Reiten für Anfänger: 7 Dinge, die Du UNBEDINGT brauchst – und auf welchen Kram Du besser verzichtest

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Wohl kaum eine andere Sportart beginnt mit so viel Herzklopfen wie das Reiten. Endlich rauf auf’s Pferd, die ersten gemeinsamen Schritte, der erste Galopp – ein berauschendes Gefühl. Anfänger brauchen für das erste Reitvergnügen vor allem zwei Dinge: ein verlässliches Schulpferd und das richtige Equipment – und dazu gehören NIEMALS Jogginghose und Turnschuhe! Was Du für den Einstieg wirklich brauchst, ohne welches Zubehör Du NIE ein Pferd besteigen solltest und welche teuren Accessoires völlig überflüssig sind, erklärt unsere Reitexpertin Susanne Feiler.
Jedes Reitabenteuer beginnt mit Herzklopfen - und der Liebe zu einem ganz besonderen Tier. (© Thinkstock / The Digitale)
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Jedes Reitabenteuer beginnt mit Herzklopfen - und der Liebe zu einem ganz besonderen Tier. (© Thinkstock / The Digitale)
Einen Reithelm solltest Du nie gebraucht kaufen. (© Susanne Feiler)
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Einen Reithelm solltest Du nie gebraucht kaufen. (© Susanne Feiler)

Der Helm

Im Falle eines Falles ist er das wichtigste Reitutensil überhaupt: der Reithelm. Vor allem bei der Passform solltest Du keinerlei Kompromisse eingehen. Der Helm muss eng anliegen und sich perfekt an den Kopf schmiegen, denn nur ein gut sitzender Helm schützt Dich bei einem Sturz richtig. Der Kinnriemen muss fest angezogen werden, zwischen Kinn und Riemen darf maximal ein Finger passen. Unbedingt einen eigenen, neuen Helm kaufen, denn schon ein kleiner, oft nicht sichtbarer Haarriss zerstört die Schutzfunktion. Damit ist der Helm völlig unbrauchbar!
Reitschuhe müssen stabil, mindestens knöchelhoch sein und einen Absatz haben. (© Susanne Feiler)
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Reitschuhe müssen stabil, mindestens knöchelhoch sein und einen Absatz haben. (© Susanne Feiler)

Das richtige Schuhwerk

Was für die meisten Sportarten passt, ist beim Reiten ein absolutes Tabu: Turnschuhe haben im Reitstall nichts verloren. Reittaugliches Schuhwerk muss einen kleinen Absatz haben und über den Knöchel reichen. Der Absatz verhindert, dass man mit dem Fuß durch den Steigbügel rutscht. Der empfindliche Knöchel wird durch den Schaft des Reitschuhs geschützt. Außerdem muss der Schuh stabil genug sein, um den Fuß vor dem häufigsten Unfall beim Umgang mit Pferden zu schützen: das Auf-Den-Fuß-Steigen!
Es muss nicht unbedingt ein Lederreitstiefel sein. Stiefeletten sind völlig ausreichend, am besten kombiniert mit Chaps. Das sind Stiefelschäfte, die wie Gamaschen über den Stiefeletten getragen werden und verhindern, dass Du Dir den Unterschenkel am Steigbügelriemen aufscheuerst. Lederreitstiefel kommen im Vergleich dazu deutlich teurer. Doch egal, für welche Schuhvariante Du Dich entscheidest, für die Anprobe solltest Du drei Maße kennen: Deine Schuhgröße, Deine Wadenweite und die Wadenhöhe.
Reitstiefel sollten in Länge, Weite und Höhe richtig sitzen. (© Thinkstock über The Digitale)
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Reitstiefel sollten in Länge, Weite und Höhe richtig sitzen. (© Thinkstock über The Digitale)

