Reifen, Schläuche & Felgen für Tieflader, Kipper und Co. - darauf sollten Sie achten

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Reifen, Schläuche & Felgen für Tieflader, Kipper und Co. - darauf sollten Sie achten

Reifen, Schläuche und Felgen: Nicht am falschen Ende sparen

Die Auswahl an LKW-Reifen ist riesig. Ob für den normalen Laster oder Spezialreifen für Tieflader, Kipper oder andere Nutzfahrzeuge: Nicht nur, dass es zahllose Hersteller von Schwerlastreifen und Felgen gibt, die Auswahl an runderneuerten und gebrauchten Reifen ist ebenso riesig. Angesichts der hohen Kosten, die mit dem Kauf von LKW-Reifen verbunden sind, ist es auch verständlich, auch hier nach günstigen Angeboten zu suchen. Alles rund um das Rad ist aber ein sicherheitsrelevantes Bauteil! Darum ist es sehr wichtig, hier nicht am falschen Ende zu sparen. Ein versagendes Rad an einem PKW kann schon schlimme Folgen haben - bei einem Schwerlasttransporter endet so etwas aber grundsätzlich in einer Katastrophe!

Neu, gebraucht oder runderneuert?

Die Antwort lautet hier ganz einfach: Beim Kauf von Rädern für Nutzfahrzeuge kommt es darauf nicht an. Weder sind runderneuerte Reifen grundsätzlich schlechter als neue, noch sind neue Reifen grundsätzlich sicherer als gebrauchte. Worauf es ankommt, ist Markenqualität. Achtet man auf einen renommierten Hersteller mit einer langen Tradition in der Reifenherstellung, ist man auch bei gebrauchten Reifen besser beraten, als mit neuen, aber billigen Schnäppchen von einer unbekannten Marke. Tests von billigen Import-Reifen haben mitunter dramatische Resultate erzielt. Darum ist der Griff zu einem guten, gebrauchten Reifen in der Regel die bessere Idee, als sich für ein vermeintliches Schnäppchen zu entscheiden. Mit einer Sichtprüfung kommt man hierbei schon recht weit: Ist das Profil noch ausreichend vorhanden? Gehen eventuell vorhandene Reifenschäden bis zur Karkasse durch? Ist der Reifen spröde, eierig oder einseitig abgefahren? Man sollte auch auf schwere Macken in der Felge achten: Die sind ein Hinweis auf Schäden an der Reifenflanke. Gebrauchtreifen sind eine billige Alternative, gegen die im Grunde nichts einzuwenden ist. Im Zweifelsfall aber - Finger weg! Ein anderes Thema ist das Nachschneiden von LKW-Reifen. Das ist - im Gegensatz zu PKW-Reifen - zulässig. Man sollte dies aber besser einem Fachbetrieb überlassen oder sich wirklich sehr genau darüber informieren, bevor man sich selbst an diesen Eingriff wagt.

Woraus besteht ein Reifen?

Ein Reifen besteht aus einer Gummimischung und einem Stahlgewebe. Das Stahlgewebe wird "Karkasse" genannt. Es gibt dem Reifen seine Tragfähigkeit und seine Stabilität. Ist die Karkasse beschädigt, ist der Reifen nicht mehr zu verwenden. Man erkennt eine beschädigte Karkasse an Beulen an der Flanke des Reifens. Aus diesem Grund können runderneuerte Reifen unbedenklich verwendet werden: Die Reifen werden vor der Runderneuerung genauestens auf eine innere Beschädigung der Karkasse untersucht. Nur Reifen mit einwandfreier Karkasse werden für die Runderneuerung verwendet. Die Gummimischung besteht aus einem Mix aus Kautschuk, Weichmacher und anderen Inhaltsstoffen. Diese halten den Reifen dicht, geben ihm seinen Grip und machen ihn elastisch.

Reifen - Auf das Alter achten!

