Ratgeber zur Auswahl von Staffeleien fürs Atelier und Feldstaffeleien für unterwegs

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Ratgeber zur Auswahl von Staffeleien fürs Atelier und Feldstaffeleien für unterwegs

Staffeleien gehören zum wichtigsten Utensil eines Künstlers und dürfen neben dem Pinsel als Arbeitsmittel nicht fehlen. Sie nehmen Leinwände und andere Untergründe verschiedener Größen auf und sorgen für einen stabilen Halt. Der Vorteil hierbei: Die komplette Arbeitsfläche bleibt frei und der Künstler behält einen genauen Überblick über sein Werk. Die Ablage ist höhenverstellbar und lässt sich somit an die Größe des Malers und an die der Leinwand anpassen. Der Name leitet sich von dem Begriff Staffel ab. So bezeichnete man in Deutschland lange Zeit eine Leitersprosse. Die Ablage an der Front ähnelt einer solchen Sprosse. In manchen Regionen wird auch die Leiter als solches noch als Staffelei bezeichnet.

In der Praxis überzeugt sie mit noch mehr Funktionen. Viele Künstler arbeiten im Sitzen. Auch hier passt sich die Staffelei optimal den Bedürfnissen an. Nach der Arbeit trocknet das Kunstwerk unbeschadet auf der Ablage. Eine professionelle Staffelei klappen Sie mit wenigen Handgriffen zusammen und bewahren diese platzsparend im Haushalt oder Atelier auf. Der Markt bietet die Modelle in unterschiedlichen Materialien und mit verschiedenen Größen. In erster Linie kommt es hier auf den Einsatzbereich an. So gibt es klassische Staffeleien für das Atelier. Mobile kleinere Modelle nennen sich Feldstaffeleien und dienen dem Künstler unterwegs bei seiner Arbeit. Der folgende Ratgeber stellt Ihnen die verschiedenen Modelle genau vor. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf einer Staffelei achten müssen.

Allgemeiner Aufbau und Eigenschaften einer Staffelei

Alle Staffeleien haben in ihrem Aufbau etwas gemeinsam: Sie sind dreibeinig. Im Gegensatz zu den anderen beiden Beinen ist das hintere beweglich. Es bestimmt über den schrägen Stand der Staffelei und passt sich damit der Position oder der Größe des Künstlers an. Durch diesen festen Stand auf drei Punkten kann die Konstruktion nicht wackeln. Der Maler bleibt also ungestört bei seiner Arbeit und kleinste Striche sind ohne Abweichung möglich. Das ist gerade in diesem Bereich von großer Bedeutung. An den vorderen zwei Stützen ist ein Querholz angebracht. Es dient dazu, die aufgestellte Leinwand oder den Untergrund in der Höhe zu verstellen. Bei älteren Varianten erfolgt dies über Bolzen aus Holz. Sie lassen sich einfach herausziehen und in gewünschter Höhe wieder platzieren. Die Öffnungen für die Bolzen müssen immer parallel liegen, damit kein Schiefstand des Maluntergrundes entsteht. Bei manchen Staffeleien bestehen diese Bolzen sogar aus Metall.

Neben den Dreibein-Staffelleien gibt es noch eine weitere Form. Sie wird als H-Rahmen bezeichnet und verfügt über zwei parallel verlaufende Streben. Ist der Stand rechteckig, ergibt sich hier die Form des Buchstabens H. Sie eignet sich für Kunstwerke, bei denen ein harter Pinselstrich benötigt wird. Auch mit erhöhtem Druck lässt sich die Leinwand auf der Staffelei nicht verschieben. Je nach Modell verstellen Sie den Winkel zum Fußboden, sodass eine Mischung aus H-Rahmen-Staffelei und Dreibein-Staffelei besteht. Mit diesem Gerät sind Sie besonders flexibel in der Einstellung und passen sich nahezu allen Begebenheiten und Wünschen an. Ihnen bleibt die Stabilität der H-Staffeleien, kombiniert mit einfachen Transportmöglichkeiten. Daneben unterscheidet man die Staffeleien nach ihrer Art:

