Reinigungsmittel für die Geflügelhaltung finden

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Reinigungsmittel für die Geflügelhaltung finden

Was beim Kauf von Reinigungsmitteln für die Geflügelhaltung zu berücksichtigen ist

Wenn man sich bei Haltern von Hausgeflügel, speziell von Hühnern, umhört, könnte man meinen, dass Milben und diverses anderes Kleingetier und Ungeziefer die besten Freunde dieser Haustiere sind. Häufig sind kleine ungewünschte Nutznießer in den Ställen und an den Tieren selbst anzutreffen. Mit diesen ungebetenen Gästen müssen Sie als Halter jedoch nicht vorlieb nehmen, wenn Sie auf ausreichende Hygiene im Stall und an den Tieren achten. Durch gute Stallhygiene erreichen Sie, dass Ihr Geflügel eine bessere Widerstandskraft gegen Parasiten, Kokzidien und viele andere existierende Krankheitskeime hat. Im Folgenden erfahren Sie, was dafür geeignete und wirksame Hygienemaßnahmen sind und mit welchen Reinigungsmitteln Sie diese effektiv unterstützen können.

Reinigungsmittel für den Stall

Stallhygiene fängt schon beim Bau eines Geflügelstalls und der Wahl seiner Ausstattung an. Bereits bei der Planung, Konstruktion eines Stalls sowie bei der Platzierung der Einrichtungsgegenstände sollte darauf geachtet werden, dass später für die Reinigung alles leicht und bequem zugänglich ist, was eine optimale Stallhygiene komfortabler macht. Zudem ist es für einen großen Putz von Vorteil, wenn die Innenausstattung komplett herausgenommen und zerlegt werden kann.

Krankheiten vermeiden

Zur Abwehr von Krankheitserregern und anderen Schädlingen ist es notwendig, den Stalle täglich zu putzen sowie auch von Zeit zu Zeit eine gründliche Grundreinigung vorzunehmen. Ist ein Tier mit einer Krankheit oder einem Parasiten befallen, wird darüber hinaus eine Spezialreinigung notwendig. Für alle Reinigungsprozesse gibt es Produkte, die Sie dabei unterstützen, stets einen hygienisch sauberen Geflügelstall zu haben. Eine Auswahl an dienlichen Reinigungsmitteln und Werkzeugen wird in den nachstehenden Ausführungen vorgestellt.

Tägliche Reinigung

Bei der täglichen Stallreinigung sollte zuerst das Kotbrett gesäubert werden, da besonders im Geflügelkot zahlreiche Krankheitserreger lauern. Das kann man beispielsweise schnell mit einer Handschaufel erledigen. Damit kein Kot am Kotbrett haften bleibt, kann man dieses nach Entfernen der Exkremente mit Sägespänen bestreuen. Dadurch rutscht beim nächsten Reinigen der Kot schneller auf die Schaufel. Durch tägliches Ausmisten der Hinterlassenschaften des Geflügels gibt es auch weniger Fliegen im Stall und die Luftfeuchtigkeit sowie die Geruchsbelästigung reduzieren sich.

Wie bekämpft man Parasiten?

Da sich im Sommer Ektoparasiten wie vor allem die rote Vogelmilbe explosionsartig vermehren, sollte man in der warmen Jahreszeit täglich prüfen, ob sich einige von ihnen im Stall oder an den Tieren selbst eingenistet haben. Sollten sich Milbennester unter den Stangen oder an anderen Stellen im Stall gebildet haben, kann man diese zum Beispiel mit einem gewöhnlichen Bunsenbrenner abbrennen. Damit keine Henne beim Eierlegen an einer Infektion erkrankt, muss man auch täglich den Kot aus den Nestern entsorgen.
Wegen der hohen Krankheitsübertragungsgefahr des Geflügelmistes ist es generell empfehlenswert, Geflügelkot täglich überall im Stall und Gehege zu entfernen sowie selbstverständlich auch aus dem Sandbadeplatz und der Einstreu.
Natürlich gehört auch das gründliche Putzen der Tränken und Futterschalen zu den täglichen Hygienemaßnahmen.Bei Getränke- und Futterautomaten reicht es aus, wenn diese vor dem Nachfüllen gereinigt werden. Die Einstreu kann nach Bedarf aufgefüllt werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass immer genügend saubere Einstreu vorhanden ist. Ungefähr einmal pro Monat sollte sie jedoch komplett ausgeräumt und erneuert werden. Dies gilt selbstverständlich auch für die Einstreu der Nester.

