Reibe, reibe Kuchen! Welche Reibe eignet sich für meine Lieblingsrezepte?

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Reibe, reibe Kuchen! Welche Reibe eignet sich für meine Lieblingsrezepte?

Der Reibekuchen hat viele Namen – Kartoffelpuffer, Dotsch, Reiverdatschi, Reibeplätzchen, Kartoffelpfannkuchen und viele mehr. Alle diese Namen haben aber eines gemeinsam: Das Rezept benötigt geriebene, rohe Kartoffeln. Auch in Zeiten von Küchenmaschine sind Reiben und Hobel im Haushalt nicht überflüssig geworden. Einige der schönsten Rezepte werden nach wie vor mit einer Reibe am schnellsten fertig. Was wären zum Beispiel Spaghetti mit Tomatensoße ohne geriebenen Käse darüber zu streuen?

Alle Reiben und Hobel, die Sie für den Haushalt und alle ihre Lieblingsrezepte parat haben sollten, stellen wir in diesem Ratgeber vor.

Raffeln, reiben – grob und fein

Wie der Reibekuchen auch, wurde die Küchenreibe von Region zu Region unterschiedlich genannt. So sind auch die Begriffe Raspe, Raspel, Reibeisen oder Hachel in manchen Gegenden verbreitet. Reiben sind in der Fachsprache übrigens nicht zum reiben gut, sondern zu „raffeln“ bzw. raspeln. Dabei wird das Reibegut nicht völlig zerrieben, sondern eher in kleine Stifte zerkleinert. Um das zu bewerkstelligen besitzt die Reibe eine Reihe von Öffnungen, die je nach Reibegut unterschiedlich groß sind. Obst und Gemüse wird mit großen Öffnungen geraspelt, was man dann auch als Grobreiben bezeichnet, Gewürze dagegen werden meist mit sehr kleinen Öffnungen gerieben, weshalb man dann von Feinreiben spricht.

Reiben sind eine alte Erfindung, die bereits vor über 2000 Jahren verwendet wurden. Ob man sie damals für Lebensmittel oder nur für Heilpflanzen verwendete, wissen wir allerdings nicht. Fest steht jedoch: Sie konnten bis heute nicht vollständig durch moderne elektrische Geräte ersetzt werden und tun noch immer ihren treue Dienst.

Flach oder in Kastenform - Arten von Reiben

Im Laufe der Geschichte haben sich viele praktische Formen von Reiben entwickelt, die je auf das angedachte Reibegut ausgerichtet sind. Den meisten bekannt sind sicher die viereckigen Reiben (Vierkantreibe) mit dem Griff am oberen Ende. Sie können auf eine Fläche, zum Beispiel ein Küchenbrett gestellt werden, sodass das Geriebene sich im Inneren ansammelt und dann auf das Brett fällt, wenn man die Reibe wegnimmt. Die vier Seiten dieser Reibe verfügen meist über vier unterschiedliche Arten von Reibeflächen – oft eine für Käse mit reiskorngroßen Löchern, eine für Gurken mit länglichen Schlitzen und zwei andere für grobes und feines Raspeln. Die kleinsten Flächen ermöglichen es das Reibgut (etwas Obst oder Nüsse) beinahe breiartig oder pulverartig fein zu raspeln, während die gröbsten Reibeflächen hartes Gemüse grob hobeln oder auch in dünne Scheiben raspeln.

Neben der Vierkantreibe gibt es auch noch einfache, flache Reibebleche (Handreibe), die entweder breite Schlitze für Gemüse aufweisen oder kleine Löcher für Käse und Ähnliches. Diese Reiben müssen am Griff schräg über ein Brett oder eine Schüssel gehalten werden und können nicht aufrecht gestellt werden. Alle Reiben müssen per Hand bedient werden. Manche Reiben für spezielle Lebensmittel verfügen allerdings auch über eine Kurbel zur Betätigung oder einen Reibeschlitten (Reibemaschinen), der die Arbeit erleichtert. Einige Arten von Gemüsehobel (Mandoline) verfügen zudem über unterschiedliche Messer, mit denen Gemüse in verschiedene Formen geschnitten werden kann, z. B. dünne Scheiben, Streifen (Julienne-Reibe) oder mit Wellenmuster.

Stahl, Kunststoff oder Glas – Reiben aus verschiedenen Materialien

Die meisten modernen Reiben bestehen aus Edelstahl oder rostfreiem Stahl. Allerdings gab und gibt es auch immer wieder Reiben aus Glas, Keramik oder Porzellan. Meist handelt es sich dabei um Nussreiben oder Apfelreiben, im asiatischen Raum werden aber auch Reiben für Ingwer aus solchen Materialien hergestellt. Bei uns gibt es Glasreiben in allererster Linie für Muskat. Reiben aus Stahl sind für alles andere viel verbreiteter. Jedoch gibt es mittlerweile auch längst Reiben aus Kunststoff, die oft etwas günstiger sind, weil das Material billiger ist. So finden sich zum Beispiel auch Reiben von Tupperware. Daneben gibt es mitunter auch alte Reiben, die aus Blech, Messing, Kupfer oder anderen Metallen bestehen und Gemüsehobel, die zum großen Teil aus Holz bestehen und nur Klingen aus Stahl besitzen.

Von alt und nostalgisch bis hin zu hochmodern – die Reibe in allen Varianten

Selbst ein Küchengegenstand wie eine Reibe, kann in der Küche eine Aussage über Geschmack und Stil des Besitzers treffen. Manche Menschen möchten einfach nur ein funktionstüchtiges Küchenutensil haben, andere wünschen sich auch ein bestimmtes Aussehen. Die Materialwahl gehört durchaus dazu, aber auch die Zeit, in der die Reibe hergestellt wurde spielt eine Rolle. Heute gibt es Reiben in modernem Stil aus Kunststoff und in vielen verschiedenen Farben, zusammen mit den funktionsorientierten Reiben aus Stahl. Wer den nostalgischen Landstil mag oder gerne sehr alte Sachen sammelt, wird aber ebenso fündig. Am Markt gibt es viele nostalgische Reiben aus dem 20. Jahrhundert zu kaufen, die oft auch noch völlig funktionstüchtig sind. Vom alten Holzhobel aus DDR-Zeiten, zu Omas Apfelreibe aus den 60er Jahren bis hin zu richtig alten Reiben aus Gusseisen aus den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts. Für alle Anhänger des Retro-Looks sind solche Reiben die passende Ergänzung ihrer Küchenausstattung. Selbst nicht mehr funktionstüchtige Stücke können noch als Deko-Artikel verwendet werden.

Eine Reibe für jedes Gemüse und Lebensmittel

Wie wir gesehen haben, gibt es Reiben in allen möglichen Formen, Materialien und Stilen. Das wichtigste an der Reibe ist jedoch die Funktion. Und diese kann deutlich variieren. Reiben gibt es für eine ganze Reihe von Lebensmittel. Wir wollen in den folgenden Abschnitten die häufigsten Reiben und ihre speziellen Funktionen näher vorstellen. Sie können dann selbst entscheiden, welche davon in Ihren Haushalt passt, weil Sie mit diesem Lebensmittel viel arbeiten.

Krauthobel für den Rohkostsalat

Natürlich gibt es in jedem Supermarkt Rohkostsalate zu kaufen, die bereits völlig fertig zubereitet worden sind. Das heißt aber nicht, dass sie so gut sind wie der Krautsalat oder Rohkostsalat, den man aus der Kindheit von Zuhause kennt. Selbstgemacht schmeckt einfach besser. Es könnten sich auch Zutaten darin befinden, die ein Familienmitglied nicht verträgt oder Sie sind generell kein Freund von Fertignahrung. Und für den heimischen Schichtsalat müssen sie ohnehin selbst Gemüse hobeln. Was wäre da besser geeignet als ein Krauthobel? Diese Art von Reibe wird gerne auch Hobel genannt, weil sie relativ grob raffelt. Das Kraut soll schließlich nicht völlig zerdrückt werden, sondern in schöne Streifen oder kleine Stücke zerkleinert werden.
Viele Krauthobel bestehen aus Holz und verfügen nur über zwei oder drei schräge Klingen, über die das Kraut geführt wird. Zum einfacheren Arbeiten gibt es Krauthobel zudem sehr häufig mit einem Reibeschlitten, der an zwei Führungsschienen links und rechts entlang geführt werden kann. So geht die Arbeit schneller und sicherer. Mit Krauthobeln können vor allem Kohlköpfe für Rotkraut und Sauerkraut schnell zerkleinert werden, sowie härtere Salatsorten wie Chinakohl für den Salat. Krauthobel sind meist recht groß, zwischen 20 und 60 cm lang.

Muskat- und Nussreiben – für intensiveren Geschmack

Frische Gewürze sind oft besser, als bereits gemahlene. Viele Köche wissen deshalb den Wert einer Muskatreibe zu schätzen. Die ätherischen Öle, die den Geruch und Geschmack von Gewürzen ausmachen verflüchtigen sich schnell nach dem Mahlen. Deshalb schmeckt auch Muskat, frisch gerieben von einer ganzen Muskatnuss stets intensiver und frischer als Muskat aus einem Gewürzstreuer – zumal gerade Muskat häufig noch mit anderen Zusätzen gestreckt wird. Um eine harte Muskatnuss zu mahlen, benötigt man eine Muskatreibe. Sie ist meistens recht klein, nur etwa 20 cm lang, und verfügt über eine besonders feine Reibefläche. Ihre Form ist nicht flach und relativ breit, sondern sehr länglich und gewölbt. Manche Versionen besitzen auch einen kleinen Behälter zum Auffangen der geriebenen Nuss oder eine Deckel.

Die Kartoffelreibe – der Klassiker unter den Reiben

In der westlichen Welt, wo Kartoffeln zu den Grundnahrungsmitteln gehören und es besonders viele Kartoffelgerichte gibt, war diese Art der Reibe ein Lebensretter für jeden Koch. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn aus Kartoffeln Kartoffelpuffer oder Knödel hergestellt werden sollen – beide Gerichte benötigen eine Menge rohe, geriebene Kartoffeln. Kartoffelreiben gibt es in zwei Versionen, eine als normales Brett zum Reiben per Hand, die andere mit Handkurbel und Einfüllöffnung. Die zweite Art kann meist im Inneren auf verschiedene Reibe- oder Schneidearten eingestellt werden und wird deshalb häufig auch für andere Lebensmittel verwendet, zum Beispiel Gemüse.

Der Käsehobel – vom Gouda zum Parmesan

Jede moderne Vierkantreibe verfügt über eine Seite, die nur zum Reiben von Käse gedacht ist. Meist gibt es sogar zwei Reibeflächen, die jeweils feinen oder etwas gröbere Käseschnitze erzeugen. Eine besondere Form des Käsehobels ist jedoch die Parmesanreibe. Diese Käsesorte ist nicht weich wie viele andere Sorten, sonder trocken, hart und bröckelig und würde an normalen Käsehobeln einfach in Stücke zerfallen. Es gibt flache Parmesanreiben zur Betätigung mit der Hand. Häufiger sind aber Parmesanreiben mit einer kleinen Trommel, in die der Parmesan gelegt wird und die dann mit einer Kurbel betätigt wird. Der geriebene Parmesan fällt dann durch das Maschennetz in der Trommel.

Gemüsehobel für Karotten, Gurken und vieles mehr

Auch Gemüse muss oft aufwendig geschnitten werden. Das geht schneller mit einem Gemüsehobel, der besonders sehr hartes Gemüse in Scheiben schneidet. Die Scheiben werden dabei so dünn und gleichmäßig, wie es mit einem Messer sonst nur der Profikoch zustande bringen würde. Sogenannte V-Hobel mit V-förmigen Klingen liefern besonders gute Ergebnisse.

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