Die Atelierstaffelei als professionelles Arbeitsmittel in jedem Atelier

Die Atelierstaffelei besteht in ihrer klassischen Variante komplett aus Holz. Sie zeugt von einer beachtlichen Größe, um sich auf alle erdenklichen Untergründe und Leinwände bestens anzupassen. Der Nachteil hierbei: Modelle aus Holz sind sehr schwer und lassen sich kaum mit ins Freie transportieren. Aus diesem Grund haben die Atelierstaffeleien ihren Namen erhalten, da sie hauptsächlich für die Arbeit im Atelier vorgesehen sind. Manche Modelle bestehen auch aus Metall. Sie sind ebenso robust, lassen sich jedoch noch schlechter transportieren. Durch ihre stabile Konstruktion halten die Staffeleien selbst größere Leinwandbilder und geben ihnen Halt. Die Leinwand darf beim Aufsetzen des gewählten Pinsels nicht verrutschen oder wackeln. Selbst größere Projekte sind mit dieser Staffelei kein Problem. Sie trägt dank festem Stand Kunstwerke mit einem Abmaß bis zu 2 x 2 Meter. Achten Sie beim Kauf auch auf die Gewichtsangabe. Vor allem große Leinwände mit Keilrahmen bringen ein deutlich größeres Gewicht auf das Gestell.

Auch im Atelier kann man nicht immer von einem ebenen Fußboden ausgehen. Der dreibeinige Stand zahlt sich gleichermaßen im Innenbereich aus. Qualitätsmerkmale einer guten Atelierstaffelei sind die Stabilität, Standfestigkeit und die Flexibilität im Hinblick auf die Formatgrößen. Manche Modelle sind sogar mit kleinen Rollen versehen. Damit lassen sie sich trotz ihrer schweren Holzkonstruktion gut im Atelier verschieben. Allerdings müssen Sie auch hier stets auf einen festen Stand achten. Die Rollen sollten Sie fixieren können, damit die Staffelei nicht während des Malens wegrollt.

Feldstaffelei für mehr Flexibilität bei wandernden Künstlern

Manche Künstler hält es nicht in ihrem Atelier. Sie wollen im Freien malen und den Zauber des Augenblicks einfangen. Für diesen Zweck eigenen sich die bekannten Feldstaffeleien. Sie sind leicht zu transportieren und können unterwegs schnell aufgebaut werden. Meist sind die aus Aluminium gefertigt. Dank der schmalen Abmaße bauen Sie die Staffelei schnell auf und noch schneller wieder ab. Ähnlich eines Teleskopstiels schieben Sie dabei das Stativ wieder zusammen, damit die Staffelei nicht zu lange Beine besitzt. Die drei Streben sind danach eng miteinander verbunden und bilden ein kompaktes und handliches Paket. So lässt sich die Staffelei am besten transportieren. Eine Schnur oder kleine Haken verhindern, dass sie während des Tragens wieder aufgeht.

Kofferstaffeleien - besonders bei reisenden Künstlern bekannt

Die Kofferstaffelei lässt sich ähnlich leicht transportieren und dient Künstlern beim Arbeiten unterwegs. Die Konstruktion befindet sich integriert in einem Koffer, der die Staffelei während des Transports gut schützt. Außerdem bietet er Platz für Pinsel und Farben, sodass alle Utensilien in nur einem Koffer vereint lagern. Im aufgebauten Zustand dient die Kofferschale als zusätzliche Ablagefläche. Hier legen Sie Ihre Pinsel und Farben ab und benötigen keinen weiteren Tisch oder andere Utensilien. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Koffer nicht nur einen einzelnen Griff besitzt. Bestenfalls verfügt die Staffelei über einen Tragegurt, damit sie sich bequem um die Schulter legen lässt. Somit gleichen Sie das Gewicht optimal aus, ohne müde Arme vom Tragen zu bekommen. Einen Nachteil hat dieses Modell jedoch: Die Kofferschale bringt ein zusätzliches Gewicht mit sich. Das darf nicht vernachlässigt werden und wirkt sich bei manchen Staffeleien enorm aus. Manche Kofferschalen sind im Inneren allerdings mit zusätzlichen Taschen oder Gummibändern versehen. Somit transportieren Sie ihre Farben und Utensilien, ohne dass sie im Koffer lose herumfliegen. Mit einer Kofferstaffelei nehmen Sie also mehr Gewicht in Kauf, allerdings haben Sie ihr kleines Atelier immer mit dabei.

