Ratgeber zur Auswahl von Künstlerfarbstiften

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Ratgeber zur Auswahl von Künstlerfarbstiften

Kunst und Malerei beschränken sich nicht nur auf Öl- oder Acrylmalfarben. Es gibt weitaus mehr Utensilien zur Gestaltung eines kreativen Werks. Dazu zählen beispielsweise Künstlerfarbstifte. Werden Pinsel und Spachtel beiseitegelegt, greifen Künstler gern zu Farbstiften. Sie bilden eine gelungene Abwechslung und kreieren einen komplett neuen Look bestimmter Werke. Für Außenstehende und Laien ähneln die Farbstifte einfachen Buntstiften. In ihren Eigenschaften und in ihrer Verarbeitung unterscheiden sie sich jedoch enorm. Dem Wort Farbstift ordnet man hier eine professionelle Begrifflichkeit zu. Während Kinderfarben als Buntstifte deklariert werden, gibt es spezielle Produktreihen als Künstlerfarben. Im folgenden Ratgeber betrachten wir die Künstlerfarbstifte näher und zeigen Ihnen, worauf Sie beim Kauf der Stifte achten müssen. Außerdem lernen Sie mehr über die verschiedenen Sorten und das nötige Zubehör beim Gestalten mit diesen Stiften.

Überblick: Diese Hersteller und Formen von Künstlerfarbstiften gibt es

Viele Hersteller haben sich auf die Produktion von Farbstiften spezialisiert. Dabei gibt es meist eine günstigere Reihe für Kinder und Anfänger und eine professionelle Schiene. In den folgenden Abschnitten soll mehr Wert auf die professionellen Künstlerfarbstifte gelegt werden. Ein erstes Merkmal der professionellen Produktreihen ist die große Farbauswahl. Künstlerfarbstifte gibt es meist in enormen Farbpaletten, sodass alle Farbabstufungen vorhanden sind. Die Farben lassen sich auf dem Papier kaum bis gar nicht mischen. Somit benötigen Sie für jede Schattierung und für jeden kleinen Farbunterschied einen anderen Stift. 150 Farbtöne pro Palette sind dabei keine Seltenheit. Die Stifte zeugen meist von sehr weichen Minen, die einen intensiven und vor allem satten Farbauftrag auf den Untergrund bringen. Natürlich spielt die Wahl des Papiers eine wichtige Rolle. Nicht alle Stifte zeichnen auf jedem Papier gut. Daneben gibt es Produktreihen mit eher harten Minen. Sie stehen für scharfe Konturen und Detailzeichnungen. Je nach Druck auf den Untergrund prägen Sie das Papier mit diesen harten Stiften förmlich. Zu den bekanntesten Herstellern von Künstlerfarbstiften gehören:

Vollminenfarbstifte oder Farbstifte mit einem hölzernen Mantel?

Traditionelle Buntstifte zeugen von einer sehr dünnen Mine, die sich im Inneren eines Holzmantels befindet. Künstlerfarbstifte sind ähnlich aufgebaut. Mit diesem Mantel liegen sie gut in der Hand und lassen sich im Handumdrehen anspitzen. Ist die Front nicht mehr spitz genug, tragen Sie einfach etwas vom Holz und der Mine ab und schon erhalten Sie wieder die gewünschte Spitze. Die meisten Stifte dieser Art besitzen eine runde Form und variieren in ihrer Länge. Eine längere Mine lässt einen deutlich längeren Farbauftrag zu. Kürzere Stifte sind öfter auszutauschen. Für eine bessere Ergonomie beim Zeichnen und den optimalen Halt verfügen manche Stifte über abgeflachte Kanten. Damit liegen Sie gut in der Hand und rollen bei der Ablage auf einem ebnen Untergrund nicht einfach weg.

Eine andere Form von Künstlerfarbstiften sind die Vollminenstifte. Sie besitzen keinen Holzmantel, sondern sind lediglich aus der Mine gefertigt. Im Vergleich zu den anderen Modellen ist die Mine deutlich dicker und besitzt meist eine viereckige Form. Das Material ist weich bis cremig und sorgt für einen intensiven Farbauftrag. Gerade größere Flächen lassen sich optimal colorieren. In angespitzter Form zeichnen sie Details und deutlich feinere Strukturen. Da es sich um eine Vollmine handelt, lässt sich der Stift in seiner kompletten Fläche verwenden und zeichnet unterschiedlich breite und starke Linien. Der einzige Nachteil bei diesen Künstlerfarbstiften: Sie sind nicht in der kompletten großen Farbpalette zu haben. Viele Hersteller beschränken sich hier auf sehr wenige Grundfarben.

