Religiöse Orgelmusik spielend erlernen – Tipps für die Auswahl von Notenbüchern

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Religiöse Orgelmusik spielend erlernen – Tipps für die Auswahl von Notenbüchern

In der Welt der Musikinstrumente herrscht inzwischen ein beinahe ebenso großer Facettenreichtum wie in der Musik selbst. Der Vorteil an der großen Auswahl liegt vor allem darin, dass beinahe jede Musikrichtung über bestimmte Instrumente verfügt, die eben dieses Genre hauptsächlich und nachhaltig prägen. Ebenso verhält es sich natürlich mit den unterschiedlichen Kulturen - sei es afrikanische Weltmusik oder europäische Klassik. Eines haben viele musikalische Kulturen jedoch gemeinsam. Sie besitzen eine besondere Beziehung zu einer bestimmten Religion oder zu religiösen Themen im Allgemeinen. Kaum ein Instrument besitzt in diesem Zusammenhang dergestalt intensiven religiösen Bezug wie die Orgel. Dieser Ratgeber macht Sie mit der Orgel vertraut und stellt einige Möglichkeiten vor, nach leichten Orgelnoten zu spielen oder das Orgelspiel durch Lernkurse zu vervollständigen.

Die Orgel - ein urtümliches Musikinstrumenten 

Kaum ein Instrument kann auf eine dermaßen lange Tradition zurückblicken wie die Orgel. Bereits lange vor Christi Geburt waren orgelähnliche Instrumente bekannt. Die Geschichte der Orgel nahm nach Schätzungen um das Jahr 246 v. Chr. ihren Anfang, als ein griechischer Gelehrter im ägyptischen Alexandria die wohl erste Orgel der Welt erfand. Dabei handelte es sich um eine Wasserorgel, die durch das Komprimieren von Luft unterschiedliche Töne erzeugen konnte. Dieses neuartige Instrument genoss zu seiner Zeit sehr schnell große Popularität und war vor allem im Rom der Antike als Musikuntermalung zu Gladiatorenkämpfen äußerst beliebt.

Im Laufe der Geschichte entwickelten sich die Orgeln immer weiter. Vor allem im Mittelalter bekamen sie zunehmend einen hauptsächlich religiösen Hintergrund. In den Zeiten der Renaissance und des Barocks formierten sich aus den früheren Orgeltypen die heute bekannten Kirchenorgeln, die ähnlich wie der Urvater aller Orgeln, die Wasserorgel, durch das Einblasen von Luft funktioniert. Diese Luft wird aus den in verschiedenen Größen und Tonlagen angelegten Orgelpfeifen wieder ausgestoßen und erzeugt dadurch die verschiedenen Töne, welche durch die Klaviatur der Orgel kontrolliert werden.

Elektronische Orgeln

Mit dem Aufkommen der Elektrizität begann auch das Zeitalter der elektronischen Orgeln. Aus dieser Sparte heraus formierten sich im Laufe der Jahrzehnte im frühen 20. Jahrhundert die Heimorgeln. Durch die elektronischen Instrumente wurde es somit vor allem den privaten Menschen ermöglicht, auch in ihren eigenen vier Wänden das Orgelspiel zu erlernen und zu praktizieren. Anders als beim herkömmlichen Klavier oder dem nostalgischen Cembalo werden die einzelnen Töne nicht mehr analog durch das manuelle Anschlagen von in verschiedenen Tonlagen gestimmten Saiten erzeugt. Die Orgeln arbeiten stattdessen mit elektronisch erzeugten Tönen. Dies hat den Vorteil, dass die Lautstärke der Töne von sehr leise bis sehr laut geregelt werden kann, was bei einem Klavier beispielsweise nur bedingt durch zaghaftes Spielen und das Nutzen eines dämpfenden Pedals möglich ist. Zudem bieten Orgeln in der Regel mehrere verschiedene synthetische Instrumente und zusätzlich die Möglichkeit, die einzelnen Klänge durch verschiedene Knöpfe, Regler oder Einstellungen zu manipulieren.

