Ratten als Haustiere - Zubehör gibt's bei Ebay

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Ratten waren lange Zeit immer nur als Ekeltiere und Ungeziefer verschrien. Dies hat sich in den letzten Jahren allerdings gewandelt. Nicht mehr nur Rebellen halten sich diese intelligenten Nager Zuhause...Hier gebe ich einige Anhaltspunkte, was es vor der Anschaffung bis hin zum Krankheitsfall zu beachten gibt:

Vor der Anschaffung:
Ratten gibt es in Tierheimen, Zooläden und in sogenannten Notfalllisten (www.rattenforum.de oder www.vdrd.de). Man sollte sich vorher überlegen, woher man seine Ratten haben möchte und natürlich, welches Geschlecht es sein soll. Man sollte auf jeden Fall nur ein Geschlecht halten, damit es nicht zu unkontrollliertem Nachwuchs kommt. Ratten sind nachtaktive Tiere und somit nur bedingt für kleinere Kinder geeignet. Außerdem sind Ratten Rudeltiere, die man niemals einzeln halten sollte, da es zu Verhaltensstörungen kommen kann.

Käfig:
Ein Rattenkäfig sollte die Mindestmaße von 220 Litern nicht unterschreiten. Dies entspricht in etwa den Maßen Länge = 80 cm, Breite = 50 cm und Höhe = 80 cm. Die Höhe sollte ebenfalls nicht unterschritten werden, da Ratten sehr gerne klettern.
Es gibt mit diesen Ca.-Maßen sehr gute Käfig von der Firma Ferplast (Namen: Jenny oder auch Furet XL), die man sehr gut und günstig über www.ebay.de bekommen kann.
Für unsere Ratten habe ich eine große Voliere (Maße L/B/H: 100/60/170 cm), in der momentan 7 Ratten wohnen. Außerdem habe ich noch einen etwas kleineren Käfig (Maße L/B/H: 80/50/100 cm) in dem zur Zeit zwei Babyratten wohnen.
Man kann aber auch selbst Hand anlegen und aus einem ausgedienten Kleiderschrank einen tollen Käfig mit mehreren Etagen bauen.

Käfigeinrichtung:
Die Käfigeinrichtung kann man weitestgehend kostengünstig halten, wenn man selbst gerne bastelt und werkelt. Ausgediente Handtücher können prima mit Wäscheklammern zu Hängematten umfunkioniert werden und Pappschachteln sind toll als Unterschlupf. Größere Kisten kann man mit Zeitungsschredder befüllen, Leckerchen drin verstecken und schon sind die Kleinen beschäftigt.

Allerlei andere hübsche Dinge finde man auch bei Ebay!

Einstreu:
Manche Ratten reagieren allergisch auf die gehäckselte meist stark staubende Kleintierstreu, weshalb man dann vielleicht auf eine andere Streuart umsteigen muss. Hier sind Hanfeinstreu, Maiseinstreu oder auch Pflanzenfaserpellets zu empfehlen. Man kann auch auf die kostengünstigste Variante umsteigen, um jegliche Allergien zu umgehen: Zeitungspapier. Entweder geschreddert oder in ganzen Lagen reinlegen. Das hat allerdings den Nachteil, das es öfter getauscht werden muss, damit es nicht müffelt.

Futter:
Es gibt verschiedene Futtersorten von den unterschiedlichsten Herstellern. Das Futter von Vitakraft kann ich beispielsweise nicht bedenkenlos weiterempfehlen, weil des öfteren schon mal Parasiten darin gefunden wurden.

Welches Futter ich mit reinem Gewissen weiterempfehlen kann ist Rattima. Das Futter enthält alle wichtigen Bestandteile, die eine Ratte so braucht. Damit auch der Eiweißanteil gedeckt ist, sind dort noch kleine Fleischbröckchen drin. Leider gibt es Rattima regulär nur bei www.zooplus.de, aber das hat den Vorteil, das bis nach Hause geliefert wird. Rattima gibt es abgepackt in 1, 2,5 und 18 kg-Beuteln. Zooplus ist aber auch bei Ebay vertreten...

Von Meerschweinchenfutter/Vogelfutter etc. möchte ich abraten, da die verschiedenen Futtersorten zwar oft ähnlich sind, aber sie haben doch einen ganz unterschiedlichen Bedarf an Ballaststoffen, Eiweiß etc. Zusätzliches Vitamin C brauchen Ratten z. B. gar nicht, da sie es selbst produzieren, Meerschweinchen dagegen nicht.

An Frischfutter können Ratten nahezu alles fressen (Gurke, Tomate, Birne, Apfel, Banane, Karotten...), was man als Mensch auch gerne isst, bis auf: Avocado (sind giftig für Ratten), Kopfsalat (enthält zu viel Nitrat) und Kohlsorten (blähen und verursachen Bauchschmerzen).

Leckerchen sind natürlich auch sehr beliebt. Da gerade die Böckchen dazu neigen, leicht übergewichtig zu werden, sollte man von den ganzen süßen Zuckersachen etwas Abstand gewinnen und stattdessen gesunde Leckerlis geben. Darunter zählen Haferecken, Bananenchips, Rosinen (ungeschwefelt), auch mal ein Hundekuchen zum Nagen oder auch selbstgebackene Le ckerchen (Mehl, Ei, Honig und Müsli zu einer zähen Masse vermengen und daraus kleine "Kekshäufchen" machen oder die Masse in eine Klorolle stecken, Schnur durch, backen und fertig ist die Knabberstange).

Nachwuchs:
Natürlich sollte man, um dies zu vermeiden (es gibt mehr als genug Ratten für alle), nur ein Geschlecht halten, aber es ist oft so, wenn man Ratten aus der Zoohandlung holt, das diese leider trächtig (krank, verstört oder alles drei zusammen) sind.

Sollten Böckchen und Weibchen zusammen sitzen, ist die weibliche Ratte direkt nach der Geburt wieder empfangsbereit für das Böckchen. In so einem Fall sollte man die beide Tiere sofort voneinander trennen, damit keine Ratteninvasion entsteht.

Mit ca. 14 Tagen machen die Rattenbabies die Augen auf und zwischen der 4. und 5. Lebenswoche werden sie geschlechtsreif. Hier gilt es dann, die Jungs rechtzeitig von den Mädels zu trennen (zur Not mit Hilfe eines Tierarztes). In dieser Zeit sind sie auch abgabebereit.

Integration:
Da Ratten revierbezogene Tiere sind, sollte man sie nicht einfach so zusammen setzen, wenn neue Ratten einziehen, sondern sie vorsichtig miteinander bekannt machen. Das kann so verlaufen: Käfig 1 mit den Alteingesessenen und Käfig 2 mit den neuen Bewohnern - Nistmaterial austauschen, Käfige tauschen, gemeinsamer Freilauf. Wenn dies alles immer ein paar Tage gut geht (bei blutigen Auseinandersetzungen immer sofort trennen), kann man zum nächsten Schritt übergehen.

Bevor man alle zusammen in einen Käfig setzt, sollte man den Käfig gut auswaschen und ein wenig umgestalten.

Zucht:
Zucht hört sich meist erst mal ganz toll an und man stellt sich gesunde und liebe Tiere vor. Die Realität im Bereich der Farbratten sieht leider ganz anders aus. Die meisten (natürlich nicht alle!) sogenannten Züchter sind wahllose Vermehrer, die keinen Funken Ahnung von Genetik haben, weshalb es zu Inzucht, Krankheiten etc. kommen kann.

Notfallliste:
Da ich in der Rattenvermittlung tätig bin, liegt mir die Notfallliste des Vdrd natürlich besonders am Herzen. Hier können Leute ihre Ratten eintragen, die zu vergeben sind, aber auch Gesuche reinsetzen, wenn es in der eigenen Umgebung mal keine Ratten gibt.
In der Notfallliste sind Vermehrer und Züchter allerdings unerwünscht, weil es immer mehr als genügend Ratten gibt, die ein Zuhause suchen.

Es können dort auch Transporte organisiert werden, wenn es größere Notfälle gibt und ich fungiere als Pflegeplatz für kleine herrenlose Böckchen bis zur Vermittlung, was mir sehr großen Spaß bereitet, obwohl das Ganze leider auch sehr viel Trauriges mit sich bringt.

Da die Tiere meist in privaten Pflegestellen sitzen, sind sie auf jeden Fall gesund, Hände gewöhnt und haben meist ein gutes soziales Umfeld mit anderen Ratten. Die Tiere werden meist mit Schutzverträgen und gegen eine Schutzgebühr abgegeben.

Tierarzt:
Da sich nicht jeder Tierarzt mit jeder Tierart gut auskennen kann, sollte man sich frühzeitig auf die Suche nach einem Tierarzt machen, der sich einigermaßen gut mit Ratten auskennt und auch noch lernwillig ist, um für Vorschläge offen zu sein.

In einem Notfall ist so für eine erstklassige Versorgung gesorgt.

Leider haben Ratten häufig mit Atemwegserkrankungen oder Tumoren zu kämpfen, was einen Tierarzt-Besuch unumgänglich macht.

Somit sind Ratten zwar in der Anschaffung meist sehr günstig, aber für die Folgekosten sollte man sich dennoch ein kleines Geldpolster anschaffen, damit man im Fall der Fälle auch genügend Geld für den Tierarzt hat.

Bei Ratten kann sich innerhalb weniger Tage ein Schnupfen zu einer Lungenentzündung entwickeln, weshalb eine schnelle Versorgung bei Auffälligkeiten gewährleistet sein muss.

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