Rauchmelder sind Lebensretter: Ratgeber für die Auswahl, Montage und Wartung von Brandmeldern

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Rauchmelder sind Lebensretter: Ratgeber für die Auswahl, Montage und Wartung von Brandmeldern

Jährlich brennen in Deutschland über 200.000 Wohnungen und Wohnhäuser, teilweise mit erheblichen wirtschaftlichen Schäden und Zerstörungen von bis zu vier Milliarden Euro. Viel verheerender ist allerdings die Tatsache, dass dadurch pro Jahr Tausende Menschen verletzt werden und einige Hundert von Ihnen ihr Leben verlieren. Mit Ausnahme von Sachsen und Berlin besteht aktuell in allen deutschen Bundesländern eine Rauchmelderpflicht bei Neubauten. Es ist anzunehmen, dass diese Zahl in den nächsten Jahren noch steigen wird und es schlussendlich zur flächendeckenden Pflicht wird, die Geräte zu installieren.

Dass Rauchmelder dabei Leben retten können, gilt als erwiesen, ihr Alarmsystem variiert in seiner Genauigkeit abhängig von Preis- und Leistungsstärke sowie der Art des Alarms. Doch auch wenn es hier noch Unterschiede gibt, so dürfte klar sein, dass selbst ein schwaches Alarmsystem besser ist, als gar keines. Und obwohl laut aktuellen Umfragen das Bewusstsein bei vielen Menschen in Deutschland vorhanden ist und die flächendeckende Installation der Geräte befürwortet wird, so ist ihre Verbreitung immer noch vergleichsweise gering. Der folgende Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, einen umfassenderen Blick auf die Thematik der Brandmelder zu bekommen und Ihnen die einzelnen Typen vorstellen.

Welche Typen von Rauchmeldern gibt es auf dem Markt?

Oft werden die Begrifflichkeiten Brandmelder, Feuermelder, Rauchmelder oder Wärmemelder synonym verwendet. Wenngleich dies oft zutrifft, gibt es dennoch Unterschiede. In erster Linie bestehen Sie darin, dass jedes der Geräte unterschiedliche Signale auf unterschiedliche Art und Weise wahrnimmt, indem es sich die verschiedenen physischen Eigenschaften von Rauch, Wärme oder Feuer zu Eigen macht. Das beinhaltet die folgenden Kategorien:

  • Brandgas- oder Rauchgasmelder
  • Wärmemelder
  • Ionisationsrauchmelder
  • Optische bzw. photoelektrische Rauchmelder
  • Flammenmelder

Preislich gibt es hierbei erhebliche Unterschiede. Preisgünstige Modelle bekommen Sie dabei bereits für eine Handvoll Euro, allerdings leidet die Qualität in diesem Fall gern einmal zugunsten des Preises.

Brandgasmelder – sie schlagen Alarm, wenn giftige Dämpfe auftreten

Nicht etwa Verbrennung ist die häufigste Ursache bei Wohnungsbränden, vielmehr sind es die Schäden durch giftige Dämpfe. Nicht nur der Rauch selbst ist gefährlich, gerade die Kombination mit verbrannten Materialien, wie Kunststoff oder Holz, führt zur Entwicklung von Brand- und Rauchgasen. Die Melder schlagen daher in dem Moment Alarm, in dem die Konzentration von Kohlenstoffmonoxid oder Kohlenstoffdioxid sowie anderer Gase im Raum einen bestimmten Grenzwert überschreitet und damit die Gefahr durch Rauchvergiftung steigt. Das heißt, sie agieren wesentlich detaillierter als reine Wärmemelder. Es gibt auch sehr einfache Gasmelder, die bspw. Ihre Wohnung auf austretendes Gas überprüfen.

Wärmemelder –  eine zuverlässige und rauchunempfindliche Varianten

Diese Melder informieren zum einen darüber, wenn Ihre Raumtemperatur einen Wert von ca. 60 Grad überschreitet und zum anderen, wenn die Temperatur verhältnismäßig schnell ansteigt. Dies funktioniert über eine Thermodifferenzialauswertung. Diese preiswerten Geräte werden häufig in sehr rauchigen oder staubigen Räumen eingesetzt. Sie sind in der Anschaffung meist billiger, aber bei der Reaktion auch etwas träger, als Rauch- oder Brandgasmelder.