Staffeleien für Kinder – kleine Künstler früh fördern

Auch Kinder wollen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und arbeiten gern mit Farben und verschiedenen Untergründen. In der Regel bleibt ihnen nur der Schreibtisch oder ein spezieller Basteltisch. Wollen Sie das künstlerische Interesse Ihrer Kinder weiter fördern, entscheiden Sie sich für eine passende Staffelei. Die Modelle gibt es schon in kleiner Ausführung für einen geringen Preis. Im Vergleich zu professionellen Staffeleien lassen sich hier nicht so viele Dinge einstellen. Der sichere Stand des Maluntergrunds bleibt jedoch erhalten. Gerade die Kleinen haben hohe Ansprüche an ihre Staffelei. Sie muss sich leicht im Kinderzimmer aufstellen lassen und bestenfalls ist sie transportabel. Nicht alle Modelle bieten eine verstellbare Höhe an, da Kinder ohnehin kleiner sind. Arbeiten sie jedoch im Sitzen, kann die unflexible Staffelei manchmal zu groß sein. Passen Sie deshalb die Größe immer auf Ihre Kinder an. Bestenfalls ist das Holz speziell imprägniert, dass sich Farbreste gut entfernen lassen. Außerdem brauchen Kinder eine große Ablagefläche für die verschiedenen Pinsel und Farben. 

Tischstaffeleien – die kleinen und leichten Begleiter

Im Rahmen der Staffeleien muss auch die Tischstaffelei genannt werden. Sie ist eine Kombination zwischen der großen und stabilen Atelierstaffelei und der flexiblen Feldstaffelei. Die kleinen Modelle stellen Sie am besten auf einem Tisch oder einer anderen ebenen Fläche auf. Die Höhe richtet sich dann nach dem jeweiligen Tisch, da die Staffelei selbst nur sehr kurze Beine besitzt. Dadurch sind sie jedoch kleiner und leichter. Ein schneller Transport stellt kein Problem dar. Außerdem erweisen sie sich als deutlich preisgünstiger. Gerade bei Anfängern lohnt sich zunächst der Kauf einer Tischstaffelei, bevor es an die professionellen Modelle geht. Zu große Leinwände oder Pappen dürfen jedoch nicht mit der Staffelei verwendet werden. Auch in Bezug auf das Gewicht gibt es hier eine klare Begrenzung.

Darauf müssen Sie beim Kauf einer Staffelei achten

  • Wählen Sie die Staffelei grundsätzlich nach ihrem Einsatzzweck aus. Stellen Sie sich hier die Frage, ob die Staffelei transportabel bleiben muss oder eher einen festen Stand für größere Kunstwerke zu bieten hat.
  • Scheuen Sie sich nicht vor Kombinationen von Staffeleien. In den meisten Fällen sind dies die besseren und vor allem vielseitigeren Modelle.
  • Das Material des Verstellmechanismus ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Die Leinwand soll schließlich ihre Lage und Form behalten.
  • Manche Staffeleien stehen komplett auf Gummifüßen, damit sie nicht verrutschen. Selbst ein Anstoßen an die Konstruktion beeinträchtigt hier den sicheren Stand nicht.
  • Im Gegensatz zu Bolzen sorgen Mutterschrauben für noch mehr Stabilität. Nicht ist ärgerlicher als eine versehentliche Änderung der Lage und damit das Risiko auf einen verrutschten Pinselstrich.
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