Reisen in Algerien

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Was Landschaft und Historie betrifft, so braucht sich Algerien vor den Ländern Marokko und Tunesien, zwischen denen es liegt, nicht zu verstecken.

Und doch ist dort der Tourismus nie richtig in Gang gekommen. Es war immer zu unruhig in Algerien. Nur wenige Reiseveranstalter haben das Land im Programm - zumeist mit Gruppen-Safaris durch die Wüste.

Nach dem Sudan ist Algerien das zweitgrösste Land in Afrika - fast siebenmal so gross wie Deutschland. Im Norden bestimmen die Mittelmeer-Küste und gleich dahinter das Atlas-Gebirge die Landschaft, im Süden ist es die Wüste Sahara. Die Atlas-Berge ragen mächtig auf, bis über 2300 m. Zwischen ihnen breitet sich ein Hochland aus, in dem versumpfte Salzseen liegen, die Schotts.

Ausgedehnte Vegetation kann man in einem solchen Land kaum erwarten: 85 Prozent sind Wüste, nur auf einem Fünftel gedeihen Pflanzen. Ackerland beschränkt sich auf 3 Prozent, Wald auf 2 Prozent der Landesfläche, .

Von Exotik also keine Spur - aber es gibt viele Besucher Algeriens, die gerade den herben Charme dieses Landes lieben. Badetourismus am Mittelmeer hat sich hier nie entwickelt, auch die Städte an oder nahe der Küste wie Algier (mit seinen Vororten 3 Millionen Einwohner), Oran (770 000) oder Constantine (590 000 Einwohner) sehen nicht viele Gäste. Der spärliche Tourismus beschränkt sich weitgehend auf Gebirgs- und Wüsten-Safaris mit dem Besuch einfacher, volkstümlicher Oasen.

Algerien ist aber - vor allem für afrikanische Verhältnisse - durchaus kein armes Land. Für die Kinder besteht strenge Schulpflicht, ab dem 60. Lebensjahr gibt es eine staatliche Altersrente .Die Menschen - etwa ein Fünftel Berber, der Rest Araber, verschwindend wenig Europäer - verdienen gutes Geld mit der Bearbeitung von Erdöl und Erdgas, mit der Metallindustrie und ähnlichen modernen Wirtschaftszweigen. Daraus folgt, daß über die Hälfte von ihnen in den Städten an der Küste wohnen muss. Das riesige Hinterland ist nur spärlich besiedelt.

Die Kulturgeschichte des Landes ist reich und vielfältig. In der Sahara fand man bedeutende Felsmalereien, von denen einige wohl schon um 6000 v. Chr. entstanden. Aus der Römerzeit blieben zahllose Ruinen zurück, von Aquädukten bis zu Tempeln. In einigen Städten stehen grossartige Moscheen, und überall im Land sind Dichter wie Sänger bekannt. Das sind viele gute Vorbedingungen für einen erfolgreichen Fremdenverkehr. Und doch hat dieser bis heute nie richtig funktioniert.

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