Richtig ergänzt: sinnvolles Zubehör und Komponenten für Mainboards

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Richtig ergänzt: sinnvolles Zubehör und Komponenten für Mainboards

Die aktuelle Computertechnik unterliegt einer rasanten Entwicklung. Wer von den Fortschritten profitieren möchte, muss aber nicht immer ein komplett neues System anschaffen. Oft genügt es, mit sinnvollem Zubehör und passenden Komponenten das Mainboard aufzurüsten. Ist der PC allerdings älter als vier Jahre, sollte man auch über den Austausch des Prozessors nachdenken. Hier ist ein reines Upgrade meist nicht mehr sinnvoll. Um zu wissen, welche Komponenten und welches Zubehör sinnvoll für das vorhandene Mainboard sind, ist es nicht unwichtig, sich mit dem Mainboard an sich ein wenig zu beschäftigen. So fällt die Entscheidung, welche Dinge wirklich notwendig sind, wesentlich leichter.

Einige grundlegende Informationen zum Mainboard

Eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen der Hardware und der Software hat seinen Sitz auf dem Mainboard. Das BIOS (Basic Input/Output System) ist nach dem Einschalten des Rechners dafür zuständig, die Hardware zu starten, damit das Betriebssystem die Hardware später korrekt ansprechen kann. Im BIOS sind alle Informationen enthalten, die die Hardware und ihre spezielle Konfiguration betreffen. Beim Booten des Rechners überprüft der Prozessor auf dem Mainboard sämtliche Systemkomponenten. Dieser Vorgang wird POST (Power-On-Self-Test) genannt. Inzwischen wird auf vielen modernen Rechner anstelle von BIOS das System UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) eingesetzt. Dieser Nachfolger der BIOS ist netzwerkfähig und in der Lage, nicht nur neue Funktionen zu nutzen, sondern auch sehr hoch auflösende Grafikkarten zu unterstützen.

Auch, wenn bei modernen Mainboards immer noch von BIOS gesprochen wird, handelt es sich meist schon um eine Kombination aus BIOS und UEFI, die sich bequem über Mausbefehle ansprechen lässt. Obwohl man die werksmäßigen BIOS-Einstellungen individuell verändern kann, ist das bei den meisten Mainboards nicht notwendig. Sie sind für den Normalbetrieb vollkommen ausreichend eingestellt. Deshalb sollte man mit Änderungen, die sowohl die Hardware als auch die gesamte System Performance direkt beeinflussen, entsprechend vorsichtig sein. Wer jedoch zum Beispiel für umfangreiche Spiele sein System komplett ausreizen möchte, findet über diese Mischung aus BIOS und UEFI dazu die passenden Einstellmöglichkeiten.

Achtung: Das BIOS verlangt unter Umständen ein regelmäßiges Update, denn ein fehlerhaftes BIOS kann den Rechner beschädigen. Die Folge ist dann häufig, dass das gesamte Mainboard ausgetauscht werden muss. Folgende Merkmale können ein Update notwendig machen:

  • Der alte Prozessor wurde gegen ein neueres Modell ausgetauscht.
  • Das System stürzt häufig ab.
  • Das Betriebssystem meldet häufig schwere Ausnahmefehler.

Hinweis: Wer sich mit den Einstellungen im BIOS nicht auskennt, sollte das Update durch einen Fachmann ausführen lassen.

Der Prozessor ist Herz und Gehirn des Mainboards

Der Sockel, auf dem der Prozessor angebracht wird, ist ein zentraler Baustein beim Aufbau des Mainboards. Wenn der Prozessor gegen ein neueres Modell getauscht werden soll, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass Sockel und Prozessor miteinander korrespondieren. Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Sockeln von Intel und AMD, die für folgende Prozessoren geeignet sind:

  • Intel 1155 = Sockel H2
  • Intel 1156 = Sockel H
  • Intel 1366 = Sockel B oder LGA1366
  • Intel 2011 = Sockel R oder LGA2011

Für die modernen AMD-Prozessoren stehen die Sockel AM2, AM2 , AM3, AM3 , FM1 und FM2 zur Verfügung. Im Bedienungshandbuch Ihres Mainboards finden Sie Hinweise darauf, welcher Sockel auf dem Board verbaut wurde. Auch auf der Webseite des Mainboardherstellers sind solche Angaben in der Regel in den Technischen Datenblättern zur finden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie den für den Sockel passenden Prozessor auswählen.

Mainboards und ihre unterschiedlichen Bauformen

Die Größe des Mainboards hängt im Wesentlichen von der Gehäusegröße Ihres Rechners ab. Mit der Bauform wird auch gleichzeitig die Anordnung der jeweiligen Anschlüsse festgelegt.

Wichtig: Manche Mainboards mit dem Zusatz „Mini" lassen sich durchaus auch in größeren Gehäusen verwenden. Häufig ist dafür aber ein spezieller Einbaurahmen notwendig, den Sie als Zubehör extra erwerben müssen. Größere Mainboards hingegen passen in der Regel nicht in die kleineren Gehäuse.

Darüber hinaus gibt es Mainboardhersteller, die ihre Bohrungen anders positionieren, sodass diese Boards nicht in jedes Standardgehäuse eingebaut werden können. Im Bedienungshandbuch und in den Technischen Datenblättern auf der Herstellerwebseite finden Sie Angaben, mit welchen Gehäuseformen die jeweiligen Mainboardversionen kompatibel sind. Beim Austausch sollten Sie diese Informationen also auf jeden Fall berücksichtigen.

Die wichtigsten Anschlüsse auf dem Mainboard

Nicht nur anhand unterschiedlicher Sockel für die Prozessoren unterscheiden sich die Mainboards verschiedener Hersteller voneinander, sondern auch nach Art und Anzahl der zur Verfügung stehenden Schnittstellen.

Tipp: Achten Sie darauf, dass auf dem Mainboard genügend Platz für die von Ihnen gewünschten Komponenten vorhanden ist. Wenn Sie mit einem Mini-Tower arbeiten, bieten sich Mainboards an, die Grafik und Sound on Board haben. Bei größeren Gehäusen haben passende Anschlüsse für Grafik- und Soundkarten allerdings große Vorteile.

Folgende Anschlüsse für Schnittstellen sind wichtig bei einem hochwertigen Mainboard:

  • Steckplätze für den Arbeitsspeicher
  • Anschlüsse für Lüfter
  • Steckplätze für Grafikkarten
  • Festplattenanschlüsse
  • PS2-Ports
  • USB-Anschlüsse
  • PCI- oder PCI-Express-Anschlüsse
  • Firewire-Steckplätze

Arbeitsspeicher und Lüfter

Im Bedienungshandbuch des Mainboards findet man Angaben darüber, welchen Speichertyp das jeweilige Board unterstützt. Wichtig zu wissen ist, dass DDR2- und DDR3-RAM nicht miteinander kompatibel sind. Hier müssen unterschiedliche Steckplätze vorhanden sein. Wenn Sie zum Beispiel Ihr Mainboard austauschen, Ihre DDR2-Speicher aber weiterverwenden möchten, muss das Board die entsprechenden Steckplätze aufweisen.

Kauftipp: Es gibt Mainboards, die Steckplätze für beide Speichertypen anbieten. So kann man DDR2 und DDR3 miteinander kombinieren. Die Anzahl der vorhandenen Steckplätze bestimmt dabei die maximale Größe der einsetzbaren Arbeitsspeicherbausteine.

Normalerweise genügt die Gehäusebelüftung auch für das Mainboard. Wenn allerdings hochleistungsfähige CPUs verwendet werden und auch eine leistungsstarke Grafikkarte zum Einsatz kommt, kann diese Belüftung oft nicht ausreichen. Deshalb sollten zusätzliche Lüfteranschlüsse auf dem Mainboard vorhanden sein. Ist keine ausreichende Belüftung gegeben, kommt es zu einer Erhöhung der Betriebstemperatur und zu einer größeren Geräuschentwicklung. Das führt, wenn die Wärme nicht aus dem System heraustransportiert werden kann, häufig zu Einschränkungen in der Leistung, die sich auch durch mangelnde Geschwindigkeit bemerkbar machen kann. Außerdem können durch Überhitzung Schäden an einzelnen Komponenten des Rechners – unter Umständen auch am Mainboard – entstehen, die einen kompletten Austausch notwendig machen. Der Einbau zusätzlicher Lüfter ist also die bessere und kostengünstigere Variante.

Anschlüsse für Grafikkarten

Ältere Grafikkarten benötigen eine AGP-Schnittstelle, die es auf aktuellen Mainboards kaum noch gibt. Das liegt unter anderem daran, dass Grafikkarten heute oft über den PCIe-Anschluss betrieben werden, der eine wesentlich höhere Datentransferrate ermöglicht. Achten Sie beim Kauf einer neuen Grafikkarte also darauf, welche Schnittstelle Sie dafür auf Ihrem Mainboard benötigen. Unter Umständen empfiehlt es sich auch, ein Board integriertem Grafikprozessor zu verwenden.

Etwas komplizierter wird es, wenn mehrere Grafikkarten in einem Verbund angeschlossen werden sollen. Hier gibt es Unterschiede bei den Herstellern Intel und AMD. Das Mainboard muss folgende Funktionen unterstützen:

  • NVIDIA-Grafikkarten (Intel) verlangt nach SLI (Scalable Link Interface)
  • AMD-Sockel müssen Crossfire unterstützen

Schauen Sie in das Bedienungshandbuch Ihres Mainboards, welcher Sockel vorhanden ist, damit Sie die passende Grafikkarte mit der jeweils notwendigen Technik aussuchen können.
Achtung: Beide Techniken verlangen nach zwei PCIe-Steckplätzen mit X16-Slots.

Der Festplattencontroller auf dem Mainboard

Wenn Sie ein älteres Mainboard besitzen und mit Zusatzkomponenten ausstatten möchten, befindet sich darauf eventuell noch ein IDE-Festplattencontroller. IDE (Integrated Drive Electronics) ist aber schon seit Jahren von der schnelleren SATA-Schnittstelle abgelöst worden. Verfügt das Mainboard also nur über den IDE-Anschluss, können Sie die Festplatte nicht einfach austauschen. In diesem Fall müssten Sie einen SATA-Adapter erwerben, der es ermöglicht, ältere IDE-Geräte auch auf modernen Mainboards zu verwenden. Für den Einbau einer SSD-Festplatte (Solid State Drive) ist ein SATA3-Anschluss die Mindestanforderung. Nur so kann der Geschwindigkeitsvorteil dieser Festplatte auch tatsächlich genutzt werden.

Ältere und moderne Steckplätze auf einem Mainboard

Es ist zwar nicht mehr üblich, aber viele PC-Nutzer verwenden auch heute noch Tastaturen oder kabelgebundene Computermäuse mit einem PS2-Stecker. Damit das problemlos funktioniert, sollte ein Mainboard über die passenden PS2-Ports verfügen. Für die Maus dient dabei der grüne Eingang, während lila die Farbe für die Tastatur ist.

Übrigens: Es kann auch von Vorteil sein, für Tastatur und Maus einen PS2-Port zu verwenden. So spart man wertvolle USB-Anschlüsse für andere Peripheriegeräte.

USB-Anschlüsse kann man nie genug haben, weil viele externe Geräte per USB an den Rechner angeschlossen werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Externe Festplatten
  • Zusätzliche Laufwerke
  • Drucker
  • Scanner
  • Webcams
  • USB-Sticks
  • Digitalkameras und Videokameras
  • Ladeanschlüsse für Smartphones oder Tablets

Moderne Mainboards verfügen heute standardmäßig über mindestens sechs USB-Ports. Ein bis zwei davon sind meist in der schnellen USB-3-Klasse ausgeführt.

Tipp: Wenn die USB-Anschlüsse auf Ihrem Mainboard nicht ausreichen, sorgt ein USB-Hub für Abhilfe. So können Sie die USB-Steckplätze beliebig erweitern.

Ebenfalls standardmäßig verfügen moderne Mainboards über einen Firewire-Anschluss. Daran kann man Videokameras, Hardware für Musiker und teilweise auch externe Festplatten anschließen. Auch hier gibt es – ähnlich wie bei den USB-Ports – Geschwindigkeitsunterschiede. Achten Sie deshalb darauf, dass ein neues Mainboard einen Firewire-800-Anschluss bereithält.

PCI-Express-Steckplätze sind Multitalente

Ob Grafik- oder Soundkarte, Netzwerk-, WLAN- oder TV-Karten – auf die schnellen PCI-Express-Anschlüsse kann man heute kaum noch verzichten. Mit ihrer Hilfe kann man das Mainboard um viele zusätzliche Komponenten erweitern. Grafikkarten benötigen dabei einen PCIe-Steckplatz X16, alle anderen Komponenten kommen in der Regel mit einem X1-Slot aus.

Tipp: Wenn die ausgewählte Karte nicht in den vorgesehenen Slot passt, können Sie sich mithilfe von Flex-Flachbandkabeln irgendwo im Gehäuse unterbringen.

Achtung: PCI-Express-Anschlüsse sind nicht mit PCI-Standardanschlüssen kompatibel. Wenn Sie noch PCI-Karten verwenden möchten, muss das Mainboard dafür einen extra Anschluss haben. Es besteht jedoch die Möglichkeit, auch ältere PCI-Karten mithilfe eines Adapters am PCI-Express-Anschluss zu betreiben.

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