Reinigungsmittel für die Grundreinigung

Bei gesundem Geflügelbestand ist es ratsam, im Stall mindestens ein- bis zweimal im Jahr, besser noch alle drei Monate, eine Grundreinigung vorzunehmen. Viele Geflügelhalter führen diese Generalüberholung im Frühjahr und im Herbst durch. Weil Hühnergeflügel zu den Gewohnheitstieren zählt, ist es durchaus möglich, dass die Tiere eine solche Großputzaktion als ungeheuer störend empfinden und sich in ihrem normalen Tagesablauf beeinträchtigt fühlen. Stellen Sie sich also darauf ein, dass ihre Hühner an solch einem Putztag unruhig werden.
Es ist ratsam, das Geflügel eine Woche vor der Durchführung eines Großputzes prophylaktisch mit einem Wurmmittel zu behandeln. Diese Behandlung hat den Zweck, dass Tiere, die mit Endoparasiten (Innenschmarotzer) befallen sind, diese aus ihrem Darm ausscheiden. Entsprechende Wurmkuren können Sie sich vom Tierarzt verschreiben lassen oder im Tierfachhandel kaufen. Nach drei Wochen sollte die Wurmentfernungsprozedur wiederholt werden, weil Wurmlarven über diesen Zeitraum hinweg im Darm überleben können.

Wenn die Hühner aus dem Stall sind

Sind am Großputztag alle Hühner aus dem Stall, kann die Grundreinigung gestartet werden. Zuerst muss die gesamte Einstreu aus dem Stall entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Anschließend wird so gut wie alles im Stall abgebaut, in Einzelteile zerlegt, gereinigt und danach desinfiziert. Natürlich müssen auch alle Lufteinlässe wie Schächte sowie Fenster gesäubert und mitbehandelt werden, da gerade Rillen und Ritzen optimale Zwischenwirte für Ektoparasiten (Außenschmarotzer) sind. Um eine gründliche Reinigung sicherzustellen, dampft man am besten den gesamten Stall bis in alle seine Ecken sowie seine gesamten Einrichtungsgegenstände mit einem Dampfstrahler aus. Wenn das Geflügel vollkommen gesund ist, kann der gesamte Reinigungsprozess nur mit handelsüblichem Essigreiniger durchgeführt werden.

Desinfektionsmittel

Um Krankheiten jedoch effektiv vorzubeugen, ist es ratsamer, bei der großen Stallreinigung mit speziellen Desinfektionsmitteln zu arbeiten. Diese können mit einem Zerstäuber, einer Spritze oder einem Pinsel im Stall verteilt werden. Die meisten Desinfektionsmittel können auch bequem in Hochdruck- bzw. Sprühgeräten aufgesprüht werden. Natürlich dürfen bei den Putz- und Desinfektionsarbeiten Gerätschaften wie zum Beispiel Besen, Schubkarre, Schaufeln, Eimer und Stiefel nicht vergessen werden, denn ebenfalls an ihnen können gesundheitsschädliche Keime und Ungeziefer haften. Sehr kleine Stallungen können auch komplett mit einer Lötlampe desinfiziert werden. Wenn man diese vorsichtig, aber gründlich einsetzt, können mit ihr Krankheitserreger wirksam abgetötet werden.

Parasiten vorbeugen

Sobald ein Stall nach Säuberung und Desinfektion wieder ganz trocken ist, kann man ihn zur Abwehr von Milben und anderen Ektoparasiten mit Silikatstaub, der auch Kieselgur genannt wird, bepudern. Bei diesem Vorgang ist es wichtig, dass Sie Handschuhe, eine Schutzbrille und eine Staubmaske tragen, damit Sie den feinen Silikatstaub nicht einatmen. Außerdem sollten Sie den Stall einige Stunden lang gut auslüften, bevor die Geflügeltiere ihn wieder betreten. Eine andere Möglichkeit, im Stall gegen Parasitenbefall vorzubeugen, ist, ihn mit Löschkalk zu kalken. Hier ist Weißkalkhydrat, welches ein gelöschter und wieder getrockneter Kalk ist, dem gefährlicheren ungelöschten Branntkalk vorzuziehen. Es ist die ätzende Wirkung des Löschkalks, die Krankheitserreger zerstört. Deshalb ist bei seiner Anwendung darauf zu achten, dass er nicht in Ihre Augen gerät. Dies könnte im schlimmsten Fall zu Erblindung führen. Übrigens färbt der Kalkanstrich nicht so leicht ab, wenn Sie dem Weißkalkhydrat etwas Pflanzenöl oder Dispersionsfarbe beimischen.