Diese Modelle werden meist bei größeren Industrieanlagen eingesetzt oder in Büros, auch aufgrund der geringen Geldinvestition. Häufig werden Sie dabei auch direkt mit einer Sprinkleranlage verknüpft, um das Feuer augenblicklich zu bekämpfen. Für Privatwohnung sind sie weniger geeignet, da es im schlechtmöglichen Fall dazu führen kann, dass diese erst reagieren, wenn die betreffende Person bereits an den Brandgasen erstickt ist.

Optische bzw. photoelektrische Rauchmelder

Diese Variante ist die momentan am weitesten verbreitete Variante des Rauchmelders. Sie arbeitet mithilfe eines sogenannten Streulichtverfahrens. Er prüft Reflexionen in der Luft mittels einer Infrarotdiode und eines lichtempfindlichen Sensors im Raum. Bei klarer Luft kann dieser Sensor nicht angestrahlt werden, allerdings kommt es bei Rauchentwicklung zur Reflexion, was schlussendlich zur Signalübertragung führt. Dadurch wird der Alarm aktiviert. Das System gilt als verhältnismäßig zuverlässig. Spezielle Lasermelder agieren sogar noch genauer und vor allem schneller, als die LED-nutzenden Kollegen.

Ionisationsrauchmelder – Radioaktivität bringt größtmögliche Genauigkeit

Die dritte Form der optischen Rauchmelder arbeitet mithilfe eines radioaktiven Strahlers, der die Luft noch genauer absuchen kann als LED-Strahler oder Laser. Er erkennt auch unsichtbare Rauchpartikel. Aufgrund seiner radioaktiven Energie gibt es allerdings sehr strenge Auflagen, was den Gebrauch und vor allem die Entsorgung der Melder angeht. Sie nach einem Brand zu orten und fachmännisch zu entsorgen, ist keine sehr leichte Aufgabe. Sie führen daher in Deutschland ein Nischendasein.

Flammenmelder – sie untersuchen das Feuer anhand seiner Eigenschaften

Wie der Name bereits vermuten lässt, sucht diese Form in erster Linie nach den typischen Emissionen einer Flamme mittels Infrarot- und Ultraviolett-Strahlung. Mehrere verschiedene Sensortypen analysieren dabei häufig die empfangenen Signale parallel, um festzustellen, ob wirklich Gefahr besteht. Auch testen Sie auf die typische Flackerfrequenz von Flammen und Glut. Diese Variante ist vor allem an den Orten hilfreich, bei denen es häufig zu einer gewissen Rauchbildung kommt, da sie auf alleinige Rauchentwicklung nicht anschlagen.

Alles genormt - diese Kriterien muss ein Rauchmelder heutzutage erfüllen

Um die Schäden möglichst gering zu halten und ein erhöhtes Maß an Sicherheit zu garantieren, müssen Rauchmelder heutzutage strenge Sicherheitskriterien erfüllen. Erst dann werden sie auf dem Markt zugelassen. Daher gibt es die Norm DIN EN 14604, welche Sie in jedem Fall vor dem Kauf eines Gerätes überprüfen sollten. Weitere Bestimmungen der Norm sind:

  • Der Alarmton muss mindestens 85 dB(A) laut sein.
  • Mindestens dreißig Tage vor dem Ende der Batterielebensdauer ertönt ein wiederkehrendes Warnsignal, das darauf hinweist, die entsprechende Batterie schnellstmöglich auszutauschen.
  • Ein Testknopf zur Funktionsüberprüfung des Melders ist gesetzlich vorgeschrieben.
  • Der Rauch muss einfach von allen Seiten gleichermaßen gut in die Rauchmesskammer eindringen können.
  • Die Einlassöffnungen des Melders sollten nicht größer als 1,3 mm sein, um das Eindringen von Staub und Insekten zu vermeiden.

Was sie bei der Montage des Rauchmelders zu Hause beachten sollten

Haben Sie sich erst einmal dazu entschlossen, einen Rauchmelder in Ihren eigenen vier Wänden zu installieren, ist die eigentliche Montage schlussendlich kein großer Akt mehr. Mit zwei Schrauben wird das Gerät einfach in der Wand montiert. Als Stromquelle dienen meist Batterien. Hier muss auf die erwähnte Normung geachtet werden, damit Sie umgehend vom Rauchmelder alarmiert werden, sollte die Batterie zu Neige gehen. Spezielle Lithium-Batterien versprechen darüber hinaus eine Verdopplung der Betriebsdauer und können im Bestfall fast zehn Jahre halten. Vermeiden Sie es, außerdem, den Rauchmelder zu überstreichen, da die Farbe evtl. die Luftöffnungen verkleben kann und er dann nicht mehr vollständig funktioniert.

