Raumgestaltung mit Fensterfolien: die preiswerte Alternative zum Milchglasfenster

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Raumgestaltung mit Fensterfolien: die preiswerte Alternative zum Milchglasfenster

Große Fensterfronten sind modern und bringen viel Licht in die Wohnung. Allerdings bekommen Außenstehenden einen tiefen Einblick in das häusliche Geschehen. Diesem Umstand beugen Sie nur mit passenden Vorhängen oder Gardinen vor. Die Textilien wehren die neugierigen Blicke der Nachbarn ab, schützen vor zu starker Lichteinstrahlung und dienen als Dekorationselement im Raum selbst. Doch nicht jeder Raum eignet sich zum Anbringen derartiger Stoffe. Gerade Bäder oder Toilettenräume sind ständiger Luftfeuchtigkeit ausgesetzt und benötigen einen anderen Sichtschutz. Hier bieten sich Fensterfolien an. Der Begriff ist sehr weit gefasst und umfasst sämtliche Folien, die sich auf Glas aufkleben lassen. Sie übernehmen unterschiedliche Funktionen und dienen neben dem Sichtschutz auch als Sonnenschutz oder zu individuellen Dekoration des Raumes. Wählen Sie zwischen unterschiedlichen Motiven, Designs und Transparenz, um die richtige Folie zu finden. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen verschiedene Einsatzzwecke und Dekore vor. Außerdem geben wir Ihnen hilfreiche Tipps zur Montage der Folien und zum rückstandslosen Entfernen.

Definition und Einsatzbereiche der Folien

Ihren Ursprung finden die Fensterfolien zum Teil im Milchglas. Als besonders trübes Glas kam es in Bädern, Gaststätten oder Toiletten zum Einsatz, um Blicke von außen abzuwehren. Die Person im Inneren blickt ebenso wenig nach außen, doch der Raum bleibt vom Licht durchflutet. Milchglas gibt es in verschiedenen Strukturen, Mustern und Stufen der Transparenz. Allerdings fordern die speziellen Gläser ihren Preis. Sie sind nicht einfach zu installieren und gehen grundsätzlich mit dem Austausch der kompletten Fensterscheibe einher. Gerade bei größeren Scheiben sind die Kosten nicht zu vernachlässigen. Eine deutlich einfachere Variante ist die Fensterfolie. Sie lässt sich in wenigen Schritten auf das Glas aufbringen und dient als Sichtschutz, Sonnenschutz und Dekoration. Selbst in Bezug auf Gardinen und Vorhänge sind die Folien einfacher zu befestigen. Sie benötigen keine Gardinenstange, keinen Bohrer und hinterlassen keine Rückstände – die idealen Voraussetzungen für Mietwohnungen. Hinsichtlich der Befestigung unterscheidet man zwei Prinzipien:

Selbstklebefolien mit einer dünnen Klebeschicht an der Rückseite

Die selbstklebenden Folien sind mit einem leichten Klebstoff versehen, mit dem sie an glatten Untergründen haften. Demnach eignen sie sich auch für Metallflächen und andere Gegenstände, um das Design aufzuwerten. Selbstklebefolien kommen auch bei schwierigen Formen zum Einsatz oder bei besonderen Zuschnitten. Hier würden die Adhäsionsfolien versagen. Allerdings sollten Sie beim Kauf auf eine hochwertige Qualität achten. Der Kleber muss beständig gegenüber der Sonne sein, da er sonst seine Beschaffenheit verändert. Erkenntlich wird dies durch Wellen in der Folie oder gar durch Risse. Gleichermaßen muss der Klebstoff einen gewissen Temperaturunterschied aushalten. Während im Innenbereich angenehme 21 °C herrschen, kühlt sich die Außentemperatur im Winter weit unter den Nullpunkt ab. Diese Temperaturbrücke haben die Folien problemlos zu meistern.
Im Bereich der selbstklebenden Folien erhalten Sie eine besonders große Auswahl. Mithilfe kleiner Elemente setzen Sie gekonnt Akzente in Ihrem Wohnraum. So eignen sich kleine Tiere oder Comic-Bilder für das Kinderzimmer, während Ornamente oder Blumen das Wohnzimmer verschönern. Der einzige Nachteil bei dieser Art der Befestigung: Es können Rückstände entstehen, die sich nicht mehr so leicht von der Fensterscheibe entfernen lassen. Die meisten Hersteller werben jedoch mit einer sauberen Entfernung der Folien und einer Haltbarkeit über mehrere Jahre hinweg.

Adhäsionsfolien funktionieren ohne Klebeschicht an glatten Flächen

Adhäsionsfolien sind vor allem als Schutzfolien für Tablets oder Smartphones bekannt. Sie halten auch ohne Klebeschicht auf der Rückseite an sehr glatten Flächen. Dahinter steckt die statische Anziehungskraft, dank der Sie eine besonders einfache Montage erhalten. Folien dieser Art entfernen Sie ohne Rückstände wieder vom Fenster. Ein weiterer Vorteil: Die meisten Folien sind wiederverwendbar und müssen bei einem Umzug nicht weggeworfen werden. Die Folie muss vor dem Aufbringen jedoch staubfrei und entsprechend gelagert worden sein. Andernfalls verhindern die Staubpartikel ein optimales Anbringen an der Scheibe. Beim Aufbringen der Folie gibt einiges zu beachten, damit diese später auch hält. Nicht alle Formen und Flächen sind für den Einsatz dieser Folie geeignet. Vor allem an Wölbungen oder Kanten sind die Nachteile schnell zu spüren.

Rollenware, Meterware oder Zuschnitt

Viele Hersteller bieten ihre Fensterfolie sowohl als Rollenware, Meterware und als Zuschnitt an. Bei den Rollen handelt es sich meist um feste Abmaße, sowohl in der Breite als auch in der Länge. Sie entscheiden selbst, wie lang die Rolle sein muss, und wählen die passende Breite. Der Vorteil bei den Rollen: Entweder passen sie perfekt zu einem Fenster oder sie können durch ihre Länge noch für ein zweites Fenster verwendet werden. Allerdings folgt hier ein eigener Zuschnitt. Grundsätzlich sind Fensterfolien auf Rollen eher zuzuschneiden, da sie nur in einer begrenzten Anzahl von Breiten erhältlich sind. Wählen Sie immer genau die Rolle, die zur Größe Ihres Fensters passt. Bei Meterware ist eine feste Breite vorgegeben. Allerdings suchen Sie die Länge individuell aus und geben diese bei der Bestellung an. Damit haben Sie die Möglichkeit, die Folie von ihrer Größe her noch besser auf das Fenster anzupassen. Oder Sie rechnen die Länge von mehreren Fenstern zusammen und bestellen damit nur eine Rolle. Die Meterware gibt es meist mit bis zu 20 bis 50 Metern am Stück.

Deutlich individueller ist ein Zuschnitt. Dabei geben Sie die gemessenen Daten des Fensters an den Hersteller durch und er übernimmt den professionellen Zuschnitt. Sie müssen nicht selbst mit Messer oder Schere hantieren, um eine saubere Schnittkante an der Folie zu erhalten. Die Folie wird passgenau geliefert und ist lediglich am gewünschten Fenster anzubringen.

Raumgestaltung der besonderen Art – Fensterfolien mit Motiven

Die einfachsten Varianten der Fensterfolien sind komplett eingefärbt oder hinterlassen einen milchigen Look auf dem Fenster. Als wahres Gestaltungselement dienen deshalb Folien mit freigestellten Motiven. Im Badezimmer eignen sich hier maritime Motive oder Milchglas. Wellen, Fische oder andere Gräser kommen gern in Badezimmern als Sichtschutzfolie zum Einsatz. Es ist nicht nötig, die komplette Scheibe mit einer undurchsichtigen Schicht zu bekleben, viele Motive verdecken auch nur einen Teil und lassen das Bad hell. Andere Modelle sind mit einer Bordüre an der Oberseite versehen und bilden einen angenehmen Übergang. Klassische Motive für Fensterfolien sind Ornamente, Ranken oder Blumen. Sie eignen sich beispielsweise für Flure oder Wohnzimmer.
Für Kinderzimmer darf es gern etwas bunter sein. Hier zielen die Folien und Fensterbilder nicht zwingend auf den Sichtschutz ab. Die kindgerechte Gestaltung des Fensters steht im Vordergrund. Ob Blumen, Tiere oder Comic-Figuren – stimmen Sie die Wahl grundsätzlich mit Ihren Kindern ab. Sie wollen gern selbst entscheiden, was sie auf den Fenstern zukünftig erwartet. Eine Fensterfolie mit Sichtschutz erspart die Gardine im Kinderzimmer. Gardinenstangen und schwere Stoffe stellen eine größere Gefahr dar und können beim Toben heruntergerissen werden. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kind stets einen Blick nach außen behält. Kinderzimmer sollten hell und mit Licht durchflutet sein.

Fensterfolien als Sonnenschutzfolie – Kampf gegen zu große Hitze

Dachfenster oder Fensterflächen an der Südfassade bringen im Sommer vor allem eins: Licht und Hitze. Dabei ist der Schutz vor Sonneneinstrahlung spielend leicht an den Fenstern angebracht. Die Rede ist von speziellen Sonnenschutzfolien, die einen Großteil der Sonnenstrahlen wieder reflektiert. Damit gelangt nur wenige Strahlung in den Innenraum und die Hitze bleibt draußen. Dabei sind die Folien vollkommen lichtdurchlässig und dunkeln den Raum nicht unnötig ab. Gleichzeitig sparen Sie beim Einsatz Ihrer Klimaanlage. Sie kühlt den Raum mit deutlich weniger Kraftaufwand auf eine angenehme Temperatur herunter. Im ähnlichen Zusammenhang bieten viele Hersteller sogenannte Blendschutzfolien an. Sie lassen das Tageslicht möglichst diffus in den Raum fallen und vermeiden unnötige Blendungen. In den meisten Fällen sind die Folien leicht getönt. Achten Sie darauf, dass sich der Raum nicht zu stark in eine bestimmte Farbe taucht.

Montage: So bringen Sie die Fensterfolie korrekt an

Für die Montage im Innenraum benötigen Sie ein sauberes und vor allem staubfreies Fenster. Oftmals lohnt es sich, den Fensterflügel vor dem Kleben der Folie auszubauen und in einem anderen Zimmer zu bearbeiten. Kommt die Folie an die Außenseite, muss es ein trockener und vor allem windfreier Tag sein. Kleinste Luftbewegungen stören Sie beim Anbringen der Folie. Selbstklebende Folien werden meist mit einem Transferkonzentrat oder eine Montageflüssigkeit geliefert. Diese sollten Sie, falls noch nicht vorhanden, in eine Sprühflasche umfüllen. Das erleichtert die Handhabung enorm. Und dann kann es losgehen:

  1. Das Fenster muss trocken und vor allem rein sein. Größere Verschmutzungen lösen Sie mit einem Glasschaber ab.
  2. Die meisten Folien kommen als Grobzuschnitt oder Rollenware. Geben Sie beim Messen einen Sicherheitsrand von 1-2 Zentimetern dazu. So lassen sich Abweichungen später optimal ausgleichen. Wichtig: Die Folie darf zu keinem Zeitpunkt geknickt werden.
  3. Fenster und Klebeschicht der Folie sind mit der Montageflüssigkeit zu besprühen. Damit haftet sie nicht sofort beim Aufsetzen, sondern lässt sich noch minimal auf dem Glas bewegen.
  4. Ein Spachtel oder ein Stück Filz kommt nun zur Hilfe, um die Folie nach unten zu drücken. Lösen Sie hier gleichzeitig die Schutzfolie von der Klebeschicht. Bei manchen Folien geht dies sehr schwer. Lassen Sie Vorsicht walten. Adhäsionsfolie kann häufiger angesetzt werden, sollte sie nicht beim ersten Mal schon gut haften.
  5. Entfernen Sie mit dem Spachtel alle noch sichtbaren Falten. Gehen Sie dabei von innen nach außen vor. Ebenso ist die Restflüssigkeit unterhalb der Folie komplett auszustreichen.
  6. Klebt die Folie komplett, nehmen Sie den letzten Zuschnitt vor. Am besten eignen sich dafür ein langes Lineal und ein Cuttermesser.
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