Folgende Eigenschaften sollten Sie beim Kauf der Künstlerfarbstifte beachten

Künstlerfarbstifte folgen bestimmten Eigenschaften und lassen sich anhand dessen gut miteinander vergleichen. Während es bei Ölfarben und Acrylfarben die Deckkraft ist, spielt bei Farbstiften Härtegrad, Radierbarkeit oder Lichtechtheit eine wichtige Rolle. Anbei erhalten Sie eine kleine Übersicht, die Ihnen die Wahl der Stifte erleichtern soll.

Lichtechtheit:

Bei direkter Sonneneinstrahlung verändert sich die Struktur der Farben. Die Intensität nimmt ab und die Farben verblassen mit der Zeit. Bereits nach wenigen Wochen kann eine Veränderung der Farbe sichtbar sein und das komplette Kunstwerk beeinträchtigen. Lichtechte Farben sind beständig gegen das Sonnenlicht und bleiben ihrer Brillanz treu. Allerdings sollten Sie die Herstellerangaben grundsätzlich hinterfragen und genauer prüfen. Es gibt einige standardisierte Testverfahren, die in diesem Bereich interessant sind. Gängige Begriffe sind die Wollskala oder die Tests des Norminstituts ASTM. Beide Einheiten sind nicht direkt miteinander zu vergleichen und dürfen nicht umgerechnet werden.

Härtegrad:

Stiftminen besitzen unterschiedliche Härtegrade, um eine gewisse Flexibilität beim Zeichnen zu bewahren. So gibt es Künstlerfarbstifte von hart bis sehr weich. Harte Stifte hinterlassen dünne Linien und arbeiten Details sehr gut heraus. Sie dienen auch der Bearbeitung von helleren Flächen und Farbverläufen, da sie keinen starken Auftrag haben. Bei sehr weichen Minen wirken die Farben besonders kräftig und es herrscht ein größerer Farbauftrag. Dieser richtet sich zusätzlich nach dem Papier. Auf einem stark strukturierten Papier hinterlassen weiche Stifte besonders viele Farbpartikel. Je weicher ein Stift ist, desto satter trägt er die Farbe auf.

Radierbarkeit:

Um kleine Fehler auszugleichen oder interessante Effekte zu erzielen, sind manche Stifte radierbar. Allerdings gibt es auch hier keine einheitliche Skala. Ob sich ein Stift radieren lässt, hängt in erster Linie von seiner Verarbeitung und Zusammensetzung ab. Gleichermaßen müssen Papier und der verwendete Radierer mit berücksichtigt werden.

Vermalbarkeit:

Fast alle ölbasierten und wachsbasierten Künstlerfarbstifte lassen sich mit Ölen oder Lösungsmitteln vermalen. Damit kreieren Sie interessante Effekte und Farbübergänge. Allerdings gibt es Unterschiede in der Löslichkeit. Manche Farbpartikel weichen deutlich schneller auf und vermalen sich besonders gut. Auch hier müssen Sie zusätzlich das verwendete Papier mit berücksichtigen.

Welche Stifte eigenen sich für welchen Zweck?

Die Verwendung von Künstlerfarbstiften richtet sich grundsätzlich nach dem letztlich gewünschten Ergebnis. Mit unterschiedlichen Stiften und Härten erzeugen Sie unterschiedliche Effekte. Eine Besonderheit sind hier Aquarellstifte. Sie sind im Gegensatz zu allen anderen Farbstiften nicht wasserfest und können noch nach dem Farbauftrag mit Wasser vermalt werden. Bei anderen Stiften kommen Öle oder gar Lösungsmittel zum Einsatz. Somit erzielen Sie einen interessanten Wischeffekt und sorgen für besonders weiche Übergänge auf dem Bild. Je weicher die Stifte sind, desto eher bröckeln sie. Achten Sie deshalb auch auf einen guten Untergrund und ärgern Sie sich nicht über herabfallende Farbpartikel. Weitere besondere Stifte sind beispielsweise:

Unterschied zwischen einfachen Buntstiften und Künstlerfarbstiften

Im Grund bezeichnet man auch Künstlerfarbstifte als Buntstifte. Dies ist der Oberbegriff für alle Stifte, die bunt zeichnen. Ein besonders großer Unterschied ist allerdings die Pigmentdichte. Während einfach Farbstifte weder lichtecht sind und brechen können, erhalten Sie im Künstlerbedarf hochwertigere Modelle. Sie haften besser auf dem Untergrund und vermalen sich deutlich weicher. Hinsichtlich der Qualitäten unterscheidet man ähnlich den Künstlerfarben der Hobby-Qualität und der Künstler-Qualität. Dies macht sich besonders im Preis bemerkbar.

Wie viele Stifte und Farbabstufungen benötigt man?

Je nach Hersteller und gewählter Qualität gibt es eine unterschiedlich große Farbpalette. Manchen Künstlern genügen wenige Stifte, da sich die Farben mehr oder weniger gut auf dem Papier mischen lassen. So erhalten Sie ein Dunkelblau, indem Sie das aufgetragene Blau mit Schwarz abtönen. Dabei verlieren die Farben jedoch an Brillanz. Auf vielen Kunstwerken wirkt es besser, wenn Sie sich von Anfang an für ein Dunkelblau als eigenen Stift entscheiden. Zu Beginn genügt ein Kasten mit 36 Farbstiften. Allerdings sollten Sie auf die Möglichkeit achten, die Stifte einzeln nachzukaufen. Manche Anbieter geben die Farben nur in einem Set heraus. Das macht es deutlich schwieriger, einzelne Farben zu kaufen.

Bei Aquarellstiften genügen noch weniger Farben. Meist kommen die Künstler mit einer Palette an 12 Farben problemlos aus. Da sich die Farben mit Wasser sehr gut mischen und vermengen, benötigen Sie keine große Palette an verschiedenen Farbtönen. Erst so entsteht der besondere Aquarell-Effekt.

Besonderes Zubehör für Künstlerfarbstifte – das darf nicht fehlen

Neben den Stiften selbst benötigen Sie für ein hochwertiges Kunstwerk das richtige Papier. Es muss auf die Stifte abgestimmt sein, beispielsweise bei Aquarellstiften. Für normale Künstlerfarbstifte eignet sich ein Papier mit einer Dichte von mindestens 80 g/m² bis 90 g/m². Mischen Sie die Farben mit Ölen oder Lösungsmitteln sollte das Papier besser eine Dichte von 150 g/m² und aufwärts besitzen. Für besondere Effekte oder Fehlerkorrekturen darf ein Radierer nicht fehlen. Diesen gibt es als Radierstift oder als Plastikradierer. Für feine Linien benötigen die Stifte eine feine Spitze. Legen Sie sich beim Zeichnen deshalb immer einen Anspitzer parat. Auch Vollminenfarbstifte sind mit diesem Stift einfach zu bearbeiten. Spitzen Sie allerdings niemals direkt über dem Bild an. Vom Beseitigen der Späne entstehen sofort kleine Farbstriemen. Entscheiden Sie sich für einen Dosenanspitzer, ist dieser regelmäßig zu leeren. Andernfalls ist zu viel Kraftaufwand nötig, der die Mine meist brechen lässt. Bei hochwertigen Spitzern lässt sich die Klinge einfach ausbauen und austauschen. Nutzen Sie niemals unscharfe Klingen, da sie sonst das Holz splittern und den Stift ruinieren.

Was es noch beim Umgang mit Künstlerfarbstiften zu beachten gibt

  • Mit halb durchsichtigen Stiften bringen Sie mehrere Farben übereinander.
  • Je nach Stärke des Aufdrucks sieht eine Farbe besonders hell oder besonders dunkel aus. Das ermöglicht Ihnen die Gestaltung eines Kunstwerks mit nur einer Farbe.
  • Manche Farbstifte versiegeln den Untergrund. Befinden sich zu viele Farbpartikel auf der Stelle, bleiben selbst dunklere Farben darüber nicht mehr haften.
  • Zu dunkle Stellen hellen Sie durch die Kratztechnik wieder auf. So setzen Sie auch besondere Akzente.
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