An welcher Stelle installieren Sie Ihren Rauchmelder am besten?

Grundsätzlich gilt bei Rauchmeldern das Prinzip „Je mehr, desto besser.“ Begnügen Sie sich nicht damit, nur ein einzelnes Exemplar in Ihrer Wohnung zu installieren. Mehrere Rauchmelder bringen auch mehr Sicherheit. Vor allem in den Wohnungsfluren und Ihren Schlafzimmern gilt dieses Prinzip. Beachten Sie weiterhin folgende Punkte:

  • Rauchmelder, die mit Raucherkennung arbeiten, sollten grundsätzlich an der höchstmöglichen Stelle eines Raumes installiert werden.
  • Bringen Sie den Melder unbedingt waagerecht an, ansonsten laufen gerade die Rauchmelder Gefahr, dass der Rauch einfach an diesen vorbeizieht.
  • Vermeiden Sie Rauchmelder in Küche und Bad, da hier Wasserdämpfe bereits einen Falschalarm auslösen können. Hier stellen Wärmemelder die bessere Alternative da, allerdings sind diese für den Rest der Wohnung zu unpräzise.
  • Ab einer gewissen Dachhöhe und vor allem bei Spitzdächern sollen Sie die Melder nicht an der höchstmöglichen Spitze anbringen. Die spezielle Rauch-Konzentration kann dazu führen, dass der Rauch gar nicht erst die Spitze des Gebäudes erreicht.
  • Grundsätzlich sollten Rauchmeldern, wann immer es möglich ist, an der Decke befestigt werden. Die Montage an der Wand wird nur in Ausnahmefällen erlaubt. Das gilt für Flure mit einer Gesamtfläche unter 6 m², bei instabilen Decken oder denen, die gleichzeitig auch als Fluchtweg dienen.

Die Vernetzung der Rauchmelder bringt zusätzliche Sicherheit und Schutz

Wenn im Keller ein Feuer ausbricht, der Rauchmelder dort Alarm schlägt und sie zwei Etagen weiter oben in Ihrem Schlafzimmer liegen und kein Geräusch hören, dann nützt ihnen der beste Rauchmelder nichts. Eine zusätzliche Vernetzung der einzelnen Geräte bringt zusätzliche Vorteile bei der Prävention. Diese Vernetzung kann entweder mittels Funk oder Kabel geschehen und ist nicht bei jedem Modell vorzufinden. Vergewissern Sie sich also im Vorfeld darüber, inwiefern dies möglich ist.

Vernetzung mittels Kabel. Diese Variante ist sicher die cleverste, wenn es um den Neubau und die damit verbundene gesetzlich vorgeschriebene Installation von Rauchmeldern geht. Mithilfe eines zweiadrigen Kabels werden die Geräte verbunden, die Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Bei einem Notfall aktiviert ein Melder die anderen. Diese Variante lässt den Ursprungsordner zwar schwer lokalisieren, schont aber die Batterien des Rauchmelders.

Die Verbindung über Funk glänzt mit größtmöglicher Flexibilität. So kann das System auch in bereits bestehenden Gebäuden problemlos installiert werden. Es gibt dafür spezielle Funk-Schnittstellen, die anstelle eines Kabels in den Melder gesteckt werden. Das Prinzip funktioniert wie bei der verkabelten Variante, allerdings bieten die Hersteller der Funkvariante häufig auch zusätzliche Fernbedienungen an, die bei Alarm helfen, die Quelle des Signals zu ordnen, indem sie beispielsweise alle anderen Melder deaktivieren. Modernere Modelle haben den entsprechenden Sender dabei häufig bereits im Gehäuse integriert.

Wenn es um komplexere Gebäude geht, gibt es auch die Möglichkeit Funk-Empfang über eine Zentrale laufen zu lassen. Hierbei wird mittels Funk eine zusätzliche Station in den Funkkreislauf eingebunden. An dieser lässt sich der exakte Ort des Alarms lokalisieren, deaktivieren und gegebenenfalls auch mit einem direkten Telefonanruf zur Notzentrale verknüpfen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden