Refill HP Druckerpatronen für Hewlett Packard Drucker

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Refill HP Druckerpatronen für Hewlett Packard Drucker


Nach wie vor stehen in vielen Wohnungen und auch in kleinen Büros zahlreiche Tintenstrahldrucker. Besonders bei Verwendung von Nachfülltinte sind sie günstig zu betreiben und wenn das Druckaufkommen nicht zu hoch ist, ist das in der Regel geringere Drucktempo im Vergleich zu den Laserdruckern auch nicht weiter störend. Farblaserdrucker sind zudem durchweg so groß und schwer, daß nicht selten gar kein Platz für ein solches Gerät da ist.

In vielen Druckern von Epson, Lexmark oder Canon sitzen fest installierte Druckköpfe. Anders sieht es bei Hewlett Packard aus: HP wurde schon in den 90er Jahren zu dem Druckerhersteller für Sparfüchse, weil die Druckköpfe auf den Patronen sitzen. Dies ermöglichte ein nahezu risikoloses Nachfüllen der Tintenpatronen. Sollte wirklich mal der Druckkopf durch ungeeignete Tinte verstopft oder beschädigt werden, brauchte man nur eine neue Tintenpatrone in den Drucker einzusetzen. Mit dem HP Deskjet 540 begann die Ära der Nachfülltinte. Sehr schnell war die erhältliche Nachfülltinte qualitativ durchweg nicht mehr von der Originaltinte zu unterscheiden. Die eine oder andere verstopfte oder beim Leerdrucken der Patrone verbrannte Düse ließ sich dennoch nicht vermeiden.

Natürlich sprach sich herum, daß Nachfülltinte gute, wenn auch nicht perfekte Druckergebnisse zu deutlich geringeren Preisen ermöglichte - aber die Sauerei bei der Selbstbefüllung mit Spritze & Co.! Einmal nicht aufgepasst und das Malheur war passiert. Mittels professioneller Technik war die Befüllung natürlich einfacher und schon wenige Jahre später fanden sich überall Ladengeschäfte, in denen man seine Tintenpatronen nachfüllen lassen konnte.

Nicht zuletzt durch den Boom des Internets folgten dann die vielen Anbieter, die fertig recycelte, also gereinigte und anschließend neu befüllte Patronen im Versand anboten. Die Patronen sind in der Regel gewerblich gesammelte Leerpatronen aus Verwaltungen und Büros, wo meist die Kosten hinter der Betriebssicherheit und Qualität zurückstehen. Patronen aus dieser Kategorie bekommt man hier auf eBay in großer Zahl von diversen Anbietern - ich schildere hier nun meine Erfahrungen mit zwei Patronen des Verkäufers shop-for-printer.

1. Die eingekaufte Ware


Für einen älteren HP Deskjet 710 C kaufte ich ein Patronenset mit einer Patrone HP 45 mit schwarzer Tinte (frühere Nummer 51645) und einer Patrone HP 23 mit Gelb, Cyan und Magenta (frühere Nummer c1823). Diese Patronen passen in diverse Drucker, die schwarze 45 z. B. in die HP Modelle 710C, 720C, 722C, 810C, 815C, 820C, 850C, 870C, 890C, 895C, 930C, 950C, 959C, 960C, 970C, 980C und 9300C, die farbige HP 23 passt u. a. in 710C, 712C, 720C, 722C, 810C, 812C, 815C, 830C, 832C, 880C, 882C, 890C, 895Cxi, 1120C und 1125C.

2. Erster Eindruck


Sehr lieblos verpackt, die Patronen kamen jeweils mit einem schlecht mit Klebeband an der Patrone befestigtem Schutz des Druckkopfes in einer kleinen dünnen Plastiktüte ansonsten lose in einem Briefumschlag. Eine ordentliche Rechnung oder die in der Auktionsbeschreibung versprochene und nebenbei sogar gesetzlich vorgeschriebene Anleitung fehlten.

3. Erster Test


Natürlich ist es kein Problem, die Patronen auch ohne Anleitung auszupacken und in den Drucker zu setzen. Das war schnell erledigt. Die ersten Drucke enttäuschten jedoch sofort. Die schwarze Patrone hatte viele Aussetzer, offenbar hatte der schlecht sitzende Schutz den Druckkopf nicht vor dem Eintrocknen bewahrt. Die Farbpatrone zeigte dagegen nur wenig schlecht druckende Düsen. Da sich das erfahrungsgemäß meist nach kurzer Nutzung ohnehin weitgehend gibt, kann man das tolerieren. Leider waren die Farben der Farbpatrone extrem schlecht, sie waren äußerst blass und zudem wichen sie von den üblichen Farben ab, statt Rot druckte die Patrone ein fades Orange. Da Rot zu gleichen Teilen aus Gelb und Magenta gemischt wird und auch andere Farben mit einem Anteil Magenta nicht richtig gedruckt wurden war leicht erkennbar, daß die besonders schlechte Qualität von Magenta Ursache für die falschen, grässlich schräg wirkenden Farben war. Für psychodelische Muster mag das passen, für den normalen Anwender machen diese Farben die Patrone schlicht unbrauchbar.

4. Weitere Versuche


Diverse Drucktests, Reinigungsdurchläufe und Versuche mit gefilterten Vorlagen brachten gewisse Verbesserungen: Die schwarze Patrone "erholte" sich, das heißt, nahezu alle Düsen druckten nach einiger Zeit. Indem ich in meinen Versuchsbildern mittels geeigneter Bildbearbeitungssoftware den Farbanteil Magenta erhöhte, also leicht violett verfärbte Fotos druckte, konnte ich statt Rot immerhin ein rötliches Orange erreichen, was gegenüber der Standardeinstellung, die ein fades Orange ergab ja schon ein besseres Ergebnis war. Ausreichend war aber selbst das nicht und der Aufwand der Bildbearbeitung ist indiskutabel. Schulnote 5.

5. Noch mehr Mängel


Typisch für Tinte ist die Eigenschaft ins Papier einzuziehen. Photopapiere für Tintenstrahler besitzen Beschichtungen, die genau das verhindern. Handelsübliche Standardpapiere mit 80 g/m² besitzen keine Beschichtung. Auch wenn es sich um relativ stark verdichtetes und ausdrücklich für Tintenstrahler geeignetes Papier handelt, kann man den Druck in der Regel von der Rückseite schwach erkennen, weil die Tinte in das Papier einzieht. Das passierte auch mit der Tinte von shop-for-printer. Besonders die schwarze Tinte war auf der Rückseite sehr stark sichtbar, deutlich mehr als üblich.

6. Die Qualität und ihre Ursachen


Die überaus blassen und überdies falschen Farben und das starke Durchschlagen besonders der schwarzen Tinte machen die Ausdrucke für den durchschnittlichen Anwender vollkommen unbrauchbar. Nur warum ist das so? Wer viel Nachfülltinte verwendet oder oft neu befüllte Tintenpatronen einsetzt, wird die Probleme mit den Düsen kennen, aber ebenso kräftige Farben wie von HP gewohnt sein. Meine Erfahrungen lassen eine dünnflüssigere Tinte als üblich vermuten, die zwar gut für die Düsen sein mag, aber unbrauchbare Druckergebnisse verursacht.

7. Fazit


Hier ist ein geringer Kaufpreis nicht mit preiswert gleichzusetzen. Die Tinte kostete nicht viel, aber sie bietet letztlich keinen Gegenwert. Nur wer extrem niedrige Ansprüche hat, wird mit der weit unter dem Üblichen liegenden Qualität leben können. Das gilt natürlich nur für diese Farbpatronen, ich habe mit Patronen wechselnder anderer Anbieter über viele Jahre ansonstennur gute Erfahrungen. Mein Fazit lautet daher: Fertig nachgefüllte Tintenpatronen sind meist ein guter Kauf. Es gibt aber Ausnahmen und deshalb sollte man sich soweit möglich erst über die Qualität der ins Auge gefassten Patronen informieren.

8. Dokumentation


Bilder sagen mehr als Worte - deshalb will ich Ihnen auch zeigen, was ich oben bereits beschrieben habe.

Dieses Bild zeigt drei Seiten, die ich gemeinsam fotografiert habe, um zu belegen, daß die nachfolgenden Bilder nicht unterschiedlich gescannt oder gefiltert wurden:



Auf dem folgenden Bild sieht man den deutlichen Unterschied zwischen Originaltinte und dem hier getesteten Produkt. Ich habe dazu ein und dasselbe Blatt zweimal an unterschiedlichen Stellen mit verschiedenen Patronen bedruckt. Links ist die Tinte von shop-for-printer, rechts Originaltinte von HP. Daß bei der HP Tinte kein Gelb und kein Cyan zu sehen ist, hat einen banalen Grund: Diese Farben sind leer, deshalb kaufte ich ja die Patronen von shop-for-printer. Der Unterschied bei Magenta ist meiner Ansicht nach aber aussagekräftig genug, auch die Streifen bei der Farbe Cyan, die auf schlecht oder nicht druckende Düsen hindeuten zeigen die schlechte Qualität dieser Patrone. Dieses Blatt wurde später als die folgenden bedruckt und zeigt die Verbesserung bei der Farbe Schwarz: Diese druckte hier schon ohne erkennbare Aussetzer:



Hier sehen wir ein sehr früh während meiner Versuche ausgedrucktes Reinigungsblatt. Ich bitte es mit dem nächsten zu vergleichen:



Zum Vergleich habe ich ebenfalls noch recht früh (siehe Schwarz) ein Reinigungsblatt mit der originalen Patrone gedruckt. Es sieht anders aus, weil hier Gelb und Cyan fehlen, aber Magenta lässt einen guten Vergleich zu:



Ich bedanke mich für das Lesen dieses Ratgebers und hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben.
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