Der Schuh selbst muss natürlich sitzen. Auch der Schaft des Stiefels sollte keines Falls zu eng sein. Denn wenn bereits der Stiefel auf Deine Wade drückt, nimmst Du den Druck nicht mehr wahr, den Du mit den Waden auf das Pferd ausüben musst. Zu weit sollte der Schaft allerdings auch nicht sein, da sonst der Stiefel herunterrutschen kann. Die Schafthöhe solltest Du so wählen, dass Du den Stiefel beim Hinsetzen auf einem Stuhl leicht in den Kniekehlen spürst. Der Schaft verzieht sich beim Einreiten und schrumpft um ca. 2 Zentimeter. Daher darf es beim Kaufen etwas drücken. Mit der Zeit passt er dann perfekt (wer nicht so lange warten will, kann auch nach gebrauchten Stiefeln schauen).
Eine gute Reithose sitzt wie eine zweite Haut. (© Susanne Feiler)
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Eine gute Reithose sitzt wie eine zweite Haut. (© Susanne Feiler)

Die Reithose

Klar kannst Du auch in Jeans reiten. Sicherheitsbedenken gibt es da keine – doch bequem ist das nicht. So eine doppelte Innennaht führt nämlich im Laufe einer Reitstunde zu bis dahin unbekannten Scheuerstellen am Knie. Und auch eine lockere Jogginghose scheuert ordentlich durch die Reitbewegungen. Eine Reithose ist daher alles andere als Luxus, sondern eine äußerst sinnvolle Investition.

Reithosen mit Vollbesatz bieten besonders guten Halt auf Sattel und Pferd. (© Susanne Feiler)
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Reithosen mit Vollbesatz bieten besonders guten Halt auf Sattel und Pferd. (© Susanne Feiler)

Die Reithose sitzt dank Elasthan wie eine zweite Haut und ist an der Knieinnenseite verstärkt, entweder durch eine zweite Lage Stoff oder aber durch sogenannte Knieleder. Die waren früher tatsächlich mal aus Leder, heute sind sie aus Kunstleder mit guten Hafteigenschaften. Wer im Sattel mehr Grip möchte, nimmt eine Reithose mit Vollbesatz. Ziemlich neu sind außerdem Reithosen mit Silikon-Aufdruck, die für noch besseren Halt sorgen.
Das Zubehör fürs Pferd stellt die Reitschule - anlegen musst Du es aber selbst. (© Susanne Feiler)
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Das Zubehör fürs Pferd stellt die Reitschule - anlegen musst Du es aber selbst. (© Susanne Feiler)
Mit der Weste mit Sicherheitsstandard Level 3 bist Du rundum geschützt. (© USG)
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Mit der Weste mit Sicherheitsstandard Level 3 bist Du rundum geschützt. (© USG)

Weste oder Protector?

Für Kinder, beim Springen und im Gelände ist ein Schutz für die Wirbelsäule unerlässlich. Reitanfängern gibt er zudem auch ein Gefühl von Sicherheit auf dem hohen Ross. Rundum geschützt ist man mit einer Weste mit dem Sicherheitsstandard Level 3. Sie ist mit einem stoßfesten Material gepolstert. Rückenprotektoren sind leichter und damit angenehmer zu tragen, schützen jedoch nur die Wirbelsäule. Darum sind sie beispielsweise für Gelände-Prüfungen  nicht zugelassen. Bei den ersten Trab-Versuchen reichen sie jedoch in der Regel aus.
Die aufgeblasene Airbag-Weste - macht vor allem für Profis Sinn. (© USG)
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Die aufgeblasene Airbag-Weste - macht vor allem für Profis Sinn. (© USG)

Ganz neu auf dem Markt sind Westen mit Airbag. Der Reiter befestigt eine Auslöseschnur, die mit der Weste verbunden ist, am Sattel. Wird die Schnur bei einem Sturz strammgezogen, blasen sich die integrierten Luftkammern mithilfe einer CO2-Patrone innerhalb von Sekundenbruchteilen auf. Das tun sie allerdings auch, wenn Du vor dem Absitzen vergisst, die Schnur wieder zu lösen. Der Schutz ist zwar sehr hoch, der Preis allerdings auch. Airbag-Westen sind daher nur für Profis sinnvoll, die mit hoher Geschwindigkeit im Gelände unterwegs sind. In einer Reitschule wird der Knall der Patrone mit großer Wahrscheinlichkeit eher ein weniger lustiges Rodeo auslösen. Fazit: Die Standardweste reicht, ein Airbag ist für Einsteiger vollkommen überflüssig.
Reithandschuhe sehen nicht nur edel aus, sie erfüllen auch einen wichtigen Zweck. (© Thinkstock über The Digitale)
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Reithandschuhe sehen nicht nur edel aus, sie erfüllen auch einen wichtigen Zweck. (© Thinkstock über The Digitale)

Die Handschuhe

Handschuhe sind zwar keine Pflicht, doch die Zügel strapazieren Deine Hände ordentlich. Wer keine Blasen an den Fingern möchte, sollte daher unbedingt zu Reithandschuhen greifen. Das Material ist dünn genug, um das nötige Gefühl für das Pferdemaul zu haben. An den Stellen, an denen Zügelkontakt besteht, sind die Handschuhe verstärkt.
Beim ersten Aufsitzen kann ein wenig Hilfe nicht schaden. (© Susanne Feiler)
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Beim ersten Aufsitzen kann ein wenig Hilfe nicht schaden. (© Susanne Feiler)
Beim Reiten wird das Haargummi zum wichtigen Sicherheitszubehör. (© Susanne Feiler)
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Beim Reiten wird das Haargummi zum wichtigen Sicherheitszubehör. (© Susanne Feiler)

Das Haargummi

Ohne Haargummi besser keine wilden Ausritte! Denn wenn Dir das Haar im Gesicht herumhängt oder ständig vor die Augen fliegt, ist Dein Sichtfeld eingeschränkt und Du verlierst den Überblick und die Kontrolle. Daher MÜSSEN lange Haare tatsächlich immer zusammengebunden werden. Das hat nichts mit Etikette zu tun, sondern allein mit Deiner Sicherheit.
An der frischen Luft durch den Winter reiten – da darf die Jacke nicht fehlen. (© Susanne Feiler)
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An der frischen Luft durch den Winter reiten – da darf die Jacke nicht fehlen. (© Susanne Feiler)

Die Reitjacke

Im bitterkalten Winter muss eine Jacke her – auch auf dem Pferd. Gerade Anfänger sollten sich aber nicht einfach in ihren dicken Wintermantel hüllen. Denn die Reitjacke muss so eng anliegen, dass der Ausbilder Sitzfehler erkennen kann. Außerdem sollte sie kurz genug sein, damit Du nicht hinten drauf sitzt. Alternativ kann sie auch seitlich geschlitzt sein. Und auch wenn es nicht so aussieht: Reiten ist eine schweißtreibende Angelegenheit: Daher muss die Jacke luftdurchlässig und auf dem Pferderücken leicht auszuziehen sein.
Sporen brauchen nur Cowboys und Vollprofis mit viel Gefühl. (© Thinkstock über The Digitale)
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Sporen brauchen nur Cowboys und Vollprofis mit viel Gefühl. (© Thinkstock über The Digitale)

Und Sporen?

Wie heißt es doch so schön? Die ersten Sporen muss man sich verdienen. Um sie richtig einsetzen zu können, brauchst Du in allen Gangarten ein ruhig liegendes Bein. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg. Bis Du im Trab oder Galopp locker in der Hüfte mitschwingst, haben Sporen an Deinen Absätzen nichts verloren. Denn der falsche Einsatz kann dem Pferd nicht nur Schmerzen zufügen, sondern es auch verwirren und verunsichern. Und beim braven Reitschulpferd sind Sporen ohnehin völlig überflüssig.
Unsere eBay-Autorin Susanne Feiler ist seit sie denken kann leidenschaftliche Pferdenärrin. (© Susanne Feiler)
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Unsere eBay-Autorin Susanne Feiler ist seit sie denken kann leidenschaftliche Pferdenärrin. (© Susanne Feiler)

Über die Autorin

Susanne Feiler, Jahrgang 1967, reitet seit mehr als 30 Jahren. Ihre Tipps zum Thema „erste Reitausrüstung“ beruhen auf eigenen Erfahrungen, die teils schmerzhaft verliefen (Jeans scheuern wirklich ziemlich unangenehm!). Wenn sie nicht gerade auf dem Pferd sitzt, schreibt Susanne Feiler als Texterin, freiberufliche Journalistin und PR-Beraterin.
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