Extrem wichtig beim Kauf von "neuen" oder gebrauchten Reifen ist ein Blick auf das tatsächliche Reifenalter. Für PKW und LKW gilt hier das Gleiche: Beim PKW ist nach 10 Jahren Schluss, der Reifen gehört ins Recycling. Beim LKW, gerade beim Anhänger, ist aber schon nach 6 Jahren ein Reifen auszutauschen. Der Gesetzgeber sagt dazu klipp und klar, dass die Reifen eines Anhängers - also auch eines Tiefladers - zum Zeitpunkt der jeweiligen Fahrt jünger als sechs Jahre sein müssen. Dies ist erkennbar am eingeprägten Herstellungsdatum. Außerdem müssen die Reifen mindestens mit der Geschwindigkeitskategorie L gekennzeichnet sein, also für 120 Kilometer pro Stunde gefahren werden dürfen. Dies gilt auch dann, wenn der Reifen sein ganzes Leben lang in einer Halle gelegen hat und noch nagelneu aussieht. Darum ganz wichtig: Bei jedem Internet-Kauf immer ein Bild von den Markierungen verlangen. Die Jahresangaben bestehen aus einer vierstelligen Ziffer. "0802" bedeutet zum Beispiel, dass der Reifen im August (8. Monat) des Jahres 2002 gefertigt wurde. Dieser Reifen wäre also in jedem Fall nicht mehr zu gebrauchen.Der Grund für diese strengen Vorgaben liegt in der Herstellung der Reifen. Die Weichmacher der Gummimischungen diffundieren allmählich in die Umwelt. Der zurückbleibende Kautschuk des Reifens wird hart und spröde. Ohne Elastizität bricht die Gummiverkleidung auf. Da genügen auch haarfeine Risse - wenn diese bis zur Karkasse durchgehen, fängt das Stahlgewebe an zu rosten. Dann ist der Reifenplatzer vorprogrammiert.

Reifen - Ein bisschen Theorie gehört dazu

Was beim PKW der Geschwindigkeitsindex ist, ist beim LKW-Reifen der Tragfähigkeitsindex. Die entsprechenden Listen kann man sich leicht im Internet besorgen. Bei LKW ist die Spannbreite sehr groß: Von "19", was gerade einmal eine Tragfähigkeit von 77,5 kg pro Rad bedeutet, bis zu "204", was schon 16 Tonnen Tragkraft auf das Rad zulässt, geht die Klassifizierung. Man sollte also beim Reifenkauf auch darauf achten, für welchen Zweck das Fahrzeug eigentlich verwendet werden soll. Gerade bei Tiefladern ist die Spannbreite für den Einsatzzweck sehr groß. Es müssen nicht immer die tonnenschweren Lasten sein, die mit diesen Spezialanhängern transportiert werden sollen. Manchmal ist ein Transportgut auch einfach zu sperrig, um es mit einem normalen LKW transportieren zu können. Ganz schlaue Spediteure verfügen deshalb über eine Auswahl an Tieflader-Reifen, damit sie für jeden Transport die passende Bereifung aufziehen können. Denn je tragfähiger ein Reifen ist, desto teurer ist er auch. Der teure Reifen verschleißt aber bei einem leichten oder leeren Transport ebenso schnell wie ein preiswerterer Reifen. Es lohnt sich also, eine Auswahl an Reifen für verschiedene Einsatzzwecke im Bestand zu haben. Ein Satz gebrauchter Leichtreifen fällt bei der Hinfahrt eines Schwertransports kaum ins Gewicht, kann bei der leeren Rückfahrt aber ordentlich Kosten sparen. Aber das nicht nur durch den Verschleiß:

Reifen - Wirtschaftlich wichtig

Obwohl LKW nur mit 80 Kilometern pro Stunde auf deutschen Autobahnen fahren dürfen, lohnt es sich, einen Blick auf den Geschwindigkeitsindex zu werfen. Dieser ist auf jedem Reifen eingetragen. Für Anhänger gilt zum Beispiel schon vom Gesetzgeber her ein Mindestindex von 120 Kilometern pro Stunde. Dabei kann man davon ausgehen, dass ein höherer Geschwindigkeitsindex mit einem geringeren Rollwiderstand gleichzusetzen ist. Je geringer der Rollwiderstand ist, desto weniger Diesel verbraucht das Fahrzeug auch. Es lohnt sich also, diesen Umstand in seine Kalkulation mit einzubeziehen.

Reifen - Was gehört noch dazu?

Das Rad besteht nicht nur aus dem Reifen. Felge und selbst die Radschrauben oder Radmuttern sollten unbedingt original oder vom Hersteller des Fahrzeugs freigegeben sein. Auch wenn eine Radschraube oder Radmutter mehr als 5 Euro kostet - ein brechender Bolzen eines unbekannten Herstellers hat mit Sicherheit höhere Folgekosten. Es lohnt sich außerdem, die Gewinde der Radschrauben peinlich sauber und ein wenig gefettet zu halten. Die Betonung liegt aber auf "ein wenig"! Reichlich mit Sprühöl am LKW-Rad herumhantieren, ist nicht die beste Idee. Beim nächsten Bremsversuch wird man wissen, warum. Darum: Sind die Radmuttern oder Bolzen mit dem korrekten Drehmoment angezogen, empfiehlt es sich, noch einmal großzügig mit Bremsenreiniger eventuell vorhandene Reste von Schmieröl zu entfernen. Man kann beim LKW in allen Bereichen nie sicher genug vorgehen! Will man ganz sicher gehen, verwendet man für die Schmierung und Konservierung der Gewinde besser Kupferpaste

Schlauch oder Schlauchlos?

Bei PKW hat sich der schlauchlose Reifen bereits durchgesetzt. Im LKW-Bereich gibt es aber noch beide Varianten. Beide haben Vor-und Nachteile. Der besondere Vorteil von LKW-Reifen mit Schläuchen besteht in ihrer höheren Sicherheit: Beschädigungen des Profils führen nicht zwangsläufig zu einem Platten oder einem Reifenplatzer. Der Montageaufwand ist dafür etwas höher.

Was macht man im Schadensfall?

Mit seinem LKW ist man oft über weite Strecken und in fernen Ländern unterwegs. Es empfiehlt sich daher unbedingt, ausreichend Werkzeug und Reparatursets für den Notfall dabei zu haben. Mit der richtigen Ausrüstung kann man sich auch im finstersten Wald gut helfen. Aber auch hier: Immer auf Qualität achten. Verbiegende oder zerbrechende Radkreuze sind das Letzte, was man in so einer Situation gebrauchen kann.

Mal eben schnell ein Rad wechseln?

Der Wechsel von einem Rad geht auch beim LKW im Notfall am Straßenrand. Manchmal kommt man eben nicht mehr bis zur nächsten Werkstatt. Wichtig ist auch hier die genaue Kenntnis und auch das richtige Werkzeug. Nicht zu spaßen ist mit den technischen Vorgaben: Ein Drehmoment ist nicht "pi mal Daumen", sondern ein exakt definierter Wert. Wenn also Radmuttern gelöst werden, müssen sie mit einem exakt eingestellten Drehmomentschlüssel wieder angezogen werden. Da die Anzugsmomente beim LKW wesentlich höher sind als beim PKW, braucht man hier auch einen speziellen Schlüssel. Es empfiehlt sich außerdem, auch immer ein passendes Rohr von 1m Länge dabei zu haben, das über den Griff des Drehmomentschlüssels passt. Denn "Man spart die halbe Kraft, wenn man mit dem Hebel schafft". Nach einem korrekt ausgeführten Radwechsel an einem LKW weiß man auch, warum. Gutes Werkzeug empfiehlt sich deshalb an allen Bereichen des Fahrwerks vom LKW.

Pimp my Truck

Auch einen "ollen" LKW kann man noch schicker machen. Der Handel bietet hier reichlich Zubehör für die Räder und die Felgen an. Nie aus der Mode kommt dabei - Chrom: Je funkelnder und blitzender, desto besser. Ob Radzierblende oder Schraubenkappe, das Angebot bietet alles, um aus jedem Rad einen echten Hingucker zu machen. Um aber keine Probleme mit den Ordnungshütern zu bekommen, sollte man immer auf die Zulassungsfähigkeit und die korrekte Befestigung des Autoschmucks achten. Blitzender, leuchtender oder blinkender Zierrat sind in Deutschland von der Polizei in der Regel nicht gerne gesehen. Lieber Reflektoren oder noch besser - das gute, alte und nie seine Coolness verlierende Chrom verwenden.

 
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