Aus den Heimorgeln entwickelte sich letztendlich das Keyboard. Daher kann man auch das Keyboard eigentlich als Orgel bezeichnen. Denn die Möglichkeiten und Funktionen sind denen der bis in die Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts sehr populären Heimorgel sehr ähnlich. Sie können als Anwender zuhause auf Ihrem Keyboard mehrere verschiedene Instrumente spielen und die Klänge mit zusätzlichen Reglern und Einstellungsmöglichkeiten bearbeiten und beeinflussen. Zudem bieten fast alle Keyboards in ihrem Repertoire an synthetischen Instrumenten als eines der Grundinstrumente eine oder mehrere verschiedene Orgeln an. Das heißt, dass Sie nicht unbedingt eine echte Orgel besitzen müssen, um religiöse Musik nach Notenbüchern zu erlernen. Dies können Sie ebenso mit dem Keyboard tun. Doch das wahre Spielgefühl und Klangerlebnis einer echten Heimorgel oder gar einer echten Kirchenorgel kann kein Keyboard der Welt angemessen simulieren. Daher empfiehlt es sich, für den richtigen Genuss von religiöser respektive kirchlicher Musik früher oder später auf eine echte Orgel zu setzen.

Religiöser Musik nach passenden Notenbüchern

Es gibt sicherlich Menschen, die sich Musik anhören und dann versuchen, diese auf dem Instrument nachzuspielen. Dies kann abhängig vom musikalischen Talent mitunter recht gut funktionieren. Doch Sie müssen es sich gar nicht so schwer und umständlich gestalten. Denn mit hochwertigen Notenbüchern oder Notenheften wird Ihnen jedes religiöse Lied von Grund auf erklärt. Sie werden Schritt für Schritt an die jeweiligen Besonderheiten eines Liedes herangeführt und durch die vollständigen Darstellungen der Noten und Nuancen letztendlich in die Lage versetzt, das komplette Werk so einzuüben und zu spielen, wie es vom Komponisten erdacht wurde.
Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass Sie das Notensystem beherrschen und die Noten während des Spielens auf der Orgel vom Blatt ablesen können. Die meisten Notenbücher bieten Ihnen zudem eine Fülle an Liedern, mit denen Sie Ihr musikalisches Repertoire auf der Orgel erweitern können. Durch das Einüben der einzelnen Lieder bauen Sie zudem Ihre Fertigkeiten am Instrument aus - von der Fingerfertigkeit über den Spielfluss bis hin zum Gefühl für den Geist jedes einzelnen religiösen Werkes.

Für Kirchenorganisten empfehlen sich Notenbücher 

Wenn Sie religiöse Musik als Organist auf einer Kirchenorgel spielen möchten, eignen sich hierfür adäquate Notenbücher, wie zum Beispiel das "Orgelbuch für Landorganisten", hervorragend. Dieses von Emanuel Vogt verfasste Orgelbuch bietet Ihnen zahlreiche Orgelstücke in verschiedenen Tonarten, welche sich relativ leicht abspielen und einüben lassen. Dabei sind nahezu alle musikalischen Formen von Präludium bis Fuge in einem ansprechenden Notenwerk vereint. Die in diesem Notenbuch vereinten Präludien sind vor allem bei Laienorganisten sehr begehrt, da die Anforderungen an den Organisten nicht allzu hoch sind, die Stücke dennoch ansprechend klingen und den Zuhörer sowie den Musiker selbst immer wieder aufs Neue fesseln können. Dabei ist es auch relativ egal, für welchen Anlass Sie die Musikstücke nutzen wollen. Sie eignen sich sowohl für Gottesdienste, religiöse Feiern, zum reinen Nachspielen als auch für musikalische Einlagen bei reinen Meditationsgottesdiensten.

Das Notenbuch geht zudem in manchen Bereichen sehr ins Detail. So werden zum Beispiel Finger- und Fußsätze dargestellt, Angaben zur Dynamik, zum Wechsel der einzelnen Manuale oder zum Tempo gemacht sowie auf Metronomzahlen hingewiesen. Allerdings trifft dies nicht auf alle im Notenbuch aufgeführten Kirchenlieder zu. Dies ist nicht etwa ein Versäumnis des Autoren. Es macht eher deutlich, dass derlei Angaben keine Vorgaben sondern lediglich Vorschläge sind, an die Sie sich nicht unbedingt halten müssen. Die freie Interpretation spielt bei einem guten Organisten schließlich ebenfalls eine große Rolle. So können Sie die vorgegebenen Stücke natürlich nach Ihren Vorstellungen verändern und ergänzen. Ebenso können Sie mit den Angaben experimentieren, indem Sie ein für die Pedale gedachtes Solo auf einem der Manuale spielen oder umgekehrt. Der große Vorteil an diesem Notenbuch für Kirchen- oder Heimorganisten ist, dass Sie sich besonders frei entfalten können. 

Leichte Orgelmusik für den Gottesdienst

Im wahrsten Sinne des Wortes "spielend" erlernen Sie die Musikstücke aus dem aus drei Bänden bestehenden Orgelbuch "Die Sonntagsorgel" besonders leicht und schnell. Im Bereich der Orgelnoten gibt es eigentlich kaum ein Notenbuch, das besser für angehende Organisten geeignet ist, als dieses. Dabei bezieht es sich in erster Linie auf nebenamtliche Kirchenmusiker und Organisten, kann jedoch ebenso gut für das Üben im Unterricht, im Selbststudium sowie für das Vortragen von religiösen Glaubensliedern im kleinen oder größeren Kreis genutzt werden. Die Sammlung von interessanten Orgelstücken ist dabei relativ breit gefächert, so dass nicht ein Lied wie das andere klingt und dadurch keine trübe Stimmung aufkommt.

Während Ihnen im ersten Band von "Die Sonntagsorgel" überwiegend festliche und lebendig erscheinende Präludien, Fugen und Toccaten sowie Trios und Pastorale von namhaften französischen und deutschen Komponisten aus der Zeit vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert geboten werden, geht es der zweite Band in dieser Hinsicht schon wesentlich ruhiger an. Denn dieser beinhaltet eher meditative Stücke aus dem Bereich des geistlichen Liedes. Der dritte Band beschäftigt sich wiederum mit liturgischer Musik. So werden Sie mit choralen Vorspielen und Bearbeitungen der Lieder beschäftigt.

Spieltechnisch gesehen bietet Ihnen "Die Sonntagsorgel" ein leicht zu erlernendes und nachzuspielendes Notenwerk, das Sie und Ihre Zuhörer mit wohlklingender Orgelmusik für viele verschiedene Anlässe versorgt, die nicht immer unbedingt religiöser Natur sein müssen, in dieser allerdings ihr Hauptaugenmerk liegen haben. Das Produkt eignet sich daher auch hervorragend für die Vorbereitung zu Gottesdiensten. Während einige Stücke etwas Übung bedürfen, lassen sich andere spielend leicht vom Blatt abspielen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen Notenbüchern dieser Art, die Sie bei eBay erwerben können.

Lernkursen für die Orgel 

Wenn Sie sich wirklich im Laufe der Zeit zu einem guten Organisten für religiöse Musik entwickeln wollen, bietet sich eigentlich nichts mehr an, als das disziplinierte Üben mithilfe von Orgelschulen. Diese Lernkurse bieten Ihnen alles, was Sie brauchen, um sich kontinuierlich zu einem versierten Organisten zu entwickeln. Als Beispiel kann in dieser Hinsicht auch der Orgelkurs "Orgelschule" von Friedrich Deis angeführt werden. Dieser ansprechende Lernkurs in drei Bänden führt Sie behutsam auf den Weg eines Organisten. Dabei werden Sie nicht nur mit dem Spielen nach Noten konfrontiert, sondern vor allem intensiv mit Ihrem Instrument vertraut gemacht.

Je besser Sie Ihr Instrument kennen und beherrschen, desto besser entwickeln Sie sich auch zu einem fortgeschrittenen Musiker. Die Übungen für die Fingerfertigkeit, das Zusammenspiel beider Hände auf verschiedenen Manualen, synchron zum Pedalspiel der Füße und nicht zuletzt auch die Lieder, die Sie als Übungen nutzen und sogar zum Vorspielen einstudieren können, machen dieses Produkt zu einem guten Begleiter im Zusammenhang mit dem Spiel auf kirchlichen oder heimischen Orgeln. Als besondere Zugabe erhalten Sie zu den ersten beiden dieser drei Bände sogar noch jeweils eine CD, auf der alle Übungsstücke der "Orgelschule" von Friedrich Deis enthalten sind, was zu einem besseren Lerneffekt durch akustische Unterstützung führt.

Für welches dieser Notenwerke Sie sich letztendlich auch entscheiden - ob für reine Notenbücher oder für Lernkurse mit zahlreichen Übungsliedern nach Noten - bei eBay werden Sie alles finden, was Sie auf Ihrem Weg zu einem guten Organisten benötigen.

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