Wechseln Sie das Reinigungsmittel

Um zu vermeiden, dass Parasiten, Bakterien und andere Krankheitserreger resistent gegen die von Ihnen verwendeten Reinigungsmittel werden, ist es angebracht, diese von Zeit zu Zeit zu wechseln. Der Vollständigkeit halber muss hier erwähnt werden, dass es kein Desinfektionsmittel gibt, das alleine alle potenziellen Gesundheitsgefahren zum Erliegen bringt. Wenn der Stall nun ausgewaschen, desinfiziert, mit Mitteln gegen Ungeziefer behandelt und wieder abgetrocknet ist, können die Stalleinrichtung wieder angebracht und frische Streu eingestreut werden.

Reinigungsmittel für Spezialreinigung bei Krankheitsbefall

Neben der täglichen Routinereinigung und der regelmäßigen Grundreinigung kann auch eine Spezialreinigung notwendig werden, wenn ein oder mehrere Tiere mit Ekto- oder Endoparasiten sowie mit anderen Krankheiten befallen sind. Im Wesentlichen gilt hier derselbe Reinigungsprozess wie bei einer Grundreinigung. Doch hier sollten die kranken Geflügeltiere während ihrer individuellen Behandlungszeit so lange aus der Herde genommen werden, bis sie wieder ganz gesund sind. Ferner sind für die Spezialreinigung Desinfektionsmittel auszuwählen, mit denen die Abtötung des identifizierten Krankheitserregers zu 100 Prozent gewährleistet ist. Im Zuge der Komplettreinigung kann es hierbei auch sinnvoll sein, alle Stangen, Kotbretter, Tränken, Futterschalen und sonstigen Einrichtungsgegenstände zu erneuern. Damit Sie Ihre Gesundheit nicht gefährden, ist es zudem wichtig, dass Sie bei der Spezialreinigung Schutzkleidung, wie zum Beispiel einen Gummioverall, Gummihandschuhe, Gummistiefel sowie eine Atemschutzmaske mit Filter tragen.

Reinigungsmittel für das Geflügeltier

Neben Seuchen sind es vor allem Parasiten, die den Geflügeltieren stark zusetzen können. Viele Federtiere sind immer wieder Wirte von lästigen und gesundheitsschädlichen Endo- und Ektoparasiten. Weil vorbeugen leichter ist als heilen, ist es für die Hygiene im Stall und die Gesunderhaltung des Bestandes angebracht, alle Hühnervögel periodisch prophylaktisch zu behandeln.
Endoparasiten sind Parasiten, die sich im Körper eines Tiers einnisten. Beim Geflügel sind dies zum größten Teil Würmer unterschiedlicher Typen, zumeist Spul-, Haar- und Bandwürmer. Da diese bei starkem Befall schädlich sind und die Tiere krank machen, ist es nützlich, dem Geflügel in regelmäßigen Abständen, und nicht nur vor der Grundreinigung des Stalles, eine innerlich einzunehmende effektive Wurmkur zu geben. Ektoparasiten sind lebende Organismen, die sich auf einem Tier niederlassen. Dementsprechend sind die Geflügeltiere äußerlich zu behandeln.
Einige der an der Hautoberfläche lebenden Schmarotzer sind gleichzeitig auch Überträger von schweren Erkrankungen, etwa der Borreliose. Zur vorbeugenden Abwehr dieser Außenschmarotzer können flüssige oder puderförmige Mittel wie z.B. auch Kieselgur direkt am Tier eingesetzt werden. Mit diesen Mitteln werden das Gefieder und der gesamte Körper aller Tiere gründlich eingesprüht beziehungsweise eingepudert. Da auch häufiges Sandbaden den Befall mit Außenparasiten verringert, macht es durchaus Sinn, Parasitenabwehrmittel in die Sandbadesubstanz zu mischen. Zu den Außenparasiten zählen neben der roten Vogelmilbe zum Beispiel Federlinge, Flöhe, Zecken oder Kalkbeinmilben. Geflügelzüchter sollten auch stets im Auge behalten, dass Vogelmilben und Hühnerflöhe auch den Menschen befallen können. Deshalb kommen entsprechende vorbeugende Maßnahmen nicht nur den Tieren und der Hygiene im Stall, sondern auch dem Halter zugute.

Ratgeber und Sachbücher zu Geflügelzucht und Geflügelhaltung

Wer sich intensiv mit den diversen Reinigungsmethoden bei der Geflügelhaltung informieren möchte, kann sich auch in einem Sachbuch weitere Tipps holen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden