Richtfest: Wissenswertes über Dachziegel und -pfannen

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Richtfest: Wissenswertes über Dachziegel und -pfannen

Bringen Sie alles unter Dach und Fach

Das Richtfest eines Hauses, also das Ereignis, bei dem der Bauherr gemeinsam mit seinen Handwerkern das Aufrichten des Dachstuhls meist mit einem zünftigen Umtrunk feiert, gehört zu den wichtigsten Ereignissen beim Hausbau. Der Rohbau des Hauses ist abgeschlossen und man nähert sich dem sprichwörtlichen Dach über dem Kopf. Direkt nach dem Errichten des Dachstuhls wird das Dach mit Dachziegeln oder Dachpfannen bestückt. Doch was genau ist der Unterschied zwischen diesen Belägen und welches ist der richtige für Ihr Dach? Bei eBay finden Sie eine breite Auswahl an Produkten für Ihr Dach, darunter auch diverse verschiedene Ausführungen von Dachziegeln und Dachpfannen. Dieser Ratgeber möchte Ihnen die nötigen Tipps und Fakten an die Hand geben, damit Sie eine sichere, kompetente Auswahl treffen können.

Die richtige Wahl für Ihr Dach: Dachziegel oder Dachpfanne

Der entscheidende Unterschied zwischen den bei der Dacheindeckung verwendeten Dachziegeln oder Dachpfannen ist die Herstellung, aber auch das Material des Objektes. Während der klassische Dachziegel aus gebranntem Ton besteht, ist die Dachpfanne, auch Dachstein genannt, aus Beton gefertigt.

Dachziegel

Der Dachziegel wird auch heute noch nach althergebrachten Verfahren hergestellt, wobei derzeit ein Teil der Arbeitsschritte voll- oder teilautomatisch durchgeführt wird. Tondachziegel bestehen zu etwa 60 Volumenprozent aus Elementen wie Ton und Lehm und zu 40 Volumenprozent aus Wasser. Seine Farbe ist abhängig von der Brenndauertemperatur und dem Eisenoxidanteil im Rohstoff. Entsprechend variiert die Farbe beim Dachziegel immer leicht. Im weiteren Sinne werden auch Ziegel aus Natursteinen und Schiefer unter dem Oberbegriff Dachziegel subsummiert.

Dachpfannen

Bei der Fertigung der Dachpfanne handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, das erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufkam. Der Grundbestandteil dieser Dachbedeckung ist gereinigter Quarzsand, der mit Wasser, Farbpigmenten, Zement und Eisenoxid vermischt wird. Es entsteht ein endloser Strang, den man meist maschinell presst und anschließend in Form drückt. Die beigesetzten Pigmente entscheiden über die Farbe des Steins. Gemeinsam mit Metallblechen werden Dachpfannen oft zur Deckung von Lagerhallen und Industriebauten verwendet.

Die Geschichte von Dachziegel und Dachpfanne

Die frühe Geschichte des Dachziegels ist ungewiss.

Vor Christus bis zur Industrialisierung

Zwar ordnet der griechische Schriftsteller Pindar die Entstehung dem Jahr 450 v. Chr. zu, jedoch lassen sich hierfür keine weiteren Belege anbringen. Deutlich verbreiteter und beliebter war zu dieser Zeit wohl der Mauerziegel, der sich durch zahlreiche Ausgrabungen aber auch durch schriftliche Zeugnisse belegen lässt. Gesicherte Funde stellen auf jeden Fall die sogenannten Feierabendziegel dar, die auch Glücks- oder Sonnenziegel hießen. Bei diesen Ziegeln sind auf der Rückseite mit spitzen Gegenständen oder auch mit den Fingern Jahreszahlen, Zeichen, Ornamente oder sogar kurze Texte eingeritzt. Vermutet wird, dass es sich bei diesen Stücken um die letzten Objekte eines Produktionstages handelt und sie deshalb auf diese besondere Weise gekennzeichnet wurden. Einige dieser Objekte sind auf den Zeitraum zwischen 1100 und 1300 n. Chr. datiert. In den Anfängen wurde die Produktion der Dachziegel nicht selten von Bauern betrieben, die so eine zusätzliche Einnahmequelle während des Winters erwarben. Dies hatte zur Folge, dass bevor die Industrialisierung einsetzte und so die Produktion der Dachziegel von Grund auf verändert wurde, viele kleine Produktionsstätten existierten.

Von der Industrialisierung bis heute

Mit der Erfindung der Dampfmaschine stellte man Dachziegel in großen Mengen her. 1881 meldete Wilhelm Ludowici das Patent auf den ersten maschinell hergestellten Dachziegel an. In Stroh verpackt, fuhr man die Dachziegel anschließend auf Pferdefuhrwerken zu den Endnutzern.
Bis in die 60er Jahre hinein verwendete man in den Produktionsstätten hauptsächlich Schweröl, stellte dann aber auf Erdgas um. Obwohl für die Umwelt verträglicher, wirkte sich diese Veränderung zum Teil negativ auf die Qualität der Ziegel aus: Probleme mit der Frostsicherheit des Produktes waren die Konsequenz. An dieser Stelle konnten die Dachpfannen ihre Vorteile ausspielen: Sie waren bereits direkt nach dem Zweiten Weltkrieg aufgekommen, da zu dieser Zeit ein erhöhter Bedarf an Material bestand, der alleine von den Tonziegeln nicht gedeckt werden konnte. Mit dem Qualitätseinbruch der Dachziegelindustrie 20 Jahre später und der Hoch-Zeit der Betonherstellung steigerte sich die Produktion nochmals. Anfänglich hatte der Dachstein nur eine geringe Lebenszeit von ungefähr 15 Jahren, diese konnte allerdings durch Oberflächenbehandlungen optimiert werden. Heute verschließt man die Poren von oben mit Granulat.

Die Herstellung des Dachziegels

Während die relativ einfache Herstellung des Dachsteins bereits geschildert wurde, ist das Produktionsverfahren des Dachziegels deutlich komplizierter und erklärungsbedürftiger. In den Siedlungsbereichen der Römer belegen aktuelle Ausgrabungsfunde, dass der Dachziegel auf den Dächern der Befestigungsanlagen, in Städten aber auch auf dem Land verwendet wurde. Im Mittelalter hingegen deckte man hauptsächlich Burgen und Schlösser sowie Kirchendächer mit Ziegeln. Lediglich hohe Würdenträger konnten sich eine Verwendung dieser Dachbedeckung im privaten Bereich leisten. Die Herstellung der Ziegel war aber nicht nur kostspielig, sondern auch langwierig. Nach der manuellen Gewinnung des Tons sumpfte man ihn ein oder schichtete ihn auf. Anschließend musste er einen oder auch zwei Winter durchfrieren. Das so erhaltene Produkt erwärmte man, zerkleinerte es und vermengte es mit Wasser, um es daraufhin in eine Holzform zu pressen. Der gewonnene Rohling hatte einen Trocknungszeitraum von mehreren Monaten. Das Brennen in Feldbrandöfen war der abschließende Schritt bei der Produktion. Dass sich diesen Herstellungsprozess nur die wenigstens Privatleute leisten konnte, ist ersichtlich. So herrschte in dieser Zeit die Dachbedeckung mit Stroh-, Ried- und Holzschindeln vor. Erst im 14. bzw. 15. Jahrhundert wurde aufgrund der Brandgefahr immer öfter auf die Dachziegel aus Ton zurückgegriffen.

Musste man in der Vergangenheit Ziegeleien in der Nähe der Ziegelgruben errichten, um die Transportkosten zu minimieren, spielt dieser Aspekt heute keine Rolle mehr. Auch hat die maschinelle Produktion die Kosten und den Aufwand um ein Vielfaches gesenkt. Jedoch bleibt in der modernen Ziegelherstellung das Grundprinzip erhalten: Abbau des Tons, Sumpfen oder Mauken, Formgebung, Trocknung, Brennen. Neu ist der Schritt der zentralisierten Güteprüfung. Auch kann beim Sumpfen oder Mauken der Feuchtigkeitsgehalt der Ton-Lehm-Mischung genauer kontrolliert werden, sodass es möglich ist, stets ein gleichwertiges Endprodukt zu erzielen.

Der Dachziegel und seine Farben

Bei der Dachpfanne erreicht man eine gewünschte Farbe durch die Zugabe eines entsprechenden Farbpigments, beim Dachziegel ist diese in der Regel von der natürlichen Zusammensetzung des Tons bestimmt. Man unterscheidet heute zwischen naturroten Dachziegeln, gedämpften Dachziegeln, engobierten Dachziegeln und glasierten Dachziegeln.
Die naturroten Dachziegel sind, wie dieses auch in der Vergangenheit war, durch das im Ton enthaltene Eisenoxid in ihrer Farbe bestimmt. Die Farbe changiert hier. Gedämpfte Dachziegel sind durchgefärbt. In diesem künstlichen Herstellungsprozess wird verhindert, dass sich Eisenoxid bilden kann, sodass diese Art der Ziegel in verschiedenen Grautönen möglich ist.
Dagegen stehen die engobierten Ziegel, die vor allem in Erdfarben erhältlich sind. Bei ihnen werden Tonschlämme, sogenannte Engoben, zugesetzt, die farbig ausbrennen.
Glasierte Dachziegel sind mit einem farblosen oder farbigen Überzug aus geschmolzenem Glas beschichtet, sodass eine harte, glatte und meist glänzende Oberfläche entsteht. Es sind hier alle Farben denkbar.

Der Dachziegel und seine Formen

Im Gegensatz zum Dachstein sind beim Dachziegel verschiedene Formen möglich, was eine individuellere Anpassung an Ihr persönliches Dach erlaubt. Standardziegel sind der Biberschwanz, die Hohlpfanne und der Strangfalzziegel. Der seit dem 14. Jahrhundert bekannte Biberschwanz ist ein flacher Ziegel, bei dem die Unterkante halbrund ist. Ein mit ihm verlegtes Dach erhält eine Fischschuppenoptik; er kann auch an sehr steilen Dächern haften. Die Hohlpfanne findet vor allem in Norddeutschland Verwendung. Es ist ein Dachziegel, der eine Mulde aufweist und ohne Falze gefertigt wird. Der Strangfalzziegel kommt der Dachpfanne am nächsten: Er wird aus einem endlosen Tonstrang auf Maß geschnitten. Entsprechend weist das Produkt keinen Falz auf, was ihn insbesondere für Dächer mit einer Neigung von über 30 Grad eignet. Unter die Kategorie der Pressdachziegel, also jener Ziegel, die mithilfe einer Ober- und Unterform gepresst wurden, fallen unter anderem der Doppelmuldenfalzziegel, der Romanische Ziegel und Mönch und Nonne. Der Doppelmuldenfalzziegel ist ein Nachfahre des Falzziegels, der eine doppelte Nut bzw. zwei Rippen auf der Rückseite besitzt. Es handelt sich um eine besonders sturmsichere Dachdeckung. Mönch und Nonne sind zwei ineinandergreifende Ziegel. Der konvexe Mönch wird von der konkaven Nonne überdeckt. Es handelt sich um Hohlziegel, die dem altrömischen Kulturraum entstammen. Entsprechend findet man sie oft im mediterranen Raum, aber auch in Deutschland sind sie an mittelalterlichen Gebäuden und an Kirchen bzw. repräsentativen Bauwerken zu finden.

Eine Besonderheit: der Dachschmuck

Aber auch wenn Sie keinen aktuellen Bedarf haben, neue Dachziegel oder Dachpfannen zu erwerben, lässt sich ein großes Angebot an Dachschmuck finden, das sich für alle Dachformen und für alle Dachbedeckungen eignet. Dieser dient allein dazu, dem Dach einen persönlichen, individuellen Anstrich zu geben. Meist wird der Schmuck an der Spitze des Vordergiebels montiert, es sind aber auch andere Orte z. B. die Dachrinne möglich. Wie wäre es beispielsweise mit einem Schlafwandler oder einer Katze, die Ihr Dach schmückt? Sie können sich natürlich auch ganz in eine der althergebrachten Traditionen einordnen: Bei den Germanen verzierte man den Punkt, an dem Dachfirst und Giebel zusammentrafen oft mit Tierköpfen, in der Gotik setzte man auf florale Ornamente, während der Barockzeit wurden Metallfähnchen und Kugeln, aber auch Einhörner oder Adler verwendet. Beliebt in allen Epochen und auch heute noch viel angebracht, sind Hähne, Windrichtungsgeber, Eulen oder Drachen. Meist findet man heutzutage aus Kunstharz hergestellte Figuren, die am Ziegel angebohrt und anschließend zusätzlich verklebt werden.

Vom Dach in die Wohnung: der Dachziegel als Dekoration

Doch nicht nur auf dem Dach in Form des Giebelschmucks kann ein Dachziegel dekorativ sein. Seine volle romantische Seite entfaltet der Ziegel als Wand-Kerzenhalter. So gibt er jedem Raum einen mediterranen Anstrich. Schön anzusehen sind auch die bemalten Ziegel, die viele Gartenbesitzer in ihr Reich integrieren, die aber auch oft an Wänden oder Türen angebracht werden. Hier findet sich für jeden Geschmack etwas: Verspielte Ornamente, Pflanzen, Tiermotive, selbst das Vereinslogo verschiedener Fußballvereine sind zu bekommen.

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