Reparatur von Objektiven -

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Kurzfassung:      

Bei der "Reparatur" von Objektiven: 

I
Finger weg
von aggressiven Plastik Spezialklebern, die nicht  ausdrücklich für den Kunststoff der Objektive vorgesehen sind.   (Herstellerangaben über das Internet)  (Gummigriffbänder mit gebrauchtem Doppelklebeband befestigen.)

II
Objektive reparieren kann man (versuchen zu) lernen, indem man Objektive um 1 € ersteigert und diese dann erst mal zerlegt. Mit etwas Übung kann man diese dann (oft) auch wieder zusammenbauen.

III
Wer etwas mehr Arbeit investiert, kann z.B. Canon EOS Objektive zum Schnäppchenpreis, die nicht an den digitalen 10d, 20d etc funktionieren,  (möglichst nicht mehr als 10€) zerlegen, Elektronik rauschmeißen, die Blendensteuerung mittels Hebel mechanisch nach außen führen, die Steuerungskontakte entweder überkleben oder rausschmeißen und hat dann sehr gute manuelle Objektive.   Diese Plastik Objektive lassen sich viel leichter zerlegen als die alten Metall präzisionsgefertigeten Metalldinger.



Ausführlicher:

Die Idee für diesen Rateber bekam ich, als ich 2 ersteigerte Nikon Objektive auspackte, beide mit hervorragenden Daten, und beide hatte ich zusammen für einen sehr geringen Preis ersteigert.  25% des Gebrauchtlistenpreises, das schien ein Schnäppchen zu sein!!

War es aber nicht!


Nach 30 bis 50 Jahren hatten sich die Gummigriffbänder gelöst, die zum Einstellen der Schärfe und der Vergrößerung.    Nun hatte jemand versucht, diese wieder zu befestigen, dazu hatte er einen Spezial-Kleber verwendet, der im Idealfall den Kuststoff an der Klebefläche leicht auflöst, und so eine innige Verbindung 2 er Kunststoffteile ermöglicht.   Üm Kunststoffe zu kleben, die keine billigen Plastikteile sind, braucht man eine gute Portion Spezialwissen, bei 2 verschiedenen Kunststoffen wie in diesem Fall um so mehr.  Und dann braucht man verlässliche Herstellerangaben von beidem, Klebstoff und Kunststoff.   Der Bastler, der sich an den Objektiven versucht hatte, erschien mir unbelastet von jeglichen seriösen Kenntnissen von beidem, - von der Materie überhaupt.  

Was war passiert?     

Zunächst: Die Objektive sahen aus, als wenn eine schmierige Schmutzschicht sich auf die Objektive gelegt hätte, die man relativ leicht mit dem Fingernagel wegkratzen konnte.  Leider ging dabei aber auch die Beschriftung weg!, was bei einer Schmutzschicht unüblich ist.  

Bei genauerer Betrachtung kam die Katastrophe ans Tageslicht!  Irgendwie war unser Bastler an einen hochspezialisierten agressiven Kunststoffkleber gekommen, der hatte nun nicht nur an der aufgetragenen Stelle den Kunststoff aufgelöst, sonder war über 90 % der Oberfläche gekrochen, hatte also fast die ganze Oberfläche angelöst!  Entfernt man diese schmierige Schicht, dann entfernt man die Ganze Oberfläche und somit auch die sehr wichtige Beschriftung!   - Ein ablesen der eingestellten Blende ist dann nicht mehr möglich, genauso wie der eingestellen Entfernung und der wirksamen Schärfentiefe; eigentlich kann man dann gar nichts mehr ablesen, das Objektiv ist nicht mehr zu gebrauchen - Schrott!!!  Totalschaden!

Wie wäre die Reparatur besser möglich gewesen?   -

Es gibt 2 Arten von Klebeverbindungen:

1
Die innige Verbindung,  - die ist fast schon etwas Ähnliches also wie ein chemisches Schweißen,

2
Die verklammerte Verbindung,  -  der Klebstoff klebt nur an den Teilen, geht keine innige Verbindung ein. 


Da keine hohen Zugbelastungen auftreten und eine große Klebefläche zur Verfügung steht, wäre also die 2. Klebeart die richtige.  Der Klebstoff härtet eigentlich nie so richtig aus, beide Teile bleiben relativ lose zwar, aber sicher genug verbunden.    Am Besten geeignet wäre da ein Doppelklebeband, das so wenig als möglich schmiert.

Ein gebrauchtes Felgenklebeband (Doppelseitig klebend)aus früheren Radsportzeiten wäre sehr geeignet.  Gebraucht ist besser aus folgendem Grund:   Wenn das Objektiv direkter Sonneneinstrahlung oder überhaupt starker Hitze ausgesetzt wäre, dann würde der Klebstoff anfangen zu schmieren, unter Umständen sogar aus der Klebespalte austreten, das wäre dann eine sehr klebrige Angelegenheit, um nicht zu sagen eine unangenehme Sauerei.

Zum zweiten Thema, dem zerlegen von sehr preiswert eingekauften Objektiven, gibt es nicht allzuviel zu sagen. Ich habe dabei sehr viel gelernt, und traue mir nun schon sehr viel mehr zu, Objektive zu reparieren.

Zum Beispiel:    Ich habe eine Nikon F3 mit einem Nikon Nikkor 50mm f= 1:1,4 ersteigert, bei der das Objektiv einen dicken festten tiefen Kratzer hatte über die ganze Frontlinse!  Vielleicht wäre ab Blende 11 oder 16 noch was gegangen.      Da hatte ich nun etwas Glück, und bekam eine non AIS Optik mit den gleichen technischen Daten für einen geringen Preis, die hatte starke Gebrauchsspuren und war in der Mechanik nicht mehr optimal.    Um die Frontlinse auszutauschen muss man die Abdeck-Lochplatte herausschrauben, wie ich nun weiß, auf die meißtens die Daten und die Fabriknummer aufgedruckt sind.   Das ist nach dem Basteln an mehr als 10  Objektiven eine meiner leichteren Übungen!    Diese Ringe sehen nachher auch nicht mehr so furchtbar mißhandelt aus, wie die ersten Stücke, an denen ich mich versuchte.   Schlimmstenfalls kann man ein kleines Loch bohren, um einen besseren Halt zu finden zum aufschrauben. Die Linse liegt nun an den meißten Objektiven offen da und kann spielend leicht ausgetauscht werden.  Am Beispiel des Nikkor 50mm 1:1,4 sieht man, daß sich das auch gut Lohnen kann! 

Bei modernen Autofokusobjektiven geht das noch viel einfacher,  -  Objektive mit defektem Autofokus oder Blendensteuerung, oder beidem gibt es immer wieder, leider nicht ganz so preiswert, wie bei den alten Metalldingern.


 













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