnisse erzielen

Als unterste Schicht eignet sich am besten sperriges Material. Legen Sie zum Beispiel Zweige aus und sorgen Sie somit für eine gute Rundum-Durchlüftung. Überschüssiges Wasser kann damit leichter abfließen. Für ein optimales Endergebnis sollten Sie die folgenden Schichten gut durchmischen. Das bedeutet, dass beispielsweise auf eine Ladung Pflanzenschnitt Obstabfälle gelegt werden und darauf Haustierstreu, bevor eine weitere Schicht Gräser folgt. So kann sich eine homogene Masse entwickeln, in der die unterschiedlichen Nährstoffe gleichmäßig verteilt sind.

Je besser der Kompost vermischt ist, desto problemloser und leichter verrottet dieser. Befüllen Sie den Behälter nicht auf einmal, sondern nach und nach – so erhält jede Schicht die nötige Wärme und ausreichende Frischluftzufuhr. Küchenabfälle haben einen sehr hohen Flüssigkeitsgehalt und sollten daher mit trockenen Materialien gemischt werden. Dasselbe gilt für grobe und für feine Abfallprodukte – befüllen Sie Ihren Komposter möglichst zu gleichen Teilen mit diesen.

Auch wenn dies in großen industriellen Einrichtungen an der Tagesordnung sein mag – für den privaten Bereich eignen sich keine tierischen Abfälle wie Haut oder Innereien. Weiterhin gehören Käse oder Brot nicht in den Komposter. Im Zersetzungsprozess dieser Produkte entstehen Giftstoffe und Bakterien, die schädlich für Ihre Pflanzen und den Boden sind. Zigarettenstummel, Nussschalen, Staubsaugerbeutel und natürlich Medikamente haben ebenfalls nichts in Ihrem Dünger zu suchen.

Im Winter läuft der Verrottungsprozess gedrosselt ab, da die Sonnenstunden fehlen. Damit das Zuviel an Wasser, das nicht verdunsten kann, Ihrem Kompost letztlich trotzdem nicht schadet, sollten Sie im Herbst gefallenes Laub aufsammeln und den Küchenabfällen beimischen.

Mit einem einfachen Trick können Sie übrigens den Reifegrad Ihres Komposthaufens zuverlässig ermitteln. Befüllen Sie ein Einmachglas zu einem Drittel mit dem Kompost, streuen Sie Kressesamen darauf, gießen Sie diese leicht an und verschließen Sie das Gefäß. Wenn die Pflänzchen grün wachsen und weiße Wurzeln bilden, dann ist Ihr Kompost reif genug. Ist dies noch nicht der Fall, wird die Kresse braun.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden